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Schloss Freudenstein: Beleuchtung im Außenraum mit Lichtstelen

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Wo die Wiege einiger sächsischer Kurfürsten stand und sächsische Landesherren residierten, befindet sich heute die weltgrößte Mineraliensammlung »terra mineralia« der Technischen Universität Bergakademie Freiberg. Außerdem ist das Bergarchiv Freiberg des Sächsischen Staatsarchivs als einmaliges Zentrum der Montangeschichte im Schloss untergebracht. Der als »Haus-in-Haus-Lösung« in der Hülle des Kirchenflügels realisierte Archivbau gilt als einer der modernsten Europas. Im Zuge der Sanierung von Schloss Freudenstein und der Umnutzung zu Bergarchiv und Mineralogische Sammlung wurden auch die beiden Schlosshöfe und der Schlossgraben neu gestaltet. Für das Konzept erhielt die Berliner Landschaftsarchitektin Birgit Hammer den Deutschen Landschaftsarchitektur-Preis 2011. Der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (BDLA) vergibt diese Auszeichnung im Zwei-Jahres-Turnus.

Die Atmosphäre im Neuen Schlosshof, der das Entree für das Museum bildet, wird durch einen neuen Bodenbelag und schlanke Lichtsäulen geprägt. Sehr großflächige Granitplatten bilden Kristallgeometrien nach und stimmen die Besucher auf die Mineraliensammlung hinter den Schlossmauern ein. Sie sind aus einzelnen Platten zusammengesetzt. Durch die ringsum eingefrästen Nuten sind diese als solche erkennbar, was die Assoziation mit Kristallkörpern verstärkt. Farblich korrespondiert die von Hammer »als fünfte Fassade« aufgefasste Hofebene mit den Fassaden des Schlosses. So nehmen die Granitplatten deren hellen Farbton auf, wobei die mit rötlichem Gussasphalt ausgefüllten Zwischenräume die Prägnanz der einzelnen »Kristalle« verstärken.

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Am Abend entfaltet der knapp 2.000 Quadratmeter große Neue Schlosshof eine beeindruckende Raumwirkung. Durch das künstliche Licht gewinnen die steinernen Kristalle wie auch die Fassaden an Plastizität. Dahinter steht ein anspruchsvolles Beleuchtungskonzept. Um die Hoffläche für vielfältige kulturelle Veranstaltungen frei zu halten, sollten die Grund- und Effekt- sowie die Sicherheitsbeleuchtung mit einer minimalen Anzahl von fassadennah installierten Leuchten realisiert werden. Das multifunktionale Leuchtenkonzept wurde mit den Leuchten »City Elements« der Hess AG ausgeführt und erlaubt es, passgenaue Lichtlösungen zu realisieren. Für den Einsatz im Neuen Schlosshof konfigurierten die Beleuchtungsspezialisten von Hess neun Meter hohe Lichtsäulen. Die lichttechnischen Berechnungen hatten zuvor gezeigt, dass mit nur vier solcher Säulen allen Beleuchtungsanforderungen Rechnung getragen werden kann.

Als Sicherheitsbeleuchtung dient im Abschlussmodul jeder Säule ein rotations-symmetrisches Beleuchtungssystem mit zwei notlichtfähigen Kompaktleuchtstofflampen. Diese werden bei Netzausfall vom Notstromsystem versorgt. Die acht 24-Watt-Leuchtmittel stellen so die vorgeschriebene mittlere Beleuchtungsstärke von mindestens 1 Lux (Em = 1 Lux) auf der gesamten Hoffläche sicher. In der Höhe von 7,20 m bis 7,80 m weisen die Säulen drei mit Lichtaustritten versehene Zwischenmodule auf. Diese sind in der horizontalen Achse so versetzt, dass die drei Leuchtmittel vom Typ HIT-CE 70 Watt in Verbindung mit den breitstrahlenden, asymmetrischen Reflektoren vorrangig die Hof-, aber auch die unteren Fassadenflächenbereiche vollständig und gleichmäßig ausleuchten. Die einzelnen Strahlermodule wurden bei der Montage vorjustiert und im Zuge des Einleuchtens den jeweiligen Anforderungen entsprechend perfekt ausgerichtet. Die mittlere Beleuchtungsstärke auf dem Schlosshof addiert sich durch Direkt- und Indirektlicht auf 11 Lux. Vorgeschrieben sind auf Plätzen mit teilweise hohem Personenaufkommen wenigsten 5 bis 10 Lux.

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Auch im Alten Schlosshof stehen »City Elements«, allerdings in anderer Ausführung. Dieser 2.500 Quadratmeter große Platz weist keine Randbebauung, dafür ein mittig stehendes 3,50 Meter hohes Gebäude auf. Umrahmt wird dieser Hof von einer 2 Meter hohen Mauer. Er wird auch nicht für Open-Air-Veranstaltungen genutzt, sondern führt die Besucher, die Archiv und Museum über den hinteren Ausgang verlassen, über den Schlossgraben in die Stadt. Eine optimale, normgerechte Beleuchtung wird hier mit insgesamt neun, lediglich 5,10 Meter hohen »City Elements« erreicht. Die Ausleuchtung des Platzes übernehmen größtenteils die sieben entlang der Befestigungsmauer aufgestellten Säulen mit je zwei 70-Watt-HIT-Lampen und asymmetrischen Strahlersystemen. Die beiden am Hinterausgang des Schlossgebäudes positionierten Leuchten verfügen über ein Strahlermodul und die Notlichtbeleuchtung im Abschlussmodul.

Für die Landschaftsarchitektin Birgit Hammer und ihren Vorstellungen von einer stilvollen Außenbeleuchtung waren das äußerst zurückhaltende Design und die damit einhergehende ästhetische Qualität entscheidend.

Hess AG, www.hess.eu

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