21
Mai

Renzo Piano sorgt in der Verdichtung für Durchblick

Mit schlanken Pfahlkonstruktionen löst RPBW die gigantischen Volumina des Hotels Andaz und der Wohntürme, die sich bis zu 65 Meter oberhalb der Piloti erheben, optisch auf. Die mit iGuzzini realisierte Außenbeleuchtung von podpod design unterstützt diesen Effekt. Bildquelle: Friedrich Michael Jansenberger

Außenraum

 

Zwischen dem Wiener Hauptbahnhof und dem Schloss Belvedere ist es aufgrund der immensen baulichen Verdichtung nicht leicht, den Durchblick zu behalten. Renzo Piano setzte sein 65 Meter hohes Turm-Ensemble daher auf Pilotis, die zwischen den fünf Gebäuden Sichtachsen erlauben. Die Außenbeleuchtung von podpod design unterstützt diesen Effekt.

Bildquelle: Friedrich Michael Jansenberger
Bildquelle: Friedrich Michael Jansenberger


 

Der Bau des 2015 in Betrieb genommenen Wiener Hauptbahnhofs, dem der Süd- und Ostbahnhof hatten weichen müssen, bot den Auftakt zur Entstehung eines höchst widersprüchlichen urbanen Areals jenseits der Bahngleise. Während das historische Schloss Belvedere, die Parkanlage Schweizergarten, das 21er Haus, das sich heute Belvedere 21 nennt, und das Arsenal den Charme vergangener Tage versprühen, zeugt ein hochgradig verdichteter Städtebau in einer Vielfalt an Architekturstilen für gemischte Nutzungen vom Hier und Jetzt. Trotz ihrer Glasfassaden und ihrer wohlüberlegten Gliederung der Baukörper mit rückwärtig positionierten Höfen und Terrassen zeigen sich die Großprojekt-Ensembles im Straßenbild des 25 Hektar großen Quartier Belevedere, eines der größten Stadtentwicklungsgebiete Europas, als kompakte Blockrandbebauung.

Bildquelle: Friedrich Michael Jansenberger
Bildquelle: Friedrich Michael Jansenberger

Sichtachsen ausdrücklich gewünscht

Auch das Hotel und der Wohnkomplex, mit denen Renzo Piano Building Workshop (RPBW) 2008 beauftragt wurde, lassen aus der Ferne eine kompakte Bauweise vermuten. Doch von der Arsenalstraße aus betrachtet – dort befinden sich die Haupteingänge – erkennt man die fünf einzeln ausgebildeten vertikalen Strukturen, die sich oberhalb schlanker Pfahlkonstruktionen aus Beton auf individuellen polygonalen Grundrissen erheben. Unter städtebaulichen Gesichtspunkten sollten Sichtachsen und ein offener begrünter Bereich in Fortsetzung des Schweizergartens sowie ein Übergang zwischen den unterschiedlichen Niveaus der hoch gelegenen Bahngleise und der ebenerdigen historischen Parkanlage, die ihren Namen seit 1920 aus Dankbarkeit für die großzügige Hilfe der Schweiz an die nach
Kriegsende Not leidende Wiener Bevölkerung trägt, geschaffen werden.

Palco InOut-Strahler von iGuzzini hellen die Untersicht des seitlich gelegenen Eingangs zum Restaurant Eugen 27 auf und inszenieren damit das umlaufende Vordach. Bildquelle: Friedrich Michael Jansenberger
Palco InOut-Strahler von iGuzzini hellen die Untersicht des seitlich gelegenen Eingangs zum Restaurant Eugen 27 auf und inszenieren damit das umlaufende Vordach. Bildquelle: Friedrich Michael Jansenberger

Schlanke Pfahlkonstruktionen lösen gigantische Volumina optisch auf

Da die Baukörper selbst erst vier bis sechs Stockwerke und somit neun Meter oberhalb des Baugrunds beginnen, befinden sich alle Wohneinheiten in den drei Wohntürmen sowie die Zimmer in dem Luxushotel Andaz Vienna am Belvedere oberhalb der Baumkronen der Parkanlage und oberhalb der Schutzwand, welche die 16 Bahngleise incl. Hochgeschwindigkeitstrasse zum Quartier Belvedere abschottet. Dank dieser Maßname bieten die Räume nicht nur ausschweifende Blicke über die Innenstadt, den Wienerwald und den Schneeberg, sondern genießen auch eine Abschirmung vor dem Lärm der stark frequentierten Arsenalstraße und der 1.100 Züge, die täglich in den Hauptbahnhof einfahren. Auch auf die Wahrnehmung seitens der Passanten nimmt die schlanke Pfahlkonstruktion Einfluss. Denn die Sichtachsen unter und zwischen den fünf Türmen, die sich bis zu 65 Meter oberhalb der Piloti erheben, lösen deren Volumina optisch auf.

Die Illuminierung des Außenbereichs spiegelt die Entwurfsidee der Architekten. Woody- und MiniWoody-Strahler beleuchten die Fassaden der Gebäudekerne und die durch Faltung dreidimensional gestalteten Untersichten an den Haupteingängen der Wohntürme. Bildquelle: Friedrich Michael Jansenberger
Die Illuminierung des Außenbereichs spiegelt die Entwurfsidee der Architekten. Woody- und MiniWoody-Strahler beleuchten die Fassaden der Gebäudekerne und die durch Faltung dreidimensional gestalteten Untersichten an den Haupteingängen der Wohntürme. Bildquelle: Friedrich Michael Jansenberger

Die Illuminierung des Außenbereichs spiegelt die Entwurfsidee

Zur Verstärkung dieses Effekts hat podpod design die Fassaden der Gebäudekerne und die durch Faltung dreidimensional gestalteten Untersichten an den Haupteingängen der Wohntürme mit Woody- und MiniWoody-Strahlern aus der umfangreichen Produktfamilie von iGuzzini illuminiert. Mit seiner großen Vielfalt an Optiken, Lichtstärken und Accessoires ist Woody das geeignete Lichtwerkzeug, um die durch unterschiedliche Höhen und Flächen vorgegebenen diversifizierten Anforderungen in durchgängigem Design zu erfüllen. Weichzeichnerfilter sorgen für eine ausgezeichnete Wahrnehmung der Plastizität der Untersichten, während Abblendraster den Sehkomfort maßgeblich erhöhen. Für die Wahl des Produkts sprachen auch die kleinen Abmessungen, mit denen sich die Mitglieder der Woody-Familie unaufdringlich in die Architektur fügen.

Die Innenräume der drei Haupteingänge, die sich durch jeweils unterschiedliche Farbgestaltung (Rot, Gelb und Orange) differenzieren, beleuchtete podpod design mit an den rückwärtigen Wänden montierten Laser Blade-Wallwashern in 3.000 K. Das Licht bringt die Farben gleichmäßig zum Leuchten und verleiht den Eingangsbereichen Wärme.

Die Innenräume der drei Haupteingänge, die sich durch jeweils unterschiedliche Farbgestaltung (Rot, Gelb und Orange) differenzieren, beleuchtete podpod design mit an den rückwärtigen Wänden montierten Laser Blade-Wallwashern in 3.000 K. Das Licht bringt die Farben gleichmäßig zum Leuchten und verleiht den Eingangsbereichen Wärme. Bildquelle: Friedrich Michael Jansenberger
Die Innenräume der drei Haupteingänge, die sich durch jeweils unterschiedliche Farbgestaltung (Rot, Gelb und Orange) differenzieren, beleuchtete podpod design mit an den rückwärtigen Wänden montierten Laser Blade-Wallwashern in 3.000 K. Das Licht bringt die Farben gleichmäßig zum Leuchten und verleiht den Eingangsbereichen Wärme. Bildquelle: Friedrich Michael Jansenberger

Strahler in Sonderfarbe integrieren sich dezent in die Fassadenprofile

Zur Inszenierung des auskragenden Vordachs am Haupteingang des Luxushotels Andaz wählten die Lichtdesigner kleine Palco InOut-Strahler, welche die Untersicht dezent mit warmem Licht aufhellen. Derselbe Strahlertypus wurde auch zur Beleuchtung des seitlich gelegenen Eingangs zum Restaurant Eugen 27 und für das dortige umlaufende Vordach eingesetzt. Ein weiteres Vordach im versetzten ersten Obergeschoss, hinter dessen raumhoher Verglasung sich die Konferenzräume befinden, wird ebenfalls von Palco InOut-Strahlern aufgehellt. Durch Weichzeichnerlinsen verteilt sich das elliptisch abgestrahlte Licht besonders sanft auf den Oberflächen aus Sichtbeton. Damit sich die Palco-Strahler dezent in die Profile der Glasfassaden integrieren, lieferte iGuzzini erstere incl. der Montageplatten in einer dazu passenden Sonderfarbe.

Mit dem dezenten Beleuchtungskonzept der Eingänge zu den Parkappartments Belvedere ist es podpod design gelungen, die Entwurfsidee von RPBW nachzuspüren und das Wesen des Architektur-Ensembles auch bei Dunkelheit wirken zu lassen. Die Palco InOut-Strahler im Bereich der Restaurant- und Konferenzraum-Fassaden geben diesem Gebäudeteil zudem über zwei Geschosse Zusammenhalt.

Projektdaten

Bauherr: SIGNA
Architekt: Renzo Piano Building Workshop, RPBW; Bernhard Plattner, Projektpartner
Projektleitung: Thorsten Sahlmann, RPBW, Standort Paris

Partner Wien:
NMPB Architekten
Herbert Pohl
Andrea Pohl (Projektleitung Hotel)
Peter Knoll (Projektleitung Wohnen)

Gartengestaltung / Landschaftsplanung: 3:0 Landschaftsarchitektur
Lichtdesign: podpod design
Leuchten: iGuzzini Illuminazione Österreich GmbH
Fertigstellung: 2019


Um den Baukörper zu gliedern, entschieden sich die Architekten für eine versetzte Anordnung der beiden Hallen. Diese erheben sich oberhalb eines Sockelbandes aus Beton und lassen aufgrund ihrer versetzten Anordnung zwei geschützte Freibereiche entstehen: den Eingangshof und den Vereinshof mit integrierter Sportgaststätte. Foto: Marcus Ebener

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