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Haus am See von LHVH Architekten

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In exponierter und bewaldeter Hanglage öffnet sich das Haus am See mit einer Übereck-Ganzglasfassade und einem terrassierten, mit dem Gebäudeinneren verschmelzenden Außenbereich zu dem über eine direkte Zuwegung erreichbaren Ufer des angrenzenden Stausees. Einzig zwei rechtwinkelig zueinander stehende, drei Meter hohe Mauern, welche die Kubatur des Neubaus vorgeben und diesen parallel zum Hang und an der Ostseite begrenzen, erinnern an das ehemalige Bestandsgebäude. Die zum See gewandte Vorderseite des Hauses, die über die gesamte Fassadenlänge läuft, ist von einem offenen Grundriss geprägt. Dort gehen die Bereiche Wohnen, Essen und Kochen fließend ineinander über und bieten aus jeder Position einen faszinierenden Panoramablick. Mit dieser Grundrissgestaltung haben die Architekten das Potenzial des Grundstücks bestmöglich ausgespielt. Im rückwärtigen Teil des Gebäudes verbirgt sich, parallel zum Hang, eine Funktionsspange, die einem Schlafzimmer, einer Ankleide und einem Bad diskret Raum bietet.

Sämtliche Türen wurden raumsparend als Schiebetüren ausgeführt, um die Nettogeschossfläche von 85 Quadratmetern nicht zu beeinträchtigen. Während die nach dem Entwurf der Architekten angefertigten Vollholz-Schiebetüren im Innenraum bei geöffneter Stellung in Mauertaschen verschwinden, integrieren sich die Ganzglas-Schiebetüren elegant in die raumhohe Glasfassade.

Das zeitlose, unprätentiöse Intérieur, ebenfalls nach Entwürfen von LHVH Architekten manufakturiert, und die puristische Materialsprache verbeugen sich ebenso vor dem Genius loci wie die bewusst reduzierte Gebäudehülle. Den fugenlosen Bodenbelag bildet ein geglätteter, gewachster Sichtestrich und die glatt verputzten Wände und Decken sind weiß gestrichen. Für die Fassadenvorhänge und Sitzmöbel wählten die Architekten grob strukturierte Stoffe.

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Leuchten-Sonderkonstruktion für innen und außen

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Auch die Beleuchtung sollte sich mehr zurücknehmend denn dekorativ zeigen. Der hohe Tageslichteintrag durch die Ganzglasfassade im Wohnbereich inspirierte die Architekten, auch die in der hinteren, am Hang liegenden Funktionsspange befindlichen Räume mit natürlichem Licht zu erhellen. Halbkugelförmige Lichtkuppeln boten Antwort auf diese Aufgabenstellung. Für deren Montage wurde das Dach an mehreren Stellen kreisförmig durchstanzt. Um das dadurch entstandene Deckenbild nicht zu beeinträchtigen, sollten für die noch ungelöste Frage nach einer Kunstlichtbeleuchtung in den dunklen Abend- und Nachtstunden keine an der Decke befestigten Leuchten Verwendung finden. Diese Ausgangsposition ließ die Idee entstehen, die Lichtkuppeln gleichzeitig für die Kunstlichtbeleuchtung zu nutzen.

Ein erster Entwurf der Architekten sah eine Leuchten-Sonderkonstruktion zur Aufnahme von je einer nach oben und unten strahlenden Lichtquelle vor, die in die durchstanzten Aussparungen des Daches unterhalb der Lichtkuppeln gesetzt und raumseitig mit einer transluzenten Abdeckung geschlossen werden sollte. In Zusammenarbeit mit der Sankt Augustiner Manufaktur RSL wurde die Idee vertieft. Letztlich wurden pro Lichtkuppel fünf nach oben und vier nach unten strahlende Leuchten verwendet, deren Ausrichtung jeweils die Lichtrichtung definiert. Da somit jeder Bereich der Lichtkuppel und der unteren Abdeckung aus Acrylglas mit der gleichen Lichtmenge versehen wird, ergibt sich eine angenehme Homogenität. Ein Stahlrahmen mit Gitterstruktur, der bündig in der Laibung des runden Ausschnittes der Unterkonstruktion – einer speziell angefertigten, rechteckigen Trockenbauschale aus Mehrschichtholz – liegt, bietet den in einer Reihe angeordneten Leuchten Halt.

Mit der Leuchten-Sonderkonstruktion wurde eine Ideallösung für das puristische Umfeld des Haus am See realisiert. Ohne weitere Deckenausschnitte werden die Innenräume bei Tag und bei Dunkelheit gleichermaßen schön beleuchtet. In ihrer Hybridfunktion ermöglichen die Lichtkuppeln während der hellen Zeit des Tages den Eintrag natürlichen Lichts, während sie bei Dunkelheit ein angenehmes, warmes Kunstlicht in den Außenraum senden und Passanten den Weg vom Hang hinunter zum Haus weisen.

www.lhvh.de

 

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