Martin Haas, Mitbegründer von haascookzemmrich STUDIO2050, bringt es auf den Punkt: Die Zeit zurückdrehen können wir nicht – aber wir können die neuen Technologien von heute als Chance begreifen, um unsere Architektur, Gestaltung und Bauweisen neu zu justieren. Mit einem Lächeln erkennt man den Zusatz „2050“ im Büronamen als tägliche Erinnerung: Bis dahin sollen wir in einer klimaneutralen, widerstandsfähigen Zukunft leben können – ein Ziel, das das Studio seit seiner Gründung im Jahr 2012 konsequent verfolgt.

Im Jahr 2012 gründete Martin Haas mit David Cook und Stephan Zemmrich das Büro haascookzemmrich STUDIO2050. Gemeinsam mit Experten aus verschiedenen Disziplinen – darunter Soziologie, Energieberatung und Materialforschung – suchen sie nach neuen Ansätzen für die Entwicklung und Umsetzung einer nachhaltigen Architektur. Bild: Frederik Laux
Natürlich, regional, effizient – der Weg zu „Low tech, high nature“
Im Podcast simplicity – einfach bauen mit Moderatorin Rebekka Pottgüter erzählt Haas, warum einfache Bauweisen mehr als nur praktikabel sind: Low tech, high nature ist für das Büro kein Buzzword, sondern gelebte Praxis. Durch regionales und natürliches Material gelingt es, Planung und Umsetzung zu verschlanken, ohne an Qualität zu verlieren. Und längst ist nicht alles von gestern – neu gedacht, vermählen sich etablierte Baustoffe mit fortschrittlichen Technologien, um Komplexität auf ein Minimum zu reduzieren. Haas zeigt, wie Bewährtes und Innovation ineinandergreifen – und wo der Mut zum Umdenken gefragt ist.
Architektur, die auf morgen baut
Mittendrin im Gespräch: die Vision eines Bauens, das wieder den Menschen – und nicht nur Ideen – in den Mittelpunkt rückt. Nicht Luxus, sondern Sinn stiftend soll sie sein. STUDIO2050 lädt deshalb Fachleute aus Soziologie, Technik und Materialforschung ein, um im Schulterschluss nachhaltige Konzepte zu entwickeln. Das klingt nach einem Appell, Architektur nicht länger als Selbstzweck zu begreifen – sondern als Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft.