09
Dez

Therme Lindau von 4a Architekten

Fotos: David Matthiessen, Stuttgart

Projekte (d)

 

Sanft in die Landschaft mit altem Baumbestand eingebettet liegt die neue Therme Lindau direkt am Bodenseeufer. Das Sport- und Familienbad mit Thermenbereich, großzügigem Sauna- und Wellnessangebot und gastronomischen Einrichtungen erstreckt sich auf zwei Ebenen. Von außen klar und ruhig gestaltet, ist der Baukörper im Innenraum von vielfältigen Raumszenarien mit unterschiedlichen Funktionen geprägt. Die Architektursprache leitet sich aus dem umgebenden Naturraum ab - Felsplatten, Steine und Vegetation prägen den Entwurf, der sich wie eine Landschaft erkunden lässt.

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Foto: David Matthiessen, Stuttgart

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Das Ufergrundstück mit altem Baumbestand ist ein landschaftlich besonders sensibler Bereich. Bislang befand sich an diesem Standort das in die Jahre gekommene Strandbad Eichwald, welches die neue Therme Lindau nun ersetzt. Das langgestreckte und horizontal geschichtete Thermengebäude ist formal an der Uferkante ausgerichtet und liegt wie eine Steinscholle zurückhaltend im Grünen. Im Erdgeschoss ist die Therme ähnlich einer Landschaft ausgebildet, die von einzelnen Felsblöcken durchbrochen wird. In diesen Blöcken befinden sich die unterschiedlichen Erlebnisbereiche und lassen sich erkunden. Darüber liegt die zweite Ebene, geschichtet wie eine Steinscholle am See, sanft in die Landschaft zwischen Eichwald und Bodensee eingebettet. Vorsprünge und Einschnitte gliedern den Baukörper und bilden prägende Außenbezüge.

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Foto: David Matthiessen, Stuttgart

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Thematisch umfasst die Therme Lindau drei unterschiedliche Bereiche: Ein Familien- und Sportbad, einen Thermen- und Wellnessbereich sowie eine großzügige Saunalandschaft mit insgesamt zwölf Saunen im Innen- und Außenraum. Hinzu kommen gastronomische Einrichtungen und ein Fitnessbereich. Nach Süden öffnet sich die Therme zum Seeufer und bietet eine fantastische Aussicht auf den Bodensee und die Bergwelt. Eingangsbereich und Umkleidetrakt bilden das Rückgrat nach Norden. Die Badeebene im Innenraum ist ähnlich einer Landschaft gestaltet: Die Becken und Wellnessbereiche sind teils in expressiv geformten Volumen untergebracht. Sie gliedern das Erdgeschoss und bilden spannende Raumszenarien. Lufträume verbinden die Ebenen miteinander, bilden Blickbezüge, weiten das Gebäude nach oben und lassen Tageslicht ins Gebäude fallen. Von allen Seiten ist der Bezug zum Außenraum spürbar und das wechselvolle Spiel von Licht und Schatten verleiht den Räumen eine emotionale Wirkung.

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Foto: David Matthiessen, Stuttgart

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Im Osten der Therme befindet sich die Familien- und Sportbadehalle, die sich großflächig nach Norden und Süden – zum Wald und zum See – hin öffnet. Die Badelandschaft umfasst ein 25-Meter Schwimmerbecken mit Sprungbereich, ein Lehrschwimmbecken, eine Rutschenanlage mit Wildbach, einen Kleinkindbereich und eine Gastronomie. Diese bedient zugleich den Strandbadbereich, denn im Osten wird das Grundstück weiterhin als Strand- und Freibad genutzt, mit separatem Zugang von der Therme.

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Foto: David Matthiessen, Stuttgart

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Der Familien- und Sportbadehalle ist im Außenraum entlang der Fassade ein 50-Meter Schwimmerbecken vorgelagert. Zentral in Gebäudemitte, mit freiem Blick auf den See und die Bergwelt, befindet sich der Thermenbereich mit Thermeninnenbecken und Poolbar. Ein höhlenartiges Soleschwebebecken, ein Sprudelbecken, ein Quellbecken sowie ein Dampfbad und eine Finnische Sauna sind Teil des Thermenprogramms. Hinzu kommen ein Thermenaußenbecken, ebenfalls mit Poolbar, im Außenraum.

Nach Westen schließt an den Thermenbereich die Saunalandschaft über zwei Geschosse an und geht mit Saunagarten und Außensauna in den Uferbereich mit direktem Anschluss an den Bodensee über. Zehn verschiedene Saunen, Tauchbecken im Innen- und Außenraum, Ruheräume und private Spa-Bereiche bieten ein breites Sauna- und Wellnessangebot – Seeblick und Alpenpanorama stets inklusive. Neben der Saunalandschaft befinden sich im Obergeschoss zwei Restaurants für den Sauna- und den Thermenbereich. Diese sind über Lufträume mit dem Erdgeschoss verbunden und geben den Blick auf die tiefer liegenden Becken frei. Im Osten über der Sport- und Freizeitbadehalle liegen der Fitnessbereich und die Umkleiden.

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Foto: David Matthiessen, Stuttgart

Ruhige und dezente Materialien wie Sichtbeton, Holz, Fliesen, Mosaiksteine und Glas prägen den Innenraum der Therme Lindau. Die besondere Atmosphäre entsteht im Zusammenspiel mit dem umgebenden Naturraum, den vielseitigen Ein- und Ausblicken sowie dem wechselvollen Licht- und Schattenspiel im Gebäude. Farben und Materialien greifen in abstrahierter Form das Naturthema auf – stimmungsvolle Lichtszenarien und Farbakzente setzen Highlights: Die farbige Deckengestaltung in unterschiedlichen Grüntönen im Familien- und Sportbereich lässt den Naturraum scheinbar durchs Gebäude fließend und löst Grenzen auf. Im Wechselspiel von weiten Räumen, höhlenartigen Nischen, geneigten Wänden, klaren Kanten und weichen Formen entstehen in der Therme Lindau ruhige und belebte Zonen, Rückzugsorte und Orte der Begegnung. Und immer wieder eröffnen sich neue Perspektiven, spannende Räume und atmosphärische Stimmungen – einem (Natur)Schauspiel gleich.

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Erdgeschoss

4a architekten therme lindau architektur 12Obergeschoss

4a architekten therme lindau architektur 13Lageplan

Objektdaten

Standort: Eichwaldstraße 16-20, Lindau

Bauherr: Bäderbetriebe Lindau, Therme Lindau GmbH (Schauer & Co. GmbH)
Therme und Sauna: Therme Lindau GmbH

Investor + Betreiber: Schauer & Co. GmbH, Überlingen

Architekt: 4a Architekten GmbH, Stuttgart

Planung: Daniel Bayer, Andreas Ditschuneit, Pinar Eren, Ida Ertelt, Christiane Hofmann, Marcel Kipping, Mohamed Mansour, Peter Meschendörfer, Alain Vargas, Vesela Velikova, Sheelah Walter, Alena Zgorskaya

Ausschreibung + Bauleitung: vdo Architekten GmbH, Weingarten

Generalübernehmer: Schauer & Co. GmbH, Überlingen

Totalunternehmer + Bauleitung Rohbau: Georg Reisch GmbH & Co. KG, Bad Saulgau

Landschaftsplanung: Planstatt Senner, Überlingen

Tragwerksplanung: Fischer + Friedrich, Fellbach

Bauphysik, Beratende Ingenieure: Kurz und Fischer GmbH, Winnenden

HLS: Kannewischer Ingenieurgesellschaft mbH, Baden-Baden

Elektroplanung + Lichtplanung: Ingenieurbüro Werner Schwarz GmbH, Ravensburg

Brandschutz: Ingenieurbüro Manfred Oelmaier, Biberach

Kunst: Alexander Lauterwasser, Überlingen

Fotos: David Matthiessen, Stuttgart


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