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AZ/Architekturzeitung - Deutschland Österreich Schweiz |Freitag, 18.05.2012 |
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Bodensteiner Fest Architekten: Luisengymnasium in München

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Die bayernweite Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre (G8)  bringt mit dem längeren Schulalltag die Erfordernis einer täglichen Essensversorgung mit sich. Das Städtische Luisengymnasium im Münchner Stadtteil Maxvorstadt hat als Ganztagsschule darüber hinaus noch spezifische Anforderungen zu erfüllen. Neben einer neuen Mensa wurde hier zusätzlich eine Cafeteria realisiert, um angemessene Aufenthaltsqualitäten im Ganztagsgymnasium anbieten zu können. Die im Sommer 2007 vom Münchner Stadtrat beschlossene G8-Maßnahme wurde nach dem Umbau der bestehenden Bausubstanz zum 07. Januar 2009 in Betrieb genommen. Die Einweihung fand am 21. April statt.  

Um die Essensversorgung im Ganztags- und G8- Betrieb sicherzustellen, war eine Neukonzeption und Erweiterung der Mensa auf eine Kapazität von 125 Sitzplätzen erforderlich geworden. Durch Einbeziehung von Räumen des benachbarten Berufsbildungszentrums konnte ein attraktiver Mensabereich entlang zweier Lichthöfe im Untergeschoss der beiden denkmalgeschützten Gebäudeteile realisiert werden. Bei der Planung haben die Architekten besonderen Wert auf die Führung des Tageslichts und die Übersichtlichkeit gelegt. In minimalistischer Formensprache unterstützen die baulichen Eingriffe die denkmalgeschützte Bausubstanz von Theodor Fischer und treten mit ihr in einen selbstbewusst formulierten Dialog. 
 
Während der Bauarbeiten fiel die Entscheidung, das neue Konzept des »pädagogischen Kochens« ins Schulkonzept des Städtischen Luisengymnasiums zu integrieren. Jede Klasse betreibt jedes Schuljahr zwei Wochen lang unter Anleitung eines Profikochs die Mensa.  

Im Erdgeschoss des Neubaus aus den 1980er Jahren wurden zwei Ladeneinheiten entlang der Elisenstraße ins Schulgebäude integriert und zur Cafeteria umgebaut. Der Raum dient der Entspannung und Kommunikation und ist entsprechend aktueller Anforderungen an eine Ganztagsschule im Sinne eines »Lebensraums Schule« konzipiert. Mit vom Putz befreiten Sichtbetonwänden, einem dimmbaren Lichtteppich aus Leuchtstoffröhren, einem Nuss- Industrieparkettboden und einer Sitzlounge haben die Münchner Architekten bodensteiner fest der Cafeteria den größtmöglichen Kontrast zur Lern- und Schulatmosphäre des restlichen Schulhauses verliehen. Hier wurde Raum für die sozialen Begegnungen geschaffen, die in der traditionellen Halbtagsschule im privaten Bereich ihren Platz hatten. Vom Barhocker entlang der Fassade über Massivholztische und - Bänke bis zur 12 Meter langen, gepolsterten Lounge werden hier unterschiedlichste Aufenthaltsqualitäten angeboten.  
In der vorgelagerten bestehenden Pausenhalle wurde der Fluchtweg aus dem Untergeschoss brandschutztechnisch abgetrennt. Die damit verbundene Konstruktion aus Profilgläsern und einem Windfang schirmt die neue Cafeteria vor Zugluft ab.

Ebenso wie die Planung der Maßnahme insgesamt, erfolgte die Auswahl der verwendeten Materialien nach strenger Abwägung von Nachhaltigkeitskriterien und Kosten. Dabei wurden Ökobilanz und baubiologische Aspekte ebenso berücksichtigt wie die Robustheit im Schulalltag. Von der anspruchsvollen Gestaltung versprechen sich die Planer die Schulung des Bewusstseins der Schüler für Gestaltqualität und einen sorgsamen Umgang mit dem Gebäude.

Der Umbau erstreckt sich über drei verschiedene Gebäudeteile und wurde im laufenden Betrieb in achteinhalb Monaten unter Einhaltung des Termin- und Kostenrahmens umgesetzt.

Bauherr: Landeshauptstadt München, vertreten durch das Schulreferat
Auftraggeber: Baureferat H4
Architekten: bodensteiner fest architekten stadtplaner , www.bodensteiner-fest.de
Bauzeit: Mitte März bis Ende Nov. 2009
Projektkosten: knapp 2 Mio €
Fotos: bodensteiner fest architekten stadtplaner
Wikipedia: Städtisches Luisengymnasium

Projektbeteiligte
Tragwerksplanung: Ingenieurbüro Wendisch, München
Fachplanung HLS: Ingenieurbüro Cizerle, Fürstenfeldbruck
Fachplanung Elektrotechnik: Baureferat, Fachabteilung Elektro H6
Fachplanung Brandschutz AB Thanner, München
SiGeKo: Dipl.-Ing. Joachim Gericke, München
Fachplanung Küche: Planungsbüro Balke, München

Hersteller und Materialien
Bodenbelag Cafeteria: Industrieparkett Nuss 
Bodenbelag Mensa: Linoleum, Forbo Flooring GmbH, www.forbo-flooring.de
Bodenbelag/Wand Küche: Fliesen, Mosa, www.royalmosa.com
Wand Cafeteria Beton: Bestand, sandgestrahlt und lasiert
Wandfarbe: Akzo Nobel GmbH, www.akzonobel.com
Deckenfarbe: Keimfarben GmbH & Co.KG, www.keimfarben.de
Fassade Cafeteria Lamellen: Lacker AG, www.lacker.de
Treppeneinhausung Profilglas: Glashütte Lamberts Waldsassen GmbH, www.lambertsglas.de
F90 Wand und Akustikdecke Speiseräume: Knauf Gips KG, www.knauf.de
Akustikdecke Cafeteria: Knauf Insulation GmbH, www.heraklith.com
Türen: Schörghuber Spezialtüren KG, www.schoerghuber.de
Beleuchtung Cafeteria: Herbert Waldmann GmbH & Co.KG, www.waldmann.com
Beleuchtung Lichtbänder: Fluora Leuchten AG, www.fluora.ch
Beleuchtung Downlights: Wila Lichttechnik GmbH, www.wila.com
Beschläge: FSB - Franz Schneider Brakel GmbH + Co KG, www.fsb.de
Trinkbrunnen Keramik: Duravit Aktiengesellschaft, www.duravit.de
Trinkbrunnen Armaturen: Vola GmbH, www.vola.de
Schalter: Gira Giersiepen GmbH & Co. KG, www.gira.de



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