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AZ/Architekturzeitung - Deutschland Österreich Schweiz |Freitag, 18.05.2012 |
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Start Architektur Deutschland Erster Preis für gerner gerner plus im Wettbewerb Weinkompetenzzentrum Brackenheim
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Erster Preis für gerner gerner plus im Wettbewerb Weinkompetenzzentrum Brackenheim

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Der schwäbische Ort Brackenheim in der Nähe von Heilbronn ist die größte Weinbaugemeinde Württembergs und gleichzeitig größte Rotweingemeinde Deutschlands. Die Stadt hatte zwölf Architekturbüros aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Architektenwettbewerb Weinkompetenzzentrum geladen und zwei Entwürfe mit einem ersten Preis ausgezeichnet.

In der Altstadt von Brackenheim soll ein attraktives Gebäudeensemble als vielfältiges kulturelles, gastronomisches und kommunikatives Zentrum für die gesamte Region entstehen. Noch 2011 will man mit dem Umbau beginnen, damit ab 2012 das Weinkompetenzzentrum mit Vinothek, Gastronomie und Freibereichen für Besuchern und Bürger der Stadt nutzbar wird.

Der Entwurf von gerner gerner plus fügt sich zurückhaltend in die Stadt ein und findet seinen Platz im wieder freigelegten Schlossgraben. Die frühere Geländegestaltung um das Schloss herum wird wieder spürbar. Garten und Freibereiche werden geöffnet und zum gemeinschaftlich nutzbaren Freiraum. Ein Kommunikationsplatz für den Ort entsteht.

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Der einzige Berührungspunkt mit dem Schloss ist die unterirdische Anbindung an den Ausstellungsraum im ehemaligen Weinkeller des Schlosses, und zwar genau an der Stelle, wo einst ein unterirdischer Verbindungsgang den Schlosskeller mit dem Stadtarchiv verbunden hat. Das Produkt – der Wein – steht immer im Mittelpunkt. Der gesamte Neubau bezieht sich auf den Wein, der hier die Hauptrolle spielt, alles andere bleibt zurückgenommen, sensibel, fein nuanciert.

Die unterirdische Lage im alten Schlossgraben erinnert an die traditionelle Weinherstellung und -lagerung in Kellern, wie sie auch hier im Schloss und den umliegenden Häusern üblich war und dabei ganz zeitgemäß ist.

Das Konzept verbindet alle bestehenden Komponenten wie das Schloss mit Kleinkunstbühne, das Theodor-Heuss-Haus sowie das Stadt-Archiv mit Weinkompetenzzentrum mit Ausstellung und umfassendem Gastronomieangebot zu einem größeren Ganzen und betont gleichzeitig die Vielfalt der regionalen Kompetenzen, die diesen Ort zu etwas Besonderem machen. Diese Landmark-Qualität ist ein sehr wichtiges Merkmal für Kommunikation und Vermarktung, um verstärkt die Identität, die Marke, eine durchgängige Gestaltung für das Weinkompetenzzentrum Brackenheim und die gesamte Region zu entwickeln.

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Beurteilung durch das Preisgericht

Die Arbeit organisiert das Raumprogramm funktional und wirtschaftlich sehr gut auf einer gegenüber dem Straßenniveau um 2 Meter abgesenkten Ebene. Darüber erhebt sich das Gebäude mit einem gefalteten Dach, das mit geringer Höhe und einer umlaufenden Verglasung über dem Grundriss des Schlossgrabens liegt.

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Das niedrige Gebäude stellt das Schloss frei und verbindet stadträumlich die Obertorstrasse und die Situation vor dem Theodor-Heuss-Museum mit dem äußeren Schlossplatz. Als Volumen bewegt es sich zwischen Baukörper- und Typographischer Figur. Die architektonische Form besitzt die Zeichenhaftigkeit und typologische Exklusivität, die in der Auslobung gesucht wird. Die Raumideen und Raumerfindungen nutzen sehr gut vorhandene Potenziale.

Als sehr positiv wird die Verbindung zwischen Gast- und Ausstellungsbereich gesehen. Kritisch gesehen wird die Nachlässigkeit mit der Teile der Erschließung und weite Teile des Außenbereichs bearbeitet sind. Das begehbare Dach bedarf einer Absturzsicherung, die bei der geringen Höhenentwicklung des Gebäudes nicht vernachlässigt werden kann.

Der Aufzug ist in der vorgeschlagenen Form und Position nicht akzeptabel. Die vollständige Besetzung des Schlossgrabens mit Terrassen und Gebäude erscheint aus denkmalpflegerischer Sicht problematisch. Ebenso problematisch gesehen wird die Lage der Gastebene unterhalb des Strassenniveaus und die damit verbundenen Barriere zwischen Gästen und Passanten, zwischen Innen- und Außenraum.

Der vorliegende Entwurf wird insgesamt als sehr gute Lösung der gestellten Aufgabe bewertet. Kontrovers wird diskutiert, ob Weinkompetenzzentrum und Schloss vor dem Hintergrund der spezifischen Situationen von Stadt und Stadtgeschichte Brackenheims zu einem stimmigen und wirkungsvollen architektonischen Ensemble zusammengebunden werden können.

www.gernergernerplus.com
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