Ergänzend zu den Freiluftaktivitäten in den Sommermonaten am Ufer des Bodensees soll das Hallenbad am Sportpark in Friedrichshafen ein weiteres, bereicherndes Angebot für alle sportlich Begeisterten bieten. Die Umgebung ist sehr heterogen, wenig urban und nur ansatzweise landschaftlich geprägt. Durch den Neubau soll das gesamte Sportpark-Areal architektonisch aufgewertet werden und so einen markanten Auftakt zur Kernstadt bilden. Dem neuen, in seiner Erscheinung anregenden Stadtbaustein wird im Sportpark, neben der eher nüchternen Architektur des Bodensee-Centers und der ZF Arena, eine besondere Bedeutung zuteil.
Das neue Hallenbad soll den Anforderungen an ein modernes Sport-, Familien- und Wohlfühlbad für Besucher, Vereine und Schulen gerecht werden. Neben unterschiedlichen Becken und Wasserflächen mit Erlebnisrutsche, Kleinkindbereich und Sprungtürmen unterschiedlicher Höhe ist auch eine großzügige und attraktive Saunalandschaft Teil des Konzepts. Funktional sowie baulich wird der getrennte Betrieb verschiedener Nutzungseinheiten möglich sein. Ruhestiftende Freibereiche mit Solebecken, ein Saunagarten, Liegeflächen im Wintergarten und im Freien verleihen der neuen Anlage einen einzigartigen Charakter. Zusätzlich ist auch ein öffentlich genutztes Parkhaus mit ca. 520 Stellplätzen vorgesehen.
Eine klare Formensprache prägt die Ausformulierung der Gebäudekubatur. Der introvertierte Freibereich mit Terrassen und dem Saunagarten im ersten Obergeschoss ist das Herzstück der Anlage. Sämtliche Bereiche gruppieren sich um den Innenhof und haben dadurch einen direkten Bezug zum Garten. Der Badegast nimmt durch die großformatige, transparente Fassade zum Straßen- und Freiraum visuell am Stadtleben teil. Das je nach Anforderung in der Höhe gestaffelte, schützende Dach ist lediglich der obere, horizontale Abschluss der Badelandschaft. Horizontale, den Wellenbewegungen nachempfundene Lamellen unterstützen den Gedanken einer maßgeschneiderten thermischen Hülle und überhöhen so die Betonung des Eckbereichs an der Riedleöschstraße/Meisterhofener Straße.
Das Parkhaus ist integraler Bestandteil des Ensembles. Funktional getrennt, jedoch in seiner Erscheinung durch die horizontalen Lamellen formal eingebunden. Die Fassade der Parkebenen wird mit wildem Wein berankt und unterstützt so den landschaftlichen Bezug zum Riedlewald. Die Parkebenen werden so mehr als gebaute Landschaft und weniger als Verkehrsbauwerk für den ruhenden Verkehr wahrgenommen.
Bauherr: Stadt Friedrichshafen
Architekt: Behnisch Architekten, behnisch.com
Wettbewerb: 2013, 1. Preis
BGF: 11.050 m²