AZ/Architekturzeitung - Architekturzeitschrift für Architektur & Architekten - Deutschland, Österreich, Schweiz

AZ/Architekturzeitung - Deutschland Österreich Schweiz |Freitag, 18.05.2012 |
| Text
  • Schrift vergrößern
  • Default font size
  • Schrift verkleinern
Start Architektur International OMA baut die vertikale Stadt
Anzeige az6-1-468x60

OMA baut die vertikale Stadt

http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0908/oma_04.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0908/oma_06.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0908/oma_07.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0908/oma_01.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0908/oma_02.jpg
http://www.architekturzeitung.eu/azbilder/azbilder0908/oma_03.jpg
Im Jahre 1998 entwarf das Office for Metropolitan Architecture (OMA), die renommierte Architekturschmiede des Pritzker-Preisträgers Rem Koolhaas, das spektakuläre Hochhaus „De Rotterdam“. Mehr als eine Dekade später können die Architekten nun die Schubladen der Planschränke wieder aufziehen, die Zeichnungen hervorkramen und den Staub runter pusten, denn das Projekt soll jetzt realisiert werden. Bereits im Dezember 2009 werde der erste Spatenstich für den Multifunktionswolkenkratzer erfolgen, verkündeten vor kurzem stolz die beiden Projektentwickler Bouwfonds MAB und OVG.

Der Entwurf sieht drei Türme aus gegeneinander verschobenen Kuben auf einem breiten Sockel vor, die direkt am Wasser im alten Rotterdamer Hafendistrikt Wilhelminapier stehen werden. Gewaltige 150 Meter ragen die gestapelten Riesenbauklötze in die Höhe und werden 155.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche zur Verfügung stellen. Damit entwickelt OMA das größte Gebäude der Niederlande, eine Stadt in der Vertikalen, die alles bieten wird, was der moderne Mensch so braucht: attraktive Büroräume, luxuriöse Appartements, ein Hotel, Konferenzsäle, Fitnesscenter, Geschäfte, Restaurants und Cafés. Alles geballt an einem Ort. Rem Koolhaas äußert sich entzückt zu dem überraschenden Entschluss, das Hochhaus in diesen defizitären Zeiten zu realisieren: „Es ist ein Wunder, dass mit dem Bau endlich begonnen wird. Einer der positiven Aspekte der Finanzkrise ist der Preisverfall bei Materialien und am Bau, was Langzeitprojekten wie diesem neue Energie gegeben hat.“ Das Konzept des „De Rotterdam“ sei darauf ausgerichtet, das Pulsieren des Hafenviertels, in dem früher eine lebhaft-spannende Mischung aus Handel, Transport und Freizeit geherrscht habe, wieder aufleben zu lassen. 

Der Bau der Türme ist Teil der städtebaulichen Weiterentwicklung des Rotterdamer Kop-van-Zuid-Projekts, einem neuen Stadtteil zwischen der bekannten Erasmusbrücke, der Nieuwe Maas und dem Stadtzentrum. Das Wilhelminapier soll das Aushängeschild des Kop van Zuid werden. Nach dem Masterplan von Norman Foster entsteht hier ein Viertel, das sich thematisch an der Zeit der Auswanderung nach Amerika orientiert. Von hier aus starteten die Schiffe der Holland-Amerika-Linie, die mehr als eine Million Auswanderer nach Nordamerika und später auch Australien brachten. Straßen und Gebäude tragen die Namen der Schiffe, die hier vor Anker gingen. Auch das „De Rotterdam“ wurde nach einem Schiff der Holland-Amerika-Linie benannt.

Die Architekten von OMA planen das Hochhaus zwar als eigenständige Stadt in der Stadt, legen aber besonderen Wert auf dessen aktive Integration in das Hafenviertel. So werden sich in dem zum Wasser ausgerichteten Sockel Nutzungen für die Öffentlichkeit sowie die Empfangsbereiche der Büros und des Hotels befinden. Von dieser großen Verkehrsfläche aus verteilen sich die Gebäudenutzer nicht nur in die drei Türme, sondern hier sollen sie sich auch mit anderen Rotterdamern mischen. In und vor dem „De Rotterdam“ soll der Herzschlag des Hafenviertels rund um die Uhr zu spüren sein.

Einen wuselnden Ameisenhaufen in avantgardistischer Verkleidung entwickeln Koolhaas und sein Team. 340 Millionen Euro wird der Wolkenkratzer kosten und bereits 2013 fertig gestellt sein. Ein Prestigebau in dem ehrgeizigen Entwicklungsprojekt Kop van Zuid, der im Stadtmarketing sicher eine große Rolle spielen wird. Schließlich wird man das größte Gebäude der Niederlande besitzen. Schon etwas Besonderes in einem sonst so flachen Land. Bleibt nur abzuwarten, ob das Gebäude in diesen Dimensionen tatsächlich realisiert wird oder ob die Finanzkrise nicht doch noch eine größere Rolle spielt.


Projektdetails
Ort: Rotterdam, Niederlande, ehemaliges Hafengebiet Wilhelminapier

Auftraggeber: De Rotterdam CV, The Hague (Bouwfonds MAB/OVG)

BGF: 155.000 Quadratmeter für Büros, Hotel, Restaurant, Kongress, Appartements, Geschäfte, Fitnesscenter, Parkplätze

Bilder: Office for Metropolitan Architecture (OMA)
Anzeige az6-2-468x60

Tautes Heim – Wohnen wie zu Bruno Tauts Zeiten

Tautes Heim – Wohnen wie zu Bruno Tauts Zeiten

Das für 1-4 Personen ausgelegte Ferienhaus »Tautes Heim« in Berlin ist Architektur- und Designgeschichte zum Anfassen – ein Ort wie geschaffen für alle, die keine Lust auf unpersönliche Hotels haben und für ihren nächsten Berlin-Besuch lieber etwas Besonderes abseits der ausgetretenen Touristenpfade...

Lichtdach im Bahnhof Hamburg-Barmbek

Lichtdach im Bahnhof Hamburg-Barmbek

Am Bahnhof im Hamburger Stadtteil Barmbek war eine stadträumliche Neuordnung und Aufwertung des Bahnhofsgeländes nötig.

Der Bahnhof in Hamburg-Barmbek ist mit 60.000 Fahrgästen an Werktagen einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Hansestadt. Derzeit erhält er einen neuen Busbahnhof.

2004 lobten...

Die Ennigerbrücke in Malters von Pirmin Jung Ingenieure

Die Ennigerbrücke in Malters von Pirmin Jung Ingenieure

Holzbrücken sind die ältesten Brücken der Welt und erleben wegen ihrer Standfestigkeit und Dauerhaftigkeit eine Renaissance. Hundert Jahre führte die alte Enniger Holzbrücke über den Fluß und wurde 2005 bei einem Unwetter vom Hochwasser der Kleinen Emme mitgerissen und vollkommen zerstört. Die 2010 ...

Weitere Artikel:

Teppichsortiment in der Farbkombination des »Harmony House«

Teppichsortiment in der Farbkombination des »Harmony House«

Die Teppichmanufaktur Ruckstuhl hat gemeinsam mit der Farbspezialistin Katrin Trautwein ein neues Farbkonzept für sein Teppichsortiment entwickelt. Inspiriert durch die Idee des »Harmony House« wurden die Kollektion um neue Farben ergänzt.

Vitra Grand Repos - Sessel von Antonio Citterio

Vitra Grand Repos - Sessel von Antonio Citterio

Der »Grand Repos« von Antonio Citterio verbindet die Erfahrung von Vitra bei ergonomischen Bürostühlen mit dem Komfort eines bequemen Lounge-Sessels. Der Ruhesessel des italienischen Designers erfüllt den Wunsch nach Bequemlichkeit.

Für den »Grand Repos« – sowie das Modell ohne Ohren »Repos« – transf...

Strapazierfähige Böden in vielen Farben

Strapazierfähige Böden in vielen Farben

Die zementgebundene Bodenspachtelmasse »ServoArt CeFlo« eignet sich für den Einbau in Restaurants, Bistros und Cafés. Die Bodenspachtelmasse lässt sich rationell, großflächig und fugenlos verarbeiten. Je nach gewünschter Optik lassen sich dabei verschiedene Strukturen, Farbverläufe und Oberflächenmu...

Weitere Artikel:
Anzeige az2-1-300x250
Anzeige az2-2-300x250

Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Der Newsletter der AZ/Architekturzeitung ist kostenlos und kann jederzeit unkompliziert abbestellt werden.

Unternehmensvorstellung


Anzeige az2-u-300x250

AZ Architekten Ingenieure Planer

  • Just/Burgeff Architekten
    Just/Burgeff Architekten Just / Burgeff Architekten aus Frankfurt geht es um das Entfalten von architektonischen und städtebaulichen Potentialen. Um eine maßgeschneiderte, nachhaltige…
Ihr Büro an dieser Stelle

 

Teppichsortiment in der Farbkombination des »Harmony House«

Die Teppichmanufaktur Ruckstuhl hat gemeinsam mit der Farbspezialistin Katrin Trautwein ei...

 

Vitra Grand Repos - Sessel von Antonio Citterio

Der »Grand Repos« von Antonio Citterio verbindet die Erfahrung von Vitra bei ergonomisch...

 

Holz oder kein Holz?

Sieht aus wie Holz und ist auch welches: Die Terrassendielen »Silberpatina Douglasie«, d...

 

Anziehende Leuchte

Eine magnetische Kugel im Inneren ist das Geheimnis der von Giulio Iacchetti gestalteten L...

 

Vertikaler Garten für »green buildings«

Der vertikale Garten des Floristen und Künstlers Patrick Blanc ist zum Markenzeichen des ...
Facebook Architektur Google + Twitter Architektur

Anzeige az5-1-160x600