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AZ/Architekturzeitung - Deutschland Österreich Schweiz |Montag, 21.05.2012 |
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Start Innovation Sanitärtechnik Bodenabläufe mit Brandschutzvorrichtung
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Bodenabläufe mit Brandschutzvorrichtung

 

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Parkplatzmangel und hohes Verkehrsaufkommen im Stadtzentrum sind Probleme, die viele Kommunen kennen. In der bayerischen Gemeinde Grünwald, 14 Kilometer südlich von München gelegen, entschied man sich daher zum Bau einer Parkgarage, um den Ortskern zu entlasten. Rund 18 Monate dauerte der Bau der zweigeschossigen Parkgarage mit anliegendem Wohnhaus und Parkanlage. 10, 5 Millionen Euro hat das Projekt insgesamt gekostet. Seit Anfang dieses Jahres stehen Anwohnern und Besuchern 194 Stellplätze und eine Tankstelle für Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Bei Planung und Bau der Garage spielte der Brandschutz eine wesentliche Rolle. Vor allem die verwendeten Materialien mussten daher besonderen Ansprüchen genügen. Dies galt auch für die eingebauten Bodenabläufe.

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Die Feuerwiderstandsfähigkeit der Abläufe wird in der Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) vorgeschrieben. Sie gilt in allen Bundesländern mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen und besagt, dass Rohrdurchführungen in feuerwiderstandsfähiger Qualität (F30 bis F90) ausgeführt werden müssen. In den jeweiligen Richtlinien der Länder sind die Anforderungen für die einzelnen Bundesländer geregelt. Die so genannten »F30-Bundesländer« schreiben baurechtliche Abschottungsmaßnahmen bereits bei F30-Bauteilen vor. In den »Nicht-F30 Bundesländern« können in F30-Bauteilen Durchführungen ohne Klassifizierung eingebaut werden. Die ebenfalls schon in weiten Teilen Deutschlands geltende Musterbauverordnung (MBO) 2002 schreibt jedoch für alle Gebäude mit mehr als zwei Wohneinheiten Abschottungsmaßnahmen für Durchführungen in F30-Bauteilen baurechtlich vor. So dass es sich empfiehlt auch in »Nicht-F30-Bundesländern« eine klassifizierte Abschottung in F30 Bauteilen einzusetzen. Für Bayern ist die MBO 2002 bereits gültig und war daher beim Bau der Parkgarage Grünwald einzuhalten. Darüber hinaus zählt Bayern zu den so genannten »F30-Bundesländern«.

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Bei Brandschutz denkt man in der Regel nicht zuerst an Bodenabläufe. Doch im Brandfall kann sich das Feuer durch unzureichend gesicherte Abläufe von einem Stockwerk ins andere ausbreiten. Während eines Brandes könnten im Bereich der Rohrleitungen Öffnungen entstehen, Rohrleitungen abbrennen oder sich Rohrleitungsteile durch fehlerhafte Montage vom Bodenaufbau lösen. So entsteht eine unzulässige Öffnung zwischen zwei Geschossen. In der Parkgarage in Grünwald kommen daher 80 Ecoguss-Bodenabläufe der Nennweite DIN 100 mit einer Brandschutzvorrichtung, dem »Fire-Kit«, zum Einsatz. Dieses erfüllt die höchste Feuerwiderstandsklasse R120. Um die Abläufe mit der Vorrichtung auszustatten, musste der ringförmige Brandschutzeinsatz lediglich in den Grundkörper des Ablaufs eingelegt werden. Im Brandfall wuellt das »„Fire-Kit“ auf, sobald Feuer durch das Rohr in den Ablaufkörper eindringt und so den Rohrstutzen verschließt. Darüber hinaus sind die Abläufe mit der speziellen Wanddurchführungs-dichtung, »Quick-Fit« ausgestattet. Auch dieses System habt einen extra Brandschutz und erleichtert den Einbau. Der Einsatz von Mörtel beim Ablaufeinbau ist überflüssig, da nach der Bohrung die Gummidichtung direkt in das Kernloch eingesetzt wird. Anschließend kann der Grundkörper darin versenkt werden. Um zu vermeiden, dass sich das Feuer zwischen Kernloch und Grundkörper ausbreiten kann, wurde eine Brandschutzmasse mit einem Metallbügel am unteren Ende der Einbauhilfe angebracht. Im Brandfall quillt die Masse auf und schließt die Lücke, die durch die schmelzende Dichtung entsteht und das Feuer kann nicht in die nächste Etage gelangen.

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Nicht nur die verschiedenen Brandschutzvorrichtungen bieten Schutz vor Feuer, auch das Material ist entscheidend. Viele Abläufe, die den Brandschutzvorschriften entsprechen müssen, bestehen daher aus Gusseisen oder Edelstahl. Denn diese Materialien sind nicht brennbar. Bei den Abläufen für die Parkgarage haben sich die Fachplaner bewusst gegen Guss oder Edelstahl entschieden. Die eingesetzten Bodenabläufe bestehen aus dem Material Ecoguss. Dieser Hochleistungs-Verbundstoff auf metallischer Basis verbindet die positiven Eigenschaften von Kunststoff und Gusseisen. Damit ist er einfacher zu verarbeiten, als schwere Gussabläufe. Das Material ist bis 400 Grad Celsius temperaturbeständig, mit bis zu 12,5 Tonnen befahrbar und damit für die Belastungsklasse B ausgelegt. Dabei erfüllt der Werkstoff die Schallschutzbestimmungen der DIN 4109 und ist beständig gegenüber aggressiven, chemisch belasteten Abwässern. Ebenso wie Kunststoff ist »Ecoguss« sehr leicht, daher sind die Abläufe einfach und schnell zu verarbeiten. Darüber hinaus ist das Material korrosionsfrei. Dadurch und aufgrund der glatten Oberfläche wird die Bildung von Bakterien und Keimen verhindert.

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Die leichte Verarbeitung und die problemlose Wartung nach der Inbetriebnahme der Parkgarage, waren für die ausführende Architektin Peggy Tom vom Architekturbüro DMP ein wichtige Kriterien bei der Auswahl der Bodenabläufe. Auch der Kosten- und Zeitaufwand spielte eine Rolle. Durch die kompakte Ablaufform der Parkdeckabläufe »Ecoguss« ließen sich die Kosten für Kernlochbohrungen im Vergleich mit Gussabläufen um mehr als 60 Prozent reduzieren. Zudem sparte der Einsatz der Decken- und Wanddurchführungsdichtung »Quick-Fit« viel Zeit, da beim Einbau, die Kernlöcher nicht mehr mit Mörtel verschlossen werden mussten. Für die Wartung stellt das Lock & Lift-Verriegelungssystem eine Erleichterung dar. Um die Abläufe zu reinigen, kann mit einem Dreh der Rost geöffnet, entnommen und wieder verschlossen werden – ganz ohne Werkzeug. Dies ermöglicht eine Zeitersparnis von 70 Prozent im Gegensatz zur Reinigung von Rosten, die mit zwei Schrauben verschraubt sind.

Kessel AG, www.kessel.de

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