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Sammlung Grässlin: KUNSTRAUM Franz West

RÄUME FÜR KUNST, Plenarsaal im Rathaus, Hauptstraße 9. Sebastian Volz: Fehler, 2019, Öl auf Leinwand, 290 x 580 cm. Sebastian Volz: Ohne Titel, 2019, Acryl, Öl auf Leinwand, 150 x 119 cm. Bildquelle: Sebastian Volz. Fotonachweis: Wolfgang Günzel, Offenbach

Design Kunst

 

Ab 15. August 2020 zeigt die Sammlung Grässlin in St. Georgen im Schwarzwald unter dem Titel HITPARADE ihre zehnte Ausstellung. Sie ist im KUNSTRAUM Franz West gewidmet und präsentiert darüber hinaus in über 20 externen RÄUMEN FÜR KUNST Werke verschiedener Künstlerinnen und Künstler in einer subjektiven Auswahl der drei Sammlerinnen.

Gerade in Pandemie-Zeiten sollte Zeit sein, darüber nachzudenken, was unsere Gesellschaft zusammen hält und noch entscheidender, voran bringt: Kunst. Kunst ist gemeinsames Verstehen auf höchsten Niveau, Kunst verbindet.

RÄUME FÜR KUNST, Restaurant Kippys, Museumstr. 2. Poul Gernes: Picture with targets, 1966-76, Lack auf Hartfaserplatte, je 121 x 121 cm. Bildquelle: Estate of Poul Gernes. Fotonachweis: Wolfgang Günzel, Offenbach
RÄUME FÜR KUNST, Restaurant Kippys, Museumstr. 2. Poul Gernes: Picture with targets, 1966-76, Lack auf Hartfaserplatte, je 121 x 121 cm. Bildquelle: Estate of Poul Gernes. Fotonachweis: Wolfgang Günzel, Offenbach


Unter dem Titel HITPARADE werden in den RÄUMEN FÜR KUNST Werke verschiedener Künstlerinnen und Künstler aus der Sammlung Grässlin präsentiert. Wie der Titel vielleicht vermuten lässt, ist es aber keine Hitparade, die lediglich den Kunstmarkt oder den Kunstbetrieb als Maßstab nimmt. Viel eher ist die Zusammenstellung der in der Ausstellung vertretenen Werke eine subjektive Auswahl der drei Sammlerinnen. Denn von Beginn an hat sich die Sammlung Grässlin nicht nach dem Mainstream gerichtet, sondern Arbeiten von Künstlern zusammengetragen, die sich gegen die bestehenden künstlerischen und gesellschaftlichen Konventionen gerichtet, sie in Frage gestellt und dadurch erweitert und verändert haben. Im Laufe der Jahre hat sich jedoch gezeigt, dass eben die Werke von Künstlern wie Günther Förg, Georg Herold, Martin Kippenberger, Meuser, Albert Oehlen oder Markus Oehlen, deren Qualität und künstlerischer Gehalt in den 1980er-Jahren oft genug in Frage gestellt wurde, Eingang in die Kunstgeschichte gefunden haben.

KUNSTRAUM GRÄSSLIN. Franz West: Sitzwuste, 2000, Aluminium lackiert, 3 Teile, je 60 x 465 x 60 cm. Bildquelle: Franz West Privatstiftung. Fotonachweis: Wolfgang Günzel, Offenbach
KUNSTRAUM GRÄSSLIN. Franz West: Sitzwuste, 2000, Aluminium lackiert, 3 Teile, je 60 x 465 x 60 cm. Bildquelle: Franz West Privatstiftung. Fotonachweis: Wolfgang Günzel, Offenbach


Die spitzfindigen, banalen und allzu oft auch mit Sarkasmus und (schwarzem) Humor durchtränkten Werke der 1980er-Jahre sind in den RÄUMEN FÜR KUNST zahlreich vertreten. Darunter befinden sich Schlüsselwerke wie beispielsweise Familie Hunger (1985) von Martin Kippenberger, Bär mit Auszeichnung (1997), eines der mittlerweile zu Ikonen gewordenen grauen Bilder von Albert Oehlen, oder aber der legendäre Fragentopf (1984) von Fischli & Weiss. Diese inhaltlich geprägten Arbeiten treffen auf Exponate von Künstlern, die in den 1980er-Jahren eher einen konzeptuellen Ansatz verfolgten. Dazu zählt Günther Förg, der die Malerei, die Bildhauerei und die Fotografie nutzte, um die Errungenschaften der Moderne und Postmoderne Revue passieren zu lassen oder Christopher Williams, der mit Hilfe der Fotografie die Wirkkraft des Bildes in der spätkapitalistischen Gesellschaft des ausgehenden 20. und beginnenden 21. Jahrhunderts untersucht und analysiert.

KUNSTRAUM GRÄSSLIN. RÄUME FÜR KUNST, Bahnhof St. Georgen. Tobias Rehberger: Me as you II (1-3), (6), (7), 2014, Papiermarché, Acrylfarbe, elektrisches Zubehör, Verschiedene Größen. Bildquelle:  Tobias Rehberger. Fotonachweis: Wolfgang Günzel, Offenbach
KUNSTRAUM GRÄSSLIN. RÄUME FÜR KUNST, Bahnhof St. Georgen. Tobias Rehberger: Me as you II (1-3), (6), (7), 2014, Papiermarché, Acrylfarbe, elektrisches Zubehör, Verschiedene Größen. Bildquelle: Tobias Rehberger. Fotonachweis: Wolfgang Günzel, Offenbach


Insbesondere die künstlerische Praxis von Christopher Williams kann als Bindeglied zwischen den konzeptuellen Werken der 1980er-Jahre und den kontextbezogenen Ansätzen der 1990er-Jahre gesehen werden. Denn mit Kai Althoff, Cosima von Bonin, Michael Krebber, Tobias Rehberger oder Heimo Zobernig sind in der Ausstellung Künstlerinnen und Künstler vertreten, die sich in den 1990er-Jahren vordergründig den sozialen, kulturellen, formalen und ideologischen Kontexten widmeten, in denen das System Kunst funktioniert und operiert und innerhalb derer Kunst produziert, präsentiert und rezipiert wird.

Anhand der in der Ausstellung vertretenen Werke von Georg Baselitz und Imi Knoebel lassen sich die beiden Entwicklungslinien, das expressiv Inhaltliche und das Konzeptuelle, bei denen die Künstler der nachfolgenden Generationen ansetzen, bis zu zwei bedeutenden Künstlern der 1960er- und 1970er-Jahre zurückverfolgen.

Franz West: Brückenköpfe (Lemuren) I und II, 1991, Aluminium, Dispersion, 250 x 100 x 100 cm, 265 x 100 x 100 cm, Auflage: 2/3 Ex. Franz West: Sinnlos, 2008/2014, Stahl, Kunstharzlack, 40 x 200 x 10 cm. Bildquelle: Franz West Privatstiftung. Fotonachweis: Wolfgang Günzel, Offenbach
Franz West: Brückenköpfe (Lemuren) I und II, 1991, Aluminium, Dispersion, 250 x 100 x 100 cm, 265 x 100 x 100 cm, Auflage: 2/3 Ex. Franz West: Sinnlos, 2008/2014, Stahl, Kunstharzlack, 40 x 200 x 10 cm. Bildquelle: Franz West Privatstiftung. Fotonachweis: Wolfgang Günzel, Offenbach


Im Plenarsaal des Rathauses von St. Georgen und in zahlreichen Schaufenstern der RÄUME FÜR KUNST hat mit Julian Heuser, Rachel von Morgenstern, Julian Turner, Alicia Viebrock und Sebastian Volz zudem die jüngste Künstlergeneration der Sammlung Grässlin ihren großen Auftritt, die sich an der gesamten Palette formaler und medialer Möglichkeiten bedient, um ihre künstlerischen Visionen zu verwirklichen. Hier trifft der Besucher sowohl auf die abstrakten Malereien von Julian Heuser, Rachel von Morgenstern und Alicia Viebrock, als auch auf die figurativen Bilder von Sebastian Volz oder die Installation House of Flowers von Julian Turner, ein neuinterpretierter Nachbau des Mausoleums des jugoslawischen Diktators Josip Broz Tito. Somit wagt die Sammlung Grässlin mit der Ausstellung HITPARADE – WERKE AUS DER SAMMLUNG auch einen Ausblick darauf, was die Hits von morgen sein könnten.

www.sammlung-graesslin.eu

Für den Besuch gelten die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln.

Öffnungszeiten KUNSTRAUM GRÄSSLIN: nach Vereinbarung

Der KUNSTRAUM GRÄSSLIN und die RÄUME FÜR KUNST können mit einem geführten Rundgang besichtigt werden. Einige der externen RÄUME FÜR KUNST können auch ohne Führung besichtigt werden.


Bildquelle: Zehnder Group Deutschland GmbH, Lahr

Gebäudetechnik

Auf dem Handtuch-Grundstück positionierte Architektin Anja Engelshove das Gebäude an der hinteren Grundstücksgrenze im dicht bebauten Norden. So haben die Nutzer freien Blick in ihren Garten, in dem Logic Moon-Leuchten von Delta Light dezente Akzente setzen. Bildquelle: Arnd Haug für Delta Light

Beleuchtung

Das schwäbische Unternehmen LUX GLENDER hat ein „Licht-im-Handlauf-System“ entwickelt, dass die Brücke über den Walkegraben in Frankenberg (Eder) eindrucksvoll in Szene setzt. Bildquelle: lux-glender.com

Außenraum

Die von a+r Architekten geplante Neuapostolische Kirche Böblingen integriert sich mit ihrer charaktervollen Klinkerfassade harmonisch in das bauliche Umfeld und stellt Bezüge zu den umliegenden Gebäuden her. Foto: Marcus Ebener

Projekte (d)

Einladend und weitläufig ist das neue Arbeitsloft „M-Lab“ der Agentur Monsun Media in Bremen. Ein gutes akustisches Raumklima schaffen die dezent von der Decke abgehängten Rossoacoustic Pads der Nimbus Group. Foto: POPO Sitzmöbel und Stehschränke GmbH, Patrick Drescher

Innenausbau

Im Sinne der schützenswerten Architektur von Werner Kallmorgen übernahm Licht01 die vorhandenen Deckeneinbauringe soweit wie möglich. Die QR-CBCLampen wurden durch deckenbündig versenkbare LED-Multifunktionsstrahler mit Wechseloptiken und Wallwasher ersetzt. Bildquelle: Andreas Weiss

Projekte (d)

Das neu ausgebaute Dachgeschoss wird im Giebelbereich von geschickt unsichtbar montierten Underscore-Leuchten erhellt. Die Linearleuchten von iGuzzini betonen die Flächen und das Volumen des Giebels völlig schattenfrei und weiten den Raum nach oben auf. Bildquelle: David Franck, Stuttgart

Beleuchtung

Bildquelle: Mehmet & Kazim Akal und Kunstverein Friedrichshafen, Fotograf: Frank Kleinbach

Design Kunst

Bildquelle: Michael Tewes Photographie

Advertorials


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