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AZ/Architekturzeitung - Deutschland Österreich Schweiz |Montag, 21.05.2012 |
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Start Innovation Türen/Tore Brandschutztüren in der Zentrale des Unilever-Konzerns
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Brandschutztüren in der Zentrale des Unilever-Konzerns

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Bürohäuser für die Zukunft drücken sich nicht allein in spektakulären Konstruktionen aus. In Hamburg wurde jetzt der Neubau der Firmenzentrale Unilever für Deutschland für seinen ganzheitlichen Umgang mit Ressourcen ausgezeichnet. Das Grundstück direkt an der Elbe ist eines der Filetstücke in der HafenCity – und das darauf gebaute Bürohaus gehört zu den modernsten weltweit. Zellenbüro oder Großraum gehören der Vergangenheit an. Hier arbeitet niemand still vor sich hin. Für die Markenwelt von Unilever (Langnese, Dove, Knorr u.a.) ist der ständige Austausch unerlässlich. Die Architektur aus dem Büro des verstorbenen Günter Behnisch aus Stuttgart ist in überzeugender Weise darauf eingegangen. Keine langen, tristen Büroflure prägen das Haus, sondern eine große, viergeschossige Halle mit umlaufenden Gängen und verbindenden Brücken. Durchgänge verbinden das lichtdurchflutete Foyer mit den Bürobereichen, in denen Brandschutzabschlüsse vorgeschrieben waren. Hier kamen dem Entwurf entsprechende großflächig verglaste Aluminium-Rohrrahmentüren von Hörmann zum Einsatz, um den Rauch- und Feuerschutz zu gewährleisten.

Überall im Innenhof laden gemütliche Sitzecken unterschiedlichster Stilrichtungen, rustikale Besprechungstische aus Holz oder zierliche Barhocker zu spontanen Gesprächen ein, zum Sichzurückziehen oder einfach nur dazu, einen Kaffee zu trinken. Die Verweildauer am Schreibtisch ist dadurch auf wenige Stunden am Tag reduziert. Deshalb stört es auch nicht, wenn die Arbeitsplätze dichter als gewöhnlich stehen. Die ständige Bewegtheit deckt sich mit dem öffentlichen Marktplatz im Erdgeschoss. Eine Vorgabe der Stadt war es, Gebäude in so prominenter Lage der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Passage durch das Unileverhaus endet direkt mit den Sitzstufen am Wasser und ist auch außerhalb der Bürozeiten geöffnet.

Die Transparenz im Inneren deckt sich mit der äußeren Hülle. Hinter der unregelmäßigen Geometrie des Hauses verbirgt sich ein einfacher Stahlskelettbetonbau, der sich aus drei Büroriegeln mit jeweils einem aussteifenden Treppen- und Aufzugskern zusammensetzt, die die zentrale Halle umschließen. Die vorgesetzte Fassade besteht aus einzelnen Rahmen, die wie sich blähende Segel mit einer einlagigen Folienkonstruktion aus ETFE-Folie bespannt sind. Sie schützt den tageslichtoptimierten Sonnenschutz vor starken Winden und anderen Witterungseinflüssen. Im Gegensatz zu einer Doppelfassade aus Glas muss diese Konstruktion nicht aus Brandschutzgründen horizontal geschottet werden. Der luftdurchspülte Zwischenraum kann zur Fensterlüftung genutzt werden. Auf die üblicherweise verwendeten Kissen wurde hier verzichtet, um die spektakuläre Aussicht nicht zu sehr einzuschränken. ETFE-Folie enthält keine Weichmacher, sodass Experten von einer für Kunststoff ungewöhnlich langen Haltbarkeit von 25 bis 30 Jahren ausgehen.

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Neben den vollflächig verglasten Brandschutzabschlüssen im Foyer kamen auch in vielen Bereichen Stahlblechtüren in zahlreichen Ausstattungsvarianten zum Einsatz. In der Tiefgarage etwa einflügelige T30-Türen vom H3 von Hörmann mit Radar-Sensorleisten und elektrohydraulischem Drehflügeltürantrieb. Für zahlreiche Versorgungsräume entschieden sich die Architekten für zweiflügelige T30-Türen sowie schalldämmende Mehrzwecktüren D55. Das Unileverhaus folgt den Grundsätzen einer ganzheitlichen und nachhaltigen Architektur. Das kann sicherlich auch für die Funktionstüren gelten, die aufgrund ihres hohen Stahl-Anteils nach ihrer Nutzung leicht einem Recycling zugeführt werden könnten. Ihre hohe Robust- und Haltbarkeit sorgen für eine lange Lebensdauer und wirtschaftliche Nachhaltigkeit.

Für die Architekten stand neben der Verwendung schonender Technik, das gänzliche Vermeiden von technischen Lösungen im Mittelpunkt aller Überlegungen. Deshalb erhielt es auch als eines der ersten Gebäude das Umweltzeichen der HafenCity GmbH in Gold. Dieses unabhängige Instrument der Hamburger Stadtentwicklung wurde 2007 ins Leben gerufen und nimmt in Deutschland eine Vorreiterrolle ein. Während die meisten Bewertungssysteme ihren Schwerpunkt in der Energieeinsparung sehen, ist das Ziel des Umweltsiegels, eine nachhaltige Gesamtentwicklung zu erreichen. Neben dem Energiebedarf, der Verwendung umweltschonender Baustoffe, einem kostengünstigen Gebäudebetrieb und der besonderen Berücksichtigung des Nutzers belohnt es auch die Verantwortung von Investoren und Bauherren gegenüber dem öffentlichen Raum. All diese Kriterien sind in der Firmenzentrale Unilever in beispielhafter Weise erfüllt und damit wegweisend für die Zukunft.

Hörmann KG, www.hoermann.de
Fotos: Hörmann
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