Balneologie heißt die Lehre von der therapeutischen Anwendung natürlicher Heilquellen. Für balneologische Behandlungen wird Wasser mit einem hohen Gehalt an gelösten Stoffen, so zum Beispiel Mineralstoffe wie Kohlendioxid, Kohlensäure und Schwefelwasserstoff, genutzt.
Mit dem Umbau der VitaSol Therme in Bad Salzuflen durch 4a Architekten aus Stuttgart wurde nicht nur das balneologische Heilangebot erweitert. Um Eingang, Restaurant, Badehalle und Außenbereich zu einer gestalterischen Einheit zusammen zu fassen, wurde eine Holz-Lamellenkonstruktion als durchlaufende Decken- bzw. Wandverkleidung eingebaut. Die hölzerne Struktur umspannt den gesamten Innenraum und fließt mit weichen, geschwungenen Formen entlang der Raumkanten.
Mit transparenten, fließenden Übergängen sowie »warmen« Materialien und kräftigen Farbtönen wurde die Badehalle deutlich aufgewertet. Aus einer vormals kühl anmutenden Halle mit nur einem großen Becken entstand durch den Umbau eine organisch geformte Beckenlandschaft mit vier unterschiedlichen Wasserqualitäten: ein Solebecken mit 12 Prozent Sole, je ein Kalt- und ein Heißbecken sowie ein Sprudelbecken mit 2 Prozent Sole. Heiß-, Kalt-, Sprudel- und Sole-Becken sind beleuchtet und liegen wie Blätter in der Badeebene. Eine schimmernde »Regenwolke« schwebt im großen Hallenvolumen und lässt einen kräftigen, warmen Sommerregen über dem »Regenfeld« ab.
Die von 4a Architekten in Zusammenarbeit mit Lichtplaner und Künstler entworfene »Regenwolke« bildet einen markanten Akzent in der Badehalle. Nicht nur durch den kräftigen Regenguss, der von der »Wolke« herab regnet, sondern auch durch die begleitenden Lichtspiele in kräftigen Farben.
Das Stuttgarter Architekturbüro kennt sich mit Bädern bestens aus. Die Bodensee Therme Konstanz, die Spreewald Therme in Burg und der Wellnesspark ELSE-Club in Moskau wurden sämtlich von 4a Architekten entworfen.
Standort: VitaSol Therme GmbH, Extersche Straße 42, 32105 Bad Salzuflen
Bauherr: Stadt Bad Salzuflen
Architekten:4a Architekten GmbH, www.4a-architekten.de
Mitarbeiter: Anke Pfudel-Tillmanns, Jörg Deutschendorf
Haus-/Bädertechnik: Kannewischer Ingenieurgesellschaft, www.kannewischer.com
Tragwerksplaner: Fischer + Friedrich, www.fischer-friedrich.de
Lichtplaner: Planungsbüro Minati, www.minati.de
Planungszeitraum: 03/2008 bis 09/2008
Bauzeit: 09/2008 bis 05/2009
Baukosten: ca. 3 Mio. Euro
BGF:
Badehalle mit Galerie und Wintergarten 1.100 m²
Liegebereich/Badehallen Restaurant 330 m²
Restaurant mit Küche 920 m²
BRI:
Badehalle und Wintergarten 5.845 m³
Liegebereich/Badehallen Restaurant 1.155 m³
Restaurant mit Küche 3.220 m³
Fotos: Uwe Ditz, Stuttgart
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