Start Architektur Österreich soma architekten/formTL: White Noise - ein Biennale-Pavillon

soma architekten/formTL: White Noise - ein Biennale-Pavillon

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2011/1105/formtl-fh1.jpg

Für das Land Salzburg entwarf das Architektenteam soma ZT, Wien und Salzburg, den diesjährigen Biennale-Pavillon. In das von Bollinger und Grohmann optimierte, »stachelige« Traggerippe planten die Leichtbauspezialisten formTL aus Radolfzell eine modulare Klimahülle aus transluzenter Membrane, die eine Teilung in fünf Pavillon-Satelliten ermöglicht.

Ende 2010 hatte sich soma Architekten in einem zweistufigen internationalen Wettbewerb mit seinem Entwurf »White Noise« durchgesetzt. Soma gelang es dabei nicht nur einen angemessenen Rahmen für Kunst und Kultur für die Biennale zu schaffen, sondern »White Noise« selbst zu einem Kunstobjekt zu machen. Die außergewöhnliche Bauform des Pavillons weckt die Neugier der Menschen, animiert sie zum Betreten des ungewöhnlichen Raumes und regt zu einem Diskurs über Architektur und Kunst an.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2011/1105/soma-architekten-ow1.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2011/1105/soma-architekten-ow3.jpg

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2011/1105/soma-architekten-ow2.jpg

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2011/1105/soma-architekten-ow4.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2011/1105/soma-architekten-ow5.jpg

»White Noise« erreicht diese Wirkung durch seine dreidimensionale Struktur aus sich kreuzenden Stäben und einem Inlay aus transluzenter Membrane. Wie bei einem Mikadospiel scheinen sich zwei Meter lange quadratische Aluminiumhohlprofile wie zufällig in mehreren Schichten zu überlagern. Doch hinter der Tragwerkskonstruktion der insgesamt fünf Segmente stehen klare Generierungsregeln und eine definierte Statik. Durch Schnittpunkte der Stäbe mit Stäben benachbarter Stabebenen ergibt sich ein fester Verbund zwischen den 7 bis 10 Meter weit spannenden Segmenten. Der 18 Meter lange Pavillon überspannt stützenlos etwa 155 Quadratmeter.  

Zu den Vorgaben des Wettbewerbs gehörte, dass der Pavillon ganzjährig genutzt werden kann. Um die Besucher vor Sonne, Wind und Regen zu schützen, ist deshalb zwischen den Bögen eine schnell montierbare und demontierbare Membran gespannt. Mit der Planung der Klimahülle wurden die Architekten und Ingenieure von formTL beauftragt, die derzeit das Stadiendach des Olympiastadions in Kiew plant. formTL unterstützte mit seiner fachlichen Kompetenz das Team aus Planern und ausführenden Firmen bei der Ausbildung der transluzenten und frei geformten Klimahülle.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2011/1105/soma-architekten-white-noise-1.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2011/1105/soma-architekten-white-noise-3.jpg

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2011/1105/soma-architekten-white-noise-2.jpg

Zum Einsatz kam dabei handelsübliches PVC-Polyestergewebe, das sich besonders im temporären Einsatz bewährt hat. Eine dünne, weiß eingefärbte PVC-Weich-Beschichtung umhüllt das tragende elastische Polyestergewebe. Die Kombination aus gereckten Polyesterfasern in Panamabindung (je zwei Fäden in Kettrichtung und zwei in Schussrichtung) und weich eingestellter PVC-Mastix mit UV-Schutzpigmenten, flammhemmenden Zusätzen und Antifungiziden, ergibt einen flexiblen und zugleich dauerhaft witterungsbeständigen Membranwerkstoff. Genau das richtige Material für viele Auf- und Abbauvorgänge mit falten, lagern, transportieren, entspannen und wieder vorspannen. Dieser Membrantyp ist vielfach bewährt und wird in stärkerer Ausführung weltweit auch für weitspannende Stadiendächer eingesetzt.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2011/1105/formtl-fh2.jpg


Die bei »White Noise« verwendete Membrane zeigt bei Sonne einen komplexen Schattenwurf der durchscheinend, igelhaften Gewölbekonstruktion, zugleich ist es im Pavillon angenehm hell. Nachts verwandelt die Innenraumbeleuchtung den Pavillon in eine Lichtskulptur.

Zuoberst sind die »Stachelprofile« montiert, darunter die Stahlbogen und anschließend die Aluminium-Doppelkedernutprofile. In diese wird die Membrane in Schussrichtung eingezogen und mittels Rohrsäumen an den Längsseiten vorgespannt. Die Endfelder und die Türen in den Eingangsbereichen sind mit Saumrohren und Spanngurten an den Randträgen und dem Bodenrost verankert.

Bis Juni 2011 steht »White Noise« noch auf dem Salzburger Mozartplatz, danach wird er in Gänze und in Teilen über 10 Jahre hinweg seine Botschaft von Kunst und Kultur durch Österreich tragen.

Bauherr: Land Salzburg
Architekten: Soma Architekten, www.soma-architecture.com
Formfindung,
statische Berechnung,
Zuschnitte der Membranfelder: formTL, www.form-TL.de
Metallbauer: Unterfurtner Metallbau
Konfektionär: CenoTec Textile Constructions
Material: Mehler Valmex FR900 (premium weiß hell)
Daten: überdachte Fläche ca. 155 m²
Abmessungen: 18 x 10 x 7 Meter

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2011/1105/soma-architekten-white-noise-7.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2011/1105/soma-architekten-white-noise-5.jpg

Fürst & Friedrich – Neubau von slapa oberholz pszczulny architekten

Fürst & Friedrich – Neubau von slapa oberholz pszczulny architekten

Mit dem geplanten Büro- und Geschäftshaus Fürst & Friedrich von slapa oberholz pszczulny | sop architekten entsteht ein markanter Neubau in der Düsseldorfer Innenstadt, der das Viertel rund um den beliebten Kirchplatz aufwerten wird.

3M Headquarter in Langenthal von Marazzi + Paul Architekten

3M Headquarter in Langenthal von Marazzi + Paul Architekten

Als Headquarter für den internationalen Technologiekonzern 3M EMEA hat das Architekturbüro Marazzi + Paul ein visionäres Bürogebäude in Langenthal realisiert. Der Neubau direkt beim Bahnhof steht für die Innovationskraft und Offenheit des globalen Leaders 3M ebenso wie für die Dynamik und Wandelbark...

Grand Tower von Kaminiarz & Cie. ist bestes Wohnhochhaus in Europa

Grand Tower von Kaminiarz & Cie. ist bestes Wohnhochhaus in Europa

Nachdem das Frankfurter Büro Magnus Kaminiarz & Cie. Architektur für den Grand Tower bereits den European Property Award 2017 als bestes Wohnhochhaus Deutschlands erhielt, bekam das Gebäude vor wenigen Tagen in London nun auch den International Property Award 2017 als bestes Wohnhochhaus in ganz...

Weitere Artikel:

Schlichtes und reduziertes Design

Schlichtes und reduziertes Design

»SP – Square Perfection« heißt das WC, das der japanische Sanitärkeramik-Hersteller TOTO ab Januar 2018 auf den Markt bringt. Neu ist die Form: Elegant, kompakt und geometrisch gestaltet greift greift das WC auf die bekannten TOTO Hygiene-Technologien zurück.

»Schule der Zukunft« im alten Hafen von Haderslev

»Schule der Zukunft« im alten Hafen von Haderslev

In der dänischen Küstenstadt Haderslev ist mitten im alten Hafenareal ein zukunftsweisendes Bildungszentrum entstanden. Dieses hebt sich nicht nur durch seine außergewöhnliche Architektur ohne das traditionelle Klassenzimmer von gängigen Bildungseinrichtungen ab, sondern auch durch seine innovativen...

Duschen mit Spa-Effekt

Duschen mit Spa-Effekt

Moderne Badkultur ist von Design, Luxus und Technik geprägt. Das Duschritual als besonderen Verwöhnmoment des Tages zu schätzen und neben der Reinheit auch Gesundheit und Wohlbefinden zu fördern, ist Teil dieser Kultur. Das japanische Unternehmen TOTO hat Duschsysteme entwickelt, die ein Wohlgefühl ...

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 R7

AZ Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Der Newsletter der AZ/Architekturzeitung ist kostenlos und kann jederzeit unkompliziert abbestellt werden.

Fachwissen | Architekten + Planer

AZ Architekten Ingenieure Planer

  • Just/Burgeff Architekten
    Just/Burgeff Architekten Just / Burgeff Architekten aus Frankfurt geht es um das Entfalten von architektonischen und städtebaulichen Potentialen. Um eine maßgeschneiderte, nachhaltige…

Schlichtes und reduziertes Design

Schlichtes und reduziertes Design

»SP – Square Perfection« heißt das WC, das der japanische Sanitärkeramik-Hersteller TOTO ab Januar 2018 auf den Markt bringt. Neu ist die Form: Elegant, kompakt und geome...

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Das von den Rotterdamer Städtebauexperten OMA (Office for Metropolitan Architecture) erdachte Timmerhuis in Rotterdam gilt als das »grünste Gebäude der Niederlande«. Es v...

»Schule der Zukunft« im alten Hafen von Haderslev

»Schule der Zukunft« im alten Hafen von Haderslev

In der dänischen Küstenstadt Haderslev ist mitten im alten Hafenareal ein zukunftsweisendes Bildungszentrum entstanden. Dieses hebt sich nicht nur durch seine außergewöhn...

Duschen mit Spa-Effekt

Duschen mit Spa-Effekt

Moderne Badkultur ist von Design, Luxus und Technik geprägt. Das Duschritual als besonderen Verwöhnmoment des Tages zu schätzen und neben der Reinheit auch Gesundheit und...

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

In nur sieben Wochen wich grauer Beton einer abstrakt-naturalistischen Malerei mit blauem Himmel, weißen Wolken, täuschend echten Bäumen und einem illusionistischen Strei...

Wintergarten gut beheizt

Wintergarten gut beheizt

Im Wintergarten hat Wärme nicht nur einfach die Funktion »Heizen« zu erfüllen. Wärme weckt Emotionen und bringt Atmosphäre in den gläsernen Raum. Eine elektrische Strahlu...

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Die in der eigenen Betriebsstätte hergestellte, zargenlose Schiebetür bestehen aus dem lichtdurchlässigen, biegesteifen Wabenpaneel »ViewPan« mit Oberflächen aus Acrylgla...

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Das Hamburger Hotel Wedina hat ein umfassendes Facelift erhalten, bei dem Farbe eine zentrale Rolle spielt. Die Fassade macht in leuchtendem Rot auf sich aufmerksam und j...

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Über hundert Jahre wurde in der Schnapsbrennerei in Weißenfeld hochprozentiger Alkohol aus Kartoffeln für medizinische Zwecke hergestellt. Um das Gebäude zu erhalten und ...

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Bis Oktober ist Berlins östlichster Stadtbezirk Standort für die Internationale Gartenausstellung (IGA), zu der rund zwei Millionen Gäste aus Europa erwartet werden. Die ...

Weitere Artikel:


Anzeigen AZ-D1-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.