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Pariser Sinnlichkeit garniert mit fernöstlicher Exotik

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Die Erläuterungen, die die Architekten des Pariser Büros Jouin Manku zu ihrem Ende 2008 fertig gestellten Restaurant »Oth Sombath« verfassten, klingen verheißungsvoll. Zwei Jahre hat das Team um Patrick Jouin und Sanjit Manku daran getüfelt, in Paris ein Restaurant für den thailändischen Spitzenkoch Oth Sombath zu entwerfen und umzusetzen.

Keine leichte Aufgabe – galt es doch, die thailändische Küche mit den Einflüssen der französischen Hauptstadt zu verbinden. Man habe sich tief in die thailändischen Traditionen und die Kultur der Farben, Rhythmen, Volumen und des Lichts hineinversetzt, berichten die Architekten. Diese Erfahrungen sollten in die Architektur des Innenraums Einzug halten, allerdings in einer modernen Interpretation, als zeitgemäße Antwort auf die Lokalität des Restaurants: das schicke Paris. Sanfte Linien und geschmeidige Kurven, Sinnlichkeit und Exotik an einem Ort verschmolzen und im Restaurant »Oth Sombath« Gestalt annehmend, so lautet die leicht pathetisch angehauchte Darstellung des innenarchitektonischen Gestaltungskonzeptes.

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Bei solch hochgesteckten gestalterischen Zielen schaut man sich das fertige »Oth Sombath« dann doch gleich etwas näher und sicher auch kritischer an. Aber der genaue Blick enttäuscht nicht: Entstanden ist eine 400 Quadratmeter große »Bühne« für die speisespektakulären Auftritte des Küchenchefs, die bis zu 80 Gourmets unterhalten und verzücken sollen. Dafür stehen Sombath und seinen Gästen eine Bar sowie drei Speiseräume zur Verfügung, die von den Architekten alle unterschiedlich gestaltet wurden und für »Privatvorstellungen« auch separiert werden können. Hier fließen nun die Erfahrungen aus Studien thailändischer Kultur und Tradition mit ein. Farben und Materialien wurden sorgfältig ausgewählt: schillerndes Gold, kräftiges Safran und Orange, elegante Cremetöne, geschmeidiges Leder und dunkle Holzböden – eine Reminiszenz an die prachtvollen Tempel Thailands. Die geschwungene Treppe, die die drei Speiseräume verbindet, erinnert an den runden Rücken eines Drachen. Im Eingangsbereich wurden goldene Blätter wie ein Sammelsurium kleiner Zettel an die Wand geheftet, als Symbol für die vielen Papierstücke, die auf den Statuen in den Tempeln befestigt werden.

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Neue Leuchten wurden entworfen, raumteilende Elemente aus langen Glasröhren für die Treppen entwickelt, die Architekten versuchten in jedes Detail ein bisschen die Pracht des alten Königreichs Siam zu legen. Alles sehr dezent und minimalistisch mit nur sehr diskreten Anspielungen auf Asien. Und dazu noch ein Hauch Paris, widergespiegelt zum Beispiel in den feinen Cremetönen eines Speisezimmers, das an einen herrschaftlichen Salon erinnert. Aber auch ein bisschen »Seventies-Style« im orangefarbenen Raum mit Ufo-Leuchten und Kunststoffmobiliar. Eine wirklich spannende Mixtur.

Eben genau so, wie der Chefkoch auch seine Gerichte sieht. Er kreiert aus alten traditionellen Gerichten Thailands neue Gaumenschmeichler, er vermischt asiatische und europäische Einflüsse, reichert die ursprünglichen Thai-Speisen mit Gewürzen, Kräutern und anderen Ingredienzien aus aller Welt an, um so neue Interpretationen klassischer Gerichte zu schaffen.
Bleibt also nur, schnell nach Paris zu fahren und sich von den Kochkünsten des thailändischen Küchenvirtuosen in diese schillernde euro-asiatische Kulisse entführen zu lassen.



Autorin: Alexandra Goebel, kontakt|raum - Büro für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing in Architektur und Bauwesen, www.kontaktraum.com

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