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AZ/Architekturzeitung - Deutschland Österreich Schweiz |Mittwoch, 24.08.2016 |
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Haus W + W von gatto.weber.architekten

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Das Haus W + W von gatto.weber.architekten steht in einem Umfeld, das durch kleinräumliche Wohnbaustrukturen, leichte Höhenunterschiede und ausgedehnte Grünflächen charakterisiert ist. Der Neubau positioniert sich direkt auf der Ostseite des kleinen Ortes Wolfwil in der Schweiz und schafft einen direkten Bezug zum weiten Sonnenblumenfeld, das am anderen Ende vom Wald begrenzt wird. Die südlich und nördlich gelegenen Nachbarsparzellen sind noch unbebaut.

Als freistehendes Gebäude steht das Volumen - leicht erhöht - auf einem schmalen und ebenen, fast 500 Quadratmeter großen Grundstück. Das Einfamilienhaus orientiert sich nach Osten und lässt eine herrliche Aussicht erleben. Abstrakte geometrische Formen und farbliche Klarheit stehen im Vordergrund. Die Architekten legten Wert auf das harmonische Zusammenspiel von Massen und Proportionen gelegt.

Der Baukörper ist stark geometrisch und von einer klaren und sachlichen Architektursprache geprägt. Das Prinzip des Dualismus wird angewendet: Die eine Haushälfte ist beheizt, die andere kalt. Der Innenraum (EG/OG) hat nur eine Nettogeschossfläche von 157 Quadratmeter (einschl. der Garage), jedoch verleiht das große Außendach dem Raum eine viel größere Dimension und eine einzigartige Atmosphäre. Zusätzlich erhält der Bau durch diese großzügige Geste eine subtile Eleganz.

Die Grundrisstypologie folgt der Geometrie zweier Quadrate - 9,5 Meter x 9,5 Meter gross. Es entsteht ein Volumen von 19 Meter Länge und 9,5 Meter Breite. Straßenseitig betritt man das Erdgeschoss über eine Rampe an der Schmalseite des Hauses, welche auch als Zufahrt zur Doppelgarage dient. Ein großzügig überdecktes Entrée dient als wettergeschützte Vorzone.

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Unmittelbar nach dem Eingangsbereich folgt als lichtdurchfluteter hoher Raum das Esszimmer. Eine über zwei Geschosse verlaufende Raumhöhe schafft den Bezug zum Obergeschoss. Eine große Öffnung in der Südfassade lässt von Außen die Doppelhöhe erkennen. Eine Treppe mit frei auskragenden Stufen führt hinauf zum privateren Bereich. Zwischen dem Esszimmer und dem Koch- und Wohnbereich befindet sich ein kleines Gästebad.

Im östlicheren Teil des Erdgeschosses sind in einem hellen Raum Küche und Wohnzimmer angeordnet. Über eine Glasschiebetür gelangt man auf die überdachte Terrasse. Das Volumen des Wohnzimmers fließt nach außen zur unbebauten Natur.
Das Obergeschoss hat eine Galerie, eine Loggia im Westen, ein Gästezimmer und einen privaten Bereich, der mit dem Schlafzimmer, dem Umkleideraum sowie dem Badezimmer eine räumliche Einheit. Von den letztgenannten Zimmern erreicht man die 50 Quadratmeter große Dachterrasse. Die beidseits angeordneten, elektrisch herunterfahrbaren, vertikalen Stoffmarkisen sorgen für Privatsphäre.

Im Untergeschoss sind die funktionalen Nebenräume untergebracht. Vom Weinkeller gelangt man entweder in die Waschküche oder in den Hobbyraum. Auch Technik- und Abstellraum sind hier zu finden.

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Die tragenden Außenwände sind aus 22 Zentimeter dickem Stahlbeton. Für die Aussteifung werden zusätzlich zwei innere Wandscheiben betoniert. Im Erdgeschoss sowie im Obergeschoss sind die räumlichen Trennwände aus Backstein hochgezogen, im Untergeschoss aus Sandkalkstein.

Der Boden ist durchgehend mit Eichenholzparkett versehen, Wände und Decken sind verputzt und weiß gestrichen. Das Haus ist komplett wärmegedämmt (Wärmedämmverbundsystem) und entspricht dem Minergie-Standard. Die Holz-Metall-Fenster weisen eine 3-fach-IV-Verglasung auf mit einem max. U-Wert von 1.0 W/m2K. Minimalistisch angelegt, sieht das Beleuchtungskonzept drei Beleuchtungstypen vor, welche den bestimmten Nutzungszonen zugewiesen sind. So sind die Erschließungszonen sowie die Küche mit Downlights ausgestattet, in den Zimmern wird mit einer runden Objektleuchte ein diffuses Licht erzeugt, welches der Grundausleuchtung dient. Das Kellergeschoss sowie die Garage werden in einem bestimmten Raster mit einfachen Leuchtstofflampen (Röhren) ausgestattet.

Der hohe Raum, der das Erdgeschoss mit der Galerie im Obergeschoss verbindet, wird mit spielerisch angeordneten Objektleuchten aufgewertet, die den Raum effektvoll inszenieren. So wird der Luftraum oberhalb des Essbereiches mit fünf verschieden großen Leuchtkugeln bestückt, die von der Decke in unterschiedlicher Höhe herunterhängen. Die Küche besteht aus einer hinteren Arbeitsfront, die durch ein großes Fenster gefasst ist und einer mittigen Kochinsel. Sämtliche Fronten sind seidenmatt lackiert (schwarz/weiß). Die Bar ist matt gehalten und setzt sich farblich ab. Die Abdeckungen sind aus schwarzem Kunststein.

Die Terrassen sind als Erweiterung des Innenraums gedacht und mit Holzdielen belegt. Die gleich sich in der Farbgebung und Optik dem Parkett im Innenbereich an.

gatto.weber.architekten, www.gattoweber.ch

Fotos: Arkitekturfotograf Rasmus Norlander, www.rasmusnorlander.se

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