Anzeige AZ - A1 - 900 x 250 R7

Start Innovation Fassade/Fenster Anti-Reflexionsgläser im Staatlichen Museum Ägyptische Kunst in München

Anti-Reflexionsgläser im Staatlichen Museum Ägyptische Kunst in München

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1310/eurowhite-luxar-10-Kunst und Zeit Sarg_Foto_Die Werft.jpg

Im Neubau des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst in München lassen sich über fünf Jahrtausende Jahre Kunst und Kultur bestaunen. Die eindrucksvolle Architektur des Gebäudes sowie eine gut geplante und ausgeführte Ausstellungsarchitektur machen den Besuch des Museums zu einem besonderen Erlebnis. Sehr reduziert und präzise eingesetzte Materialien leiten den Blick fast unmerklich auf die Ausstellungsobjekte, die durch kaum sichtbare Anti-Reflexionsgläser »Luxar« von Glas Trösch geschützt werden.

Mit der Eröffnung des Staatlichen Museums Ägyptischer Kunst ist inmitten des Münchner Kunstareals ein weiterer Ausstellungsort zur Vermittlung kulturellen Erbes entstanden. Das Projekt des Kölner Architekten Peter Böhm besteht aus zwei Gebäuden. Im vorderen Teil des Grundstückes befindet sich das Ägyptische Museum, im hinteren Bereich die Hochschule für Fernsehen und Film. Das Ägyptische Museum liegt mit seinen Besucherräumen vollständig unterirdisch. Der Baukörper der Hochschule dagegen steht mit seinem Gegenüber, der Alten Pinakothek von Leo Klenze, städtebaulich in direktem Dialog. Seiner Kubatur nimmt dessen Maße in Länge und Höhe auf und springt wie er weit von der Straßenkante zurück, um Raum für eine große Grünfläche zu schaffen.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1310/eurowhite-luxar-01-Totenbuch_Foto_Die Werft.jpg

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1310/eurowhite-luxar-02-Themenraum_Relgion_Silberfalke_Foto_Die_Werft.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1310/eurowhite-luxar-03-Themenraum_Jenseitsglaube_Foto_Die_Werft.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1310/eurowhite-luxar-05-Pharao_Foto_Die Werft.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1310/eurowhite-luxar-04-Schrift und Text 01_Foto_Die Werft.jpg

Die klare Trennung und seine Eigenständigkeit als Museumsbau markiert das Ägyptische Museum bereits durch seinen prägnanten Eingang. Auf einer breiten und sehr flach abfallenden Freitreppe bewegt sich der Besucher auf eine siebzehn Meter hohe, der Hochschulfassade vorgestellte Portalwand zu, die das Gelände weit überragt. Eine vergleichsweise kleine Öffnung verschafft Zugang zum Museum. Vom 1. Untergeschoss, in dem sich Foyer, Shop, Auditorium und andere Funktionsräume befinden, gelangt man über eine weitere Treppe in den Ausstellungsbereich im 2. Untergeschoss. Acht Meter unter der Erde liegen vierzehn Räume unterschiedlicher Größe und Proportion, in denen nach verschiedenen Themen unterteilt die etwa 2.000 Exponate der Dauerausstellung zu sehen sind. Während der kunsthistorische Teil des Museums in zwei großen Räumen ägyptische Kunst aus fünf Jahrtausenden vorstellt, behandelt der kulturhistorische Teil in zwölf kleineren Räumen Themen wie die Person des Pharao, Religion, Schrifttum und kulturelle Beziehungen. Ein in die Rasenfläche eingelassenes Atrium sorgt für natürliche Beleuchtung und ermöglicht trotz unterirdischer Lage immer wieder einen Blick ins Freie. Auf diese Weise entsteht ein Wechselspiel aus großzügigen, von Tageslicht durchströmten Pfeilerhallen und dunkleren Bereichen, wodurch das Betreten jedes Raumes besonders reizvoll wird.

Das Münchner Büro für Ausstellungsgestaltung und Innenarchitektur, DIE WERFT, wurde bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt in die Planung einbezogen und erarbeitete die Gestaltung der Ausstellungsflächen sowie das Vermittlungskonzept unter der konzeptionellen Leitung der Museumsdirektorin Sylvia Schoske. In jedem Raum wird ein Exponat als Leitobjekt inszeniert, welches das dramaturgische Raumbild bestimmt. Um dieses Objekt herum gruppieren sich sparsam weitere Exponate, die alle zur Gesamtwirkung des Raumes beitragen. Das Augenmerk liegt dabei zu jederzeit auf dem eigentlichen Kunstobjekt.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1310/eurowhite-luxar-06-Nubien_Foto_Die Werft.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1310/eurowhite-luxar-07-Mumienmasken_Foto_Die Werft.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1310/eurowhite-luxar-08-Kupferskulpturen_Raum Kunst und Zeit 01_Foto_Die_Werft.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1310/eurowhite-luxar-09-Kunst und Zeit_Foto_Die_Werft.jpg

Insbesondere an den Ganzglasvitrinen lässt sich der Grundsatz der Gestalter »von rohen Ursprüngen zum raffinierten Objekt« deutlich erkennen. Die Innenwände des Museums sind in einer gröberen Betonqualität ausgeführt, zu der sich der Boden aus Muschelkalkplatten schon deutlich präziser ausnimmt. Der Objektsockel besteht wieder aus Sichtbeton, der sich nun allerdings durch extreme Ebenmäßigkeit in Oberfläche und Struktur auszeichnet. Abgeschlossen werden die Objektsockel von einer Platte aus schwarzem Stahl mit einem genauestens auf das jeweilige Exponat gefertigten Objekthalter, der dann – als Krönung handwerklichen und künstlerischen Geschicks – das Objekt selbst trägt. Ein fast unsichtbar erscheinender Schutz aus transparenten und rahmenlos verklebten Vitrinengläsern sorgt dafür, dass der Blick sich auf die Kunst konzentrieren kann.

Neben den frei stehenden Ganzglasvitrinen, mit deren Montage die Firma barth Innenausbau beauftragt wurde, beherbergt auch eine Vielzahl an Wand- und Sondervitrinen die Schätze aus dem alten Ägypten. Ein besonderer Aspekt der Planung aller Vitrinenarten lag dabei in ihrer möglichst unauffälligen Konstruktion sowie einer gut handhabbaren Reinigung und Neubestückung, die über Dreh- und Schiebetürelemente ermöglicht wird. Es kamen ausschließlich Klebeverbindungen zum tragen, deren statische Eignung in der jeweiligen Einbausituation der teilweise bis zu 200 Kilogramm schweren und über drei Meter hohen Gläser nachgewiesen werden musste. Auch die Verklebung der Scheiben auf den als Haltekonstruktion für die Wandvitrinen dienenden Flachstahl wurde untersucht. Auf diesen optisch kaum wahrnehmbaren Rahmen brachten die Metallbauer der Firma Brüll + Gruber die Vitrinengläser flächenbündig mit den angrenzenden Wänden auf.

Die Verglasung der über 60 Vitrinen wurde fast ausschließlich mit Verbundsicherheitsgläsern aus 2 x 6 Millimeter hochmodernem Anti-Reflexionsglas »Eurowhite Luxar« von Glas Trösch vorgenommen. Durch eine besonders geringe Restreflexion von unter 0,5 Prozent und nahezu unverfälschte Farbwiedergabe, ist es bei direkter Durchsicht fast unsichtbar und eignet sich damit hervorragend für die Realisierung einer anspruchsvollen Ausstellungsarchitektur. Für die Klebeverbindungen kam ein stark haftendes Structural Glazing Silikon der Firma Dow Corning zum Einsatz. Glas Trösch konnte durch das Institut für Fenstertechnik in Rosenheim bestätigte Verträglichkeitstest vorlegen, die eine Eignung der Verklebung im Zusammenhang mit den verwendeten Glasscheiben nachweisen und sich damit von der Konkurrenz im Wettbewerb um die Ausführung des Projektes abheben.

Eine besondere Herausforderung lag in der gesicherten Verwahrung eines der Highlights des ägyptischen Museums. Die Vitrine des meroitischen Goldschatzes der Königin Amanishakheto unterlag strengen Sicherheitsforderungen und musste mit einer zusätzlichen Alarmspinne ausgestattet werden. Glas Trösch entwarf hierfür eine Speziallösung, bei der die Sicherheitstechnik ohne zusätzlichen Scheibenzwischenraum in die Vitrinenverglasung eingebracht werden konnte. So lässt sich das filigrane Geschmeide heute perfekt geschützt und ungetrübten Blickes im Museum bewundern.

Glas Trösch Beratungs-GmbH, www.glastroesch.de

Fotos: Die Werft, München

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2013/1310/eurowhite-luxar-11-Uschebtis_Foto_Die_Werft.jpg

Zooviertel-Carrée von sop architekten

Zooviertel-Carrée von sop architekten

Mit dem neuen Wohnquartier Zooviertel-Carrée im beliebten Düsseldorfer Stadtteil Düsseltal hat slapa oberholz pszczulny | sop architekten ein Ensemble aus modernen Mehrfamilienhäusern realisiert, das die Architekturgeschichte des Standortes weitererzählt.

Mikrohofhaus mit 7 Quadratmetern von Atelier Kaiser Shen

Mikrohofhaus mit 7 Quadratmetern von Atelier Kaiser Shen

Das hier vorgestellte, kompakte Mikrohofhaus stellt einen Beitrag zum immer knapper werdenden Wohnungsbedarf dar und ist nicht nur ein Vorschlag, eine unwirtliche Restflächen nachzuverdichten, sondern auch ein überzeugender Gegenentwurf zu immer größer werdenden Wohnungsgrößen. Der Bauplatz, auf dem...

Flagshipstore in Stuttgart von DIA – Dittel Architekten

Flagshipstore in Stuttgart von DIA – Dittel Architekten

DIA – Dittel Architekten hat für Mußler Beauty by Notino die erste von 10 geplanten Filialen in Deutschland entwickelt, gestaltet und umgesetzt. Ziel des Konzeptes ist es, die Marke der Online-Offline-Symbiose im Raum erlebbar zu machen und die Kundenbindung zu fördern und weiter auszubauen.

Weitere Artikel:

Dezentrale Lüftungsanlage im Einfamilienhaus

Dezentrale Lüftungsanlage im Einfamilienhaus

Das eigene Haus zu planen und zu bauen bringt viele Entscheidungen mit sich. Familie Lorenz hat ihr Projekt vollendet und genießt nun den Komfort ihres Eigenheims. Als Architekten haben sie die kompletten Planungsarbeiten in Eigenleistung erbracht. Entsprechend mit der Materie vertraut, ließen sie a...

Künstlerische Neugestaltung der Pfarrkirche St. Dionysius in Elsen

Künstlerische Neugestaltung der Pfarrkirche St. Dionysius in Elsen

Zeitgemäße Neuausmalung oder Konservierung des Bestands? Vor dieser Entscheidung stand die Gemeinde der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Dionysius in Elsen, einem Stadtbezirk von Paderborn. Im Rahmen der umfangreichen Sanierung des denkmalgeschützten Kirchengebäudes entschied man sich für die kü...

Universitätsneubau an geschichtsträchtigem Ort von Erick van Egeraat

Universitätsneubau an geschichtsträchtigem Ort von Erick van Egeraat

Am Augustusplatz in Leipzig wurde im Dezember 2017 ein architektonisch herausragender Gebäudekomplex fertiggestellt. Er setzt sich aus dem Neuen Paulinum (Aula und Universitätskirche St. Pauli) und dem Neuen Augusteum zusammen. Der Ort, auf dem das Objekt errichtet wurde, kann auf eine lange wechsel...

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 R7

AZ Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Senden Sie mir den Newsletter der AZ/Architekturzeitung zu. Ich bin damit einverstanden, den Newsletter zu erhalten und weiß, dass ich mich jederzeit problemlos wieder abmelden kann. Der Newsletter kann bei Bedarf Werbung von Dritten enthalten.

Fachwissen | Architekten + Planer

  • Tragwerke mit Nagelplattenbindern
    Tragwerke mit Nagelplattenbindern Nagelplattenbinder bilden das Gerüst des Dachtragwerks und bieten sich zur Verwirklichung selbst extrem komplexer Architekturen an. Sie sind als Bauteile…

Dezentrale Lüftungsanlage im Einfamilienhaus

Dezentrale Lüftungsanlage im Einfamilienhaus

Das eigene Haus zu planen und zu bauen bringt viele Entscheidungen mit sich. Familie Lorenz hat ihr Projekt vollendet und genießt nun den Komfort ihres Eigenheims. Als Ar...

Universitätsneubau an geschichtsträchtigem Ort von Erick van Egeraat

Universitätsneubau an geschichtsträchtigem Ort von Erick van Egeraat

Am Augustusplatz in Leipzig wurde im Dezember 2017 ein architektonisch herausragender Gebäudekomplex fertiggestellt. Er setzt sich aus dem Neuen Paulinum (Aula und Univer...

Künstlerische Neugestaltung der Pfarrkirche St. Dionysius in Elsen

Künstlerische Neugestaltung der Pfarrkirche St. Dionysius in Elsen

Zeitgemäße Neuausmalung oder Konservierung des Bestands? Vor dieser Entscheidung stand die Gemeinde der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Dionysius in Elsen, einem Sta...

Neuer Service für Architekten: Coating on Demand

Neuer Service für Architekten: Coating on Demand

Mit dem neuen Service »Coating on Demand« (CoD) ermöglicht AGC Interpane Architekten jetzt die Entwicklung einzigartiger Verglasungen, die exakt auf die Anforderungen von...

Hightech-Glamour

Hightech-Glamour

Die Alucobond-Oberflächenserie »Anodized Look« setzen Architekten gerne dort ein, wo dauerhaft metallisch schimmernde Fassaden gewünscht sind. Die Aluminiumverbundplatten...

Flachdach-Ausstieg

Flachdach-Ausstieg

Seit Februar ist der neue Flachdach-Ausstieg »DRL« von FAKRO auf dem Markt. Dieser ermöglicht den Zugang zum Flachdach über das Dachgeschoss. Die Bedienung des Ausstiegs ...

Elegant und minimalistisch

Elegant und minimalistisch

Die Fassade und das Dach eines Hauses im südkoreanischen Sokcho wurden mit
einem ein Solid-Surface-Material verkleidet. Im Dialog mit der Natur verändert das Gebäude sein ...

Dünnwandige Aufsatzwaschtische

Dünnwandige Aufsatzwaschtische

Bei der Entscheidung für einen neuen Waschtisch spielen Aspekte wie Langlebigkeit und Robustheit eine entscheidende Rolle. Auch nach Jahren der intensiven Nutzung sollte ...

Die Bahnhofsmall des neu gestalteten Wuppertaler Hauptbahnhof

Die Bahnhofsmall des neu gestalteten Wuppertaler Hauptbahnhof

In einem über mehrere Jahre angelegten Projekt wird der Hauptbahn-hof Wuppertal und dessen Anbindung an die Innenstadt umgestaltet. Bereits fertiggestellt ist die Bahnhof...

Flexible Mastleuchte für den Außenraum

Flexible Mastleuchte für den Außenraum

Bei der Beleuchtung des Außenraums setzt die smarte LED Mastleuchte, die der international bekannte Lichtdesigner Dean Skira für Delta Light entworfen hat, neue Maßstäbe....

Weitere Artikel:


Anzeigen AZ-D1-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.