AZ/Architekturzeitung - Architekturzeitschrift für Architektur & Architekten - Deutschland, Österreich, Schweiz

AZ/Architekturzeitung - Deutschland Österreich Schweiz |Freitag, 18.05.2012 |
| Text
  • Schrift vergrößern
  • Default font size
  • Schrift verkleinern
Start Architektur Deutschland Neue Stadtbahnhaltestelle am Kölner Zoo von Rübsamen + Partner
Anzeige az6-1-468x60

Neue Stadtbahnhaltestelle am Kölner Zoo von Rübsamen + Partner

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1104/ruebsamen-partner-architekten-01.jpg

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1104/lageplan-stadtbahnhaltestelle.png

Nach Plänen der Architekten Rübsamen + Partner, Bochum, wurde in Köln der Neubau der Stadtbahnhaltestelle Zoo/Flora realisiert und ein seit Jahren gestalterisch wie verkehrstechnisch unbefriedigender Zustand beendet. Obwohl der Zoo nach dem Dom zweitgrößter Besuchermagnet der Stadt ist, war die Haltestelle für Zoo und Botanischen Garten - überirdisch gelegen vor dem Abtauchen der U-Bahn Richtung Dom - zuvor nicht einmal barrierefrei ausgebaut, die bauliche Substanz darüber hinaus veraltet. Vernachlässigt wurde damit bisher die ebenso stadtgestalterische wie Orientierung und Identität stiftende Bedeutung der Haltestelle als Ankunftsort für den Zoo und innerhalb eines heterogenen städtebaulichen Umfelds.

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1104/ruebsamen-partner-architekten-02.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1104/ruebsamen-partner-architekten-03.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1104/ruebsamen-partner-architekten-04.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1104/ruebsamen-partner-architekten-05.jpg


Funktionale Figur

Basierend auf einem Konzept der Stadt Köln zur barrierefreien Erschließung realisierte Rübsamen + Partner daher einen Neubau, der hohe Funktionalität mit einer markanten konstruktiven Gestaltung verknüpft. Grundlegend war eine ganzheitliche formale Setzung, die ein neues Brückenbauwerk und die Bahnsteige als architektonische Einheit definiert, unterstrichen durch eine durchgängige Materialität. Der klaren Geste des frei über die Gleise schwingenden Bahnsteigdaches steht als Entsprechung die ebenfalls kurvenförmig geführte Überbrückung der Gleise gegenüber. Ein maßgebliches Kriterium für den Entwurf war, dass somit auf zusätzlichen technischen Aufwand wie etwa Aufzug oder Fahrtreppe verzichtet werden konnte.

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1104/ruebsamen-partner-architekten-08.jpg

Stahlkonstruktion als gestaltgebendes Prinzip

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1104/perspektiven.png

  Zum gestaltprägenden Prinzip erhebt der Entwurf die Stahlkonstruktion selbst, deren innere Logik und Ästhetik nach vorn tritt. So wurde die gebogene Rampe der Gleisüberführung aus einer V-förmigen, nahtgeschweißten Stahlkonstruktion gefertigt. Die Bauhöhe der Stahlbrücke beträgt ca. 90 Zentimeter bis Oberkante Kappe, die Gesamtbreite rund 3 Meter. Das formale Pendant dazu bildet der Bogen des Bahnsteigdaches, dessen Tragwerk als eine sichtbare, mehrfach gegensinnig gekrümmte Stahlrohr-Fachwerkträgerkonstruktion geplant wurde, die auf eingespannten Stahlrohrstützen montiert ist. Die Gleisquerung des Daches erfolgt stützenfrei. Das Tragwerk erhielt oberseitig eine Haut aus pulverbeschichteten Aluminiumblechen und unterseitig aus pulverbeschichteten Streckmetallrahmen. Logik und Materialität der Konstruktion setzen sich derweil in den übrigen Details fort. So wurden das Geländer und die Glaswand aus einem durchlaufenden Takt aus 100 Millimeter breiten Flachstählen gebildet; Glaswand und Lichtstelen entwickeln sich vertikal aus der Geländerkonstruktion und werden genuiner Teil des Gesamtentwurfs.

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1104/ruebsamen-partner-architekten-06.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1104/ruebsamen-partner-architekten-07.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1104/ruebsamen-partner-architekten-09.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1104/ruebsamen-partner-architekten-10.jpg

Markierung innerhalb der städtischen Textur

Die große Form und die rationale Sprache, die sich bis in Details wie Geländer und Tragwerk fortsetzt, verleihen der Haltestelle einen einfachen Zeichencharakter, der abends durch ein zurückhaltendes Lichtszenario der beiden prägenden Elemente betont wird. Zugleich reagiert der Entwurf damit auf die Tatsache, dass das Bauwerk aus den umliegenden Bauten und von der nahen Zoobrücke auch von oben sichtbar ist. Der Neubau markiert so nicht nur ein Stück verkehrstechnischer Infrastruktur, sondern als Ankunftspunkt an Zoo und Flora innerhalb des städtebaulich schwierigen Kontexts einen städtischen Ort.

Stadtbahnhaltestelle Zoo / Flora, Köln
Bauherr: Stadt Köln
Fertigstellung: 2010
Architektur / Statik (Dach): Rübsamen + Partner Architekten BDA Ingenieure, Bochum
Generalunternehmer: Hochtief Construction AG, Köln
Stahlbau: Seitz Stahl- und Metallgestaltung GmbH, Speicher
Lichtplanung: Licht Kunst Licht AG, Bonn, www.lichtkunstlicht.de
Fotonachweis: Lukas Roth, Köln, www.lukas-roth.de

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1104/detail-laengs-01.png

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1104/detail-laengs-02.png

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/2011/1104/dachuntersicht-detail.png

Anzeige az6-2-468x60

Tautes Heim – Wohnen wie zu Bruno Tauts Zeiten

Tautes Heim – Wohnen wie zu Bruno Tauts Zeiten

Das für 1-4 Personen ausgelegte Ferienhaus »Tautes Heim« in Berlin ist Architektur- und Designgeschichte zum Anfassen – ein Ort wie geschaffen für alle, die keine Lust auf unpersönliche Hotels haben und für ihren nächsten Berlin-Besuch lieber etwas Besonderes abseits der ausgetretenen Touristenpfade...

Lichtdach im Bahnhof Hamburg-Barmbek

Lichtdach im Bahnhof Hamburg-Barmbek

Am Bahnhof im Hamburger Stadtteil Barmbek war eine stadträumliche Neuordnung und Aufwertung des Bahnhofsgeländes nötig.

Der Bahnhof in Hamburg-Barmbek ist mit 60.000 Fahrgästen an Werktagen einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Hansestadt. Derzeit erhält er einen neuen Busbahnhof.

2004 lobten...

Die Ennigerbrücke in Malters von Pirmin Jung Ingenieure

Die Ennigerbrücke in Malters von Pirmin Jung Ingenieure

Holzbrücken sind die ältesten Brücken der Welt und erleben wegen ihrer Standfestigkeit und Dauerhaftigkeit eine Renaissance. Hundert Jahre führte die alte Enniger Holzbrücke über den Fluß und wurde 2005 bei einem Unwetter vom Hochwasser der Kleinen Emme mitgerissen und vollkommen zerstört. Die 2010 ...

Weitere Artikel:

Teppichsortiment in der Farbkombination des »Harmony House«

Teppichsortiment in der Farbkombination des »Harmony House«

Die Teppichmanufaktur Ruckstuhl hat gemeinsam mit der Farbspezialistin Katrin Trautwein ein neues Farbkonzept für sein Teppichsortiment entwickelt. Inspiriert durch die Idee des »Harmony House« wurden die Kollektion um neue Farben ergänzt.

Vitra Grand Repos - Sessel von Antonio Citterio

Vitra Grand Repos - Sessel von Antonio Citterio

Der »Grand Repos« von Antonio Citterio verbindet die Erfahrung von Vitra bei ergonomischen Bürostühlen mit dem Komfort eines bequemen Lounge-Sessels. Der Ruhesessel des italienischen Designers erfüllt den Wunsch nach Bequemlichkeit.

Für den »Grand Repos« – sowie das Modell ohne Ohren »Repos« – transf...

Strapazierfähige Böden in vielen Farben

Strapazierfähige Böden in vielen Farben

Die zementgebundene Bodenspachtelmasse »ServoArt CeFlo« eignet sich für den Einbau in Restaurants, Bistros und Cafés. Die Bodenspachtelmasse lässt sich rationell, großflächig und fugenlos verarbeiten. Je nach gewünschter Optik lassen sich dabei verschiedene Strukturen, Farbverläufe und Oberflächenmu...

Weitere Artikel:
Anzeige az2-1-300x250
Anzeige az2-2-300x250

Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Der Newsletter der AZ/Architekturzeitung ist kostenlos und kann jederzeit unkompliziert abbestellt werden.

Unternehmensvorstellung


Anzeige az2-u-300x250

AZ Architekten Ingenieure Planer

  • L3P Architekten
    L3P Architekten L3P Architekten aus dem schweizerischen Regensberg erarbeiten zusammen mit ihren Auftraggebern oder als Totalunternehmer nachhaltige Konzepte und Gebäude. Seit 2006 ist…
Ihr Büro an dieser Stelle

 

Teppichsortiment in der Farbkombination des »Harmony House«

Die Teppichmanufaktur Ruckstuhl hat gemeinsam mit der Farbspezialistin Katrin Trautwein ei...

 

Vitra Grand Repos - Sessel von Antonio Citterio

Der »Grand Repos« von Antonio Citterio verbindet die Erfahrung von Vitra bei ergonomisch...

 

Holz oder kein Holz?

Sieht aus wie Holz und ist auch welches: Die Terrassendielen »Silberpatina Douglasie«, d...

 

Anziehende Leuchte

Eine magnetische Kugel im Inneren ist das Geheimnis der von Giulio Iacchetti gestalteten L...

 

Vertikaler Garten für »green buildings«

Der vertikale Garten des Floristen und Künstlers Patrick Blanc ist zum Markenzeichen des ...
Facebook Architektur Google + Twitter Architektur

Anzeige az5-1-160x600