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AZ/Architekturzeitung - Deutschland Österreich Schweiz |Freitag, 18.05.2012 |
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Mehrzweck-Sporthalle von L3P Architekten

   
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2007 stellten L3P Architekten die Erweiterung des Oberstufenschulhauses in Niederglatt im Kanton Zürich fertig und ergänzten diese 2010 mit einer neuen Mehrzweck-Sporthalle.

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Das bestehende Zentrum Eichi besticht durch die Komposition und das schnörkellose Zusammenspiel der einfachen verputzten Kuben. Die Mehrzweck-Sporthallen GFK-Fassade hat im Gegensatz zum groben Verputz eine Struktur im Material selbst, beide Materialien reagieren sehr stark auf die Lichtverhältnisse. Das Zentrum wurde 1985 durch den Architekten Walter Schindler erbaut. Im Sinne einer Weiterführung der Erweiterung des Oberstufenschulhauses sahen L3P Architekten die Wiederverwendung des bereits erfolgreich verwendeten Fassadenmaterials auch für den Erweiterungsbau der Turnhalle vor. Mit einem neuen Farbton wird das bestehende Farbkonzept mit den warmen Tönen in Richtung orange-rötlich des ganzen Zentrums Eichi weitergeführt und ergänzt.

Die Mehrzweck-Doppelturnhalle von L3P Architekten erscheint als kompakter Baukörper und bildet den architektonischen Abschluss des Schulareals gegen Süd-Westen. Die innere Struktur besteht aus einer zweigeschossigen dienenden Raumschicht an der Westseite und der nach Osten anschließenden Hallen. Auf der Längsseite des neuen Turnhallenanbaues ist die Bühne angeordnet.

Das neue, zweigeschossige Foyer ist auf den Außensportplatz ausgerichtet und großzügig verglast. Toiletten, Office und Außengeräteraum sind im Erdgeschoss konzipiert und auch von außen zugänglich. Die Garderoben und Duschen befinden sich im Obergeschoss und sind über einen zur Halle offenen Gang, der auch als Zuschauergalerie genutzt werden kann, erschlossen. Brandschutztechnisch werden Halle und neue Zugänge als ein Brandabschnitt konzipiert. Dies ermöglicht eine äußerst variable Nutzung – wie der Name »Mehrzweckhalle« es auch fordert. Sämtliche Bereiche werden direkt nach außen entfluchtet. Im 1. OG wird mit einer 2. Korridorschicht diese Entfluchtung nach Süden ermöglicht. Gleichzeitig bringt die Möglichkeit der Abtrennung einen Zusatznutzen für Künstlergarderoben bei Theaterbetrieb, welche über eine interne Treppe direkt mit der Bühne verbunden sind. Ein weiterer Vorteil der vorgelagerten Raumschicht ist die resultierende Intimität für die Nutzer der Garderoben.

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Die bestehende Zufahrt aus der Rütiwiesenstraße wurde ausgebaut und asphaltiert. Die Zugänglichkeit für die neue Mehrzweckhalle ist wie folgt geregelt:

Vereine und Schüler nutzen den neuen Eingang im Erdgeschoss, der vis à vis vom Ausgang des Klassentraktes ist. Vereinsmitglieder haben am Abend und unter der Woche die Möglichkeit, ihre Fahrzeuge im Zulieferbereich Office und Bühne abzustellen.

Bei der Nutzung als Mehrzweckhalle erfolgt der Zugang des Publikums über das bestehende Foyer, welches optimal über den Schulplatz und die nahen Parkmöglichkeiten erschlossen wird. Das Foyer sowie die bestehende Turnhalle wurden im Innenbereich bezüglich Materialisierung, Beleuchtung und Farbgebung ebenfalls neu gestaltet.

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Durch den Anbau verlor die bestehende Turnhalle die vertikale Fensterfläche gegen Süden. Die bestehenden nordorientierten Oberlichter wurden belassen. Mit dem verantwortlichen Bauingenieur, der die Turnhalle 1985 berechnet hatte, wurde die vorhandene Tragstruktur durchgerechnet. Die Alterung des Betons und die daraus resultierende höhere Druckfestigkeit ermöglichte einzelne Ausschnitte.

Aus Kostengründen mussten die anfänglich geplanten runden und spielerisch angeordneten Oberlichter weggelassen werden. Sozusagen als gestalterische Kompensation wurden dann durch die Architekten Kreisvertiefungen in den Sichtbetonwänden und Sperrholzverkleidungen gestaltet. Überhaupt ist der Kreis allgegenwärtig: Zur Zuschauergalerie wurden in die Betonwände runde Fräsungen erstellt respektive die neuen Wänden entsprechend geschalt. Wie hüpfende Spielbälle entsteht so zusammen mit den Vertiefungen eine Metapher, welche die Halle räumlich sehr attraktiv macht.

Neubau, Materialkonzept innen:

- Bodenbelag im Korridor mit eingefärbtem Hartbeton

- Garderoben/Duschen/Office etc. fugenlos mit PU-Beschichtung

- Turnhalle mit Sporthallenbelag in PU

- Tragende Wände und Brüstungen sowie Decken in Beton sichtbar bleibend, partiell mit Graffitischutz versehen

- Korridorwände EG / OG und Teile der Wände Turnhalle mit Seekiefer-Sperrholzplatten perforiert und absorbierend ausgebildet

- Decken Korridor und Turnhalle mit Seekiefer-Sperrholzplatten perforiert und absorbierend ausgebildet

Projektangaben


Mehrzweck-Zweifach-Sporthalle, 8172 Niederglatt ZH

Bauherr: Gemeindeverwaltung, Grafschaftstrasse 55, 8172 Niederglatt

Architektur:

L3P Architekten AG FH SIA, www.l3p.ch

Projektverantwortlich:
Martin Reusser dipl.Arch.FH
Boris Egli dipl.Arch.FH
Markus Müller dipl.Arch.FH

weitere Projekte von L3P Architekten


Farbgestalter: Beat Soller, Schweizer AG, Zürich

Bauingenieur: Schiavi Partner Ingenieure AG, Bülach

Fotograph: Vito Stallone

Leuchten:
Zumtobel Licht AG, www.zumtobel.ch
Regent Beleuchtungskörper AG, www.regent.ch
Tulux AG, www.tulux.ch

Möblierung:
Hüba AG, www.hueba.ch

Wettbewerb: Dezember 2007 bis Januar 2008
Planungsbeginn: März 2008
Bauzeit: März 2009 bis Juni 2010
Eröffnungsfeier: 03. Juli 2010
Inbetriebnahme: 23. August 2010

Total umbauter Raum nach SIA 416 in m³: 6250 m³
Bruttogeschossfläche: 1700m²
Anlagekosten (BKP 1–9): 7 500 00.- Franken
Gebäudekosten (BKP 2/m³): Franken 600.-/m³ (SIA 116)
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