AZ/Architekturzeitung - Architektur & Architekten - Deutschland, Österreich, Schweiz

AZ/Architekturzeitung - Deutschland Österreich Schweiz |Freitag, 10.02.2012 |
| Text
  • Schrift vergrößern
  • Default font size
  • Schrift verkleinern
Start Termine Ausstellungen Ausstellung: Köln und seine jüdischen Architekten
Anzeige

Ausstellung: Köln und seine jüdischen Architekten

 
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2010/1005/06_Faber_Riehl.jpg


Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln vom 28. Mai bis 5. September 2010

Ausstellungseröffnung: Donnerstag, den 27. Mai 2010, 19 Uhr

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2010/1005/2_Falck_Georg_Haus Salomon_.jpg
 
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2010/1005/3_Falck_Georg_Portrait_.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2010/1005/4_Falck_Georg_Tietz_Solingen_.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2010/1005/5_Goldschmidt_Helmut_Portrait_.jpg

Köln war bis zum Beginn des Nationalsozialismus eine der Städte Deutschlands, die ein besonders reiches jüdisches Leben, vor allem im kulturellen und wirtschaftlichen Bereich, aufwiesen. Das Zentrum der Innenstadt, aber auch viele der Vororte waren von den Bauten geprägt, die jüdische Bauherren in Auftrag gegeben hatten und die auch von jüdischen Architekten entworfen wurden.

Dieser Aspekt der Kölner Geschichte ist fast völlig in Vergessenheit geraten, Namen und Biografien der Kölner jüdischen Architekten – insgesamt lassen sich 50 Architekten, Statiker und Bauingenieure nachweisen – sind aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden und selbst historisch Interessierten unbekannt.

Erstmals widmet sich eine Ausstellung diesem Thema und präsentiert – eingebettet in die geschichtlichen Zusammenhänge – Viten und Werke der Kölner jüdischen Architekten, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Köln gelebt und hier wie auch auswärts gewirkt haben.

Die Struktur der Ausstellung orientiert sich an Lebensläufen. Sie stellt zunächst die Biografien derjenigen Architekten vor, die vor 1933 starben und widmet sich dann den Personen, deren Leben und Schaffen durch den Nationalsozialismus gebrochen wurde. Vielen Architekten gelang die Emigration aus Deutschland, andere wurden Opfer des Holocaust.

Die Tätigkeit der Kölner jüdischen Architekten schloss Arbeiten für die jüdische Gemeinde und jüdische Institutionen ein: Synagogen, Friedhofsgebäude und Mahnmale, Bauten für soziale Einrichtungen und Vereine. Vor allem aber umfasst sie Bauwerke im Bereich der profanen Architektur, von denen viele maßgeblich zum modernen Stadtbild Kölns beitrugen. Jüdische Architekten entwarfen und errichteten Büro- und Geschäftsgebäude, Warenhäuser und Siedlungen, Villen und Mehrfamilienhäuser, waren am Bau von Brücken, Verkehrs- und Fabrikanlagen beteiligt. Doch auch im Umfeld Kölns und weit darüber hinaus übernahmen sie Aufträge und realisierten Projekte.

Die Ausstellung befasst sich in besonderer Weise mit Leben und Werk von Georg Falck, Robert Stern, Manfred Faber und Helmut Goldschmidt als Architekten mit herausragender lokaler und nationaler Bedeutung. Die Ausstellung macht deutlich, in welch verheerender Weise sich die antisemitische Politik der NS-Regimes auf die Kultur Kölns auswirkte, wie viel an innovativer und schöpferischer Kraft der Stadt durch Ausgrenzung und Vertreibung ihrer jüdischen Architekten verloren ging. Durch die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs schließlich wurde ein großer Teil ihrer Werke vernichtet. Dennoch, auch heute kann man in Köln  wie auch in zahlreichen Orten der Region noch Gebäude entdecken, die auf der Arbeit von Kölns vergessenen Architekten beruhen.

Die Ausstellung des NS-Dokumentationszentrums basiert auf der Publikation des Architekturhistorikers und Publizisten Dr. Wolfram Hagspiel und wird von dem Historiker Dr. Jürgen Müller vom NS-Dokumentationszentrum kuratiert.

Buchvorstellung: Donnerstag, den 27. Mai 2010, 14 Uhr

Hagspiel, Wolfram: Köln und seine jüdischen Architekten. 400 Seiten mit 380 Abbildungen,  J.P. Bachem Verlag 2010. 69,95 € ISBN 978-3-7616-2294-0

In mühevoller Detektivarbeit wurden die Viten und Werkverzeichnisse von rund 50 jüdischen Architekten zusammengetragen, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Köln gelebt und hier wie auch auswärts gewirkt haben. Hauptteil des Buches, das in seiner Thematik einmalig in Deutschland ist, sind die zahlreichen wissenschaftlich kommentierten Fotos und Bauzeichnungen, die ein überwiegend heute nicht mehr bekanntes und vielfach untergegangenes Köln zeigen.

Die Publikation versteht sich auch als Gedenkbuch für die Architekten, denen die publizistische Wertschätzung durch den Nationalsozialismus verwehrt wurde.

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2010/1005/6_Goldschmidt_Helmut_Synagoge_.jpg

Die Ennigerbrücke in Malters von Pirmin Jung Ingenieure

Die Ennigerbrücke in Malters von Pirmin Jung Ingenieure

Holzbrücken sind die ältesten Brücken der Welt und erleben wegen ihrer Standfestigkeit und Dauerhaftigkeit eine Renaissance. Hundert Jahre führte die alte Enniger Holzbrücke über den Fluß und wurde 2005 bei einem Unwetter vom Hochwasser der Kleinen Emme mitgerissen und vollkommen zerstört. Die 2010 ...

Umbau eines Versandlagers zu Büro- und Laborflächen

Umbau eines Versandlagers zu Büro- und Laborflächen

Ein Hersteller für medizinische Hilfsmittel benötigte nicht nur mehr Platz für Prüflabore, sondern vor allem flexible Flächen für kommunikatives und kreatives Arbeiten der Mitarbeiter. stereoraum Architekten bauten hierfür ein ehemaliges Versandlager im rheinland-pfälzischen Nieder-Olm in Büros und ...

Leuchtende Gitterrostfassade - Hochwasserpumpwerk in Köln

Leuchtende Gitterrostfassade - Hochwasserpumpwerk in Köln

Wie integriert man ein hochtechnisches Gebäude mit großen Baumassen und einer Fülle von funktionalen Anforderungen in den sensiblen Landschaftsraum des Kölner Rheinufers? Vor dieser entwurflichen Herausforderung standen die Kölner Kaspar Kraemer Architekten als sie von den Kölner Stadtentwässerungsb...

Weitere Artikel:

Akustikschutz für mehr Arbeitsqualität

Akustikschutz für mehr Arbeitsqualität

Das neue Stellwandsystem »Lindner Logic 690« ergänzt das Arbeiten im Großraumbüro um die akustischen Vorzüge eines Einzelbüros. Entwickelt wurde es vom Arnstorfer Unternehmen Lindner in Zusammenarbeit mit Design Ballendat, dem Designbüro von Martin Ballendat.

Mit den perforierten Holz- und Metallabs...

Holz oder kein Holz?

Holz oder kein Holz? Sieht aus wie Holz und ist auch welches: Die Terrassendielen »Silberpatina Douglasie«, die u.a. in einer Zinn-Patina erhältlich sind. Sieht fast aus wie Holz, ist aber keines: Das Material »Resysta« gilt als umweltfreundliche und witterungsbeständige Alternative zum Tropenholz.

Neue Ziegel fürs Dach

Neue Ziegel fürs Dach

Auf der Dach+Holz in Stuttgart stellte Erlus den »Karat XXL« in der neuen, sehr ungewöhnlichen Edelengobe Saphirschwarz vor. Der mit dem reddot Design Award ausgezeichnete Ergoldsbacher »Karat XXL« hat nicht nur ein ungewöhnliches Design, sondern ist mit einem Bedarf ab 9,0 Ziegel je Quadratmeter au...

Weitere Artikel:

Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Der Newsletter der AZ/Architekturzeitung ist kostenlos und kann jederzeit unkompliziert abbestellt werden.

AZ Hersteller Unternehmen

  • FARO EUROPE
    FARO EUROPE FARO entwickelt und vertreibt weltweit computergestützte Koordinatenmess-Systeme und Mess-Software. Die tragbaren Messgeräte von FARO ermöglichen hochgenaue 3D-Messungen und 3D-Vergleiche bei…

AZ Architekten Ingenieure Planer

  • Just/Burgeff Architekten
    Just/Burgeff Architekten Just / Burgeff Architekten aus Frankfurt geht es um das Entfalten von architektonischen und städtebaulichen Potentialen. Um eine maßgeschneiderte, nachhaltige…

 

Holz oder kein Holz?

Sieht aus wie Holz und ist auch welches: Die Terrassendielen »Silberpatina Douglasie«, d...

 

Anziehende Leuchte

Eine magnetische Kugel im Inneren ist das Geheimnis der von Giulio Iacchetti gestalteten L...

 

Vertikaler Garten für »green buildings«

Der vertikale Garten des Floristen und Künstlers Patrick Blanc ist zum Markenzeichen des ...

 

Tapeten von Zaha Hadid

Pritzker-Preis-Trägerin Zaha Hadid zählt zu den wichtigsten Architektinnen der Gegenwart...

 

Kunst oder Wärme oder beides?

Er sieht überhaupt nicht wie ein Heizkörper aus und doch dient der »Runtal Splash« vor...
Facebook Architektur Twitter Architektur