03
Dez

Doppelfassade mit Schwung

Fassade
Reynaers Doppelfassade Aluminium

 


 
Drei Jahre dauerte der Um- und Neubau der neuen Zentrale eines Nutzfahrzeugherstellers in München Schwabing. Nach den Entwürfen des Architekten Axel Altenberend vom Münchner Architekturbüro DMP wurde der vorhandene Gebäudebestand modernisiert und ausgebaut. In dem sechsgeschossigen Gebäude arbeiten 200 Mitarbeiter auf circa 7.000 Quadratmeter Nutzfläche. Während das Erdgeschoss mit Foyer, Conference Center, Casino, Cafeteria und Logistikzonen das Zentrum der halböffentlichen Funktionsbereiche im Gebäude bildet, sind in den darüber liegenden vier Bürogeschossen die, als Open-Space-Fläche konzipierten, Büroarbeitsplätze zu finden.

Die Doppelfassade sowohl von Alt- als auch vom Neubau wurde in Einzelelementen aus stranggepressten  Aluminium-Profilen hergestellt und montiert. Gemäß vorgegebenem Fassadenraster messen die Einzelelemente 1400 Millimeter x 2700 Millimeter. Durch die zwei Fassadenschichten und die in den Fassadenzwischenraum integrierte Raffstoreanlage ergibt sich hieraus für die Parallel-Ausstellfenster ein Flügelgewicht von 300 kg.

Für die äußeren Wartungsflügel wurde ein spezieller Drehbeschlag entwickelt. Durch einen eigens für die Fassade entwickelten Fenstergriff mit dazugehöriger Fehlbedienungssperre wird sichergestellt, das alle Flügel nach den Wartungs- beziehungsweise Reinigungsarbeiten vollständig geschlossen und alle Verschlusspunkte eingerastet sind. Außerdem sind alle Wartungsflügel mit Öffnungsbegrenzern ausgestattet.

Zur Belüftung der Büroräume werden die Parallel-Ausstellfenster der Kontruktion elektromotorisch gesteuert. Hierfür wurden spezielle Beschlagskomponenten entwickelt, die die hohen Belastungen, unter anderem durch das enorme Flügelgewicht, aufnehmen zu können. Eine speziell entwickelte Kopplung der einzelnen Parallel-Ausstellscheren stellt sicher, dass die Flügel absolut parallel öffnen. 

Um Personenschäden durch Quetschungen zu verhindern wurden die elektronisch miteinander gekoppelten Kettenmotoren auf eine Öffnungs- bzw. Schließgeschwindigkeit von 5 Millimeter pro Sekunde eingestellt. Alle Flügel sind durch Schalter in den entsprechenden Büroräumen oder auch übergeordnet durch die Gebäudeleittechnik bedienbar. Die einzelnen Fassadenelemente messen entsprechend dem vorgegebenen Raster (Breite x Höhe) entweder 1400 x 2700 Millimeter oder 1400 x 3600 Millimeter. Die Außenflügel wurden jeweils verklebt, die inneren Flügel verfügen über Dichtungsprofile. Die erforderlichen Dichtungsmaterialien und Isolationsprofile stammen aus dem normalen Produktprogramm von Reynaers Aluminium.

Vor der Montage erfolgte ein abschließender Test der Konstruktion auf Schlagregendichtheit, Winddichtigkeit und auf Schallschutz, sowohl von außen nach innen als auch vonRaum zu Raum. 

Eine im Fassadenzwischenraum montierte, stufenlos ansteuerbare Raffstore-Anlage aus einbrennlackierten, lichtlenkenden, konvex geformten, weißen und silbernen, Flachlamellen schützt vor direkter Sonneneinstrahlung. Durch die transparente Elementfassade dringt ausreichend Tageslicht ins Gebäudeinnere. Für gutes Klima vom Erdgeschoss bis zum Dachgeschoss sorgt eine mechanische Belüftungsanlage. Zur unterstützenden Raumkühlung wurden Deckensegel montiert.

Die zweifarbige, in unterschiedlichen Grautönen gehaltene Fassadenkonstruktion wurde komplett verglast, mit Beschlägen und Steuerungselementen fertig vormontiert, anschließend an die Baustelle nach München befördert und dort endmontiert. 


Reynaers GmbH Aluminium Systeme, www.reynaers.de

Foto: Anke Müllerklein, Hamburg

Fassade

Bildquelle: Delta Podsedensek Architekten ZT GmbH

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