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Sep

Klare Kiste: Wohnhaus in Mülheim an der Ruhr

Projekte (d)

Lageplan
In einer beschaulichen Siedlung am Stadtrand von Mülheim fanden Architekt und Bauherren schließlich etwas zu ihren Vorstellungen Passendes. In einer gewachsenen Struktur mit Einfamilienhäusern aus den 1950ern und hohen, alten Bäumen, leicht exponiert an einer ansteigenden Straße, stand ein Grundstück zum Verkauf. Allerdings befand sich darauf noch eines dieser Satteldachhäuser, die das Paar eigentlich nicht haben wollte.

Der Architekt Wolfdieter Albrecht schlug vor, auch eine Sanierung dieses Bestandsbaus in Erwägung zu ziehen. Aber den alten Kasten mit der Teilunterkellerung trocken zu legen und wärmedämmtechnisch auf den besten Stand zu bringen, erwies sich als problematisch, so dass sich die Bauherren gegen die Sanierung entschieden. Stattdessen sollte es ein Neubau sein mit einer klaren Architektur, funktionalen und offenen Grundrissen sowie technisch durchdachten Anschlussdetails.

Beim Entwurf des Wohnhauses spielten neben gestalterischen auch energetische und wirtschaftliche Aspekte eine wichtige Rolle. Zum einen sollte die Energieversorgung über Geothermie sicher gestellt werden. Mithilfe von zwei 88 Meter tiefen Sonden gelangt die Erdwärme nach oben und wird in Verbindung mit einer Sole-Wasser-Wärmepumpe zur Beheizung der Räume und zur Brauchwassererwärmung genutzt.

Schnitt

An heißen Tagen übernimmt die Wärmepumpe durch den integrierten Wärmetauscher sogar die Kühlung der Wohnräume. Aufgrund seiner kompakten Form verfügt das Gebäude zudem über ein energetisch gutes Verhältnis zwischen luftberührter Außenfläche und umbautem Raumvolumen von 0,5 m²/m³, was den Heizenergiebedarf günstig beeinflusst. Für zusätzliche Energieeinsparung sorgt die durchdachte Anordnung und Dimensionierung von Fenstern. Um die passiven solaren Energiegewinne zu optimieren, ist die nach Südwesten ausgerichtete Fassade mit großen Glasflächen ausgestattet, wohingegen die Nordostseite weitgehend geschlossen ist. Abgerundet wird das Konzept durch eine bewusste Reduzierung der eingesetzten Materialien.


In enger Zusammenarbeit zwischen dem Architekturbüro Wolfdieter Albrecht und den Bauherren ist in Mülheim ein puristisches Wohnhaus mit nachhaltigem Gesamtkonzept entstanden, das nicht nur ästhetisch einen klaren Standpunkt in der etwas biederen Umgebung schafft.

Objektdaten: Projekt Einfamilienhaus, privater Bauherr, Mülheim an der Ruhr

Wohnfläche 275 Quadratmeter
Volumen 1.070 Kubikmeter (BRI) 
Baukosten 340.000 Euro
Fertigstellung März 2010

Konstruktion Wände:
- Kalksandsteinmauerwerk, 24 cm
- Wärmedämmverbundsystem, 16 cm

Decken, Bodenplatte:
- Stahbeton

Bodenbelag EG:
- Zementestrich mit Epoxidharzbeschichtung

Architekt Wolfdieter Albrecht , 40882 Ratingen, www.architekt-albrecht.net

Team Ulrike Mütze, Martina Ritzi (Lichtplanung)

Fotografie Renate Fritsch – Fotodesigner BFF , www.renatefritsch-foto.de


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Wann setzt man am besten ein WDVS mit Mineralwolle ein, wann Resol-Hartschaum oder Holzweichfaser? Auch bei den Oberflächen haben Bauherren die Qual der Wahl: Glaselemente, Klinkerriemchen oder doch lieber ein Edelkratzputz? Die neue WDVS-Übersicht von Saint-Gobain Weber gibt Orientierung. Foto: Saint-Gobain Weber

Fachliteratur

Fast jede Verglasung ist ein Unikat.

Fassade

Einzigartige Architektur und große Kunstwerke strahlen jetzt noch mehr durch die neue Innenbeleuchtung im Petersdom.

Beleuchtung

Fotos: Joachim Grothus für blocher partners

Projekte (d)

Helle, horizontale Bänder heben die Geschossdecken hervor und trennen die 22 Etagen optisch voneinander. Die Glasfassade tritt in den Hintergrund. Bild: Solarlux GmbH

Fassade

Cambridge Mosque. Foto: Blumer-Lehmann AG

Termine

Bild: Georg Aerni und schindlersalmerón

Einrichtung

Wirkt in jedem Umfeld großzügig und komfortabel: der High table des Programms 9500/9550 von Kusch-Co. In dieser Ausführung mit der neuen, samtigen Oberfläche (FENIX®) mit Anti-Fingerprint-Eigenschaften. Foto: Kusch+Co.

Einrichtung

Glänzender Effekt: Im geschliffenen Betonboden spiegeln sich die Lichtquellen. Foto: HG Esch

Hochbau

Bildrechte: C.Konrad + St.Schneider Minidommarchiv 1991

Termine

Mit dabei in der Wienerberger Designkollektion „Urban“: Der stranggepresste „Dresden“ in Anthrazit. Der Fassade des „Auditorium Maximum“ in Krakau verleiht er eine moderne, stilsichere Optik. Für den Gebäudekomplex von 4.200 m² Fläche kamen 150.000 Klinker zum Einsatz. Bild: Wienerberger

Fachliteratur

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