Start Magazin Menschen + Architektur Wir bauen Stadt weiter - Interview mit Christoph Mäckler zum Tower 185

Wir bauen Stadt weiter - Interview mit Christoph Mäckler zum Tower 185

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Christoph Mäckler leitet das Büro Prof. Christoph Mäckler Architekten in Frankfurt am Main und ist seit 1998 ordentlicher Professor für Städtebau an der TU Dortmund. Gastprofessuren hatte er in Neapel, an der TU Braunschweig und der Universität Hannover. Er gründete 2008 das Deutsche Institut für Stadtbaukunst, das er gemeinsam mit Wolfgang Sonne leitet, und ist seitdem Berater für zahlreiche Städte. Jüngste Bauwerke sind u.a. der OpernTurm und der Tower 185 in Frankfurt am Main, das Hochhaus Zoofenster in Berlin und das Augustinermuseum in Freiburg im Breisgau, in Planung befindet sich derzeit das Terminal 3 am Flughafen Frankfurt. Wir sprachen mit Christoph Mäckler über Frankfurt und seinen Anfang 2012 fertig gestellten Neubau Tower 185.

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INTERVIEW

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Rolf Mauer: Herr Mäckler, in den Siebzigern haben Sie in den Büros von Gottfried Böhm und Oswald Mathias Ungers gearbeitet, was haben sie von diesen beiden Architekten mitgenommen, was hat sie beeindruckt? Wenn man ihr gebautes Werk betrachtet scheinen sie mehr Jünger von Ungers zu sein als von Böhm.

Christoph Mäckler: Ihre Meinung überrascht mich. Ich glaube, dass das nicht so ist. Beide Architekten haben eine große Rolle in meiner Ausbildung gespielt. Man muss natürlich dazu sagen, bei Böhm habe ich studiert und bei Ungers habe ich gearbeitet.

Bei Böhm habe ich gelernt mit Material und dem Detail umzugehen, mit Genauigkeit und dem Aufeinandertreffen wie dem Abstimmen von Materialien und Oberflächen. Gerade in meinen Hochhäusern werden sie eine Sorgfältigkeit und Genauigkeit finden, die aus dem Gedankengut von Gottfried Böhm kommt. Ich schätze ihn und treffe ihn immer noch persönlich.

Ungers ist derjenige gewesen, der versucht hat, den Funktionalismus zu überwinden. Der uns seinerzeit einfach mitgerissen hat, weil wir heißhungrig waren auf Architektur, die eben nicht nur Funktion sein wollte. Es ist eine ganz schwierige Zeit gewesen. Bei ihm habe ich gelernt, mich mit Architekturgeschichte auseinanderzusetzen. Er spielte für mich eine ganz wichtige Rolle, auch was die Gründung des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst  angeht. Er hat die Grundlagen gelegt für das Denken in »Orten«, die ja in der Architektur bestimmten Traditionen unterliegen.

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Rolf Mauer: Sie sind Anfang der Neunziger mit dem Gleichrichterwerk für die U-Bahn Linie 7 in der Borsigallee in Frankfurt einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Sie sind Frankfurter, haben dort viel gebaut. Wie erleben Sie als Architekt die Stadt?

Christoph Mäckler: Frankfurt ist eine besondere Stadt, weil sie weltoffen und vor allen Dingen eine Kulturstadt ist. Frankfurt hat den höchsten Kulturetat in Deutschland und das macht sich auch im Bauen bemerkbar. Denken sie an das Museumsufer, das seinerzeit von Hilmar Hoffmann initiiert wurde. Denken sie an den neuen Universitätscampus. Welche Stadt in Deutschland leistet sich eine völlig neue Universität? Ich habe seinerzeit dem Wissenschaftsminister Udo Corts eine Gestaltungssatzung für das Bauen hinter dem Poelzig-Bau empfohlen, um dort einen charaktervollen Ort, ein städtebauliches Ensemble aus steinernen Universitätsgebäuden zu entwickeln. Das ist in unserer Zeit etwas Einmaliges!

Und natürlich die Frankfurter Hochhäuser. Es gibt keine europäische Stadt, die in ihrem Zentrum eine derartige Massierung von Hochhäusern, »eine Stadtkrone«, hat. Man muss einfach sagen, dass die Politik in Frankfurt am Main in den letzten fünfzehn bis zwanzig Jahren für Neues sehr aufgeschlossen war. Sie finden das in der Theaterwelt, in der Musikwelt, in der Oper. Denken sie mal, wie viele Preise die Frankfurter Oper bekommt. Und die Stadt ist eben auch offen gegenüber den Themen der Stadtbaukunst.

Ich habe mich gleich nach dem Studium mit dieser Stadt und ihrer Geschichte auseinandergesetzt und hatte das Glück, wichtige Orte besetzen zu können mit der Alten Stadtbibliothek am Obermaintor, einem projektierten Hochhaus am Untermaintor, der Neugestaltung der Alten Brücke als Ursprung der Stadt Frankfurt am Main, mit dem Bau der Kunsthalle Portikus auf der Maininsel, der westlichen Platzfront am Goetheplatz, dem Opernplatz mit dem Opernturm und dem Tower 185 an dieser wunderbaren Anlage aus dem 19. Jahrhundert, der Friedrich-Ebert-Anlage. Ich habe mit meiner Architektur Orte im Stadtbild wieder festigen können und das empfinde ich als etwas ganz Besonderes. Ich weiß nicht, ob mir das in anderen Städten auch so gelungen wäre. Das hängt damit zusammen, dass die Stadt Frankfurt eine politisch sehr offene Stadt ist.

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Rolf Mauer: Lassen Sie uns über Ihr Anfang 2012 fertiggestelltes Hochhaus, den Tower 185  in Frankfurt sprechen. Welche städtebauliche Situation haben sie vorgefunden.

Christoph Mäckler: Der Tower 185 steht an der Friedrich-Ebert-Anlage zwischen Hauptbahnhof und Messe und damit am westlichen Eingang der Stadt Frankfurt. Sie fahren erst an der Großen Festhalle von Friedrich von Thiersch vorbei und kommen dann zu unserem Tower 185 bevor sie zum Bahnhofsplatz kommen.

Rolf Mauer: Wollten Sie mit dem Tower 185  eine städtebauliche Eingangssituation herstellen?

Christoph Mäckler: Das kann man so sagen. Der Platz, der dort entstanden ist, mit den beiden Eckgebäuden, die auf die Friedrich-Ebert-Anlage weisen, und dem dahinter aufgehenden Hochhaus, ist ein Baustein an der Eingangssituation nach Frankfurt.

Rolf Mauer: Für einen in Deutschland tätigen Architekten ist der Bau eines Hochhauses eine besondere Bauaufgabe. Was bedeutet ihnen der Gebäudetyp »Hochhaus«?

Christoph Mäckler: Wir haben vier Hochhäuser planen können, eines haben wir saniert, drei haben wir neugebaut. Das Wichtigste für mich ist die städtebauliche Einbindung dieses Gebäudetypus in die Stadt. Da ist in den vergangenen Jahrzehnten viel Unsinn gemacht worden und sie können an all diesen Gebäuden sehen, wie stark diese sich städtebaulich orientierten. Was mich auch fasziniert ist die Funktion der gestapelten Grundrisse, die einfach absolut fehlerlos sein müssen.  Das ist etwas, was mich unglaublich reizt, da ein solches Gebäude keine Fehler erträgt.

Wenn sie ein Hochhaus wie den Tower 185 mit 50 Geschossen bauen und  diese erfüllen ihre Funktion nicht, beispielsweise in der Erschließung, schaden sie dem Bauherren erheblich, weil sie die Fehler in jedem Geschoss wiederholen. Wenn sie sich die Grundrisse einiger Frankfurter Hochhäuser vornehmen, sind sie erstaunt, welche Unzulänglichkeiten sie in den Grundrissen finden.

Wir sind als Architekten sehr an der Funktion interessiert und das ist auch für mich einer der Gründe, warum wir so viele Hochhäuser hier in Deutschland bauen.

 

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Rolf Mauer: Wie erreichen sie eine hohe Qualität in der Planung von Hochhäusern? Wie findet der Dialog statt, in ihrem Büro, mit den Investoren, mit den Fachplanern?

Christoph Mäckler: Wenn sie eine gewisse Zeit an einem solchen Typus gearbeitet haben, dann kennen Sie die Schwierigkeiten und sie kennen die Kniffe, die notwendig sind, um eine Planung zu optimieren.

Wir haben im Tower 185 und im Opernturm eine Fläche von 1.600 Quadratmeter pro Geschoss mit einer Einteilung in vier unabhängige Mieteinheiten pro Etage vorgesehen, ohne dass es Schwierigkeiten mit den Fluchtwegen oder dem Brandschutz gibt. Dieser Grundrisstypus wird mittlerweile als vorbildlich angesehen und setzt sich in Deutschland durch, weil die Geschosse auch als Großraumbüros genutzt werden können. Für den Investor ist es nicht einfach, solche Objekte mit 100.000 Quadratmetern zu bauen. Man muss ihm die Möglichkeit geben auch kleine Mieteinheiten vermieten zu können.

Es gibt in Frankfurt Hochhäuser, die zum großen Teil leer stehen. Der Messeturm als Nachbar hat große Freiflächen und Schwierigkeiten in der Vermietung. Dieses attraktive Gebäude hat Mängel in der Aufteilung des Grundrisses.

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Rolf MauerAn welchen Werten orientiert man sich, wenn man ein Hochhaus baut?

Christoph Mäckler: Das Wichtigste ist die Funktionalität, das ist die Grundlage eines jeden Hochhauses. Das Zweite, was mir besonders wichtig ist, ist die dauerhafte Bauweise. Ich rede nicht gerne von Nachhaltigkeit, sondern lieber von Dauerhaftigkeit. Häuser müssen dauerhaft sein, nicht nachhaltig. Das Dritte ist die Eingliederung in das städtische Gefüge.

Bei der Sanierung des City-Hochhauses haben wir die neue Fassade geplant und die Eingangshalle verlegt. Die Eingangshalle orientierte sich vor der Sanierung zum anliegenden Wohngebiet, wir haben sie in Richtung Platz der Republik, also zum Hauptbahnhof ausgerichtet. Das war kein einfacher Eingriff, der Aufwand war sehr groß. Die Öffnung des Sockels war aber wichtig, weil dem Turm damit  eine neue Adresse, »Platz der Republik 6«, gegeben werden konnte.

Beim Tower 185 haben wir einen eigenen, von Arkaden gesäumten Platz gebaut, der als städtischer Platz zum Eingang des Tower hinführt. Die städtebauliche Eingliederung ist das Besondere an allen meinen Hochhäusern. Wir hatten beim Tower 185 mit einem Bebauungsplan zu kämpfen, der das Hochhaus »in the middle of nowhere« gestellt hat. Der Bauherr hatte das Problem, dass er nicht wusste, wie er dem Hochhaus eine Adresse geben sollte. Mit dem vorgelagerten Platz öffnet sich das Bauwerk heute zur Friedrich-Ebert-Anlage.

Rolf MauerSie sprachen eingangs davon, dass Gottfried Böhm sie hinsichtlich der Materials, des Details, der Präzision beeinflusst hat. Erzählen Sie uns etwas über die Materialität des Tower 185. Mit welchen Oberflächen haben sie gearbeitet? Wie bewerten Sie die Baumaterialien Glas und Stein?

Christoph Mäckler: Ich weiß nicht, was Architekten die letzten dreißig Jahre und noch heute dazu bringt, Hochhäuser mit Glashäuten zu versehen. Das führt dazu, dass diese Gebäude zu Energieschleudern werden, die nur mit viel technischem Aufwand nutzbar werden.

Beim Tower 185 haben wir die Materialität des Sockels dem Bahnhofsviertel angepasst. Der Frankfurter Hauptbahnhof ist aus einem braunen Sandstein mit einem Schieferdach und ausschlaggebend für das ganze Viertel, das ebenfalls mit diesem Material ausgeführt wurde. Der Tower nimmt dies auf und hat eine braun-beige-bronzene Verkleidung aus Aluminiumblech, der Sockel zeigt den braunen Naturstein. Eine Besonderheit für dieses moderne Bürohaus ist das Schieferdach.

Ich bin ja auch jemand, der in der Moderne groß geworden ist und nicht gelernt hat, mit dem Dach umzugehen. Ein Bürohaus mit einem Dach in direkter Anbindung an ein Hochhaus ist nicht nur für den Bauherrn ungewöhnlich, sondern auch für den Architekten. Wir haben es dort ausgeführt, um innerhalb der Heterogenität der Umgebung, mit einer direkt benachbarten Kirche und einer Schule aus dem 19. Jahrhundert, Kontinuität zu schaffen.

Das Schieferdach beherbergt die Haustechnik des Sockels und das Interessante ist, dass das Ganze kostengünstiger ist als die Technik auf ein Flachdach zu stellen.

Rolf MauerDas Schieferdach orientiert sich also am Maßstab der Umgebung. Es soll zeigen, dass sie den Ort kennen und sich ihm anpassen, obwohl der Typus Hochhaus in dieses Gefüge aus dem 19. Jahrhundert ein sehr ungewöhnliches Volumen einbringt?

Christoph Mäckler: Ja. Es geht nicht darum, die Geschichte des Ortes aufzugreifen und zu rekapitulieren, also nicht darum, eine Retro-Architektur hinzustellen, sondern es geht darum, die Geschichte des Ortes zu kennen und daraus eine zeitgemäße Architektur zu entwickeln, die auf der geschichtlichen Grundlage des Ortes aufbaut und diesen damit kräftigt.

Wir bauen Stadt weiter. Wir stellen der Stadt kein Gebäude entgegen. Der Tower 185 mit seinem Sockel ist Teil dieser Stadt und trotzdem ein markantes Gebäude im Stadtbild.

Rolf MauerDefiniert ein Satz wie »Wir bauen Stadt weiter« den Unterschied zwischen dem europäischen Hochhausbau im Vergleich zum amerikanischen oder asiatischen Bauen?

Christoph Mäckler: Man kann den amerikanischen Hochhausbau nicht vereinheitlichen, nehmen sie zum Beispiel das Rockefeller Center in New York, das ist auch »Stadt weiter bauen“.

Im asiatischen Raum ist es völlig ungewöhnlich, dort setzen wir als westlich denkende Architekten den ganzen Müll ab, den wir in den sechziger und siebziger Jahren hier gedacht und entwickelt haben. Dort geht es überhaupt nicht um Geschichte. Ich halte es nicht für richtig, wenn man als Architekt die Kultur eines Landes nicht kennt und Dinge aus dem eigenen Kulturraum, aus der eigenen Sozialisation nimmt und in Asien aufstellt. Das führt dazu, dass dort keine Identität entsteht. Am Beispiel China sieht man, dass ganze Stadtteile abgerissen wurden und gesichtslose Viertel entstanden. Das ist sehr traurig.

Offenbar merkt man jetzt so langsam die Folgen und steuert dem entgegen. Ich bin froh, dass ich nicht in Asien bauen muss, mich hier in Deutschland umsehen kann und hier bauen darf.

Rolf MauerHerr Mäckler, eine abschließende Frage: Sie sind Leiter des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst. Dessen Ziel es ist, »die ästhetisch-gestalterische Seite der Stadt« sowie die »unterschiedlichen Aspekte wie soziale, ökonomische, politische, ökologische, technische und kulturelle Anforderungen in der Gestaltgebung der Stadt zusammenzubringen«. Wie setzen Sie diesen Anspruch um? Was bedeutet dieser Ansatz in der praktischen Arbeit?

Christoph Mäckler: Sie haben die grundlegenden Aspekte ja sehr schön aufgezählt. Im Grunde sollte damit das klassische Berufsbild eines Architekten beschrieben sein. Wir müssen uns u.a. um Ökologie kümmern, wir müssen uns um Technik kümmern, um die Kultur des Ortes, an dem wir bauen. Meine Arbeit vertritt nicht nur die Bauherrschaft, ich kümmere mich auch um das städtische Gemeinwesen. Ich vertrete die Interessen meiner Bauherren, aber auch die der Stadt bzw. ihrer Bevölkerung. Diese Einstellung habe ich vorhin mit »Stadt weiter bauen« bezeichnet. Wir haben in Deutschland so viel hässliche Orte, das man sich wirklich fragt, an was das denn liegt.

Ich habe das Institut 2009 gegründet. Wir haben lange diskutiert, ob der Begriff »Stadtbaukunst« nicht zu provokativ ist. Es war überraschend zu sehen, mit welchem Interesse wir konfrontiert wurden. Mein Institut hat in den ersten drei Jahren über zwei Millionen Euro an Forschungsgeldern bekommen. Wir beraten Städte und arbeiten an Projekten, in denen wir versuchen, Architektur, Verkehr und Kultur eines Ortes zusammen zu bringen.

Gemeinsam mit meinem Kollegen Wolfgang Sonne organisiere ich seit 2010 Konferenzen zum Thema »Architektur und Städtebau«, um gemeinsam mit der Politik vorwärts zu kommen. Unsere Städte wurden seit dem Zweiten Weltkrieg immer wieder mit neuen Ideologien konfrontiert. Erst war es die durchgrünte Stadt mit den ganzen Siedlungsbauten, dann kam die verkehrsgerechte Stadt und jetzt ist es das Thema Energie, das die Städte zerstört. Wenn sie sehen, was wir mit diesen Wärmeverbundsystemen anrichten, ohne zu wissen, was wir den nächsten Generationen an Schwierigkeiten aufladen, dann muss irgendeiner eingreifen. Wer macht das? Bestimmt nicht der Ingenieur, es macht auch nicht der Politiker, der versteht davon nichts, es macht auch nicht der Stadtplaner. Wer bleibt? Der Architekt, er muss die Dinge zusammen bringen.

Wir haben einige Erfolge und bauen gerade drei Musterhäuser für die Dogewo in Dortmund, wir bauen weitere zehn Musterhäuser in Frankfurt am Main mit der Siedlungsbaugesellschaft ABG. Wir wollen nachweisen, dass sie energetisch sinnvolle und dauerhafte Konstruktionen wählen können, die der städtischen Kultur des Ortes entsprechen und auch den nächsten Generationen weitergegeben werden können.

Rolf MauerHerr Mäckler, vielen Dank für das Gespräch.

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