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Das Projekt im Mittelpunkt - IT für Architekten und Ingenieure

Interview mit dem Architekten Hagen Schmidt-Bleker

Computer sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sowohl privat, vor allem aber im beruflichen Bereich würde das Leben der westlichen bzw. globalisierten Welt ohne Rechnerunterstützung stillstehen. Das unterstreicht auch eine Studie des Versicherers »HDI-Gerling«, in der gezeigt wird, dass ein Gros der Firmen einen kompletten Ausfall ihrer IT-Infrastruktur maximal 2,5 Tage (!) überstehen würde.

Von einer digitalen Revolution zu sprechen, ist daher sicher nicht übertrieben. Jedoch entstehen mit jeder technischen Neuerung auch Herausforderungen. Wer ist nicht schon einmal fast daran verzweifelt, wenn z.B. der Drucker nicht arbeitet, E-Mails sich nicht versenden lassen oder Dateien nicht gesichert wurden, bevor der Rechner abgestürzt ist. Sehr schnell wird unter Umständen also die Lust zur Last.

Damit es nicht soweit kommt, haben sich mittlerweile Dienstleister etabliert, die Planungsunternehmen bei der technischen Bewältigung des Informationszeitalters behilflich sind. Hagen Schmidt-Bleker wird im folgenden Interview das Spektrum der Dienstleistungen rund um die IT für Architekten und Ingenieure umreißen. Er ist selber Architekt und hat in den letzten fünf Jahren die Firma »formitas« aufgebaut, die mittlerweile 15 Mitarbeiter hat.

Christian J. Grothaus: Sie haben sich mit »formitas« auf IT-Dienstleistungen für Architekten und Ingenieure spezialisiert. Was macht die IT für diese Berufsgruppe so besonders?

Hagen Schmidt-Bleker : Die heutigen Arbeitsabläufe in der Bauplanung und Realisierung sind in vielen Büros noch dieselben wie vor 100 Jahren, d.h. dass die Pläne aus einzelnen Strichen, Schraffuren und Texten aufgebaut werden - eben wie am Zeichentisch. Das, was vor langer Zeit richtig und gut war, wurde 1:1 auf die gegenwärtigen Planungsinstrumente übertragen. Dabei geht natürlich das Potenzial der neuen Technologie verloren. Lassen Sie es mich auf den Punkt bringen: der Architektenarbeitsplatz von heute ist ein Computerarbeitsplatz. IT für Architekten und Ingenieuren hat etwas damit zu tun, die Möglichkeiten in der Planung neu zu gestalten und das heißt, nicht in einzelnen Linien, Schraffuren und Plänen, sondern in Objekten zu denken und auch, Informationen möglichst jederzeit und für alle Planungsbeteiligten verfügbar zu haben.

Christian J. Grothaus: Im Objekt denken - vielleicht können Sie das an einem Beispiel schildern?

Hagen Schmidt-Bleker : Im meinem Beratungsalltag hole ich Kunden dort ab, wo sie gerade sind. Ich sage das ganz wertfrei. Das Potenzial virtueller Planungstechnologien ist vielen Architekten und Ingenieuren noch nicht in seiner ganzen Bandbreite bewusst. In Objekten denken heißt, dass eine Wand in der Realität auch eine virtuelle Entsprechung haben muss, eben ein Objekt sein. Und eigentlich ist es egal, ob zugehörige Informationen später in einen Plan oder in eine Stückliste münden, sie müssen im Planungsalltag frei fließen können!

Christian J. Grothaus: Was heißt ‚freie Information‘ genauer für den Planungsalltag?

Hagen Schmidt-Bleker: Es gibt zunächst einmal ganz allgemein die Kommunikation im Büro, d.h. man muss sich IT-mäßig um Hardware (Rechner, Drucker, Netzwerk, Telefonzentrale etc.), E-Mail-Austausch oder auch gemeinsame Adressdatenbanken kümmern, also einen Standard einhalten, der für jedes x-beliebige Büro auch gilt. Im Projektgeschäft jedoch gibt es Zusatzanforderungen, weil sich dort die Schnittstellen zu den jeweiligen Bauherren, externen Planer, Dienstleistern oder ausführenden Gewerken auftun. Das Projekt steht im Mittelpunkt und drum herum muss sich die IT, sprich die Information mit ihrer Technologie, entfalten.

Machen wir das an einem Beispiel fest. Ein Architekt hat ein Büro mit zehn Mitarbeitern und z.B. drei aktuelle Projekte. Nun akquiriert er einen neuen Auftrag und plötzlich muss der eingesetzte Projektverantwortliche 50 Beteiligte koordinierenden, Entscheidungen treffen, Fragen beantworten, Recherchen durchführen und Korrespondenzen erledigen - all das in einer Weise, die auch später noch nachvollziehbar ist. D.h. die Informationen müssen entsprechend dokumentiert werden. Vergessen wir den Chef des Architekturbüros nicht. Er hat nun vier oder fünf Projekte, über die er im Groben ebenfalls den Überblick behalten muss.

Die informationstechnische Herausforderung ist also heutzutage, dass alle Beteiligten (vom Malermeister bis zum Tragwerkplaner) in irgendeiner Weise auf die Planung zugreifen können sollten und nicht mehr nur der planende Architekt. Die IT organisiert also den Austausch und die effiziente wie transparente Art und Weise der Arbeit in den Projekten. Nicht vergessen sollte man in diesem Zusammenhang auch die Sicherung und Archivierung der Daten. Planer haften lange Jahre für ihre Leistungen und müssen Dateien auch in der Zukunft bereitstellen können. Das Thema »langfristige Datensicherheit« wird leider oft auf die leichte Schulter genommen und tatsächlich hatten wir schon einige Kunden, die leider zu spät und erst nach einem Totalausfall zu uns gekommen sind.

Christian J. Grothaus: Ab welcher Mitarbeiteranzahl bzw. Projektgröße sollte ein Planungsbüro sich Gedanken über eine Professionalisierung seiner IT machen?

Hagen Schmidt-Bleker : Die Auswahl der IT muss sich den Büroprozessen anpassen und nicht umgekehrt, d.h. dass es für jeden Planer unterschiedliche Lösungen gibt, ob nun One Man Show oder Mittelständler mit 100 Mitarbeitern. Professionell ausgestattet ist der Architekt oder Ingenieur dann, wenn sein Unternehmen einen informationstechnologischen Maßanzug trägt. Immer mehr fordern auch die Bauherren eine professionelle IT-Infrastruktur ein. Professionell heißt hier, den Projekten angemessen und damit effizient und sicher.

Christian J. Grothaus: Bedeutet Informationstechnologie als Dienstleistung Hardware oder Software oder beides?

Hagen Schmidt-Bleker: Auch hier ein Beispiel, das mir vor kurzem begegnet ist. Ein Architekturbüro mit fünf Mitarbeitern setzt einen Mailserver im Projektalltag ein, um auch Daten zu versenden. In einem Projekt war es nun so, dass hochvolumige PDF-Dateien an bis zu 40 Empfänger gleichzeitig versendet wurden, bzw. diese mit ins ‚CC‘ kamen. Sie können vielleicht vorstellen, welche Kommunikationsprobleme an dieser Stelle für das ganze Büro auftauchten - ganz zu schweigen davon, dass die Architekten einmal die Woche damit beschäftigt waren, ihren Maileingang zu sortieren und die Dateien entsprechend abzuspeichern. Die wertvolle Zeit eines Planers sollte doch nun wirklich für andere Dinge verwendet werden.

Ich wiederhole daher gerne noch einmal, dass die IT sich den Prozessen in den Architekturbüros anzupassen hat und nicht umgekehrt. Das gilt für die Netzwerke, Sicherheit, Hardware- und auch Softwareausstattung. Unsere Dienstleistung umfasst daher auch diese ganze Bandbreite. Generell verfolgen wir jedoch die Politik, so wenig wie möglich Hardwarekomponenten in einem Büro einzusetzen. Jede Erweiterung in einem bestehenden Netzwerk ist nämlich auch eine potentielle Fehlerquelle. Gern empfehlen wir daher, ins Internet bzw. an Dienstleister auszulagern, sofern der Preis gut ist und die Sicherheit der Daten gewährleistet.

Christian J. Grothaus: Wo sehen Sie die typischen Probleme, mit denen Architekten und Ingenieure in der Projektrealisierung konfrontiert werden?

Hagen Schmidt-Bleker: Ein großer Vorteil für den Architekten ist es, mit der digitalen oder 3D-Planung sein Werk in allen Einzelheiten besser »im Griff« haben zu können. Die andere Seite der gleichen Medaille ist aber, dass der Grad der Verantwortung für den Architekten steigt. Man sollte hier auch nicht vergessen, dass die derzeitige Honorierungsstrukturen nach HOAI diese Verschiebungen der Leistungsgefüge noch nicht angemessen abbildet, wenn z.B. der beteiligten TGA-Ingenieur die Werkplanung in 3D schon komplett fertigstellt, müsste er sie auch vergütet bekommen.

Oder nehmen wir das Thema Baustelle. Noch vor drei Jahren war es schon fast revolutionär, wenn jeder Bauleiter ein Notebook hatte. Die nächste Stufe stellte die UMTS-Karte dar, mit der die mobilen Mitarbeiter von überall auf das Firmennetzwerk zugreifen konnten. Mittlerweile haben wir Kunden, die je nach Baustellengröße einen oder mehrere Container betreiben, die komplett als Büro ausgestattet sind. Hier kommen die Themen Ausstattung, Datenverbindungen per Leitung oder Satellit und Management der externen Peripherie zum Tragen. Immer mehr mobile Mitarbeiter nutzen Tablet-PCs und es gibt mittlerweile manche, die z.B. im Kundengespräch bei der Akquise oder auf der Baustelle nicht mehr auf ihr ‚iPad‘ verzichten wollen. Auch diese Geräte müssen angebunden, betrieben und unterstützt werden.

Christian J. Grothaus: Wo fängt Ihre Dienstleistungen und wo endet sie?

Hagen Schmidt-Bleker: Wir sind kein Systemhaus, d.h., wir verkaufen keine Produkte (Soft- oder Hardware) an unsere Kunden. Vielmehr sehen wir uns als deren interne IT – eben hatte ich ja schon das Beispiel des Maßschneiders erwähnt. Wir arbeiten daher gerne mit Entscheidungsvorlagen und dokumentieren darin die Möglichkeiten und unseren Abwägungsprozess im Sinne des Unternehmens. Der Kunde muss die Investitionen und Änderungen im Prozess verstehen, nur so entwickelt sich eine effiziente und nachhaltige Unterstützung durch die IT. Die Aktivitäten beziehen sich dabei auf die gesamte Bandbreite, also Hard- wie Software und umfassen auch Themen wie z.B. Finanzierungsmodelle oder die Verlagerung von Daten in die »Cloud«. Sind die Entscheidungen getroffen, verzahnen wir die IT mit den Nutzern und sorgen für einen reibungslosen Übergang bei der Verwendung der neuen Werkzeuge. Dazu gehört es auch, dass wir Schulungen anbieten und den Support übernehmen.

Christian J. Grothaus: Wann begann die moderne Informationstechnologie, das Bauen zu verändern?

Hagen Schmidt-Bleker: Wenn ich richtig informiert bin, wurde Anfang des 19. Jahrhunderts das Morsen erfunden und dann gab es in rascher Folge die Telegrafie und auch das Telefon. Ich bin mir sicher, dass das Bauen in jener Zeit dadurch schon beeinflusst wurde, denn Informationen konnten viel schneller den Empfänger erreichen. Mit unseren modernen Technologien sind wir natürlich ungleich schneller, jedoch ist das Prinzip ähnlich. Im Grunde geht es damals wie heute um die Information und darum, dass sie ungehindert und schnell ihr Ziel, sprich die Planungsbeteiligten erreichen kann. Die Schnittstellen zwischen Unternehmen sind dabei eher hinderlich. Deshalb stellen wir das Projekt in den Mittelpunkt unserer Überlegungen und definieren einen unternehmensübergreifenden Raum für die Informationen.

Christian J. Grothaus: Wie geht es ihrer Einschätzung nach weiter mit der Informationstechnologie?

Hagen Schmidt-Bleker: Planungsprojekte werden doch hauptsächlich über die drei Perspektiven: Kosten, Qualitäten und Termine betrachtet. Jedes dieser Themen hat etwas mit Informationstechnologie zu tun, so zum Beispiel die Kosten mit Ausschreibungs- und Vergabeprogrammen, die Qualitätssicherung mit Software, die z.B. eine Kollisionsprüfung machen kann und die Terminkontrolle mit einer entsprechenden Projektsteuerungskomponente. Ein Architekt muss effizient arbeiten und schuldet den Projekterfolg, sonst wird er u.U. schnell abgehängt. Diese Werkzeuge unterstützen den Planer, üben aber so auch einen gewissen Druck aus, mitzuziehen. Ich glaube, dass sich diese Entwicklung nicht mehr umkehren lässt, sondern dass sie sich durch die Globalisierung noch verschärft.

Christian J. Grothaus: Heutzutage werden viele Bauwerke als Ganzes vom Entwurf, über die Nutzungsphase bis zum Abriss und sogar die Wiederverwertung durchgeplant. Ein Begriff, der hier immer wieder auftaucht ist das »Building Information Modeling« (BIM). Ist das noch Zukunftsmusik oder sind wir schon mittendrin?

Hagen Schmidt-Bleker: Eingangs hatte ich ja schon erwähnt, dass die Traditionen aus dem Planungsgeschäft ab und an die Möglichkeiten der IT behindern. In vielen Büros werden z.B. derzeit Pläne erstellt, als PDF gesichert und anschließend per E-Mail verschickt. Die Empfänger der Pläne arbeiten dann ihre Änderungen ein und schicken sie zurück. Der Konstrukteur wiederum arbeitet das Geänderte erneut ein, generiert ein weiteres PDF und schickt es zur Prüfung wiederum per E-Mail zurück. Dieses Ping-Pong-Spiel kann sich endlos ziehen. Wir haben es hier mit dem Fortsetzen eben dieser Tradition zu tun, in Einzelplänen zu denken. Eine Veränderung im Bauen wird sich aber unaufhaltsam durchsetzen. Einige Büros sind da schon ganz vorne mit der vernetzen Bearbeitung eines Projekts, so betreue ich z.B. derzeit einen Kunden aus Süddeutschland, der den Innenausbau eines Projekts von einem Architekturbüro in Köln machen lässt, das über Internet Zugriff auf eine festgelegte Bauteilgruppe in dem entsprechenden 3D-Modell hat. Da haben wir also das »Building Information Modeling« (BIM), bei dem es primär darum geht, gewerkeübergreifend an einem einzigen virtuellen Gebäudemodell zu arbeiten. Das geschieht selbstverständlich in Echtzeit über das Internet und ist an keine Ländergrenzen mehr gebunden. Wichtig zum Verständnis ist, dass das »BIM« nicht etwa ein Produkt ist, sondern eine Methode. Die Planungsbeteiligten sind nicht mehr althergebracht an Einzelplänen orientiert, sondern am Objekt. Entweder am Gesamtobjekt oder an Teilobjekten, die in Datenbanken hinterlegt und gemanagt werden können. Das wiederum ist relevant für das Facility Management, in dem alle Materialien bzw. Teilobjekte mit entsprechenden Metadaten hinterlegt werden können.

In dem BIM-Planungsprozess können auftretende Problemstellungen erkannt und beseitigt werden, bevor der erste reale Stein auf den anderen gesetzt wurde. Das gilt natürlich auch für Fragen der Nachhaltigkeit bzw. Verwertbarkeit der eingesetzten Materialien. Nehmen wir nur das »Cradle to Cradle-Prinzip« (Ökoeffektivität/Von der Wiege zur Wiege), bei dem z.B. Bodenbeläge nach Ablauf der Nutzungsdauer eines Gebäudes ausgebaut und wiederverwertet werden. Das wiederum ist nur durch das Informationsmanagement eines Bauwerks überhaupt möglich. Prinzipiell gibt es wenig Grenzen und man muss sich an den Erfordernissen des Bauwerks orientieren.

Christian J. Grothaus: Wie weit ist die Integration von Zukunftstechnologien wie z.B. »C.A.V.E« oder auch Augmented Reality in die Planungs- und Realisierungsprozesse? Vielleicht können die die Begriffe auch kurz erläutern?

Hagen Schmidt-Bleker: Architektur wird heutzutage oft über Bilder transportiert. In Hochglanz-Renderings können die Planer ihre Entwürfe vorstellen. Das Problem dabei ist bloß, dass es sich oft um idealisierte Einzelperspektiven handelt, die letzten Endes wenig Aussagekraft haben. Mit dem Transfer architektonischer Entwürfe in die dritte Dimension gibt es nun die Möglichkeit, für alle Beteiligten anschaulicher und realitätsnäher zu agieren. U.a. an der RWTH-Aachen ist eine sog. C.A.V.E (Cave Automatic Virtual Environment) aufgebaut.

C.A.V.E an der RWTH Aachen. Bild: formitas

Das ist im Prinzip ein begehbarer virtueller Raum, in dem das zu planende Gesamtgebäude oder auch Teile daraus quasi erlebt werden können. Vielen Besuchern, die wahrscheinlich Star Trek-Fans sind, liegt das Wort ‚Holodeck‘ auf den Lippen. Wenn ohnehin in 3D geplant wird, bedeutet es keinen Mehraufwand mit dem Auftraggeber oder auch Planungsbeteiligten konstruktive Details zu besprechen oder auch Raumeindrücke zu diskutieren. Man muss sich vor Augen führen, dass die meisten Bauherren ein oder zwei Mal in ihrem Leben bauen. Da kann man nicht verlangen, dass sie hochspezialisierte Grundrisse entziffern können müssen.

Bei Augmented Reality (erweiterte Realität) wiederum handelt es sich auch um ein virtuelles Szenario, das jedoch über die reale Situation projiziert wird. Das ist besonders interessant auf Baustellen und für den mobilen Einsatz. Die Vision ist hier, dass die Handwerker von morgen keine Pläne mehr wälzen, sondern die zu bauende Struktur am jeweiligen Ort per Tablet oder Handy eingespielt bekommen.

Augmented Reality für die Baustelle. Bild: formitas

Christian J. Grothaus: »formitas« nimmt ja auch an Forschungsprojekten Teil. Welche Themen werden dort verhandelt, d.h., auf was werden sich die Planer einstellen müssen?

Hagen Schmidt-Bleker: Ein aktuelles Forschungsprojekt, das auch hohen Praxisbezug hat, heißt »Dienstleistungen im industriellen Bauprozess« (DIB) und wird mit mehreren Partnern aus Wirtschaft und Forschung durchgeführt. Nach einer anfänglichen Analyse wurde schnell klar, dass eine Vielzahl der Probleme der derzeitigen Baustellen etwas mit Kommunikation und Information zu tun haben. Eine der direkten Folgen daraus ist es, Dienstleistungen zu entwickeln, die genau dort mit Verbesserungen ansetzen.

Die Digitalisierung bietet dabei enorme Chancen. Sie wird sich nach und nach bis auf die Baustelle durchziehen. Hier untersuchen wir die Augmented Reality, also die Überlagerung der Realität durch das virtuelle Modell als einen möglichen Ansatz, nicht nur den Planungs-, sondern auch den Realisierungsprozess effizienter zu gestalten. Unser Ziel ist es, auf der Baustelle irgendwann auf Papier verzichten zu können. Das hört sich total theoretisch an, darum haben wir auch ein kleines Video zu dem Thema ins Netz gestellt.

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Christian J. Grothaus: Die Veränderung des Bauens hat neben pragmatischen auch künstlerische Aspekte, etwa bei der Formfindung. Geht es aus ihrer Praxiserfahrung eher um Effizienz und Arbeitsteilung oder Kreativität?

Hagen Schmidt-Bleker: Der Computer erlaubt es heutzutage, die Planung mit einem Höchstmaß an Kreativität und Effizienz durchzuführen, aber was nützt das, wenn die ausführenden Firmen nicht auf dieser Ebene mitspielen und nichts mit dem 3D-Modell anfangen können? Die Praxis ist eben noch nicht soweit, wie in den Vorzeigeprojekten, die durch die Medien geistern. Ich wiederhole mich hier noch einmal gern. Aus meiner Sicht geht es um die Informationen im Bauprozess und darum diese frei fließen zu lassen. Das hat natürlich etwas mit Effizienz zu tun.

Christian J. Grothaus: Haben Sie vielen Dank für das Interview!

Die Fragen stellte Christian J. Grothaus, Architekt und freier Autor, Berlin


»formitas GmbH«
Informations- und Kommunikationstechnologie für Planung und Bau in den Schwerpunkten:
Netzwerk- und IT-Management
CAD, AVA, Planungswerkzeuge
Prozessanalyse und Beratung
Forschung und Entwicklung

Hagen Schmidt-Bleker, Geschäftsführer der formitas GmbH

Hagen Schmidt-Bleker, Geschäftsführer der »formitas GmbH«
www.formitas.de, hsb@formitas.de, Telefon: +49 (241) 53 80 800

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