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AZ/Architekturzeitung - Deutschland Österreich Schweiz |Montag, 21.05.2012 |
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Start Innovation Fassade/Fenster Wohnen auf dem Wasser
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Wohnen auf dem Wasser

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Was in anderen Ländern lange Tradition hat, wird im Lausitzer Seenland Markenzeichen für die Zukunft: innovatives Wohnen auf dem Wasser. Seit zwei Jahrzehnten ist das ehemalige Braunkohleabbaugebiet Koschen im Fokus landschaftlicher Sanierung. Die Internationale Bauausstellung Fürst-Pückler-Land 2000-2010 rief unterschiedliche Projekte ins Leben, die die Landschaft wieder lebenswert und nutzbar und gleichzeitig die Vergangenheit erlebbar machen. Es entstand eine riesige Seenlandschaft mit Kanälen. Sie bietet den Menschen vor Ort einen hohen Freizeitwert und lockt zahlreiche Touristen an. Eine besondere Rolle spielen die schwimmenden Häuser von Geierswalde. Im windgeschützten Südwesten des künstlichen, gleichnamigen Sees spannt das Lausitz Resort die Brücke zwischen Wassererlebniswelt und Wohnen. 
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In den nächsten Jahren sind insgesamt 20 Häuser auf dem Wasser und neun an Land geplant, verbunden von einer 24 Meter langen Landgangbrücke. An der insgesamt 60 Meter langen, verwinkelten Steganlage docken die Wasserbauten versetzt an. Ihre Grundform basiert auf einem Würfel, an dem eine Seitenwand durch eine gebogene Metall-Dachfläche ersetzt wird, die sich bis zum Boden zieht. Die Assoziation eines Segels auf dem Wasser liegt nahe – oder, da aufgereiht am Steg, an eine kleine Schiffsflotte. Eine durchgängige Glasfassade unterstützt die optische Leichtigkeit des Baus. Im Zusammenspiel mit dem offen gestalteten Innenraum sind so Blickbeziehungen in alle Richtungen möglich. Die untere Ebene des Modulhauses ist mit Küche, Essbereich und Bad der Versorgung gewidmet, die ruhigeren Bereiche, Wohnen und Schlafen, sind darüber angesiedelt. Eine Freitreppe schafft die Verbindung zum großzügigen Sonnendeck. 

Der Prototyp in Stahlbauweise, der in abgewandelter Form auch auf dem Lande errichtet werden kann, wurde von dem Unternehmen steeltec37 entwickelt. Aus der Feder des Büros WIL/DESIGN stammt der Entwurf, gefertigt werden die Häuser von der Wilde Metallbau GmbH.

Der modulare Aufbau des Prototyps ermöglicht eine flexible Gestaltung der 97 Quadratmeter großen Grundfläche. Ein unsinkbarer Stahlponton bildet die Gründung, darüber erhebt sich eine selbsttragende Rahmenkonstruktion aus stählernen Rechteck-Rohrprofilen. Die Fassade besteht ebenfalls aus Stahlprofilen. Ihr hoher Glasanteil erfordert hocheffizienten Wärmeschutz und somit ein echtes High-Tech-Produkt. Deshalb schützen die »GEWE-therm« 3-fach Wärmedämmgläser von Schollglas im Winter vor Kälte und im Sommer vor Überhitzung. Bei realisierbaren Ug-Werten von bis zu 0,4 W/m2K sind die Isoliergläser in der An- und Durchsicht neutral. Die Einheiten bestehen aus mehreren hintereinander liegenden Scheiben, zwischen denen sich mit Edelgas gefüllte Zwischenräume befinden. Edelgas eignet sich hervorragend zur Wärmedämmung, denn es besitzt eine um ein Vielfaches höhere Isolierwirkung als Luft. Außerdem befinden sich auf den Glasoberflächen dünne Edelmetallbeschichtungen. Sie liegen geschützt im Scheibenzwischenraum und sorgen dafür, dass langwellige Wärmestrahlen wieder nach außen reflektiert, kurzwellige Strahlen dagegen in den Raum gelassen werden. Das hält in der kalten Jahreszeit die teure Heizenergie im Raum und die Kälte bleibt draußen. Gleichzeitig können die wärmenden Strahlen bei tief stehender Sonne einfach und effektiv für die Erwärmung der dahinter liegenden Zimmer genutzt werden, was an kalten Tagen zusätzliche Heizkosten einspart und für mehr Komfort sorgt. Vorgesetzte Lamellenschiebeelemente gewähren zusätzlich Schatten und Privatsphäre. In Bereichen, in denen diese nicht montiert werden können, sorgt »intelligentes« Glas für Sichtschutz. Per Knopfdruck kann es von transparent in milchig umgestellt werden. Möglich macht dies ein Flüssigkristallfilm, dessen Kristalle bei Stromzufuhr aus dem geordneten in den ungeordneten und damit transluzenten Zustand übergehen.

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In exponiert landschaftlicher Lage besticht die »Wohn-Flotte« durch ihren transparenten Charme, der sich auch nachts zeigt, wenn die Lichtspiegelungen der Häuser auf dem Wasser tanzen.

Objekt: Lausitz Resort, Geierswalde
Bauherr: St37 Wilde & Wilde GbR, Dresden
Entwickler: steeltec37, Berlin
Entwurf: WIL/DESIGN, Finsterwalde
Konstruktion: Wilde Metallbau GmbH
Glaslieferant:Schollglas Technik GmbH Lübben

SCHOLLGLAS GmbH, www.schollglas.com
BAU 2011 in Halle C2, Stand 530
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