Anzeige AZ-A2-728x90
Start Praxis Wärmedämmung Energetische Sanierung von Hochhäusern

Energetische Sanierung von Hochhäusern

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2016/1607/fassadendaemmsystem-stotherm-vario-architektur-1.jpg
 

Energetische Sanierungen sind ebenso notwendig wie alltäglich. So gibt es heute ungezählte Beispiele, die zeigen, dass Sanierungen fast immer sowohl technisch als auch ökonomisch und architektonisch gelingen. In die Schlagzeilen schaffen es leider zumeist die wenigen Negativ-Beispiele. Um so wichtiger ist es, die Vorbild-Projekte vorzustellen – wie diese Hochhaussanierung in Geislingen: Die Fassaden erfuhren eine Aufwertung und die Heizkosten sanken um ein gutes Drittel.

Geislingen an der Steige liegt 460 Meter hoch am nordwestlichen Rand der Schwäbischen Alb in Baden-Württembergs Landkreis Göppingen. Mit rund 1.700 Wohnungen ist die GSW – Geislinger Siedlungs- und Wohnungsbau GmbH größter Vermieter in der 26.700-Einwohner-Stadt. Das Unternehmen wurde 1937 gegründet, um Wohnraum für die Bergarbeiter des Erzbergwerks »Grube Karl« zu errichten. Fast 80 Jahre später investiert das immer noch dem sozialen Mietwohnungsbau verpflichtete Unternehmen rund drei Millionen Euro jährlich in die Modernisierung und Instandhaltung seines Immobilienbestands. 2013 waren das etwas mehr als 27 Euro pro Quadratmeter. Modernisiert werden mussten auch die drei markanten Y-Hochhäuser der GSW. Das Ensemble besteht aus drei achtgeschossigen Hochhäusern, plus Penthouse und jeweils 32 Mietwohnungen. Die Anfang der Sechzigerjahre errichteten Gebäude stehen am südlichen Ortseingang von Geislingen, wo sie, unterhalb der Geislinger Steige an den Hang gestaffelt, eine ausgeprägte Landmarke bilden. Zugleich markieren sie den Eingang zu einer großen Wohnsiedlung der GSW, in der diese auch ihren Firmensitz hat. Die drei baugleichen Gebäude haben auffällige, y-förmige Grundrisse. Nach Süden präsentiert jedes Geschoss vier tiefe Balkonloggien mit Brüstungen aus HPL-Platten.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2016/1607/fassadendaemmsystem-stotherm-vario-architektur-2.jpg

Die drei Gebäude waren nicht nur optisch in die Jahre gekommen, auch ihre energetischen Werte konnten nicht mehr überzeugen. Die GSW beschloss darum, rund 3,3 Millionen Euro in die Hand zu nehmen und die drei siedlungsprägenden Bauten grundlegend zu erneuern. Ein auf starken Farbakzenten beruhendes Gestaltungskonzept der StoDesign-Farb- und Materialspezialisten verlieh dem ehemals graubraunen Bestand neue Strahlkraft, während ein umfangreiches energetisches Modernisierungskonzept aus Energieschleudern vorbildliche KfW-Effizienzhäuser machte. Hierfür wurden an den drei Häusern jeweils alle 241 Fenster durch moderne, isolierverglaste Kunststofffenster ersetzt. Zudem wurden die Rollladenkästen isoliert, die die Raumwärme bislang völlig ungehindert entweichen ließen. Auf die nur 24 Zentimeter dicken Außenwände kam eine 16 Zentimeter dicke Fassadendämmung »StoTherm Vario«. Nachdem auch Flachdächer und Kellerdecken mit Dämmungen versehen worden waren, war die Gebäudehülle energetisch vollständig optimiert und der neue, deutlich verringerte Wärmebedarf konnte berechnet werden. Diesen deckt künftig Fernwärme der »Rationellen Energie Süd« (RES). Konkret wurden die drei Hochhäuser an ein nahe gelegenes neues Erdgas-Blockheizkraftwerk angeschlossen. Betonsanierungsarbeiten in den Loggien und die Ausrüstung aller Wohnungen mit Rauchmeldern komplettierten die Maßnahmen. Bei vorangegangenen Bestandssanierungen hat die GSW die Erfahrung gemacht, dass die energetische Modernisierung die Heizkosten um bis zu 35 Prozent senkt, was den Mietern in Form einer reduzierten »zweiten Miete« direkt zugute kommt. Die von der GSW in diesem Zusammenhang geplante Erhöhung der »ersten Miete« beträgt maximal 50 Euro pro Monat.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2016/1607/fassadendaemmsystem-stotherm-vario-architektur-3.jpg

Im Zuge der energetischen Modernisierung erfuhren die Baukörper auch eine deutliche optische Aufwertung, die ihnen einerseits einen eigenständigen Charakter verleiht, sie aber andererseits zu einem geschlossenen Ensemble vereint. Um die skulpturale Form der Häuser zu betonen, wurden die Fassaden einheitlich weiß gefasst. Dank dieser Schlichtheit betonen Licht- und Schattenwirkungen die ungewöhnliche Gebäudekubatur zusätzlich. Im Gegensatz dazu beweisen auffällige Farbakzente an den Balkonbrüstungen, den Dachuntersichten und den Treppenhäusern Selbstbewusstsein und tragen zur Adressbildung bei. Insbesondere die Brüstungen üben durch ihre ausgeprägten Farbkontraste eine Signalwirkung in Bezug auf den Ortseingang aus. Die Brüstungen der drei Häuser wurden jeweils mit einem versetzt angeordneten Farbpaar ausgestattet, was den Türmen eine dynamische Wirkung verleiht. Die Farbpaare bestehen stets aus einer gedeckten und einer leuchtenden Nuance derselben Farbfamilie: Tiefrot und Magenta akzentuieren einen Baukörper, während Dunkelblau und Hellviolett dem zweiten einen eigenständigen Charakter verleihen und Petrol gemeinsam mit Limettengrün den dritten unverwechselbar machen. Die Akzenttöne dieser Farbpaare wurden auch an den Treppenhausachsen sowie zusätzlich an den Unterseiten der weit auskragenden Flachdächer der eingerückten Penthouse-Wohnungen aufgegriffen. Im Dezember 2013 war die Sanierung des Y-Hochhauses in der Wiesensteiger Straße abgeschlossen. 2014 folgten die beiden in der Südmährerstraße. Und das Ziel, Wohnungen durch Modernisierung attraktiver zu machen, scheint erreicht zu werden. Bereits 2013 sanken die Leerstände im Bestand der GSW unter sieben Prozent, und das inklusive der gewollten Leerstände vor Renovierungsarbeiten.

Bautafel
Bauherr: GSW – Geislinger Siedlungs- und Wohnungsbau GmbH, www.gsw-geislingen.de
Standort: Wiesensteiger Straße 100, Südmährerstraße 40 und 65, Geislingen an der Steige.
Dämmung: Fassadendämmsystem »StoTherm Vario«, www.sto.de
Farbberatung: StoDesign, Stühlingen
Fachhandwerker: Dieter Laib Stuckateur, Amstetten Stubersheim
Fotos: Martin Duckek, Ulm / Sto SE & Co. KGaA, Stühlingen

Wohngebäude »The White« von nps tchoban voss

Wohngebäude »The White« von nps tchoban voss

Das siebengeschossige Wohnhaus "The White" fügt sich in eine Reihe von Büro- und Gewerbebauten am ehemaligen Osthafen in Berlin ein. Bodenständig und dynamisch zugleich, ähnelt das weiße Gebäude einer Seeyacht am Anleger. Die großzügige Verglasung bietet weite Rundumblicke.

Kaffeebar von DIA – Dittel Architekten

Kaffeebar von DIA – Dittel Architekten

Für die Marke Primo Espresso entwarf und realisierte das Architekturbüro DIA – Dittel Architekten in Tübingen eine moderne Kaffeebar. Die durchgehende Glasfassade offenbart den Passanten eine warme Stimmung, die – in der Symbiose aus Licht und Material – Lust auf Kaffeegenuss machen soll.

Motel One München: Campus Restaurant von Ippolito Fleitz Group

Motel One München: Campus Restaurant von Ippolito Fleitz Group

Für das Münchner Hauptquartier der Hotelkette wurden das Konferenz- und Ausbildungszentrum, mehrere Büroetagen, die zentrale Lobby und ein öffentliches Restaurant gestaltet. Aufgabe war es, für alle Bereiche eine Designsprache zu finden, die zur Corporate Identity von Motel One passt und trotzdem ei...

Weitere Artikel:

Modernisierung des Pariser Louvre

Modernisierung des Pariser Louvre

Im Rahmen des Pyramid Project, wurde der Empfangsbereich des Louvre unterhalb der Pyramide in den Jahren 2014 bis 2016 umfangreich neu gestaltet. Die 1989 eröffnete Pyramide wurde ursprünglich für 4,5 Millionen Besucher pro Jahr entworfen und ein Vierteljahrhundert später nähert sich die Besucherzah...

Lösung für Kostenplanung, BIM und Abrechnung

Lösung für Kostenplanung, BIM und Abrechnung

Die mit dem BIM-Prozess verbundene Digitalisierung von Planen und Bauen kann zu einer erheblichen Steigerung der Wirtschaftlichkeit führen. Besonders im Bereich Kostenplanung und AVA ergeben sich Zeiteinsparungen, verbunden mit verringertem Fehlerrisiko und verbesserter Transparenz.

Quantensprung in der Dämmtechnik mit Glas

Quantensprung in der Dämmtechnik mit Glas

Die neue Isolierglas-Produktlinie »sedak isomax« hat einen U-Wert bis 0,23 W/m²K. Die Zweifach- oder Dreifach-Gläser gibt es in den für den Hersteller typischen Überformaten bis 3,2 x 16 Meter. Sie sind kombinierbar mit allen herkömmlichen Fassadensystemen. So lassen sich leicht Glasfassaden mit min...

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 GDC

AZ Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Der Newsletter der AZ/Architekturzeitung ist kostenlos und kann jederzeit unkompliziert abbestellt werden.

Fachwissen | Architekten + Planer

Modernisierung des Pariser Louvre

Modernisierung des Pariser Louvre

Im Rahmen des Pyramid Project, wurde der Empfangsbereich des Louvre unterhalb der Pyramide in den Jahren 2014 bis 2016 umfangreich neu gestaltet. Die 1989 eröffnete Pyram...

Lösung für Kostenplanung, BIM und Abrechnung

Lösung für Kostenplanung, BIM und Abrechnung

Die mit dem BIM-Prozess verbundene Digitalisierung von Planen und Bauen kann zu einer erheblichen Steigerung der Wirtschaftlichkeit führen. Besonders im Bereich Kostenpla...

Quantensprung in der Dämmtechnik mit Glas

Quantensprung in der Dämmtechnik mit Glas

Die neue Isolierglas-Produktlinie »sedak isomax« hat einen U-Wert bis 0,23 W/m²K. Die Zweifach- oder Dreifach-Gläser gibt es in den für den Hersteller typischen Überforma...

Modulares Oberlicht-System in einer schwedischen Berufsschule

Modulares Oberlicht-System in einer schwedischen Berufsschule

Nicht nur manche Schüler, auch das Schulgebäude des schwedischen Sågbäcksgymnasiet musste lange Zeit mit einem »Ungenügend« beurteilt werden: Dunkle Gänge, graue Wände un...

Alles im Blick mit extragroßen Profi-Monitoren für Architekten

Alles im Blick mit extragroßen Profi-Monitoren für Architekten

BenQ, der LED-Display-Experte, ergänzt seine Produktreihe für Architekten, Planer, Ingenieure und Designer um zwei neue, großformatige Modelle. Die Profi-Displays BenQ PD...

Flachdach-Notentwässerung: Gewappnet gegen Starkregen

Flachdach-Notentwässerung: Gewappnet gegen Starkregen

Regelmäßig auftretende Extremwetterereignisse mit Starkregen zeigen: Notentwässerung ist keine Ermessensfrage mehr, sondern ein Muss. Wir stellen drei Systeme zur Notentw...

Flexibler Wohnraum mit massiven Wänden

Flexibler Wohnraum mit massiven Wänden

Mit zunehmender Individualisierung von Lebensstilen und Haushaltsstrukturen, der demografischen Entwicklung wie auch der Urbanisation wachsen die Anforderungen an Wohnmod...

Die neue Datenschutz-Grundverordnung

Die neue Datenschutz-Grundverordnung

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die im Mai 2018 in Kraft tritt, wird weitreichende Auswirkungen auf Unternehmen und Bürger in Europa und weltweit haben. Doch ...

ORCA AVA – einfach loslegen

ORCA AVA – einfach loslegen

ORCA AVA ist ein Komplettprogramm zur Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung für das Kostenmanagement von Bauleistungen mit einer komfortablen Benutzerführung umgesetzt in...

Mehr Tür wagen

Mehr Tür wagen

Eine neue Innentür mit vollflächig geprägter Oberfläche bringt Bewegung in die Produktlinie der haptischen Innentüren. »Carisma« fängt da an, wo andere Innentüren aufhöre...

Weitere Artikel:


Anzeige AZ-D1-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.