Start Magazin Hochschulen Architektur-Forschung: Bauen nach bionischem Vorbild

Architektur-Forschung: Bauen nach bionischem Vorbild

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2011/1108/bionisches-bauen.jpg

Auf dem Innenstadt-Campus der Universität Stuttgart entsteht derzeit ein ungewöhnliches Bauprojekt: Ein Holzpavillon, dessen modulare Konstruktion auf der Morphologie eines Seeigels beruht. Studierende und Wissenschaftler der Institute Computerbasiertes Entwerfen (ICD) und Tragkonstruktion und Konstruktives Entwerfen (ITKE) wollen damit ihre Forschungsergebnisse zur Leistungsfähigkeit biologischer Strukturen in einem architektonischen Entwurf überprüfen. Mit neuen Fertigungsmethoden soll gleichzeitig eine anpassungsfähige, ressourcenschonende und damit nachhaltige Bauweise erprobt werden. Die Eröffnung des Forschungspavillons fand am 26. August 2011 Uhr statt.

Entwurf und Planungen für das Projekt starteten bereits im letzten Wintersemester im Rahmen des Seminars »Performative architektonische Morphologie« unter der Leitung von Prof. Jan Knippers (ITKE) und Prof. Achim Menges (ICD) an der Uni Stuttgart. Bei der Analyse biologischer Strukturen untersuchten die Seminarteil-nehmer unter anderem die Morphologie des »Sanddollars«, eine Unterart der Seeigel, die das Grundprinzip für die Baustruktur des Holzpavillons lieferte. Die Schale des »Sanddollars« hat einen modularen Aufbau aus miteinander verzahnten polygonalen Platten. Das hohe Leichtbaupotential ist aus der Struktur des »Sanddollars« abgeleitet: Dort laufen stets drei Plattensegmente an einem Punkt zusammen. Zusätzlich verfügt der Sanddollar an seinen Plattenrändern über mikroskopische Kalzitprojektionen, so dass sich benachbarte Platten miteinander verzahnen. Fingerzinken, die in der traditionellen Holzbearbeitung form- und kraftschlüssige Verbindungen ermöglichen, stellen hierzu das herstellungs-technische Pendant dar. Durch die spezielle geometrische Ordnung und Fügung der Platten entstehen hoch beanspruchbare Strukturen – so lässt sich das Prinzip des Seeigel-Skeletts auf Bauwerke übertragen.

Um die ökonomische Herstellung der mehr als 850 geometrisch unterschiedlichen Bauteile, sowie der über 100.000 Zinken zu ermöglichen, ist diese automatisiert. Die Fertigung der Platten erfolgte in der universitätseigenen Roboterwerkstatt. Sowohl die statische Analyse, die Programmierung der robotischen Fertigungs-anlage als auch die Ablaufplanung führten die Studierenden gemeinsam mit wissenschaftlichen Mitarbeitern der Uni durch. Im Anschluss an die robotische Fertigung wurden die 6,5 Millimeter dünnen Platten an den Zinkenverbindungen zu Zellen geleimt, grundiert und lasiert, und schließlich kontinuierlich auf der Baustelle verbaut. Die Verbindung zwischen den Zellen ist so gestaltet, das der mehrfache Auf- und Abbau des Pavillons möglich ist.

Der Holzpavillon wird für rund zwei Monate auf dem Vorplatz vor den beiden Kollegiengebäuden KI und KII in der Keplerstraße bleiben. Anschließend wird er demontiert und bei der Firma Ochs – neben der KUKA Roboter GmbH einer der beiden Hauptsponsoren des Projekts – wieder aufgebaut.

Der Baufortschritt wurde auf folgender Facebook-Seite dokumentiert: www.facebook.com/ICDITKE.ResearchPavilion.2011

Weitere Informationen unter: icd.uni-stuttgart.de/?tag=researchpavilion2011

HPP beginnt mit dem Bau am Xujiahui Sportpark in Shanghai

HPP beginnt mit dem Bau am Xujiahui Sportpark in Shanghai

Bei der feierlichen Grundsteinlegung wurde der Baubeginn des Xujiahui Sportparks in Shanghai unter Einladung der Öffentlichkeit, Presse und Fernsehen gefeiert. HPP gewann Anfang des Jahres den ersten Preis des international ausgeschriebenen Wettbewerbs und wurde anschließend mit der Umsetzung beauft...

Konferenzzentrum von schneider+schumacher in Mannheim

Konferenzzentrum von schneider+schumacher in Mannheim

Im zweitgrößten Barockschloss Europas kreiert schneider+schumacher ein modernes Studien- und Konferenzzentrum für die Mannheim Business School. Die in den Garten eingeschnittene Anlage bildet zusammen mit dem historischen Schloss eine markante neue Einheit, die symbolisch für die Bewahrung der Tradi...

DEGELO Architekten gewinnen Wettbewerb zum Konferenzzentrum in Heidelberg

DEGELO Architekten gewinnen Wettbewerb zum Konferenzzentrum in Heidelberg

Das Büro DEGELO Architekten aus Basel hat den ersten Preis beim Wettbewerb zur künftigen Gestaltung des neuen Konferenzzentrums in der Heidelberger Bahnstadt gewonnen. Das Preisgericht wählte den Entwurf unter 22 eingereichten Arbeiten aus.

Weitere Artikel:

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

In nur sieben Wochen wich grauer Beton einer abstrakt-naturalistischen Malerei mit blauem Himmel, weißen Wolken, täuschend echten Bäumen und einem illusionistischen Streichelzoo. Verantwortlich dafür zeichnet der auf exklusive Wandmalerei spezialisierte Künstler Ulrich Allgaier.

Wintergarten gut beheizt

Wintergarten gut beheizt

Im Wintergarten hat Wärme nicht nur einfach die Funktion »Heizen« zu erfüllen. Wärme weckt Emotionen und bringt Atmosphäre in den gläsernen Raum. Eine elektrische Strahlungsheizung ermöglicht ein bedarfsgerechtes Heizen, wenn der Wintergarten genutzt wird und die Kraft der Sonne nicht ausreicht.

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Das von den Rotterdamer Städtebauexperten OMA (Office for Metropolitan Architecture) erdachte Timmerhuis in Rotterdam gilt als das »grünste Gebäude der Niederlande«. Es vereint Stadtverwaltung, Wohnungen, Büros sowie das Rotterdamer Stadtmuseum und schlägt eine architektonische Brücke zum denkmalges...

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 GDC

AZ Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Der Newsletter der AZ/Architekturzeitung ist kostenlos und kann jederzeit unkompliziert abbestellt werden.

Fachwissen | Architekten + Planer

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

In nur sieben Wochen wich grauer Beton einer abstrakt-naturalistischen Malerei mit blauem Himmel, weißen Wolken, täuschend echten Bäumen und einem illusionistischen Strei...

Wintergarten gut beheizt

Wintergarten gut beheizt

Im Wintergarten hat Wärme nicht nur einfach die Funktion »Heizen« zu erfüllen. Wärme weckt Emotionen und bringt Atmosphäre in den gläsernen Raum. Eine elektrische Strahlu...

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Das von den Rotterdamer Städtebauexperten OMA (Office for Metropolitan Architecture) erdachte Timmerhuis in Rotterdam gilt als das »grünste Gebäude der Niederlande«. Es v...

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Die in der eigenen Betriebsstätte hergestellte, zargenlose Schiebetür bestehen aus dem lichtdurchlässigen, biegesteifen Wabenpaneel »ViewPan« mit Oberflächen aus Acrylgla...

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Das Hamburger Hotel Wedina hat ein umfassendes Facelift erhalten, bei dem Farbe eine zentrale Rolle spielt. Die Fassade macht in leuchtendem Rot auf sich aufmerksam und j...

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Über hundert Jahre wurde in der Schnapsbrennerei in Weißenfeld hochprozentiger Alkohol aus Kartoffeln für medizinische Zwecke hergestellt. Um das Gebäude zu erhalten und ...

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Bis Oktober ist Berlins östlichster Stadtbezirk Standort für die Internationale Gartenausstellung (IGA), zu der rund zwei Millionen Gäste aus Europa erwartet werden. Die ...

Holz-Hybridbau mit Keramikfassade

Holz-Hybridbau mit Keramikfassade

H7, das Bürohaus von Andreas Heupel Architekten im alten Stadthafen von Münster, ist ein siebengeschossiger Holz-Hybridbau, der neue Maßstäbe im Hinblick auf Ökologie und...

Schiebefenster mit großer Öffnungsbreite und Insektenschutz

Schiebefenster mit großer Öffnungsbreite und Insektenschutz

Die Profile des Fensters »cero« messen trotz der möglichen 15 Quadratmeter großen Scheibenelemente gerade einmal 34 Millimeter. Für die jeweiligen Anforderungen an Wärmed...

Zaha Hadid: das Learning and Library Center in Wien

Zaha Hadid: das Learning and Library Center in Wien

Die neue Wirtschaftsuniversität in Wien ist die größte der Europäischen Union. Bisher befand sich die alte Wirtschaftsuniversität in einem Gebäude aus den 1970er-Jahren. ...

Weitere Artikel:


Anzeige AZ-D1-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.