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Apr

RKW Architektur + Städtebau wird 60 Jahre alt

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Das Düsseldorfer Architekturbüro Rhode, Kellermann Wawrowsky, besser bekannt unter dem Kürzel RKW feiert dieser Tage sein 60-jähriges Bestehen. Es ist damit eines von ganz wenigen Büros in der Bundesrepublik, das auf eine sechs Jahrzehnte umspannende Bautätigkeit zurückblicken kann. Die Architekten haben das Bild der Bundesrepublik bauend mitgeprägt. Mehr als 300 Gebäude entstanden in dieser Zeit.





















Bekannt wurde RKW mit dem Bau von zahlreichen Warenhäusern, insbesondere für den Horten-Konzern. Die sogenannte »Horten-Fassade«, eine Hülle aus quadratischen Rastermodulen wurde berühmt und ist inzwischen eine Design-Ikone. Deren fensterlose, gerasterte Hülle, die sogenannte »Horten-Fassade«, war zunächst geschmäht und ist heute ein Design-Ikone. Die von Helmut Rhode um 1960 entworfenen, 50 x 50 Zentimeter großen keramischen Formsteine stellen ein stilisiertes H dar. Als man 2007 das ehemalige Horten-Warenhaus in Hamm abriss, wurden einige hundert geborgene Kacheln an Sammler verkauft.

Anfang 1950 gründete Helmut Rhode das Büro in Düsseldorf, seit 1971 firmiert es unter dem Namen RKW Architektur + Städtebau. Derzeit beschäftigt es 250 Mitarbeiter und unterhält zwei Niederlassungen in Deutschland (Frankfurt und Leipzig) und drei im Ausland (Warschau, Danzig und Moskau).

Großbüros stehen leicht im Verdacht, in erster Linie groß zu sein, dafür aber in ihrer architektonischen Handschrift wenig profiliert. Die eine architektonischen Handschrift gebe es nicht, sagt Gesellschafter Johannes Ringel, weil RKW nie von einer Persönlichkeit alleine geprägt worden sei: »Wir waren immer unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Positionen unter einem gemeinsamen Dach«. Verbindend sei aber die gemeinsame Haltung zur Architektur. So prägen eine intensive Auseinandersetzung mit den örtlichen Verhältnissen und eine ausgeprägte Orientierung auf die Bedürfnisse der Bauherren die Arbeit. Andererseits müsse man auch mal "Nein" sagen können, wenn Dinge qualitativ nicht mehr zu vertreten seien. 

»Und das passiert gar nicht so selten«, erklärt Friedel Kellermann, der seit 40 Jahren die Geschicke des Büros begleitet. Fast im Stillen und eher abseits der großen Projekte hat sich RKW seit Ende der achtziger Jahre umfassende Kompetenzen beim Bauen im Bestand angeeignet. Historische Warenhäuser etwa in Düsseldorf und Potsdam wurden wiederhergestellt, aber auch Bauten der Nachkriegsmoderne wie das Kino Zoo-Palast in Berlin.

In keiner Stadt konnte RKW an so vielen Projekten die Kompetenz zur behutsamen Transformation historischer Bauten unter Beweis stellen wie in Leipzig: In den 17 Jahren seit die Leipziger Dependance besteht, sanierten die Architekten zahlreiche Denkmalbauten. Alte Messehöfe wie Specks Hof, Barthels Hof und Webers Hof wurden erneuert und baulich ergänzt, außerdem zahlreiche Geschäfthäuser des Historismus und der frühen Moderne.

Apartementhaus Düsseldorf, 1959'
Barthels Hof, Leipzig'
Zentrale der EnBW'

Groß geworden ist RKW Architektur + Städtebau mit dem Bau von Büro- und Geschäftshäusern, vor allem aber mit Handelsimmobilien, also Kaufhäuser und Einkaufszentren. Ausgangspunkt dafür war die Tätigkeit für den Handelskonzern Horten. Sie begann 1960 mit dem Auftrag für die Düsseldorfer Hauptverwaltung des Unternehmens, das »Haus am Seestern«. Diese Jahrzehnte währende Partnerschaft war für das Büro eine entscheidende Weichenstellung, denn sie begründete eine Expertise in der Handelsarchitektur, die das Profil von RKW bis heute prägt. Als Erfolggeschichte erwies sich das Engagement von RKW in Osteuropa, insbesondere mit Polen. Hier konnte sich das Büro mit inzwischen zwei Niederlassungen sehr erfolgreich am Markt etablieren. In Polen nimmt derzeit auch jenes Projekt Gestalt an, das bei Nicht-Architekten wohl am meisten Aufmerksamkeit erregen dürfte: die Baltic Arena am Danziger Ostseestrand, einer der Austragungsorte der Fußball-EM 2012.

Fotos: Ralph Richter (Barthels Hof) und Gunter Binsack (Franz-Mehring-Schule), H.G. Esch (EnBW-City), übrige Motive: RKW Architektur + Städtebau


RKW Rhode Kellermann Wawrowsky, www.rkw-as.de

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Die Fassade des Hochhauses ist über feine Lisenen vertikal gegliedert.

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Bild 1: In Versuchsreihen mit Glasfliesen konnte das Österreichische Forschungsinstitut in Wien nachweisen, dass unter Fliesen eingedrungenes Wasser weder in Richtung eines Gefälles abfließt, noch sich über eine zweite Entwässerungsebene entsorgen lässt. Bild: OFI

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Die kleinen Keramikelemente sind auch aus größerer Entfernung anhand der flirrenden Spiegelungen erkennbar. Bildquelle: AGROB BUCHTAL GmbH / Jochen Stüber, Hamburg

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