28
Jan

Stanislaw Chomicki: Pinhole Towers - Fotografie mit der Lochkamera

Design Kunst

Fast alle Hochhäuser in Frankfurt hat Stanislaw Chomicki in seinem Projekt »Pinhole Towers« festgehalten – per Lochkamera. Die mehrfach ausgezeichneten Arbeiten waren schon rund um die Welt zu sehen, von Frankfurt über Curitiba, Bochum, Washington bis Vilnius, Linz, San Francisco, Stuttgart, und zuletzt auch im Rahmen der vergangenen Biennale in Venedig.

Stanislaw Chomicki: Bei meinem ersten Lochkameraprojekt »In jedem Ende ein Anfang« habe ich mich zwei Jahre mit Objekten auseinandergesetzt, die mit Vergänglichkeit zu tun haben. Die nostalgischen Objekte und die Art der Lochkamerafotografie passten optimal zueinander. Während dieses Projekts wurde mir klar, dass Gegensätze zu mehr Spannung führen kann, und ich machte mich auf den Weg, Neues zu finden.

Nach den ersten Tests wurde mir sofort klar, dass Hochhäuser ein größeres Projekt mit der Lochkamera werden müssen: die modernste Architektur Frankfurts, fotografiert mit der ältesten Form der Kamera! Die geheimnisvolle, leicht verträumte Darstellung von klaren Formen. Die Analogie zu »Metropolis« war vorprogrammiert.

Frankfurt bietet mehr als 80 architektonisch interessante Gebäude, die für mich Fortschritt und eine fantastische Leistung der Architekten darstellen. Für mich als Fotograf ist es höchst reizvoll, die Vielfalt der Formen aus unterschiedlichen Perspektiven zu spannenden Kompositionen unter rein ästhetischen Aspekten in Szene zu setzen. Meine Arbeit an »Pinhole Towers« ist natürlich nicht vollendet. Immer noch fotografiere ich neu entstehende oder modernisierte Hochhäuser in Frankfurt.

Stanislaw Chomicki: Generell arbeite ich eher konzeptionell. Es bedarf oft sehr vieler Recherchen im Internet. Wo finde ich die gewünschten Objekte? Passen sie zu meinen Thema? Manchmal ergibt sich zufällig, dass ich etwas finde, was zum Thema passt, aber das ist sehr selten.
Bei »Pinhole Towers« war mehr die Frage: Zu welcher Zeit kann ich die Hochhäuser fotografieren? Wann ist das beste Licht? Müssen Zugänge geklärt und Fotografiererlaubnisse eingeholt werden? Das Thema und damit das Ziel waren klar definiert

Simone Kraft: Wie entsteht ein Lochkamera-Bild ganz praktisch?

Stanislaw Chomicki: In der einfachsten Form ist eine Lochkamera ein schwarz gestrichener Kasten mit einem winzigen Loch in der Vorderseite, das Aufnahmematerial befindet sich an der Rückwand. Das ist alles! Da die Belichtungszeiten oft mehrere Minuten betragen, ist nicht mal ein Verschluss notwendig. Ein Nachteil beim Einsatz einer Lochkamera ist die Tatsache, dass man nach jeder Aufnahme in die Dunkelkammer muss, um den Film zu wechseln. Mehrere Aufnahmen hintereinander sind leider nicht möglich.

Seit mehreren Jahren arbeite ich mit der Großformatkamera und Filmkassetten. Statt Objektive verwende ich eine Objektivplatte, die mit einem Loch versehen ist. Die Vorteile ergeben sich durch die Verstellbarkeit der Kamera und durch die Auszugverlängerung. Dadurch bin ich nicht auf eine bestimmte Brennweite festgelegt. Das bietet natürlich große Vorteile bei der Bildgestaltung. Wenn es möglich ist, versuche ich meine Motive so zu fotografieren, dass ich später keine Ausschnitte mehr machen muss. Die Aufnahmen aus der Serie »Pinhole Towers« entstanden mit einem starken Rotfilter, der den Himmel abdunkelt und damit fast eine Nachtwirkung erzielt.

Nach der Filmentwicklung werden die Negative eingescannt und sorgfältig bearbeitet. Seit Jahren bevorzuge ich die hybride Vorgehensweise in meiner Fotografie. Am Rechner kann ich die Aufnahmen sehr genau partiell anpassen, dies ist in der Dunkelkammer in dieser Genauigkeit nicht möglich.

Simone Kraft: Warum Fotografie? Welche Möglichkeiten eröffnet Ihnen diese Art der künstlerischen Arbeit?


Visualisierung des Neubaus des Bayerischen Rundfunks in München-Freimann. Foto: Fritsch + Tschaidse Architekten

Dach

Luftbild des Bettenhauses der Waldkliniken Eisenberg. Bildquelle: HG Esch

Gebäudetechnik

Bildquelle: Zehnder Group Deutschland GmbH, Lahr

Gebäudetechnik

Auf dem Handtuch-Grundstück positionierte Architektin Anja Engelshove das Gebäude an der hinteren Grundstücksgrenze im dicht bebauten Norden. So haben die Nutzer freien Blick in ihren Garten, in dem Logic Moon-Leuchten von Delta Light dezente Akzente setzen. Bildquelle: Arnd Haug für Delta Light

Beleuchtung

Das schwäbische Unternehmen LUX GLENDER hat ein „Licht-im-Handlauf-System“ entwickelt, dass die Brücke über den Walkegraben in Frankenberg (Eder) eindrucksvoll in Szene setzt. Bildquelle: lux-glender.com

Außenraum

Die von a+r Architekten geplante Neuapostolische Kirche Böblingen integriert sich mit ihrer charaktervollen Klinkerfassade harmonisch in das bauliche Umfeld und stellt Bezüge zu den umliegenden Gebäuden her. Foto: Marcus Ebener

Projekte (d)

Einladend und weitläufig ist das neue Arbeitsloft „M-Lab“ der Agentur Monsun Media in Bremen. Ein gutes akustisches Raumklima schaffen die dezent von der Decke abgehängten Rossoacoustic Pads der Nimbus Group. Foto: POPO Sitzmöbel und Stehschränke GmbH, Patrick Drescher

Innenausbau

Im Sinne der schützenswerten Architektur von Werner Kallmorgen übernahm Licht01 die vorhandenen Deckeneinbauringe soweit wie möglich. Die QR-CBCLampen wurden durch deckenbündig versenkbare LED-Multifunktionsstrahler mit Wechseloptiken und Wallwasher ersetzt. Bildquelle: Andreas Weiss

Projekte (d)

Das neu ausgebaute Dachgeschoss wird im Giebelbereich von geschickt unsichtbar montierten Underscore-Leuchten erhellt. Die Linearleuchten von iGuzzini betonen die Flächen und das Volumen des Giebels völlig schattenfrei und weiten den Raum nach oben auf. Bildquelle: David Franck, Stuttgart

Beleuchtung

Bildquelle: Mehmet & Kazim Akal und Kunstverein Friedrichshafen, Fotograf: Frank Kleinbach

Design Kunst

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