Start Innovation Fassade/Fenster Empfangs- und Bürogebäude von Wilford Schupp Architekten

Empfangs- und Bürogebäude von Wilford Schupp Architekten

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2016/1611/sto-gebaeude-stuehlingen-01.jpg
 

Der im August 2016 fertiggestellte Neubau eines Empfangs- und Bürogebäude von Sto, geplant von Wilford Schupp Architekten, ist ein weiterer Baustein des im Jahr 1993 von Michael Wilford & Partners, London/Stuttgart, erstellten Masterplans, der das Sto-Areal am Hauptstandort Stühlingen anhand zweier Achsen strukturiert. Diese werden an einem zentralen Punkt zusammengeführt – dort, wo ein ovaler, an den für das Unternehmen charakteristischen gelben Eimer erinnernder Kubus steht. An dieses markante, viergeschossige Empfangsgebäude, das im Erdgeschoss ein großzügiges Foyer und in den oberen Geschossen Besprechungs- und Gemeinschaftsräume sowie eine Dachterrasse präsentiert, ist ein viergeschossiger, 16 x 58 Meter großer Gebäuderiegel angeschlossen, der offene Bürolandschaften für bis zu 150 Mitarbeiter auf den drei oberen Etagen und ein Datacenter im Untergeschoss beherbergt. Bei den beiden Bauwerken handelt es sich um Stahlbeton-Konstruktionen, deren Untergeschosse als Weiße Wanne umgesetzt wurden.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2016/1611/sto-gebaeude-stuehlingen-02.jpg

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2016/1611/sto-gebaeude-stuehlingen-03.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2016/1611/sto-gebaeude-stuehlingen-04.jpg

Schon während der Planungsphase war das Gebäude mit dem Vorzertifikat in Gold, der damals höchstmöglichen Auszeichnung, bedacht worden. Nach zweijähriger Bauphase erreichte es den Platin-Standard – die höchste Auszeichnung, die bislang erst wenigen Bürogebäuden in Deutschland verliehen wurde. Damit würdigt die DGNB die Nachhaltigkeit des Gebäudes über seinen gesamten Lebenszyklus. Bei der Bewertung werden die Themenfelder Ökologie, Ökonomie, soziokulturelle und funktionale Qualität, Technik sowie Planungs- und Bauprozess bewertet. Zudem fließen die Standortqualität, der Einsatz gesundheits- und umweltverträglicher Baustoffe, Barrierefreiheit und die Flexibiliät hinsichtlich Technik und Raumeinteilung mit ein.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2016/1611/sto-gebaeude-stuehlingen-06.jpg

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2016/1611/sto-gebaeude-stuehlingen-07.jpg

Das Energiekonzept der Gebäude basiert auf der Maßgabe, ihren Energiebedarf durch passive und aktive Maßnahmen zu minimieren und die Energieversorgung durch effiziente Technik zu optimieren. Beiträge dazu leisten eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des kompakten Bürotrakts mit einer Jahresleistung von 26.400 Kilowattstunden sowie das vorgehängte hinterlüftete, mit nicht sichtbar befestigten Photovoltaikpaneelen versehene Fassadensystem »StoVentec ARTline Invisible« (Jahresleistung: 15.800 Kilowattstunden), das an der Südseite zum Einsatz kam. An den anderen drei Seiten wurden schwarze Glaspaneele (»StoVentec Glass«) verbaut, so dass die Gebäudeoberfläche aus einer optisch hochwertigen, einheitlichen Hülle besteht. Sie sorgt im Sommer wie im Winter für eine ausgeglichene Temperatur im Innenraum. Weiteren Strom für das Gebäude produziert eine Turbine, die mit Wasser aus dem unter dem Werksgelände fließenden Ehrenbach betrieben wird.

Die ovale Fassade des gelben Empfangsgebäudes konnte mit dem hinterlüfteten Fassadendämmsystem »StoVentec R« realisiert werden. Auf seine biegsame Putzträgerplatte wurde ein organischer, nichtbrennbarer (A2-s1, d0), hoch wasserdampfdurchlässiger Fassadenputz (»Stolit«) fugenlos aufgebracht. Als Schutz vor der Witterung kam schließlich eine Fassadenfarbe ohne bioziden Filmschutz (»StoColor Dryonic«) zum Einsatz, die die Putzoberfläche dank ihrem bionischen Wirkprinzip nach Regen oder Taubildung extrem schnell trocken lässt.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2016/1611/sto-gebaeude-stuehlingen-21.jpg

Zur Heizung des Gebäudes wird im Winter die Abwärme der Server des Datacenters genutzt. Das luftdichte Fassadensystem, das mit einer wärmebrückenfreien, passivhauszertifizierten Edelstahl-/Aluminium-Unterkonstruktion von Sto montiert wurde, sowie dreifach verglaste Fenster sorgen dafür, dass die Wärme im Innenraum gehalten wird. Dort herrscht dank der in der vorgehängten hinterlüfteten Fassade eingesetzten diffusionsoffenen und schalldämmenden Steinwolle-Dämmplatte ein angenehmes Raumklima. Zusätzlich tragen ein abgehängtes, nicht brennbares Akustiksystem aus Blähglasgranulatplatten (»StoSilent Distance A2«) sowie schallabsorbierende Akustikdeckensegel aus PET-Recyclingfasern (»StoSilent Modular«) zum Wohlbefinden der Mitarbeiter bei. In den Büro- und Besprechungsräumen wurden ausschließlich gesundheits- und umweltverträgliche Innenraumprodukte wie das Feuchteregulierputzsystem »StoCalce Functio« eingesetzt. Das hoch diffusionsoffene System auf Kalkbasis, bestehend aus einem Unterputz, einer Spachtelmasse und einem dekorativen mineralischen Glattspachtel, enthält wie auch alle weiteren in zahlreichen Strukturen und Farbtönen eingesetzten Spachtel, Putze und Innenfarben keine Konservierungsmittel.

Die Büro- und Besprechungsräume wurden mit geringen Raumtiefen und hochgelegenen Fensterstürzen erstellt. Dies ermöglicht eine tiefe Ausleuchtung mit Tageslicht. Bei Bedarf werden zusätzlich präsenz- und tageslichtabhängig gesteuerte LED-Lampen angeschaltet. Gekühlt werden die Büro- und die Besprechungsräume sowie das Datacenter im Erdgeschoss durch Quellwasser. Im Frühling und Herbst ist eine natürliche Lüftung über die Fenster möglich, im Sommer und Winter wird die Frischluftzufuhr über eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung geregelt.

Sto SE & Co. KGaA, www.sto.de

Bauherr: Sto SE & Co. KGaA
Standort: Ehrenbachstraße 1, 79780 Stühlingen
Entwurfsplanung: Wilford Schupp Architekten, Stuttgart
Ausführungsplanung: Hölzenbein Architekten Planungsgesellschaft mbH
Bauleitung: Baudis AG; Formgewand Architekturstudio; E. Lasarzick freier Architekt BDA
Haustechnik: Ingenieurbüro Liebert Versorgungstechnik GmbH & Co. KG
Elektro- und Fördertechnik: Neher und Butz Ingenieurbüro für Gebäudetechnik GmbH
Tragwerksplanung: Ingenieurgruppe Flösser GmbH
Energieberatung/DGNB-Zertifizierung: ee concept GmbH
Farb- und Materialkonzept: StoDesign
Bauzeit August 2014 bis August 2016
Photovoltaik-Leistung Fassade: ca.15.800 kWh/a
Photovoltaik-Leistung Dachanlage: ca. 26.400 kWh/a

Energiekonzept: Energiegewinnung durch Photovoltaik an der Fassade und auf dem Dach sowie durch eine Wasserkraftturbine, Kühlung des Gebäudes sowie des im Haus befindlichen Datacenters durch Quellwasser, Nutzung der Abwärme des Datacenters zur weitestgehenden Deckung des Heizenergiebedarfs

Investition: 12,5 Millionen Euro (KG 300 bis 700)

Fassade: Vorgehängtes hinterlüftetes Fassadensystem (inkl. wärmebrückenfreier Unterkonstruktion) mit Photovoltaikpaneelen (»StoVentec ARTline Invisible«) und Glaspaneelen (»StoVentec Glass«),
Vorgehängtes hinterlüftetes Fassadensystem (»StoVentec R«) mit Putzoberfläche (»Stolit K«) und bionischer Fassadenfarbe (»StoColor Dryonic«) sowie teilweise mit gefrästen Fassadenplatten aus Verolith (»StoDeco Plan«)

Innenraum: Feuchteregulierungsputzsystem (»StoCalce Functio«), Innenbeschichtungen, Wand- und Deckenbeläge, Akustikdeckensystem (»StoSilent Distance«) und Akustikdeckensegel (»StoSilent Modular«)

Bodenbeläge- und -beschichtungen: Natursteinplatten (»Sto-Fossil SBL«), fugenlose Bodenbeschichtung (»StoPox BB T 200«)

 

Eine Fassade aus Null und Eins am King Abdulaziz Center von Snøhetta

Eine Fassade aus Null und Eins am King Abdulaziz Center von Snøhetta

Für das außergewöhnliche Projekt King Abdulaziz Center for World Culture im Herzen der saudi-arabischen Ölfelder setzte der Glasfassadenspezialist seele den Entwurf des Architekturbüros Snøhetta in eine Fassade komplett aus Edelstahlrohren um. Nur durch die Verzahnung von modernsten Informationstech...

Schweizer Botschaft in Nairobi von ro.ma. Architekten

Schweizer Botschaft in Nairobi von ro.ma. Architekten

Die neue Schweizer Botschaft in der Hauptstadt Kenias bettet sich sanft in die Terrainlandschaft ein. Umfassungsmauer und Baukörper verschmelzen zu einem einheitlichen architektonischen Gebilde, das über hohe räumliche, funktionale und nachhaltige Qualitäten, über repräsentativ und zurückhaltend ges...

Hotel Domizil von DIA – Dittel Architekten

Hotel Domizil von DIA – Dittel Architekten

Das Tübinger Hotel Domizil wird von DIA – Dittel Architekten neu gestaltet und saniert. Im Fokus steht eine authentische, moderne Designsprache sowie die Neustrukturierung des Eingangs- und Restaurantbereichs.

Weitere Artikel:

Gebäudeschutz durch fachgerechte Gebäudedränung

Gebäudeschutz durch fachgerechte Gebäudedränung

Die Gebäudehülle ist permanent und über die gesamte Nutzungsdauer zahlreichen Belastungen ausgesetzt; im Bereich von erdberührten Bauteilen ist hier vor allem das Wasser zu nennen.

Siemens Konzernzentrale: Showroom für moderne Glastechnologie

Siemens Konzernzentrale: Showroom für moderne Glastechnologie

Für die Glasfassade des nachhaltigen Leuchtturmprojektes in München wurden 7.000 Quadratmeter UNIGLAS SUN Isolierglaseinheiten mit Super Spacer Abstandhalter sowie 1.000 Quadratmeter Spezialgläser geliefert. Am Ende kamen 103 verschiedene Glasaufbauten und 900 unterschiedliche Glasformate zusammen, ...

Entkalkung eines Dusch-WC

Entkalkung eines Dusch-WC

In Deutschland liegt die Wasserhärte aufgrund des erhöhten Kalkgehalts durchschnittlich im harten Bereich. Daher müssen Dusch-WCs genauso wie andere Haushaltsgeräte einer regelmäßigen Entkalkung unterzogen werden.

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 R7

AZ Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Senden Sie mir den Newsletter der AZ/Architekturzeitung zu. Ich bin damit einverstanden, den Newsletter zu erhalten und weiß, dass ich mich jederzeit problemlos wieder abmelden kann. Der Newsletter kann bei Bedarf Werbung von Dritten enthalten.

Fachwissen | Architekten + Planer

  • Betoninstandsetzung: Wer haftet wann und wie?
    Betoninstandsetzung: Wer haftet wann und wie? Die Ausführung von Betonerhaltungs-, Betonschutz- und –instandsetzungsmaßnahmen erfordert umfassende fachliche Qualifikationen. Der nachfolgende Beitrag nimmt Stellung zu Anforderungen, die sich…

Gebäudeschutz durch fachgerechte Gebäudedränung

Gebäudeschutz durch fachgerechte Gebäudedränung

Die Gebäudehülle ist permanent und über die gesamte Nutzungsdauer zahlreichen Belastungen ausgesetzt; im Bereich von erdberührten Bauteilen ist hier vor allem das Wasser ...

Entkalkung eines Dusch-WC

Entkalkung eines Dusch-WC

In Deutschland liegt die Wasserhärte aufgrund des erhöhten Kalkgehalts durchschnittlich im harten Bereich. Daher müssen Dusch-WCs genauso wie andere Haushaltsgeräte einer...

Siemens Konzernzentrale: Showroom für moderne Glastechnologie

Siemens Konzernzentrale: Showroom für moderne Glastechnologie

Für die Glasfassade des nachhaltigen Leuchtturmprojektes in München wurden 7.000 Quadratmeter UNIGLAS SUN Isolierglaseinheiten mit Super Spacer Abstandhalter sowie 1.000 ...

Dezentrale Lüftungsanlage im Einfamilienhaus

Dezentrale Lüftungsanlage im Einfamilienhaus

Das eigene Haus zu planen und zu bauen bringt viele Entscheidungen mit sich. Familie Lorenz hat ihr Projekt vollendet und genießt nun den Komfort ihres Eigenheims. Als Ar...

Universitätsneubau an geschichtsträchtigem Ort von Erick van Egeraat

Universitätsneubau an geschichtsträchtigem Ort von Erick van Egeraat

Am Augustusplatz in Leipzig wurde im Dezember 2017 ein architektonisch herausragender Gebäudekomplex fertiggestellt. Er setzt sich aus dem Neuen Paulinum (Aula und Univer...

Künstlerische Neugestaltung der Pfarrkirche St. Dionysius in Elsen

Künstlerische Neugestaltung der Pfarrkirche St. Dionysius in Elsen

Zeitgemäße Neuausmalung oder Konservierung des Bestands? Vor dieser Entscheidung stand die Gemeinde der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Dionysius in Elsen, einem Sta...

Neuer Service für Architekten: Coating on Demand

Neuer Service für Architekten: Coating on Demand

Mit dem neuen Service »Coating on Demand« (CoD) ermöglicht AGC Interpane Architekten jetzt die Entwicklung einzigartiger Verglasungen, die exakt auf die Anforderungen von...

Hightech-Glamour

Hightech-Glamour

Die Alucobond-Oberflächenserie »Anodized Look« setzen Architekten gerne dort ein, wo dauerhaft metallisch schimmernde Fassaden gewünscht sind. Die Aluminiumverbundplatten...

Flachdach-Ausstieg

Flachdach-Ausstieg

Seit Februar ist der neue Flachdach-Ausstieg »DRL« von FAKRO auf dem Markt. Dieser ermöglicht den Zugang zum Flachdach über das Dachgeschoss. Die Bedienung des Ausstiegs ...

Elegant und minimalistisch

Elegant und minimalistisch

Die Fassade und das Dach eines Hauses im südkoreanischen Sokcho wurden mit
einem ein Solid-Surface-Material verkleidet. Im Dialog mit der Natur verändert das Gebäude sein ...

Weitere Artikel:


Anzeigen AZ-D1-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.