
Zwischen Bourgeoisie und Frankfurter Häuserkampf
Im Auftrag eines vietnamesischen Investors plant das Frankfurter Büro Franken Architekten zurzeit ein Hotel mit 34 Zimmern im Bankenviertel Westend. Hierfür wird ein alter Gründerzeitbau bis auf das Treppenhaus, Untergeschoss und die historische Fassade entkernt und umgebaut. Ein neues, skulpturales Dach, das in seiner Form die Giebeldächer und Gauben der Nachbargebäude interpretiert, soll schon von außen auf die Gestaltungsidee im Inneren hinweisen: die kontrastierende Gegenüberstellung von Tradition und Moderne.
Nicht nur die günstige Lage, direkt gegenüber dem Messegelände und in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs, überzeugte den Vietnamesen Nguyen Tri Dung, der Franken Architekten beauftragte, eine passende Immobilie in Frankfurt für ihn zu finden. Er beabsichtigte, in ein Hotelprojekt zu investieren, da Marktanalysen der Finanzmetropole am Main großes Potenzial als Übernachtungsstandort voraussagen.
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Das Gebäude aus dem Jahr 1907 hat eine bewegte Nutzungsgeschichte hinter sich: Zunächst als Wohnhaus errichtet, diente es ab 1949 als Bürogebäude und zuletzt als Verwaltungsgericht. Die Planungen von Franken Architekten sehen vor, die historische Fassade zu erhalten und zu sanieren, während das Innere komplett umgestaltet wird. Das alte Dach weicht einer neuen Konstruktion, die durch ihre auffälligen Faltungen und Knicke nicht nur zusätzlichen Raum für Hotelzimmer zur Verfügung stellt, sondern auch die Dachlandschaft der Umgebung zeitgenössisch widerspiegelt.
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