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AZ/Architekturzeitung - Deutschland Österreich Schweiz |Samstag, 04.02.2012 |
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Möbellandschaften

Die Londoner Designer Luke Pearson und Tom Lloyd gründeten 1997 ihr Designbüro PearsonLloyd, das inzwischen zu einem der renommiertesten in Großbritannien gehört. Zu ihren Kunden zählen unter anderen Artemide, Classicon, Fritz Hansen, Knoll International, Lufthansa und Walter Knoll.

Mit Bene entwickelten die Designer die unkonventionelle Möbelkollektion »Parcs«. Als raumbildendes Möbel-Set kann es frei gruppiert und vielfältig variiert werden. So entsteht ein Arbeitsumfeld sowohl für Meetings, spontanen Austausch, Warten und Entspannen.

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»Parcs« definiert das Büro als offene »urbane« Landschaft: Vor allem in den häufig brach liegenden Mittelzonen und Übergangsbereichen zwischen funktionell klar zugeordneten Bereichen können mit der Möbelkollektion neue, auch optisch belebende Akzente gesetzt werden. Ähnlich wie Plätze und Parks in den Städten sind es die Zonen  »dazwischen«, die zur gemeinsamen Nutzung zur Verfügung stehen. Die Formensprache, so die Londoner Entwerfer, suggeriert Leichtigkeit und ist bewusst ruhig und neutral gehalten.

Fauteuils und kleine Hocker, gepolsterte Sitzbänke und Raumteiler, Wandelemente, Tische und Regale bilden den Baukasten von »Parcs«. Sie heißen »Toguna«, »Causeways«, »Wing Chair«, »Wing Sofa«, »Idea Wall« und lassen sich zu multifunktionalen, raumbildenden Arbeitsorten verknüpfen.

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Eine Toguna ist in Mali ein Versammlungsort, an dem die Dorfältesten ihre Entscheidungen treffen. Inspirierend von der gesellschaftlichen Funktion der Toguna entwarfen die Designer ein gleichnamiges Möbel. Die »Toguna« ist ein kreisrundes, halb geschlossenes Volumen, das frei im Raum steht. Akustisch abgeschirmt, ist »Toguna« ein konspirativer Ort für Brainstormings, kurze Meetings oder Gespräche mit hohem Konzentrationsbedarf. Dabei kann man sitzen oder stehen.

»Causeways« bezeichnet die rechtwinkeligen Polstermöbel-Landschaften von »Parcs«. In Kombination mit vertikalen »Fence«-Modulen oder »Walls« animieren die Sitzmodule ihre Nutzer, drei unterschiedliche Positionen einzunehmen: Sitzen, Stehen, Anlehnen. Die vertikalen Module schirmen dabei ab und ermöglichen konzentriertes Arbeiten.

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Die »Causeways« ermöglichen ergonomische Freiheit. Pate stand Giant´s Causeway, eine beeindruckende Felsformation über dem Meer in Nordirland: Intuitiv nimmt dort jeder Besucher die für ihn bequemste Haltung ein. Auch die Spanische Treppe in Rom, Straßencafés in Paris oder alte Städte inspirierten die Designer – Orte, an denen Menschen einander gerne treffen und verweilen.

An die Ohrensessel der Großeltern erinnern »Wing-Chair« und »Wing-Sofa«. Seitenkopfstützen schirmen ab und ermöglichen ungestörte Gespräche und fokussiertes Arbeiten. Die »Wing-Chairs« bieten jeweils einer Person Platz und sind drehbar.

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»Wing-Sofas« bieten zwei bis drei Personen Platz. Kombiniert mit Verbindungselementen, beispielsweise Tischen, verwandeln sie sich in größere räumliche Einheiten. Im »American Diner« stehen zwei »Wing«-Sofas einander kommunikativ gegenüber – bereit für Besprechungen und gemeinsames Arbeiten.

Einen spannenden Kontrast zu den organischen Formen der »Wing«-Serie und der »Toguna« bilden die orthogonalen »Causeways«. Die Kreisformen fordern zur Bewegung im Raum auf und durchbrechen starre Strukturen.

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Wesentlicher Bauteil von »Parcs« ist die »Idea Wall«, ein freistehendes Wandelement mit integrierter Kommunikations- und Medientechnik. Die »Idea Wall« ist sowohl Bildschirm für Informationen als auch Raumteiler. Sie lässt sich mit einem Stehtisch oder »Causeways«-Kombinationen verbinden.

Medien-Integration ist laut Bene ein Plus von »Parcs« die mobiles Arbeiten und professionelles Präsentieren unterstützt.

»Parcs« bietet Büroinseln die ein stressfreieres Arbeiten ermöglichen sollen. Privatsphäre ist ein wichtiger Aspekt. Deshalb ermöglichen die Möbel und Environments von »Parcs« akustische und visuelle Abschirmung auf vielfältigste Art und Weise ohne den Kontakt zum Arbeitsumfeld zu stören.

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»Parcs« ist das Ergebnis eines von Bene vor zwei Jahren mit PearsonLloyd gestarteten Research-Projektes zum Thema „New Working Environments“. Schnell wurde dabei klar, dass die zunehmende Bedeutung von Büroabeit nach neu zu definierenden Orten und ebenso praktikablen wie inspirierenden Möbeln verlangt. Es gehe darum, so Designer Tom Lloyd, sich von der fixen Idee zu lösen, »dass Menschen nur dann arbeiten, wenn sie auch am Schreibtisch sitzen«. Auch jemand, »der auf einem Sofa sitzt, schafft Mehrwert für das Unternehmen«.

Bene, www.bene.com

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