24
Nov

Corona at work

Menschen

 

Die Corona Krise beschleunigt einen Trend den wir schon lange als theoretische Leitlinie unserer Entwürfe ansehen: Die Umdeutung des Büros vom rein sachbezogenen Arbeitsort hin zu einem Ort der sozialen Interaktion. In Zukunft werden wir noch genauer unterscheiden, weshalb wir ein Büro aufsuchen und zu welchem Zweck.

WDF 49, Walldorf: Die gläserne Fassade lässt Einblick auf die offene Treppengestaltung zu
WDF 49, Walldorf: Die gläserne Fassade lässt Einblick auf die offene Treppengestaltung zu. Foto: Zooey Braun


In Zeiten digitaler Transformation kann dieser Zweck nur der kommunikativen und kollaborativen Interaktion dienen. Das Büro verliert seine Bedeutungshoheit als Arbeitsstätte und entfernt sich damit auch immer mehr vom traditionellen Grundriss. Büros müssen zukünftig nicht nur soziale Begegnungsstätten werden, sondern auch Kommunikation und Kollaboration fördern und provozieren. Die physische Begegnung als Innovationstreiber und die damit verbundenen Arbeitsmethoden werden an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung bietet auch in der Architektur Chancen und generiert Freiheiten in der Gestaltung dieser Orte.

Innovation Center 2.0, Potsdam: Whiteboards
Innovation Center 2.0, Potsdam: Whiteboards. Foto: Zooey Braun


Der Trend zur Flexibilisierung des Raums wird zunehmen, um den Anforderungen einer sich verändernden Kollaborationskultur zu begegnen. Dieses Prinzip haben wir bereits im Innovation Center in Potsdam in einem Prototyp erprobt, welcher mittlerweile zum Serienprodukt gereift ist.

In den Design Thinking und Arbeitsflächen hängen große Whiteboards von der Decke ab und lassen sich verschieben, dadurch stehen die Räume in ständigem Wandel und ermöglichen mehreren Arbeitsgruppen in unterschiedlichster Größe das Zusammenarbeiten. Die Whiteboards „flomo“ können außerdem separat als Arbeitsmedium genutzt werden, da sie leicht und flexibel handhabbar sind und problemlos transportiert werden können.

WDF 49, Walldorf: Die Treppe als Metapher gebauter Kommunikation
WDF 49, Walldorf: Die Treppe als Metapher gebauter Kommunikation. Foto: Zooey Braun


Zudem kommt der Erschließung eine immer größere Rolle zu. Treppen sind nicht mehr nur verbindende Elemente, sondern Katalysatoren von Begegnung und Kommunikation. Der Aufzug wird immer mehr in den Hintergrund treten und Erschließungskonzepten Platz machen, die Begegnung und Kommunikation provozieren. In unseren Konzepten ist die Erschließung ein zentrales Element an das sich Kollaborations- und Kommunikationszentren anschließen wie Nervenbahnen an die Wirbelsäule. Die Treppe wird zur gebauten Metapher für Kommunikation.


Autor

Mike Herud machte zuerst eine Ausbildung zum Zimmerer. Nach seinem Architekturstudium an der FH Kaiserslautern und der Mitarbeit bei UNStudio in Amsterdam sowie der Zeit als Projektleiter bei Prof. Wolfgang Kergaßner, gründete er 2010 zusammen mit Oliver Kettenhofen SCOPE als Büro für Architektur, Innenarchitektur und Design in Stuttgart. www.scopeoffice.de

 


Eine bessere Ausleuchtung der Warenlager mit zugleich weniger Energieaufwand für Beleuchtung und Klimatisierung: Dies bildete den Ausgangspunkt für die Sanierung der Leuchten bei Alliance Healthcare am Standort Osnabrück. Foto: Emslicht

Beleuchtung

Das neue Eigenheim des Architekten besteht aus drei ineinander geschobenen Kuben: zwei kleine Kuben für Garage und Büro und ein großer mittiger, zweigeschossiger Kubus mit Satteldach, der sich über die beiden anderen schiebt. Foto: Daniel Vieser. Architekturfotografie

Hochbau

Die Revitalisierung der bedeutendsten und ältesten Stadt an der Südwestküste Zyperns beinhaltete ein neues Beleuchtungskonzept. In der Bietergemeinschaft überzeugten LDPi und iGuzzini. Foto: Maria Efthymiou - Creative Photo Room

Advertorials

Den Bürotrakt trennt eine in warmem hellem Holz gehaltene Rezeption dezent von dem halböffentlichen Showroom, der eine Kombination aus Ausstellungs- und Eventfläche, Co-Working-Bereich und Espresso-Lounge darstellt. Bild: Lukas Palik

Beleuchtung

Kusch+Co stattet als Industriepartner im Rahmen des KARMIN Forschungsprojekts ein Muster-Patientenzimmer mit aus, das erstmals auf dem World-Health Summit Ende Oktober vorgestellt wurde. Neben der hygienischen Qualität trug auch die Gestaltung dazu bei, dass der Stuhl Arn (Design by Scaffidi & Johansen) als Masterprodukt dient. Foto: Tom Bauer / IIKE TU Braunschweig

Einrichtung

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