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Di, Mär

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Lin Olschowka: Copy of a Wall

Lin Olschowka: Jailed First 1 und Jailed First 2, 2026, acrylic on canvas. Bildquelle:Lin Olschowka/Kunstverein Friedrichshafen: 2026, Fotograf: Cim Jubke

Design Kunst

Der Kunstverein Friedrichshafen zeigt vom 13. Februar bis 29. März 2026 die Einzelausstellung Copy of a Wall der Malerin Lin Olschowka.

Die Ausstellung Copy of a Wall kreist um den Augenblick des Übergangs. Im Mittelpunkt stehen Zwischenzustände – jene Momente, in denen Bilder, Bedeutungen und Zuschreibungen noch nicht festgezurrt sind oder gerade ins Rutschen geraten. Die Malerin Lin Olschowka untersucht das Spannungsverhältnis von Original und Kopie, Wiederholung als produktive Methode und die Frage, ab wann – und unter welchen Voraussetzungen – Bild und Sinn überhaupt entstehen.

Das Herzstück von Copy of a Wall bilden zwei fast deckungsgleiche Selbstporträts vor den Kreidefelsen auf Rügen: Jailed First 1 und Jailed First 2. Zunächst wirkt die Szene still, beinahe vertraut. Doch die doppelte Setzung kippt den Eindruck: Das Selbstbild behauptet sich nicht länger als einmaliger Ausdruck, sondern rückt in eine serielle Ordnung. Damit erscheint auch die vermeintliche Aura des Originals nicht als statischer Besitz, sondern als etwas Wandelbares – sie verschiebt sich mit jeder Wiederholung. Originalität zeigt sich hier weniger als Behauptung denn als Vergleich: in winzigen Abweichungen, im Abstand zwischen den Bildern, der trennt und zugleich eine Verbindung stiftet.

Lin Olschowka: Mäuseloch 1, 2026, acrylic on chalk on wood. Bildquelle:Lin Olschowka/Kunstverein Friedrichshafen: 2026, Fotograf: Cim Jubke
Lin Olschowka: Mäuseloch 1, 2026, acrylic on chalk on wood. Bildquelle:Lin Olschowka/Kunstverein Friedrichshafen: 2026, Fotograf: Cim Jubke


Diese Denkbewegung führt Olschowka in anderen Arbeiten konsequent weiter. In Mäuseloch 1, Mäuseloch 2 und Get-together geraten Maßstäbe und Rangordnungen durcheinander; Zeiten, Stile und Bildtraditionen schieben sich übereinander. Sakrale Anklänge treffen auf popkulturelle Verweise, kunsthistorische Zitate stoßen auf Alltagsmotive. Wahrnehmung zeigt sich dabei als eine Frage von Kontext, Proportion und Blickrichtung. Auch S 285/1 knüpft daran an: Die Leinwand übernimmt millimetergenau die Maße eines realen Tisches von Marcel Breuer, und im Raum steht zusätzlich der originale Tisch. Er tritt als Gebrauchsobjekt auf – Bild und Ding stehen gleichwertig nebeneinander, und die Grenze zwischen Darstellung und Wirklichkeit wird spürbar durchlässig.

Die Ausstellung folgt keiner linearen Erzählung. Wiederholung, Verschiebung, Zitat und Übertragung bilden zentrale Strategien in Lin Olschowkas Praxis. Copy of a Wall versteht sich als offenes Ausstellungsgefüge, in dem Bedeutungen zirkulieren und sich kontinuierlich verändern.

Lin Olschowka: Get-together, 2025, acrylic on chalk on Wood. Bildquelle:Lin Olschowka/Kunstverein Friedrichshafen: 2026, Fotograf: Cim Jubke
Lin Olschowka: Get-together, 2025, acrylic on chalk on Wood. Bildquelle:Lin Olschowka/Kunstverein Friedrichshafen: 2026, Fotograf: Cim Jubke

Lin Olschowka: Biografie und jüngste Ausstellungen

Lin Olschowka wurde 1995 in Münsterlingen in der Schweiz geboren. Sie lebt und arbeitet in Karlsruhe. Ihr Masterstudium absolvierte sie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Zu ihren jüngsten Ausstellungen zählen unter anderem die Liste Art Fair Basel 2025 mit Windhager von Kaenel, Meyer Riegger in Karlsruhe, das Rosgartenmuseum Konstanz, Hamlet in Zürich sowie das Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen.

Öffnungszeiten:
Mittwoch–Freitag, 15–18 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertage, 11–17 Uhr
Eintritt frei

Kunstverein Friedrichshafen e. V.
Buchhornplatz 6
88045 Friedrichshafen
T +49 (0)7541 21950
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.kunstverein-friedrichshafen.de


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Fassade

Lin Olschowka: Jailed First 1 und Jailed First 2, 2026, acrylic on canvas. Bildquelle:Lin Olschowka/Kunstverein Friedrichshafen: 2026, Fotograf: Cim Jubke

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