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AZ/Architekturzeitung - Deutschland Österreich Schweiz |Samstag, 04.02.2012 |
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Start Innovation Sanitärtechnik Neustrukturierung der Alfons-Kern-Schule in Pforzheim
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Neustrukturierung der Alfons-Kern-Schule in Pforzheim

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Mehr Platz für Bildung hat die Stadt Pforzheim im Zuge der Neustrukturierung der gewerblichen Alfons-Kern-Schule geschaffen. Die Schule wurde nach dem Pforzheimer Architekten und Historiker Alfons Kern benannt, der als Stadtbaumeister im schwäbischen Pforzheim zuständig war.

Zum Schuljahresbeginn im September 2009 wurden auf dem ehemaligen Parkhaus-Areal »Deimlingstraße« vier Teilneubauten der gewerblichen Berufsschule eröffnet. Das Projekt wurde im Rahmen eines Public-Private-Partnership-Models (PPP) realisiert – auch als Öffentlich-Private Partnerschaft (ÖPP) bezeichnet – und erhielt schon kurz nach seiner Fertigstellung als erstes Schulprojekt in Baden-Württemberg den »Innovationspreis PPP 2009«. 

Der Entwurf stammt von den Generalplanern agn Niederberghaus & Partner, das Generalunternehmen BAM Deutschland AG realisierte das PPP-Projekt innerhalb von 18 Monaten. In der Gemeinschaft mit Müller-Altvater Gebäudemanagement und Babcock & Brown übernahm die BAM die Ausführungsplanung, den Bau und die Gebäudebewirtschaftung auf 30 Jahre. Über diesen Zeitraum hinweg mietet die Stadt Pforzheim das Schulgebäude sowie den Schulbetrieb, bleibt aber Grundstückseigentümer. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit erfolgt der Besitzübergang der Schulgebäude an die Stadt.

In Pforzheim gelang eine sensible städtebauliche Einbindung der neuen Baukörper auf dem dreieckigen Grundstück mit einem zentral angelegten Schulhof als identitätsbildende Mitte.

Bei der Planung der technischen Gebäudeausstattung setzen die Verantwortlichen auf die Nutzung natürlicher Ressourcen und Umweltenergien. Sie entwickelten ein innovatives Heiz- und Klimakonzept, das die Energie-, Wasser-, Wartungs- und Instandhaltungskosten auf Dauer erheblich reduziert. Der SHK-Fachbetrieb Essenpreis Haustechnik aus Östringen war maßgeblich an der Umsetzung beteiligt. Beheizt werden die Gebäude durch thermische Bauteilaktivierung (BTA) mit Luft als Heiz- bzw. Kühlmedium. Sie zirkuliert in den Rohrleitungen der massiven Geschossdecken. Die für das Komfort-Empfinden und für die Leistungsfähigkeit der Schüler wichtige Frischluft-Versorgung erfolgt über eine kontrollierte Be- und Entlüftung der Räume, die den Heizwärmebedarf aufgrund der Wärmerückgewinnung im Vergleich zur konventionellen Fensterlüftung erheblich senkt. Zur Effizienzsteigerung der Lüftungsgeräte wurde das Abluftsystem an Sole-Erdwärmetauscher gekoppelt. Sie verwenden die übertragene Temperatur des Erdreichs im Winter zur Vorwärmung. Im Sommer lässt sich die Raumlufttemperatur durch die Zulufttemperatur des Wärmetauschers somit kostensparend senken. 

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Die Sanitärbereiche sind zurückhaltend und einfach konzipiert, unter technischen Gesichtspunkten betrachtet jedoch hochwertig ausgestattet. Vom Armaturenhersteller Schell wählten die Planer und der Betreiber gemäß der ausschlaggebenden Kriterien Hygiene, Optik, Funktionssicherheit, Wassereinsparung, Wirtschaftlichkeit und Beständigkeit die robusten Dusch-Armaturen »Linus SC« mit Selbstschluss-Funktion sowie elektronische Schell Waschtisch-Armaturen »Puris E« mit 230V Netzanschluss. Beide Armaturen-Typen ermöglichen die für den Schulbetrieb wichtige thermische Desinfektion, die in allen Sanitärbereichen in regelmäßigen Abständen durchgeführt wird und Schülern und Lehrern dauerhafte Sicherheit vor Keimen und Bakterien – insbesondere Legionellen – garantiert. In den Schulferien wird diese vorbeugende Desinfektionsmaßnahme jeweils am letzten Wochentag vor Schulbeginn durchgeführt.

Die Waschtisch-Armaturen »Puris E« gewährleisten aufgrund der berührungslosen Nutzung ein sehr hohes Maß an Hygiene. Dies ist deshalb wichtig, weil neben Auszubildenden in Berufen der Kraftfahrzeug-, Installations- und Metallbautechnik auch Schüler in Kör-perpflegeberufen und der Nahrungsmitteltechnik unterrichtet werden. Bäcker und Fleischer lernen hier ihr Handwerk – in Theorie und Praxis. Die berührungslose Anwendung von »Puris E« dient den Schülern somit als anschauliches Beispiel, wie vorbildliche Hygiene funktioniert. Um mögliche Keimbildung an selten genutzten Waschplätzen während des Schulbetriebs sowie auch in Ferienzeiten zu unterbinden, verfügt die Schell-Armatur zusätzlich über ein automatisches Hygienespülprogramm, das 20 Sekunden anhält und sich stets 24 Stunden nach der letzten Spülung oder Benutzung wiederholt. 

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Bei der Dusch-Armatur »Linus SC« wurde die Betätigungsplatte in der vandalensicheren Edelstahlausführung gewählt. Alle technischen Bestandteile dieser Armatur sind sicher in der Wand installiert. Die Bedienelemente sind aus verchromtem Messing. »Linus SC« verfügt über eine Kartuschentechnik, hat einen sehr kurzen Auslöseweg und ein angenehm leichtes Drehverhalten beim Thermostatregler. Ein fester Anschlag im Regler sichert zum Schutz vor Verbrühung die in Schulen erlaubte Maximaltemperatur. Sie darf laut Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR) die Auslauftemperatur von 45°C nicht überschreiten. Aufgrund der stufenlos variablen Laufzeiteinstellung zwischen 10 und 30 Sekunden lassen sich bei der »Linus SC« persönliche Komfortwünsche mit sparsamem Haushalten beliebig kombinieren.

In puncto Energieeffizienz und Trinkwassereinsparung gingen die Planer der Alfons-Kern-Schule über die gesetzlichen Anforderungen hinaus: Das warme Wasser für Duschen und Waschtische erzeugt eine solarthermische Anlage, hochentwickelte Armaturentechnik – unter anderem von Schell – reduziert dabei den Gesamtverbrauch. Oberflächenwasser aus Regenergüssen und Schneeschmelze wird in unterirdischen Behältern bevorratet und als so genanntes Grauwasser überall dort verwendet, wo keine Trinkwasserqualität erforderlich ist – für WC- und Urinalspülungen. 


Schell GmbH & Co. KG Armaturentechnologie, www.schell.eu

BAM Deutschland AG, www.bam-deutschland.de

 

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