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Mo, Jul

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Corporate Architecture von 3deluxe

Projekte (d)

Nach dem international prämierten Leonardo Glass Cube haben 3deluxe erneut eine ambitioniert gestaltete Firmenarchitektur mit expressiver Formensprache realisiert. Auftraggeber ist das Unternehmen Kaffee Partner, ein Anbieter professioneller Kaffeeautomaten. Auf einem 28.600 Quadratmeter großen Areal in Osnabrück entstand bis Februar 2012 in nur 16 Monaten Bauzeit ein dreiteiliger Gebäudekomplex mit einer Grundfläche von 9800 Quadratmeter. Der äußerst kosteneffizient umgesetzte Entwurf vereint die ästhetische Wirkung eines skulpturalen Architekturobjekts mit der ökonomischen Funktionalität gewerblicher Bauten. Bei der Konzeption des Verwaltungstraktes galt es, die bereits von der Osnabrücker Ingenieurgemeinschaft igk Krabbe GmbH & Co. KG geplante Logistikhalle und Werkstatt harmonisch in das Gebäudeensemble einzubinden. Dies konnte mit individuell produzierten Fassadenvorhangelementen gelöst werden, deren fließende Formen Lebendigkeit, Leichtigkeit und Innovationskraft als unternehmerische Werte von Kaffee Partner zum Ausdruck bringen. Das architektonische und innenarchitektonische Farbkonzept der neuen Firmenzentrale kombiniert Weiß als Hauptfarbe mit naturnahen Farbtönen aus der Welt des Kaffees und trägt ebenfalls zu einem ganzheitlichen Erscheinungsbild des Unternehmens bei.

Asymmetrisch geschwungene, geschossübergreifende Fassadenbänder verbinden die drei Baukörper des U-förmigen Komplexes miteinander und überspielen elegant das orthogonale Konstruktionsraster der Betonskelettbauten. Ihre fließenden Konturlinien verleihen der Architektur Dynamik und lassen visuelle Spannung entstehen, welche ihren Höhepunkt in der bewegten, vertikal gestaffelten Komposition des Verwaltungstraktes findet. An der südöstlichen Grundstücksecke neben der Zufahrt zum Firmengelände positioniert, stellt dieser Gebäudeteil einen prägnanten Blickfang dar. Seine in jedem Geschoss verschieden geformten und unterschiedlich weit auskragenden Deckenplatten sind allseitig mit den mäandrierenden Fassadenbändern eingefasst, die an dieser Stelle Brüstungsfunktion übernehmen.

Passgenau zusammengesetzt aus 150 maßgefertigten und jeweils sechs Tonnen schweren Betonfertigteilen, strukturieren die Fassadenbänder die mehr als 100 m lange straßenseitige Ansicht der Firmenzentrale und erzeugen Tiefenräumlichkeit. Während sie auf dem kubischen Baukörper der Logistikhalle noch ein geradliniges Streifenrelief bilden, werden ihre Konturen in Richtung des Verwaltungsgebäudes zunehmend geschwungener und verformen sich zuletzt auch in der Fläche zu weichen Wellen. An der Vorderseite des Architekturensembles vollzieht sich diese Entwicklung in umgekehrter Richtung: Auf der Fassade des Kundenbetreuungstrakts, der rechts des viergeschossigen Verwaltungsbaus angeordnet ist, verlaufen die Fassadenbänder wieder als gerade konturierte Streifen parallel zur Gebäudefront. Dem Umfeld des Gebäudes entsprechend, wurde die dynamisierende Fassadengestaltung für eine Betrachtung aus Augenhöhe und kurzer Distanz entwickelt.

Aus der Perspektive fußläufiger oder motorisierter Passanten präsentieren sich die Untersichten der überlappenden Geschossplatten und Fassadenbänder variantenreiches Spiel mit Form, Licht und Schatten. Zeitweise überziehen Lichtreflektionen von den kupferfarbenen Fensterrahmen und Sonnenschutzlamellen die weißen Flächen mit einem zarten metallischen Schimmer.

Der akzentuiert gestaltete Eckbau der Verwaltung ist nicht nur visueller, sondern auch organisatorischer Dreh- und Angelpunkt der Firmenzentrale. Sein Raumprogramm umfasst neben Mitarbeiterbüros und Konferenzräumen auch gemeinschaftlich genutzte Lounge-Zonen als Orte informellen Austausches. Büroräumlichkeiten für den Vorstand sind in einem auf der Dachterrasse aufgesattelten Penthouse untergebracht, dessen Kubatur die rechtwinklige Grundstruktur des Gebäudekomplexes aufgreift. Der mit weißen Metallpaneelen verkleidete Dachaufbau beinhaltet zwei Chefbüros, ein Empfangs- und ein Kaminzimmer sowie einen Konferenzraum. Aus den oberflächenbündig in die Fassade integrierten Panoramafenstern überblickt man das 10 Hektar große Firmenareal. Die Vorstandsetage ist mit maßgefertigtem Mobiliar und hochwertigen Ausbaumaterialien ausgestattet, wobei weißer Mineralwerkstoff sowie helles und dunkles Echtholzfurnier dominieren. In der Innenraumgestaltung kehren Elemente der Architektur wieder: In Anlehnung an die Formgebung der Fassadenbänder durchschneidet eine raumübergreifende Intarsie aus dunklem Eichenholz die weiße Wand hinter der ebenfalls geschwungen geformten Empfangstheke. Im Kaminzimmer wurden Kamin und Wandschränke zu einem Relief aus einander durchdringenden Kuben arrangiert.

Zwischen Verwaltung und Kundenbetreuung befindet sich der Haupteingang zur Firmenzentrale, der in das halböffentliche Forum führt. Hier wurde eine atmosphärische Brandworld mit Produktausstellung, Cafeteria und mehreren Lounges geschaffen. Aufwändige Detaillösungen und Sonderanfertigungen, wie z.B. die perforierten Raumtrenner aus thermisch verformtem und wasserstrahlgeschnittenem Mineralwerkstoff, zeichnen auch das Einrichtungskonzept dieses Bereichs aus. Weiße Intarsien im dunklen Eichenparkett des Fußbodens verbinden die einzelnen Raumzonen des Forums in Form geschwungener, sich mehrfach kreuzender Linien. Die frei im Raum stehenden Möbelelemente sind mobil und können für Veranstaltungen umgruppiert oder wegtransportiert werden. Da sie zum Teil mehr als 350 kg wiegen, verfügen sie über eine hydraulische Hebemechanik.

Als bauliche Umsetzung einer gemeinsamen Mitte fördert das Forum neben der Außenwirkung des Unternehmens auch die interne Kultur und Kommunikation. Sämtliche Mitarbeiter betreten die Firmenzentrale über diesen zentralen Treffpunkt und verteilen sich von dort aus an die verschiedenen Arbeitsstätten. In den Pausen bietet sich das Forum als Aufenthaltsbereich an. Darüber hinaus wird es für firmeninterne Events und Schulungen genutzt. Um diese offene und soziale Firmenphilosophie noch stärker für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen, wurde auf dem Firmengelände ein „Coffee Drive Thru“ mit kleiner Gastronomie errichtet. Das pavillonartige Gebäude fügt sich harmonisch in das Gesamtensemble ein, bildet aber dank seiner expressiven Gestaltung einen markanten Anlaufpunkt für Fußgänger und Autofahrer.

Insgesamt präsentiert sich die neue Firmenzentrale von Kaffee Partner den rund 300 Mitarbeitern des mittelständischen Unternehmens, seinen Kunden und den Bürgern Osnabrücks als freundliche und zeitgemäße Arbeitswelt, in der Architektur und Design unverzichtbarer Bestandteil einer authentisch gelebten Produkt- und Unternehmenskultur sind.

3deluxe in/exterior, www.3deluxe.de

Fotos: Emanuel Raab


Xiaopeng Zhou: swamping und Detail aus swamping. Urheber: 2024, Xiaopeng Zhou / Kunstverein Friedrichshafen. Fotograf: Dominik Dresel

Termine

Detailansicht: Jill Kiddon, Reconnect (A2468850525), 2024. Courtesy: Jill Kiddon. Bildquelle: Jill Kiddon & Galerie Stadt Sindelfingen

Termine

Ein Screen mit geschwungenen Balkonen prägt die Optik von Ode Lofts Konstanz. Der sichere Anschluss der fassadenbreiten Balkonanlagen erfolgte mit Schöck Isokorb T Typ K. Visualisierung: Sauerbruch Hutton / BPD Immobilienentwicklung

Hochbau

Je einfacher verständlich die definierten Prozesse sind, desto besser. Bildquelle:  bau-master.com.

Planung

Die Erschließung des Hauses erfolgt über eine Garage auf Straßenniveau, die weitgehend in den Hang eingegraben ist, und eine unterirdische Treppe, die den Eingang mit dem Wohnhaus verbindet. Foto: Velux/Jürg Zimmermann

Dach

Bildquelle: photo courtesy of Gordie Howe International Bridge Project

Projekte (d)

Bei der Idee, die eigene Materialausstellung um eine selbständige Leuchten-Präsentation zu ergänzen, favorisierte raumprobe | Material Bank die bereits als Ausbaupartner gelistete Premiummarke Delta Light. Bildquelle: raumprobe | Material Bank

Unternehmen

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