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Sep

Münchner Studenten planen und bauen Schule in Nairobi

Nachrichten

Das Richtfest Ende September wurde gemeinsam mit dem Bauteam, Mitarbeitern beider Universitäten, zukünftigen Nachbarn und Jugendlichen aus Mathare gefeiert. Foto: Matthias Kestel

Nachhaltigkeit und energetisch sinnvolle Bauweisen standen im Zentrum des summerschool Wettbewerbs der Sto-Stiftung im Jahr 2010. Eines von drei prämierten Projekten ist der Bau einer Handwerksschule für Jugendliche aus den Slums von Kenias Hauptstadt. Die Initiatoren vom Fachgebiet Holzbau der Architekturfakultät an der TU München setzen damit ein Zeichen für soziale Nachhaltigkeit.Die Studenten wiederum lernen nicht nur am Reißbrett, sondern auch bei der Bauausführung des Projektes »Eine Schule für Nairobi«. 2011 begann die Umsetzung. Mit der achtjährigen Grundschulzeit endet für die meisten Jugendlichen aus dem Slum Mathare die Ausbildung, es gibt kaum Möglichkeiten einen Beruf zu erlernen. Eine sinnvolle Perspektive wollen der deutsche Verein Promoting Africa und die kenianische Partnerorganisation Youth Support Kenya durch den Bau einer Handwerksschule eröffnen. Dort sollen kenianische und europäische Lehrer in den Bereichen Handwerk, Technik oder Landwirtschaft ausbilden und den Jugendlichen so den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit ebnen.

Reine Muskelkraft: jeder Baufortschritt wurde mühsam erarbeitet. Foto: Matthias Kestel

Mit der achtjährigen Grundschulzeit endet für die meisten Jugendlichen aus dem Slum Mathare die Ausbildung, es gibt kaum Möglichkeiten einen Beruf zu erlernen. Eine sinnvolle Perspektive wollen der deutsche Verein Promoting Africa und die kenianische Partnerorganisation Youth Support Kenya durch den Bau einer Handwerksschule eröffnen. Dort sollen kenianische und europäische Lehrer in den Bereichen Handwerk, Technik oder Landwirtschaft ausbilden und den Jugendlichen so den Weg in die finanzielle Unabhängigkeit ebnen. Im Studienjahr 2010/2011 entwarfen Studenten der TU München Werkräume, Schlafbereiche, Küche, Büro und einen Sanitärbereich. Traditionell afrikanisch öffnen sich die Gebäude zum Grundstück. Auch die Freiflächen werden einbezogen und für den Unterricht genutzt.

Die Studenten fertigten zunächst Prototypen des Tragwerks aus Bambus. Foto: Matthias Kestel

Je zwei Studenten und Mitarbeiter der TU München reisten im März 2011 nach Nairobi, um das Grundstück zu vermessen, die Infrastruktur zu erforschen und die Zusammenarbeit mit der kenianischen Partneruniversität Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology vorzubereiten. Im Mai legten Arbeiter aus der Umgebung die Fundamente. Die erste Bauphase startete im August 2011 mit dem Rohbau, den Studenten und Arbeiter aus der Umgebung gemeinsam errichteten. Mit reiner Muskelkraft wurde Beton für Bodenplatten und Ringbalken mit der Schaufel gemischt und per Menschenkette zum Einsatzort gereicht.

Für die massiven Wände wurde Tuffstein aus der Umgebung verwendet, der sehr wetter- und feuerbeständig ist. Für den Unterricht stehen später nicht nur Werkräume, sondern auch große Freiflächen zur Verfügung. Foto: Matthias Kestel

Die Dachkonstruktion aller Gebäude wurde aus Bambus gefertigt, der vor Ort verfügbar ist und schnell nachwächst. Ungewöhnlich starke Regenfälle in den Aberdare-Bergen behinderten den Nachschub, sodass nur ein Drittel der für den Bau benötigten Menge vorhanden war. Aus Bambusrohren, die für das Tragwerk nicht geeignet waren, wurden Gerüste und Arbeitstische gefertigt, um teures Bauholz zu sparen. Im März 2012 sollen die Dächer nun in einer weiteren Bauphase fertig gestellt werden. Für die Schlafräume ist ein Lehmschlag unter der Dacheindeckung aus Faserzementplatten vorgesehen, die den Ausgleich zwischen Tages- und Nachttemperaturen gewährleistet.

Klassen und Wohnräume für bis zu 60 Personen entstehen hier, ebenso Sanitär-, Verwaltungs-
und Gemeinschaftsräume. Foto: Matthias Kestel

Ungewöhnliche Lösungen verlangte auch die Versorgung des unerschlossenen Grundstücks. Außerhalb der Regenzeit ist Wasser ein kostbares Gut für die Bewohner, sodass jeder Tropfen sinnvoll genutzt werden muss. Deshalb sind Trockentoiletten und eine biologische Kläranlage geplant; eine Fotovoltaikanlage soll das nachhaltige Versorgungskonzept ergänzen. Mit der Fertigstellung von Fenstern und Dach im März 2012 soll der erste Abschnitt abgeschlossen sein.

Fotos: Matthias Kestel


Die Glasfassaden des Solar Carve bestehen aus ipasol neutral 38/23 und ipasol neutral 70/37 von AGC Interpane. Foto: Timothy Schenck / Focchi

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