23
Mär

neuland entdecken – Nachwuchsgestalter und ihre Ideen

Design Kunst

Der aed e.V. – ein gemeinnütziger Verein zur Förderung von Architektur, Engineering und Design – hat zum vierten Mal seinen interdisziplinären Nachwuchswettbewerb »neuland« ausgeschrieben. Weit über 200 Einsendungen wurden für den Wettbewerb eingereicht - nun stehen die Gewinner fest – ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann!

Der Nachwuchswettbewerb »neuland« des aed wurde in diesem Jahr bereits das vierte Mal ausgelobt. Ermöglicht wurde dies durch die großzügige Unterstützung der Karl Schlecht Stiftung. Mehr als 200 junge Gestalter aus ganz Deutschland, Australien, Großbritannien, Polen und anderen Ländern haben sich um eine Auszeichnung in einer der fünf ausgelobten Kategorien beworben. Die ersten Preise in den einzelnen Kategorien waren mit je 2.000 Euro dotiert. 16 Juroren aus ganz unterschiedlichen Professionen haben in einem interdisziplinären Auswahlverfahren die besten Arbeiten ausgewählt – diese werden in einer Festveranstaltung am 16.10.2013 der Öffentlichkeit präsentiert.

Ziel des Nachwuchswettbewerbs war es, innovative und nachhaltige Gestaltung zu fördern, die sich durch größtmögliche ökonomische wie ökologische Qualität auszeichnet und die funktional und nutzerfreundlich zugleich ist, dabei aber auch höchsten ästhetischen Anforderungen entspricht. »neuland« war bewusst disziplinenübergreifend ausgerichtet.

Teilnahmeberechtigt waren Studierende und Absolventen von Hochschulen, Akademien und Universitäten weltweit, die zum Zeitpunkt des Einsendeschlusses nicht älter als 28 Jahre waren. Es konnten Diplom- und Abschlussarbeiten ebenso wie Semesterarbeiten oder freie Arbeiten eingereicht werden.

Bei der Preisverleihung im Haus der Architekten in Stuttgart (19:00, Danneckerstr. 54, 70182 Stuttgart) werden nicht nur die Preise und Urkunden an die ausgezeichneten Nachwuchsgestalter übergeben. Im Rahmen der feierlichen Übergabe wird auch eine Ausstellung der Gewinnerarbeiten eröffnet. Diese Ausstellung wird in den kommenden zwei Jahren an verschiedenen Stationen in ganz Deutschland (und darüber hinaus) gezeigt.

Festveranstaltung am 16.10.2013 im Haus der Architekten in Stuttgart
Danneckerstr. 54, 70182 Stuttgart, Veranstaltungsbeginn 19:00 Uhr

»neuland« 2013 – Gewinner

Kategorie: Architecture & Engineering
Auszeichnung: 1. Preis

Projektname: FLYSCRAPER imagine...berlin had an energy bill of zero! (AE37)
Preisträger: Stefan Niggemeyer, Ernesto M. Mulch
Hochschule: Universität Kassel
Hochschuldozent: Frank Stepper

FLYSCRAPER ‚Imagine...Berlin had an energy bill of zero...'Der Entwurf soll einen konzeptionellen Denkanstoß über den Energieverbrauch, die Gentrifizierung, den ästhetischen Kontext und das Lebensgefüge von urbanen Systemen geben und ist als utopische Vision erdacht. FLYSCRAPER ist als flexibles Stadtgefüge entworfen, dass sowohl wachsen als auch schrumpfen kann und spielt mit der Metapher des möglichst kleinen (ökologischen) Fußabdrucks einer ganzen Stadt. Dabei ist FLYSCRAPER über mehrere Energielandschaften und vertikale Gärten als autarkes urbanes Geflecht zu betrachten, welches darüber hinaus das angrenzende Berlin mit Energie versorgen könnte. Das Projekt entstand als Beitrag zum diesjährigen Schinkel Wettbewerb zur möglichen Umnutzung des ehemaligen Flughafenareals Berlin Tegel.

Jurystatement: Visionäre bauliche Ansätzen, die auf Wachstum aber auch Schrumpfung angemessen reagieren können. In einem schnörkellos stringent durch gearbeiteten Konzept werden große Stadtstrukturen durch einzelne Wohnmodule mit 25x25x25 m aufgenommen und in öffentliche, halböffentliche und private Flächen gegliedert. Diese modulare, multizentrische Stadt, Flyscraper genannt, soll Lebensraum für 1,2 Mio Menschen bieten und wird als Stadtskulptur verstanden, der von Investoren erstellt werden kann, deren Gewinn auf ein Drittel beschränkt ist, so dass der Rest in den Ausbau, das soziale Gefüge und die Instandhaltung fließen kann.
Die inhaltlich beeindruckende Arbeit bietet darüber hinaus auch durch die selbstbewusste und frische grafische Aufbereitung, die neben analytisch präziser Darstellung auch Raum für menschlich Sympathisches lässt, wie z.B. die Vorstellung des 76jährigen Botanikers in seinem Garten in 850 Meter Höhe. Trotz großmaßstäblich angelegter Konzeption, bleibt stets der der Mensch im Mittelpunkt. Insgesamt ist es ein Beitrag, der die wesentlichen Aspekte der Auslobung abdeckt und Impulse gibt, wie zukünftig Stadtraum gedacht werden könnte. Zumindest in vielen Aspekten.


Kategorie: Exhibition & Public Design
Auszeichnung: 1. Preis

Projektname: Achtung Wolf! (EP09)
Preisträger: Leonardo Alings, Cordula Burtscher, Paul-Rouven Denz, Janis Rozkalns
Hochschule: Universität Stuttgart
Hochschuldozent: Markus Allmann

»Achtung Wolf!« ist ein Ausstellungsprojekt, das darauf abzielt, bei Kindern aus bildungsfernen Schichten Interesse an naturwissenschaftlichen Inhalten zu wecken. Realisiert wird die Ausstellung in einem mobilen Pavillon, der in verschiedenen deutschen Großstädten im öffentlichen Raum platziert wird. Er soll dabei vor der »Haustür« derer aufgebaut werden, die ansonsten in Museum nur von außen kennen und einen schweren Zugang zu Bildungsangeboten haben. Das inhaltliche Konzept der Ausstellung ist die Kombination von naturwissenschaftlichen Inhalten und Märchen über den Wolf. Diese Überlegung spiegelt sich auch in der Gestaltung des Pavillons wider. Der Wald als Lebensraum des Wolfes und als wichtiges Motiv im Märchen dient als Ausgangspunkt für unser architektonisches Konzept: Ein »Wald in der Stadt«. Die Umsetzung der architektonischen Grundidee findet über die Technik des Scherenschnitts statt. Durch die Schichtung und Überkreuzung von Scherenschnitten auf quadratischem Grundriss ergibt sich eine Vielzahl von Kabinetten unterschiedlichster atmosphärischer Qualitäten, die die vielfältigen Ausstellungsstücke beinhalten und zum «Suchen und Entdecken« einladen. Mit diesem neuartigen Ausstellungsformat möchten wir auf einfache und unkonventionelle Art und Weise für Bildung begeistern.

Jurystatement: Das Konzept sieht vor, ein mobiles Museum temporär an Brennpunkten aufzustellen und damit Kindern aus bildungsfernen Schichten naturwissenschaftliche Inhalte spannend und ohne Hemmschwelle erlebbar zu machen. Die Gestaltung nutzt geschickt das Prinzip der Neugier um Kinder – und auch Erwachsene – anzulocken und an die Inhalte heranzuführen. Die Arbeit ist gut durchgearbeitet, die Aspekte Architektur, Inhalt, Grafik und Betrieb ergänzen sich zu einem stimmigen und anregenden esamtkonzept. Die Idee ist gut und verständlich aufbereitet, die Autoren wollen das Projekt weiter führen. Man wünscht sich, dass es realisiert wird.


Kategorie: Industrial & Product Design
Auszeichnung: 1. Preis

Projektname: Wanderer – Das Boot aus dem Kofferraum (IP08)
Preisträger: Pietro Huber, Marc-André Brucker
Hochschule: HfG Schwäbisch Gmünd
Hochschuldozent: Gabriele N. Reichert, Jürgen Held

Wasserhiking ist die Trendsportart unter Outdoorfans. »Wanderer« begeistert Sportler, die den Kanuport aktiv mit Wandern verbinden wollen. Bei Touren an die abgelegensten Orte ermöglicht er, zum leichten Rucksack komprimiert, eine nie dagewesene Bewegungsfreiheit. Am Wunschort angekommen, kann er kurzerhand zu einem hochwertigen Kanu umgewandelt werden. Das Material macht den Unterschied: ein doppelwandiges Gewebe, das beim Aufpumpen einen präzisen Abstand definiert. Durch den hohen Innendruck wird ein ideales Strömungsverhalten im Wasser generiert, so dass »Wanderer« auch den höchsten Ansprüchen gerecht wird.

Jurystatement: Das Kanukonzept Wanderer hat die Jury besonders begeistert. Wanderer ist ein mit sehr viel Liebe zum Detail ausgearbeitetes Outdoor-Produkt, das nicht nur als Solitär funktioniert, sondern ganzheitlich in ein durchdachtes, innovatives Nutzungskonzept eingebunden ist. Das Kanu lässt sich aufgrund seines geringen Gewichtes, das durch den Einsatz von High-Tech Leichtbau-Materialien erreicht wird, einfach zu einem kompakten, leichten Rucksack zusammenfalten, transportieren und in weniger als 2 Minuten wieder aufpumpen. Der hohe Innendruck von 7 bar gewährleistet ideales Strömungsverhalten. Wanderer erlaubt Wasserhiking-Touren auch in die abgelegensten Orte.


Kategorie: Communication & Graphic Design
Auszeichnung: 1. Preis

Projektname: Learning from Architecture, 7 Mahnungen (CG26)
Preisträger: Tobias Keinath
Hochschule: Hochschule Pforzheim
Hochschuldozent: Alice Chi, Matthias Siegert

Für meine Bachelorarbeit mit dem Titel »Learning from Architecture« forschte ich an einem transdisziplinären Kreativprozess von der Architektur zur Visuellen Kommunikation. Ich war auf der Suche nach effektiven Möglichkeiten der Inspiration durch Architektur und wollte dadurch neue Werkzeuge und Methodiken für meine Profession erlangen. Hierfür setzte ich mich mit der Lehre Le Corbusier’s auseinander und vertiefte meine Analyse am Kloster »St. Marie de La Tourette«. Als Ergebnis dieses Forschungsprozesses entwickelte ich eine Designtheorie, basierend auf La Tourette und Corbusier’s Oeuvre. Diese Theorie besteht aus 7 Mahnungen an den Designer, die sich auf formale, ethische, methodische und künstlerische Aspekte des Gestaltungsprozesses beziehen. In einem zweiten Schritt gestaltete ich mithilfe der »7 Mahnungen« zwei Schriftschnitte auf Basis der Didot (Corbusier‘s Lieblingsschrift) und eine Buchpublikation mit 232 Seiten Eigentext. Um die Materialität des Klosters in ein Printprodukt zu übertragen, entwickelte ich außerdem ein experimentelles Druckverfahren mit Betonplatten, zur Herstellung von individuellen handgedruckten Postern.

Jurystatement:
Ein handwerklich perfektes Buch, das einfach ist. Denn es erforscht, wie der architektonische Prozess der Architektur an hand von Le Corbusier übertragbar ist auf die visuelle Kommunikation. Bestechend die Tiefe und Ernsthaftigkeit, die zeigt, dass Kommunikationsdesign eine Aufgabe hat, nämlich dem Menschen nützlich zu sein.


Kategorie: Mobility & Transportation Design
Auszeichnung: 1. Preis

Projektname: Beyond – Wohnwagenkonzept (MT04)
Preisträger: Markus Kurkowski
Hochschule: Hochschule Darmstadt
Hochschuldozent: Herr Prof. Tom Philipps

Beyond ist ein Wohnwagenkonzept, um das Reisen für Menschen aller Altersgruppen mit und ohne Fähigkeitseinschränkungen gleichermaßen zu ermöglichen. Barrierefreiheit ist ein aktuelles und komplexes Thema, das eine hohe Sensibilität beim Gestalten erfordert. Im Sinne des Universal Design ist mein Projekt auf uneingeschränkte Nutzung, Zugänglichkeit und Mobilität fokussiert. Das absenkbare Fahrwerk, die flache Rampe, die Schiebetür und ein breiter Eingang ermöglichen es, den Wohnwagen stufenlos und spontan betreten zu können. Die Inneneinrichtung kann auf individuelle Fähigkeiten und Situationen angepasst werden. Menschen, die auf einen manuellen Rollstuhl angewiesen sind, haben genügend Freiraum um den Innenraum, insbesondere das Bad, komfortabel zu nutzen. Viele gestalterische Details können den Alltag im Urlaub funktional erleichtern und das Urlaubserlebnis formal intensivieren.

Jurystatement: Beyond ist ein neues Wohnwagenkonzept, das auch Menschen mit eingeschränkter Motorik und/oder Sensorik einen unbeschwerten Reisealltag ermöglichen soll. Die Zugänglichkeit des Inneren wird durch ein Absenken des Wohnwagens sowie durch einen breiten Eingang, eine Schiebetür und eine flache Rampe gewährleistet. Ein zeltähnliches Dach und das optional anbringbare Vorzelt bilden eine harmonische Einheit. Die Inneneinrichtung kann auf individuelle Fähigkeiten und Situationen angepasst werden. Menschen, die auf einen manuellen Rollstuhl angewiesen sind, haben genügend Freiraum um den Innenraum, insbesondere das Bad, komfortabel zu nutzen. Die Arbeit überzeugt durch ihre klare, frische Formensprache und Gestaltung ebenso wie durch ihre durchdachte Funktionalität und den verfolgten Nachhaltigkeitsansatz.

 


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