Anzeige AZ-A2-728x90 R7
Start Termine Ausstellungen Sepulkralkultur: Der letzte Garten – Bauwerke des Abschieds

Sepulkralkultur: Der letzte Garten – Bauwerke des Abschieds

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1506/architektur-bader-altach-3.jpg
 

Der Umgang mit dem Tod unterliegt im 21. Jahrhundert einem allgemeinen gesellschaftlichen – und kulturellen – Wandlungsprozess. Immer wieder sind Architekten und Künstler gefragt, diese Orte des Abschieds neu zu gestalten, damit sich Trauer und Trost annähern können.

Die Ausstellung »Der letzte Garten« gibt Einblicke in die Umgestaltung christlicher Friedhofsanlagen und deren Erweiterung durch Krematorien und Urnenwände, die die Bedürfnisse der gegenwärtigen Bestattungskultur widerspiegeln. Als Antwort auf die kulturelle Vielfalt in Europa und die Begegnung mit anderen Religionen in der Diaspora werden zudem die muslimische und die jüdische Friedhofskultur exemplarisch vorgestellt. Die für die Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst zusammengestellten Projekte zeichnen sich durch eine hohe Sensibilität gegenüber der Tradition, dem Bestand und der gegenwärtigen rauerkultur aus.

Das Projekt einer Totenstube in Vrin des Architekten Gion A. Caminada entstand 2002 aus dem Bedürfnis der Dorfbevölkerung, die Toten nicht mehr wie bisher in der eigenen Wohnung aufzubahren. Mit der Totenstube wurde eine überzeugende Lösung für die Bauaufgabe »Aufbahrungshalle« gefunden, denn der Bau ist das Ergebnis der Auseinandersetzung mit dem Ritual des Trauerns.

Günther Vogt schaffte es mit dem Pflanzen einer Linde auf dem Friedhof Steckborn am südlichen Bodensee, an das Dorfleben anzuknüpfen, denn eine Linde dominiert auch die Mitte des Dorfplatzes und ist somit ein Sinnbild des profanen Lebens. Sie fasst die Gräberfelder neu und umrankt als Spalier die neu geschaffene Urnenwand.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1506/architektur-bader-altach-1.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1506/architektur-bader-altach-2.jpg

Bernardo Bader und Rene Bechter erreichten 2005 durch die Umstrukturierung des kirchlichen Friedhofs in Krumbach, Vorarlberg, nicht nur einen schlüssig integrierten Bereich für neue Urnengräber, sondern öffneten den Friedhof auch zur Landschaft. Eine klare Formensprache und eine durchdachte Materialisierung verbinden den früher geteilten Friedhof zu einer neu erlebbaren Einheit.

Der durch die Architekten Gunnar Asplund und Sigurd Lewerentz zwischen 1917 und 1940 errichtete »Skogskyrkogården« umschließt das neue, 2013 von Johan Celsing erbaute Krematorium. Mit der Projektidee »A Stone in the Forest« ist Celsing eine großartige Erweiterung des Friedhofs gelungen.

Das neue Krematorium im Waldfriedhof in Duisburg wurde 2002 von Jutta Heinze konzipiert. Es macht einen bewussten Umgang mit dem Tod räumlich erlebbar. Die alte Trauerhalle bildet gemeinsam mit dem Ehrenhof den baulichen Mittelpunkt des Gebäudes.

Angesichts des mehrfach ausgezeichneten islamischen Friedhofs von Bernardo Bader in Altach, Vorarlberg, war die Auswahl nicht schwierig, denn dieses Projekt zeichnet sich nicht nur durch eine gute Architektur aus, sondern ist auch der Beweis für eine produktive und sensible Zusammenarbeit, die einen wichtigen Ort für Muslime in Österreich ermöglichte.

In den letzten beiden Jahrzehnten wurden im deutschsprachigen Raum keine neuen Friedhöfe oder Trauerhallen mehr gebaut, die über ihre Funktion hinaus eine große Beachtung erfahren haben. Die Ausstellung zeigt daher bedeutende jüdische Begräbnisstätten in Deutschland. Unabhängig von ihrer konfessionellen Ausrichtung ist allen Bestattungsstätten gemeinsam, dass Friedhöfe als die ersten Gärten angesehen werden können und zugleich die letzten Gärten sind, die den Menschen dienlich sind. Durch die Schönheit der Architektur hoffen wir auf eine neugierige Annäherung an dieses Thema.

»Der letzte Garten – Bauwerke des Abschieds«
mit Beiträgen von Bernardo Bader, Rene Bechter, Gion A. Caminada, Johan Celsing, Jutta Heinze, Günther Vogt

Ausstellung: 3. Juli bis 29. August 2015
Eröffnung: 2. Juli 2015 von 18 bis 21 Uhr
Sommerpause: 3. bis 14. August 2015
Ausstellungsort:
DG | Deutsche Gesellschaft für christliche Kunst e.V.
Galerieräume mit Blick auf die Pinakothek der Moderne im Museumsviertel
Türkenstraße 16, Hochparterre, linker Flügel
80333 München

www.dg-galerie.de 

Foto oben: Böhringer Friedrich

Eduard’s – Lifestyle-Bar von DIA – Dittel Architekten

Eduard’s – Lifestyle-Bar von DIA – Dittel Architekten

DIA – Dittel Architekten entwickelt das Gastronomie-Design sowie Name und Corporate Design der Bar Eduard’s und verantwortet die Ausführung im Dorotheen Quartier in Stuttgart. Benannt nach dem Breuninger-Gründer setzt die neue Lifestyle-Bar ein klares Statement im neuen Viertel.

Enso Sushi & Grill von DIA – Dittel Architekten

Enso Sushi & Grill von DIA – Dittel Architekten

DIA – Dittel Architekten gestaltet und realisiert die Gastronomie Enso Sushi & Grill in exponierter Lage im Dorotheen Quartier in Stuttgart. Das moderne Design ist anspruchsvoll und kreativ wie die asiatisch-europäische Fusion-Küche. Die Neuinterpretation traditioneller Architekturelemente Asien...

Wohnflächen statt Büroflächen

Wohnflächen statt Büroflächen

Um an Standorten, die scheinbar nur für Büroflächen geeignet sind, attraktiven Wohnraum zu schaffen, bedarf es besonderer Konzepte. Ein solches hat das Stuttgarter Architekturbüro Frank Ludwig für die Stuttgarter Olgastraße 87 entworfen: An der belebten innerstädtischen Straße im Zentrum der Schwabe...

Weitere Artikel:

Haus Mayer-Kuckuk von Architekt Wolfgang Döring

Haus Mayer-Kuckuk von Architekt Wolfgang Döring

Es ist ein eigenwilliges Gebäude, das 1967 nach dem Entwurf des Architekten Wolfgang Döring in nur sechs Tagen auf einem Erbpachtgrundstück der Elly-Hölterhoff-Böcking-Stiftung der Uni Bonn errichtet wurde. Bemerkenswert sind nicht nur das ungewöhnliche Äußere und die beispiellos kurze Bauzeit, in d...

Oberflächentrends bei Innentüren

Oberflächentrends bei Innentüren

Die heutigen Sortimentsdimensionen des Bauens und Planens verlangen nach strukturierten Lösungen für Oberflächen wie beispielsweise bei Innentüren. Aufgrund des Überangebots an industriellen Produkten besteht seitens vieler Architekten und Fachplaner ein zunehmend größerer Orientierungs- und Navigat...

Frischer Wind fürs Flachdach

Frischer Wind fürs Flachdach

Ist die Dampfsperre auch wirklich trocken? Der neue »SitaVent Revision« erlaubt jederzeit einen prüfenden Blick auf den Status unterhalb der Wärmedämmung. Immer wieder vom Markt gefordert, entwickelte Sita das neue Revisionsbauteil auf Basis des »SitaVent Kaltdachlüfters« mit PE-Rohr, Grundplatte un...

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 GDC

AZ Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Der Newsletter der AZ/Architekturzeitung ist kostenlos und kann jederzeit unkompliziert abbestellt werden.

Fachwissen | Architekten + Planer

Haus Mayer-Kuckuk von Architekt Wolfgang Döring

Haus Mayer-Kuckuk von Architekt Wolfgang Döring

Es ist ein eigenwilliges Gebäude, das 1967 nach dem Entwurf des Architekten Wolfgang Döring in nur sechs Tagen auf einem Erbpachtgrundstück der Elly-Hölterhoff-Böcking-St...

Oberflächentrends bei Innentüren

Oberflächentrends bei Innentüren

Die heutigen Sortimentsdimensionen des Bauens und Planens verlangen nach strukturierten Lösungen für Oberflächen wie beispielsweise bei Innentüren. Aufgrund des Überangeb...

Keukenhof in Lisse bei Amsterdam von Mecanoo

Keukenhof in Lisse bei Amsterdam von Mecanoo

Der Keukenhof in Lisse bei Amsterdam ist das internationale Schaufenster der niederländischen Blumenzucht. In den acht Wochen von Anfang März bis Mitte Mai wird dort geze...

Kalksandstein mit neuen technischen Möglichkeiten

Kalksandstein mit neuen technischen Möglichkeiten

Der Baustoffhersteller Heidelberger Kalksandstein hat technische Grenzen zugunsten des Designs erweitert. Das Produktionsverfahren der Kalksandsteine unterstützt nun den ...

Frischer Wind fürs Flachdach

Frischer Wind fürs Flachdach

Ist die Dampfsperre auch wirklich trocken? Der neue »SitaVent Revision« erlaubt jederzeit einen prüfenden Blick auf den Status unterhalb der Wärmedämmung. Immer wieder vo...

Keramik für dünnwandige Waschtische

Keramik für dünnwandige Waschtische

TOTO verfügt über ein breit gefächertes Angebot an Sanitärkeramik und insbesondere an Waschtischen, die universell einsetzbar sind. Als herausragende Eigenschaften gelten...

Farbige Fassadenbahn

Farbige Fassadenbahn

In der völlig neu entwickelten, diffusionsoffenen, dauerhaft UV-stabile Fassadenbahn »Ampatop F Color« haben die Beschichtungsspezialisten eine Vielzahl an bauphysikalisc...

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Das Hamburger Hotel Wedina hat ein umfassendes Facelift erhalten, bei dem Farbe eine zentrale Rolle spielt. Die Fassade macht in leuchtendem Rot auf sich aufmerksam und j...

Wohlfühlen mit Wärmepumpe

Wohlfühlen mit Wärmepumpe

Das zweigeschossige Haus von Melanie und Maik Westphal fügt sich ausgesprochen harmonisch in das 823 Quadratmeter große Hanggrundstück ein. Vorab hatten sie das mit zahlr...

PolygonGarden von HKA Hastrich Keuthage Architekten

PolygonGarden von HKA Hastrich Keuthage Architekten

HKA Hastrich Keuthage Architekten entwickelten für das Projekt »PolygonGarden« eine lange Glasfassade, deren Faltung eine interessant belebte Straßensilhouette erzeugt. D...

Weitere Artikel:


Anzeige AZ-D1-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.