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AZ/Architekturzeitung - Deutschland Österreich Schweiz |Samstag, 25.05.2013 |
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Start Studium Studentenwerk bdla-Nachwuchspreis

bdla-Nachwuchspreis

Zum 16. Mal zeichnete der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) in Bayern herausragende Diplom-, Bachelor- und Masterarbeiten im Bereich Landschaftsarchitektur und -planung aus.

Die Arbeiten werden am Freitag, 22. Februar 2013 auf der Mitgliederversammlung des bdla Bayern in der Bayerischen Architektenkammer in München vorgestellt.

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Haiti – Terra Nova Ayiti
Verfasser: Florian Strauss (Masterthesis)
Betreuer: Prof. Regine Keller, Prof. Christian Werthmann, Thomas Hauck, Juliane Schneegans, Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und öffentlicher Raum, TU München

Zusammenfassung der Arbeit: Der Studierende Florian Strauss entwickelte im Rahmen seiner Masterthesis Szenarien und Strategien für eine langfristige Urbanisierung der Region um Port-au-Prince. Haitis Hauptstadt Port-au-Prince war Anfang 2010 durch ein schweres Erdbeben verwüstet worden. Die Katastrophe zerstörte 250.000 Wohnungen und tötete mindestens ebenso viele Menschen. Seitdem gestaltet sich das Überleben als Herausforderung, da noch immer Hunderttausende in prekären Zeltstädten leben – ohne Zugang zu sauberem Wasser oder Arbeit. Die informelle Besiedelung an den Flussufern und Küsten in der Cul-de-Sac-Ebene, im Norden Port-au-Prince, bewertete der Studierende in seiner umfassenden Analyse als besonders problematisch.

Begründung der Hochschule: Florian Strauss konnte die Region durch eine selbst organisierte Exkursion im Januar 2012 besichtigen. In seinen verschiedene Szenarien, macht er die »neue Landschaft Terra Nova Ayiti« durch Landschaftsinfrastrukturelemente so widerstandsfähig, dass sowohl die Potenziale der Region ausgeschöpft werden, als auch ein Leben im Einklang mit Naturkatastrophen möglich wird. Mit seinem strategischen Entwurf einer multifunktionalen und resilienten Krisenlandschaft, bewies Florian Strauss großes Einfühlungsvermögen in die fremde Kultur und Landschaft Haitis.

 

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erosionsLandschaften
Sichtbarmachen, Begrenzen, Auslösen und Renaturieren – Eingriffe in die Erosionsabläufe des Peak Districts
Verfasserin: Regina Enhuber (Bachelorthesis innerhalb des Projektes »land as palimpsest – peak district«, Sommersemester 2012)
Betreuer: Prof. Dr. Sören Schöbel-Rutschmann, Fachgebiet für Landschaftsarchitektur regionaler Freiräume, TU München

Zusammenfassung der Arbeit: Die Abschlussarbeit »erosionsLandschaften« thematisiert die Degradierung von Nordenglands Moorlandschaften hervorgerufen durch unangepasste landwirtschaftliche Nutzung und Entwässerung, Trinkwasser- oder Energiegewinnung, aber auch durch den Tourismus. Doch nicht nur für den Klimawandel sind die Folgen der Erosion verheerend, sondern auch für den Charakter der Landschaft. Das sehr hohe Erosionsvorkommen verändert die Landschaft zunehmend und macht sie möglicherweise in wenigen Jahren unbetretbar.
Die Arbeit beschäftigt sich deshalb mit dem Schutz und der Entwicklung dieser einzigartigen Landschaft unter Berücksichtigung des Landschaftsbildes, ihrer Wildheit, der Biodiversität, der ökologischen und klimatischen Intaktheit und der Spuren der Geschichte. Diverse Maßnahmen wie Wiedervernässung der Torfböden, angepasste Beweidung, Bewaldung, Torfabtrag sowie bewusstes Zulassen und Auslösen von Erosionsvorgängen werden in Verbindung zu landschaftlichen Qualitäten wie Offenheit, Aussichtspunkten, Kontrasten und Farbigkeit spezifisch für die jeweiligen Landschaftscharaktere (uplands, slopes, valleys) entworfen.

Begründung der Hochschule: Regina Enhuber zeigt aus landschaftsarchitektonischer Sicht wie sich ökologische Eingriffe mit dem Charakter der Landschaft verknüpfen und sich gegenseitig ergänzen lassen. In einer Zusammenführung von Ästhetik und Ökologie arbeitet sie behutsam die prägenden Landschaftselemente heraus und entwickelt daraus ein Konzept, das mit den erforderlichen ökologischen Maßnahmen räumliche Qualitäten steigert, den Entdeckercharakter erhält sowie ein nachhaltiges Erleben dieser Landschaft ermöglicht.

 

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RAHMEN|werk
Industriekonversion Maxhütte Sulzbach-Rosenberg
Verfasser: Julius Peisl (Bachelorthesis)
Betreuer: Prof. Udo Weilacher, Lehrstuhl für Landschaftsarchitektur und
industrielle Landschaft, TU München

Zusammenfassung der Arbeit: Im Projekt »Maxhütte reloaded« galt es, konzeptionelle Ideen und Thesen bezüglich der Freiräume und der städtebaulichen Struktur, zukünftigen Nutzung und Gestalt des traditionsreichen, 50 Hektar großen Industriestandorts in Sulzbach-Rosenberg zu erarbeiten. Der Entwurf RAHMEN|werk greift die unterschiedlichen Charaktere ländlich und städtisch geprägter Siedlungsbereiche um das Hüttengelände auf. Eine räumliche Gliederung und frühzeitige Erschließung vorgezeichneter Entwicklungsfelder ermöglicht die sukzessive Entwicklung des Geländes über die kommenden 20 bis 30 Jahre. Durch eine Zwischennutzung in Form von Biomasseproduktion bei gleichzeitiger Altlastensanierung bleibt das Areal offen für unterschiedliche langfristige Entwicklungsszenarien. Nahe des angrenzenden Ortskerns Rosenbergs bietet der Entwurf Raum für kulturelle Nutzungen des historischen Ensembles der denkmalgeschützten Industrieanlagen. Ein Innovations- und Tagungszentrum bietet neue Räumlichkeiten zur Beschäftigung mit regionalen Entwicklungsfeldern wie Altlastensanierung, Biomasseproduktion oder die zukunftsweisende Stahlverarbeitung durch ortsansässige Industrieunternehmen.

Begründung der Hochschule: Julius Peisl beweist in seiner Bachelor-Abschlussarbeit nicht nur seine sehr gute Befähigung zu professioneller Entwurfsarbeit im Rahmen komplexer Problemstellungen. Er zeigt auch anschaulich auf, welches zukünftige Entwicklungspotential in den Altindustriestandorten Bayerns steckt, wenn man den ökologischen, ökonomischen und sozialen Kontext beim landschaftsarchitektonischen Entwerfen nicht aus dem Auge verliert. Mutig setzt Julius Peisl auf dem Gelände der Maxhütte auch architektonisch neue Zeichen, die sich mit den vorhandenen Industriedenkmalen zu einem identitätsstiftenden Gesamtbild verbinden.

 

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Plic. Fantastische Falten für den Ratzinger Platz in München
Verfasserin: Tabea Bähr (Diplomarbeit)
Betreuerin: Prof. Uta Stock-Gruber, Professur für Landschaftsarchitektur und Planung, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Thema der Arbeit: Raumneuschöpfung - eine Falte wandelt sich zum öffentlichen Raum.

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Zusammenfassung der Arbeit: »Es geht um Räume und den geschärften Blick, sie zu erschließen. Der Raum verwandelt sich dann - wird vieldeutig.« Festgelegte Funktionen werden unscharf und neue ungeahnte Bezüge treten in Erscheinung. Der favorisierte Raum erhebt sich als begehbare Struktur, und entfaltet sich gleichsam aus dem spezifischen Ort heraus. Es ist ein öffentlicher Raum, der dem Besucher Zeit gibt ihn zu erkunden und zu durchwegen.

Begründung der Hochschule: Ein knapper, sehr anschaulicher Überblick über die Themen »Interaktion zwischen Betrachter und Raum, Raum und die 4. Dimension Zeit, Bewegung im Raum, Umdeutung von Räumen« bildet den Einstieg in die Diplomarbeit. Im Entwurfsteil wird experimentell ein modulares System entwickelt, das flexibel erweiterbar ist und sich daher als dynamisches Raumsystem etablierten lässt: Im Sinne einer skulpturalen Behandlung von mehrdimensionalen Räumen werden aus Flächen zunächst Reliefs und im weiteren Verlauf vernetzte Raumstrukturen geschaffen. Der gestalterische Entwicklungsprozess des Moduls wird sehr anschaulich und anspruchsvoll im Modell dargestellt. Als Ort für eine temporäre, begehbare Raumskulptur wird der Ratzingerplatz in München ausgewählt, da er als langjährige Brachstelle an einer besonders prominenten städtebaulichen Stelle liegt. Die »schwebende Stadtpassage«, die 2,5 Meter über dem Verkehrsraum liegt ist mit zahlreichen Treppen und Rampen mit dem Stadtboden verknüpft und bindet den wertvollen Baumbestand sehr sorgfältig ein. Über diesem Deck verläuft eine begehbare Faltstruktur; diese gefaltete Oberfläche verknüpft Architekturelemente mit dem durch alle Ebenen fließenden öffentlichen Raum.
Vielfältig differenzierte Durchquerungswege und Sequenzen lassen das hybride Gebilde den Betrachter immer wieder neue unerwartete Raumeindrücke erleben. Nutzungen wie Markthalle, Bibliothek, Läden, Ateliers, Bar und Flächen für temporäre Bespielungen komplettieren das Raumangebot sowohl für Anwohner als auch für Gäste des Stadtquartiers. Durch diese »urbane Geste« des geschaffenen Raumkontinuums wird eine neue Identität für den Ort geschaffen. Frau Tabea Bähr überzeugt durch ihre fundierten Kenntnisse der Architekturtheorie, Soziologie und der benachbarten geisteswissenschaftlichen Disziplinen und ihre Transferleistungen in die Landschaftsarchitektur. Darüber hinaus überzeugt der vorgelegte Entwurf durch seine seriöse sorgfältige Entwicklungsarbeit, die gleichzeitig eine große spielerische Leichtigkeit vermittelt, die viele sehr gute Entwurfssetzungen charakterisiert. Somit löst die Entwurfsverfasserin das Versprechen, das der theoretische Teil gibt auf sehr innovative Weise ein und leistet damit einen überzeugenden Beitrag in der aktuellen Diskussion um die Bedeutung des öffentlichen Raums im urbanen Kontext.

 

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Wohnen am Anger – Ortsentwicklung Pfeffenhausen
Verfasserin: Dinah Mirbeth (Bachelorthesis)
Betreuer: Prof. Christoph Jensen, Professur für Architektur und Städtebau, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Zusammenfassung der Arbeit: Der Markt Pfeffenhausen ist vom demografischen Strukturwandel und einem leichten Bevölkerungsrückgang betroffen. Um dem entgegenzuwirken und um Pfeffenhausen eine alternative Siedlungserweiterung anzubieten, versucht der Entwurf mit Hilfe von gemeinschaftsfördernden Flächen und Räumlichkeiten und einem besonderen städtebaulichen Konzept ein attraktives Wohngebiet zu gestalten. Dabei steht das Leitbild Dorf bzw. Bauernhof im Mittelpunkt der städtebaulichen und landschaftsplanerischen Gestaltung.

Begründung der Hochschule: Die Arbeit ist getragen von einer sympathischen Neuinterpretation des ländlichen vierseitigen Hofes. Durch die städtebauliche Verwendung dieses Bausteines ist eine harmonische Bebauung mit einem hohen Maß an kommunikativen Qualitäten entstanden. Das Projekt ist sorgfältig durchgearbeitet bis hin zu einer klaren Vorstellung der Pflanzenverwendung. Die Qualität dieser Arbeit liegt insbesondere in der konzeptionellen Stärke, die durch ein sehr persönlich geprägtes und starkes Vorstellungsvermögen entstanden ist. Ich bewundere die Reife nach dreieinhalb Jahren Studium!

 

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Verfahrens- und Erfolgskontrolle von CEF-Maßnahmen in der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung
Verfasser: Ulrich Müller (Masterthesis)
Betreuer: Prof. Dr. Markus Reinke, Professur Landschaftsplanung / Landschaftsökologie, Hochschule Weihenstephan-Triesdorf

Thema: Die Unsicherheiten in der Durchführung von speziellen artenschutzrechtlichen Prüfungen (saP), der Festlegung und dem Bau von artenschutzrelevanten Vermeidungs-, Minderungs- und Kompensationsmaßnahmen (CEF- und FCS-Maßnahmen) sind in der Fachwelt auch in Folge länderabweichender Regelungen und unterschiedlicher Vollzugsregelungen hoch. Sowohl für Landschaftsarchitekturbüros als auch die Naturschutzbehörden stellen diese uneinheitlichen Standards Unsicherheiten dar. Herr Müller hat hierzu einen für die süddeutschen Ländern abgestimmten Standard entwickelt, der es sowohl den Landschaftsarchitekturbüros erleichtert einen definierten Standard in der saP einzuhalten alds auch den Behörden erleichtert, eine Qualitäts- und Umsetzungskontrolle durchzuführen.

Zusammenfassung der Arbeit: Nach einer Analyse verschiedener Landesregelungen zur speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung hat Herr Müller hieraus einen konsolidierten Standardisierungsvorschlag für die Durchführung der saP und die Umsetzungskontrolle der Kompensationsmaßnahmen erarbeitet. Nach einem Praxistest dieser entwickelten methodischen Ansätze anhand von 8 Projektbeispielen in Bayern und Baden-Württemberg konnte die Tauglichkeit dieses Ansatzes verifiziert werden. Damit besteht ein logisch aufgebauter und viele Unsicherheiten klärender Verfahrensvorschlag für die Durchführung der saP und die Kontrolle der Kompensationsmaßnahmen vor.

Begründung der Hochschule: Die vorgeschlagene Masterarbeit hat eine herausragende Qualität, da hier in Theorie und durch die Validierung anhand praktischer Fallbeispiele eine Unsicherheit in der Berufsausübung von Landschaftsarchitekten und den Naturschutzverwaltungen minimiert werden konnte. Der Berücksichtigung von Landesregelungen und die Kombination bewährter Ansätze gewährleistet, dass etablierte Erfahrungswerte weiterhin genutzt werden können, aber zugleich ein logischerer und stringenterer Aufbau und Standard zur saP und dem Vollzug von Kompensationsmaßnahmen entwickelt wurde.

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