03
Dez

Neue Aluminiumfassade

Fassade

Foto: Conae

In der ehemaligen DDR wurde Uran abgebaut, was mit einer erheblichen Belastung für die Natur einherging. Die Wismut GmbH hat die Aufgabe, diese Umweltverschmutzung zu sanieren. Um dem nachkommen zu können, war der Bau eines neuen Gebäudes erforderlich. Es wurde mit den Aluminiumverbundplatten des griechischen Herstellers elval colour verkleidet.

Bis zur deutschen Wiedervereinigung baute eine Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) in Königstein (Sächsische Schweiz) Uran ab. Hierfür setzte sie ein chemisches Verfahren ein, das noch heute die Umwelt und das Grundwasser ausgesprochen belastet. Um diese Hinterlassenschaften zu sanieren und das Gebiet zu rekultivieren, wurde die Wismut GmbH, ein Bundesunternehmen, ins Leben gerufen. Sie beschäftigt sich mit dieser Aufgabe voraussichtlich noch bis ins Jahr 2045. Doch die Gebäude des Unternehmens stammen teilweise noch aus der DDR-Zeit und sind inzwischen in die Jahre gekommen. Ein Grund, warum die Verantwortlichen vor der Frage standen, ob sie die verstreut liegenden Objekte sanieren oder ein neues Gebäude errichten sollen. Nach reiflicher Überlegung fiel die Wahl auf einen Neubau. In ihm ließen sich nicht nur die anfallenden Arbeiten zentral bündeln, sondern mit ihm konnten auch noch Kosten gespart werden.

Foto: Conae

Aus diesem Grund beauftragte das Bundesunternehmen, im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung, die Baubüro Freiberg GmbH. Dessen Schwerpunkt liegt in der Planung von Büro-, Industrie- und Wissenschaftsbauten. Infolgedessen wurde es mit der Generalplanung des Gebäudes und der dazugehörigen Außenanlagen betraut. Diese planten für rund 120 Mitarbeiter einen zweigeschossigen Stahlbetonbau mit einer Nutzfläche von ca. 2700 Quadratmeter. In seinem Erdgeschoss befinden sich Labor-, Umkleide- und Aufenthaltsräume sowie die Betriebswarte. Im Obergeschoss sind die erforderlichen Büros untergebracht. Die Fassade des Objektes sollte aus Aluminiumverbundplatten bestehen, wobei die Planer ursprünglich an einen deutschen Hersteller dachten. Doch das ausführende Unternehmen schlug ihnen die etalbond-Platten des griechischen Herstellers elval colour vor. Diese waren den Planern bislang noch nicht bekannt. Aus diesem Grund mussten alle Beteiligten von Gleichwertigkeit des Produktes überzeugt werden.

Um festzustellen, ob die Aluminiumverbundplatten den Ansprüchen der Baubeteiligten genügten, prüften sie diese genau. Sie recherchierten, wo die Fassadenverkleidung bereits eingesetzt worden war sowie welche Erfahrungen hier vorlagen. Dabei fanden sie heraus, dass elval colour einer der führenden europäischen Hersteller von beschichtetem Aluminium ist, der 1977 gegründet wurde, und Teil der international tätigen Viohalco Group ist. Das Unternehmen war an der Entwicklung und dem Bau zahlreicher prestigeträchtiger Projekte weltweit beteiligt. Diese lange Erfolgsgeschichte sowie der technische und serviceorientierte Ansatz entsprachen den Anforderungen und überzeugten alle Beteiligten von den Vorteilen des Produktes. Zudem arbeiteten sie mit Michael Neumeyer von der Firma Conae zusammen. Er ist ein etalbond-Vertriebspartner und stand den Planern, gemeinsam mit dem Verarbeiter, beratend zur Seite. So wurde die 2500 Quadratmeter große Fassade mit etalbondFR-Platten verkleidet. Diese zeichnen sich durch ihren mineralischen Kern aus. Dank dem sind sie, entsprechend der Brandschutznorm DIN EN 13501-1, schwer entflammbar (B1). Bei diesen Platten hat der Kern eine Dicke von 3 Millimeter, die auf beiden Seiten von einer 0,5 Millimeter dicken Deckschicht aus Aluminium verkleidet ist. Optional können die Platten mit einer Gesamtstärke von 3 oder 6 Millimeter gefertigt werden. Sie lassen sich mit einfachen Werkzeugen leicht in die gewünschte Form bringen und sind dank ihrer ausgesprochen planen Oberfläche relativ schmutzunempfindlich und leicht zu reinigen.

Foto: Conae
Foto: Conae

Bei dem neuen Gebäude der Wismut entschieden sich die Planer für die Farbkombination Weiß, Grau und Grün, wobei sie beim Grün die Farbe des Firmenlogos aufnahmen. Die etalbondFR-Platten sind in über 60 Standardfarben erhältlich. Zudem können bei einer entsprechenden Abnahmemenge nahezu alle Farben und verschiedene Oberflächenstrukturen nach Kundenwunsch geliefert werden. Die maximale Plattengröße beläuft sich auf 8,0 x 2,0 Meter. Diese Möglichkeit nutzten die Planer des neuen Wismut-Gebäudes allerdings nicht aus und beschränkten sich auf ein Plattenmaß von 2,5 x 1,5 Meter sowie 3,0 x 1,0 Meter. Um die Elemente an den Stahlbetonwänden des neuen Gebäudes zu befestigen, schraubten die Handwerker zunächst Konsolen an die Wand, die zur Befestigung der vertikalen Unterkonstruktion (Alu-Tragschienen) dienten. Auf letztere wurden die Alu-Verbundplatten genietet. Bei diesem Verfahren stellten die etalbond-Platten ihre einfache Handhabung unter Beweis, durch die sich oft kürzere Bauzeiten und geringere Kosten erzielen lassen. Zusätzlich punkten die Fassadenelemente durch ihre umweltfreundliche und verantwortungsvolle Herstellung. Sie sind vollständig recycelbar und umweltfreundlich. Reststoffe sind für die Produktion neuer Materialien wiederverwertbar. So wird der Rückbau des Gebäudes – falls er im Jahr 2045 erforderlich ist – die Verantwortlichen vor eine wesentlich kleinere Herausforderung stellen als die Aufgabe, die die Wismut GmbH momentan zu bewältigen hat.

Fassadenplatten
St. Thomas Plant & Offices, www.elval-colour.com

Architekten
BBF Baubüro Freiberg GmbH, www.bbf-freiberg.de 

Fotos: Conae


Bildquelle: SWISS KRONO │ Foto: Oliver Jaist

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