21
Mai

Entwässerung im Industriepark Höchst

Außenraum

Rinne, Räder, Reifenspuren. Über diese Dispositionsfläche für Transportgüter aus den Standortunternehmen kurven täglich Lastzüge mit wassergefährdender Fracht. Ein Fall für das Entwässerungssystem »BIRCOdicht«. Bild: Birco

Flächenentwässerung an Industriestandorten ist eine komplexe Aufgabe. Schnelle Regenableitung, Schwerlasteignung und Grundwasserschutz müssen zueinander finden. Für ein WHG-reglementiertes Betriebsareal und eine Truck-Trasse im Industriepark Höchst kam die Lösung von Birco.

Industriepark Höchst, Verkehrsfläche vor Gebäude E 322 – Treffpunkt für Aggressives. Hier kommt zusammen, was für Gewässer, Böden und Grundwasser der KO-Schlag wäre. Infraserv, die Betreibergesellschaft des Industrieparks, disponiert an dieser Standortniederlassung auf einem Areal von rund 2.000 Quadratmeter jenen Teil des täglichen Stroms von Schwertransporten, die noch verwogen werden müssen – darunter immer auch ein bunter Mix an Gefahrgutladungen. Die bei verschiedenen Standortunternehmen befüllten Lkw kommen hier auf die Waage und werden dann für ihren weiteren Weg bereitgestellt.

Dass bei solcher Konzentration von Transferaktivitäten mit umwelttoxischen Substanzen Risiken lauern, ist offensichtlich. Deshalb unterliegen Flächen dieser Art den gleichen Sicherheitsbestimmungen des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) wie auch die so genannten LAU-Anlagen zum Lagern, Abfüllen und Umschlagen wassergefährdender Medien. Nach § 62 WHG müssen Entwässerungssysteme, die notwendigerweise zum Ableiten von Niederschlägen und zum Auffangen wassergefährdender Stoffe installiert werden, »so beschaffen sein und so eingebaut, aufgestellt, unterhalten und betrieben werden, dass eine Verunreinigung der Gewässer oder eine sonstige nachteilige Veränderung ihrer Eigenschaften nicht zu besorgen ist«. Um das zu gewährleisten, nimmt die »Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen« den Betreiber in die Pflicht, hierfür qualifizierte Fachbetriebe mit den Bauarbeiten zu beauftragen.

»BIRCOdicht« in der Einbauphase. Das Bild zeigt den zusätzlichen Oberflächenschutz durch Tränenbleche, die an den Stoßnähten verschweißte PEHD-Auskleidung mit dem Resultat einer durchgängig chemikalienbeständigen Rinne und die pro Meter 8-fach verschraubten Gitterroste. Bild: Birco

Damit also im Sinn der gesetzlichen Vorgabe sicher abläuft, was bei einem Störfall daneben geht, und eine Grundwassergefährdung folglich ausgeschlossen ist, hat Infraserv den Rinnenspezialist Birco aus Baden-Baden mit der Gestaltung der Flächenentwässerung bei Gebäude E 322 beauftragt. Dabei war die obligatorische WHG-konforme Ausführung allein für Infraserv nicht genug. Das Entwässerungssystem sollte außerdem zuverlässig und auf Dauer den erhöhten Anforderungen genügen, die aus den pausenlos hohen Verkehrslasten resultieren. Bis zu 100 Lastzüge rollen Tag für Tag über das Bereitstellungsareal, und die reibungslose Abwicklung dieses Verkehrsstroms erfordert eine langfristig betriebssichere Entwässerungslösung.

Rinnensysteme von Birco haben die geforderte Beschaffenheit. Produkte, die für den Einsatz in WHG-Bereichen konzipiert sind, tragen die Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt, Berlin). Damit erfüllen sie alle Normen und Auflagen, die den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen regulieren. Sowohl die Betonkörper von Rinnen und sonstigen Systemkomponenten als auch deren PEHD-Auskleidungen und Abdeckungen behalten über Jahre hinaus ihre Stabilität, Dichtigkeit und Leistung. Für die Dispositionsfläche fiel die Wahl auf das Rinnensystem »BIRCOdicht« – in Anbetracht der hohen Dauerbelastung als Sonderausführung mit Betonummantelung und Oberflächenschutz.

Schwerlastdrehscheibe Tor Süd. Die Truck-Trasse zum Industriepark Höchst entwässert der Rinnen-Monolith »BIRCOmassiv«. Bild: Birco

»BIRCOdicht« ist ein Hochsicherheitssystem. Die bauaufsichtliche Zulassung des DIBt qualifiziert es für den Einsatz in allen WHG-Bereichen und es entspricht der höchsten Belastungsklasse F 900. »BIRCOdicht«-Rinnenelemente werden aus druckresistentem C 40/50 Beton gefertigt und tragen eine durch Verschweißung der Fugen durchgehende PEHD-Auskleidung. Somit sind sie belastungsstabil und korrosionsgeschützt, widerstehen selbst hochaggressiven Medien und gewährleisten in der Summe einen absolut dichten Wasserlauf. Für schnellen Abfluss und hohe Rückstauvolumina sorgen entsprechende Geometrien der Rinnen und ihrer Gitterabdeckungen. Die Dispositionsfläche im Industriepark Höchst erhielt eine »BIRCOdicht«-Entwässerungslinie mit Nennweite 300 mm – für höchstmöglichen Lastabtrag und maximale Lagestabilität mit zusätzlicher Betonummantelung. Ein Oberflächenschutz aus verzinktem Tränenblech erhöht besonders bei Punktbelastungen die Stabilität der Rinnenelemente und L-Zargen in 4 mm starkem V4A-Stahl binden sie flüssigkeitsdicht an die umgebende Fläche an. Die Gitterroste aus massivem Guss bilden mit 8-facher Verschraubung je Meter eine verkehrssichere Rinnenabdeckung selbst bei Dauerschwerlastbetrieb.

Eine weitere Entwässerungslinie, die wegsteckt, was darüber rollt, und insbesondere auch bei Starkregenereignissen zuverlässig schnelle Ableitung garantiert, war am Südtor des Industrieparks gefragt. Über diese Zufahrt wird in großem Umfang Schwerlastverkehr abgewickelt, und da eine kontinuierliche Zunahme des Lkw-Aufkommens absehbar war, hat Infraserv zur Prozessoptimierung ein neues Fahrzeugleitsystem eingeführt.

Um die reibungslose Verkehrsabwicklung auch sicherheitstechnisch zu unterstützen, sollte Tor Süd eine belastungsspezifisch zugeschnittene Oberflächenentwässerung erhalten. Der zu erwartende Lkw-Strom und besonders die Spitzenlasten, die das Entwässerungssystem über Jahre hinaus aushalten muss, veranlassten Infraserv, das Rinnensystem »BIRCOmassiv« mit sicherheitsverschraubten Gitterabdeckungen aus Guss in der neuen Lkw-Zufahrt einzusetzen.

»BIRCOmassiv« mit integriertem Oberflächenschutz. Das System für größte Belastung unter dynamischen Horizontalkräften mit zugleich hoher Verlegeleistung durch Wegfall bauseitiger Ummantelung. Bild: Birco

Die Elemente des Entwässerungssystems BIRCOmassiv werden als monolithische Bauteile aus konstruktiv bewehrtem C 40/50 Stahlbeton gefertigt. Damit entsprechen sie einer so genannten Typ I-Rinne, die keine weiteren lastabtragenden Fundamente oder Ummantelungen benötigt und folglich mit geringstmöglichem Baustellenaufwand verlegt werden kann. Ein optionaler feuerverzinkter Oberflächenschutz bietet zusätzliche Resistenz gegen Punktbelastungen sowie gegen Frost und Tausalz. Zusammen mit ihren Abdeckungen aus Guss oder Stahl sind »BIRCOmassiv«-Elemente für die extremsten Schwerlastanforderungen der Klasse F 900 konzipiert. Und um auf Dauer ein Höchstmaß an Verkehrssicherheit zu gewährleisten, verbinden nicht lastanfällige Schnellverschlüsse die Abdeckung mit der Rinne, sondern Sicherheitsverschraubungen mit bis zu acht Verankerungspunkten pro Meter.
An Tor Süd, dem Schwerlastportal zum Industriepark Höchst, wurde »BIRCOmassiv« in Nennweite 150 mm mit Oberflächenschutz eingebaut. Die 20 x 30 mm weiten Einlauföffnungen der Gussgitter-Abdeckungen gewährleisten, dass selbst starker Regen mindestens genau so gut in die Rinne läuft, wie die Trucks durch das Tor.

Birco Baustoffwerk GmbH, www.birco.de

Fotos: Birco


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