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So, Jun

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Medienhaus der Diözese Würzburg von mayarchitekten

 

Nach Entkernung, Ertüchtigung des Brandschutzes und Umbau wurde aus dem Erdgeschoss der ehemaligen Dompfarrei in Würzburg ein Treffpunkt und offener Zugang zum Medienhaus der Diözese. Die von mayarchitekten geplanten Räume bestechen mit ihrer Schlichtheit und reduzierten Materialsprache. Großformatige Ringleuchten setzen Akzente und bilden die gestalterische Klammer.

Medienhaus der Diözese Würzburg von mayarchitekten

In die Jahre gekommen waren die Räume der Dompfarrei an einer von Würzburgs bedeutsamsten Adressen. Das Gebäude befindet sich in unmittelbarer Domnähe auf dem Areal der einstigen Domherrnhöfe, die aufgrund ihrer strengen mittelalterlichen Bauvorschriften – die Ensembles mussten zur Straße hin geschlossen sein – auch Klosterhöfe genannt wurden. Sie waren im Besitz der dem Ritteradel angehörenden Domherren, welche die Kurien ab ca. dem beginnenden 13. Jahrhundert hatten errichten lassen. Nach 1945 sollten einige der dem Zweiten Weltkrieg anheim gefallenen Höfe im Stil der Originalgebäude wieder aufgebaut werden. Dazu gehörte auch die stark zerstörte Kurie Maßbach, deren zur ehemaligen Herrngasse gelegenes Hauptgebäude seine Neuerrichtung von 1953 bis 1956 erlebte. Erhalten geblieben waren die Fassaden mit ihren geohrten Fensterrahmungen und der östliche Kellerteil. Es wird vermutet, dass der Treppengiebel des dreigeschossigen Hauptgebäudes das Resultat einer Umbaumaßnahme während der späten Renaissance sei. Heute ist der ehemalige Domherrnhof Maßbach am Kardinal-Döpfner-Platz 5 im Besitz des Bistums Würzburg.

Medienhaus der Diözese Würzburg von mayarchitekten

Der Dompfarrei diente das Gebäude, das auch eine Bücherei und Redaktionen wie die des Würzburger Katholischen Sonntagsblatts aufnahm, für Sitzungen. Zudem wurde es vom Medienhaus nach Anmeldung für Besprechungen und Seminare genutzt. Heute ist das Medienhaus der Diözese Würzburg der Hauptnutzer. Doch bevor dieser Wechsel stattfinden konnte, wurde das Erdgeschoss des Gebäudes, das erheblichen Renovierungsstau und eine unklare Raumfolge aufwies, entkernt, modernisiert und auf die Bedürfnisse der Institution angepasst. Diese profitiert nun von dem Vorteil räumlicher Nähe zwischen den Redaktionsmitarbeitern auf den verschiedenen Etagen und der Verwaltungs- und Bereichsleitung im 1. Obergeschoss, die zuvor im rückwärtigen Gebäude der ehemaligen Hofanlage untergebracht waren.

Medienhaus der Diözese Würzburg von mayarchitekten

Der erste Eindruck: Eingangsbereich mit Sogwirkung

Eine markante Neuerung brachte der Umbau schon außen sichtbar am Eingangsbereich, der mit seiner dunklen Holztür geschlossen und abweisend wirkte und sich heute einladend mit einer transparenten Glastür öffnet. Über eine zweite Glastür gegenüber des Treppenaufgangs und Aufzugs gelangt man unmittelbar in den Empfang, dessen modernes, freundliches und tageslichthelles Erscheinungsbild eine Willkommensgeste darstellt. In dem pur anmutenden Mix aus warmgrauen Bodenfliesen, weißen Decken und Einbauschränken, einer Garderobe aus Eiche und grauen Akustikvorhängen lächelt dem Besucher ein orangefarbener, von zylindrischen Spy-Pendelleuchten erhellter Tresen entgegen. Links neben dem Tresen befindet sich ein mit Glaswänden abgeschirmtes Büro, das diskretes Arbeiten ermöglicht. Rechts führt ein kleiner Flur an der Teeküche vorbei in den großen Besprechungsraum, dessen erhabene Schlichtheit Ruhe und Klarheit signalisiert. In einem von der neuen Akustikdecke ausgesparten Deckenbereich oberhalb der groß dimensionierten Konferenztischanlage in Weiß schweben 70 Zentimeter große Super OH-Ringleuchten, welche die Eleganz des Raumes betonen und das klare Design-Statement des Gesamtkonzepts unterstützen: Das überholungsbedürftige Interieur des Hauses ist in der Neuzeit angekommen.

Medienhaus der Diözese Würzburg von mayarchitekten

Schlichter Zauber im „Dompfarrsaal“

Die direkt/indirekt leuchtenden Ringe sind in zwei Gruppen schaltbar. Mit einer Lichtvoute aus LEDFLEX Stipes, welche die Deckenaussparung umläuft, kommt eine weitere separat schaltbare Beleuchtungskomponente hinzu. Atmosphärische Wärme spendet das Eichenparkett, das als Fischgrät-Muster verlegt ist. Seinen schlichten Zauber erhielt der Raum, der früher als Dompfarrsaal diente und heute sowohl in dieser Funktion wie auch als Besprechungssaal des Medienhauses genutzt wird, jedoch keineswegs nur durch seine Ausstattung und Beleuchtung. Erst dank architektonischer Interventionen durch mayarchitekten kann das Potential des Raumes jetzt ausgespielt werden. Erst nach Verschiebung der Achse und Freilegung des Fensters geradeaus an der Westfassade, wo früher eine Trockenbauwand mit dahinter befindlichem Stuhllager die Sicht versperrte, entstand die wunderschöne Blickachse, die den Besucher direkt ins Freie schauen lässt.

Zurück zum Empfang, in dem Diro Einbauleuchten unaufgeregt eine gute und blendungsminimierte Grundbeleuchtung generieren, geht es weiter in ein kleines Foyer, das den Weg zur Linken in die für Mitarbeiter und Besucher des Hauses zugängliche Cafeteria freigibt. Diese ist mit unterschiedlich farbigen Hockern und Stühlen, kleinen runden Tischen, Zeitschriften-Regalen und einer Service-Zeile möbliert. Während LEDFLEX-Streifen für eine indirekte Voutenbeleuchtung sorgen, spenden knapp 40 cm große, diagonal von der Decke abgependelte Super OH-Leuchten dem Raum direktes Licht. Auch hier sind die Leuchten wieder starke gestalterische Elemente.

Medienhaus der Diözese Würzburg von mayarchitekten

Leuchtender Blickfang und gestalterische Klammer: Super OH

An der rechten Raumseite der Cafeteria schließt sich – getrennt durch eine transparente Glaswand – ein kleiner Besprechungsraum für bis zu zehn Personen an, der im neuen Stil des Hauses ausgestattet ist. Eine 1,20 Meter große Super OH Leuchte bildet den Blickfang und spendet gleichzeitig ausreichend Direkt- und Indirektlicht für den gesamten Raum.

Medienhaus der Diözese Würzburg von mayarchitekten

Mit dem Abriss fast aller Innenwände, der kompletten Erneuerung von Böden, Wänden und Decken und deren brandschutztechnischer Ertüchtigung ist es gelungen, ein mehr als 60 Jahre altes Gebäude, dessen Gründung und Fassaden sogar bis ins 13. Jahrhundert zurückgehen, auf den modernsten Stand zu bringen und mit Tageslicht zu füllen. In der edlen, doch unprätentiösen Ausstattung werden die Ringleuchter von Delta Light zu gestaltenden Elementen, die zudem den Bogen zwischen allen Räumen und auch zu den neuen Büroeinheiten im Obergeschoss spannen. Das Medienhaus der Diözese Würzburg wirkt einladend und weltoffen und wird von Mitarbeitern und Gästen gleichsam gerne genutzt.

Foto: Kirsten Bucher für Delta Light 

Bauherr: Bistum Würzburg
Architekt: mayarchitekten GmbH, www.mayarchitekten.com
Projektleitung: Andreas Ebner
Lichtplanung: mayarchitekten GmbH, Delta Light Deutschland
Leuchten: Delta Light Deutschland, deltalight.de


Bislang wurden die zwei Gebäude des Mozarteums nur unzureichend miteinander verbunden. Foto: Andrew Phelp

Fassade

Erkennungsmerkmal gelber Deckel: Die neue, prämierte Kiesfang-Generation von Sita. Überraschend funktionelles Design für eine optimierte Ablaufleistung und eine schwerelose Wartung.

Gebäudetechnik

Tamara Goehringer, Leuchtturm: Llorando se fue or Hunting High or Low. Bildquelle: 2023, Tamara Goehringer / Kunstverein Friedrichshafen. Fotograf: Dominik Dresel

Termine

Im Falle des Quartiers „Buchholzer Grün“ in Hannover wurden von insgesamt 70.000 m2 gerade einmal 32.000 m2 bebaut – der Großteil der Gebäude in KS-Bauweise. Die daraus resultierende Lebensdauer der Gebäude von weit über 100 Jahren macht das Quartier nicht nur aus stadtplanerische, sondern auch aus konstruktiv-nachhaltiger Sicht zukunftsfähig. Olaf Mahlstedt / KS-Original

Premium-Advertorial

Die funktionsgetrennte KS-Bauweise am Beispiel eines einschaligen Mauerwerks mit einem WDVS. Die grauen KS-Wärmedämmsteine am Wandfußpunkt sorgen für die dauerhafte Minimierung von Wärmebrücken. Bild: Thomas Popinger | KS-ORIGINAL

Fachartikel

Park Associati und Deltalight haben eine aufsehenerregende Leuchte entwickelt, die jedem Architekturprojekt bei all ihrer Einfachheit Dynamik verleiht. Nebbia vereint intuitives Design und Lichttechnologie in Spitzenqualität. Bildquelle: Delta Light

Beleuchtung

Aufgebrochen und zusammengefügt: Die Wand- und Deckenscheiben des „Floating Wall House“ erzeugen spannungsvolle Beziehungen und schaffen ungewohnte Blickrichtungen. Bildquelle: Sto SE & Co. KGaA

Fassade

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