Start Innovation Innenausbau Studentenwohnanlage im Wissenschaftspark Golm in Potsdam

Studentenwohnanlage im Wissenschaftspark Golm in Potsdam

Am Campus Potsdam-Golm entstand ein modernes, komfortables und nachhaltiges Studentenwohnheim mit 200 Wohnplätzen in Einzel- und Doppelappartements. Foto: Stefan Müller

In Potsdam studieren die Wissenschaftler von morgen: Verteilt auf drei Standorte hat sich die junge Universität bereits einen internationalen Namen als Wissenschaftsstandort gemacht. Am Campus Potsdam-Golm sind nicht nur die naturwissenschaftlichen Institute der Uni angesiedelt, sondern auch drei Max-Planck- und zwei Fraunhofer-Institute sowie das Gründerzentrum GO:IN. Ein neues Studentenwohnheim bietet rund 200 Studierenden ein attraktives Zuhause im Grünen.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2012/1206/armstrong-wohnheim-potsdam-2.jpg

Der moderne Neubau am Wissenschaftspark Golm beweist, dass studentische Unterkünfte heute keine Zweckbauten mehr sein müssen. Trotz begrenztem Budget hat Architektin Andrea Marquardt der P & B Projektplanung und Baumanagement GmbH ein komfortables und nachhaltiges Wohnkonzept realisiert. Hierfür standen 7300 Quadratmeter unbebautes Land zur Verfügung – alle Gebäudeformen waren damit möglich. Das Studentenwerk Potsdam gab als Bauherr die Schaffung von 200 Wohnplätzen vor, davon 160 Einzelappartements und 20 Zweizimmer-WGs. Zudem sollten vier behindertengerechte Einzimmerwohnungen entstehen. Da das Grundstück viel Raum zum Aufenthalt im Freien bietet, war ein innen liegender Flur gewünscht, kein Laubengang und nur wenige Balkone. Zahlreiche Sitzgruppen, ein Grillplatz sowie ein Sportplatz laden zum gemütlichen oder aktiven Zusammensein im Grünen ein.

Die geräumigen Appartements sind lichtdurchflutet und vollmöbliert. DLW Linoleum Linea Art in elegantem Retro-Look und dezentem Streifen-Design sorgt erzeugt eine ruhige Raumatmosphäre. Foto: Stefan Müller

Der Grundriss des Gebäudes ähnelt einem Knochen: Ein langer Mittelflur wird beidseitig von Einzelappartements umschlossen. Dadurch wird die Gebäudehülle minimiert. Am Ende der Flure wird die Grundfläche erweitert. Hier sind neben den Gemeinschafts- und Veranstaltungsräumen, die Zweizimmerwohnungen sowie behindertengerechte Appartements in Erdgeschosslage angesiedelt.

Innen- und Außenwände des Wohnheims bestehen aus Kalksandsteinmauerwerk. Die Außenflächen erhielten ein Wärmedämmverbundsystem und einen freundlichen hellgelben Anstrich. Im Kontrast dazu wurde mittig mit einer »dynamischen Fassadendeckung« aus Schieferplatten gearbeitet. Gleichzeitig war für das Studentenwerk die ökologische Ausrichtung des Gebäudes wichtig. Eine 300 Quadratmeter große Photovoltaikanlage speist Strom in das Wohnheimnetz. Zudem dient eine Grauwassernutzanlage der Abwasseraufbereitung. Beheizt wird das Gebäude über eine energiesparende Gas-Brennwert-Kaskade.

Alle Appartements verfügen über ein eigenes Bad und eine kleine Küchenzeile. Die WGs an den Giebeln sind zusätzlich mit einem Balkon ausgestattet, der von der gemeinsamen Küche aus begehbar ist. Besonderen Wert hat die Architektin auf einen möglichst großen Wohnraum gelegt. Immerhin wohnen die Studierenden hier bis zu vier Jahren – da ist trotz der Vollmöblierung noch ausreichend Platz für individuelle Gestaltungsideen.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2012/1206/armstrong-wohnheim-potsdam-4.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2012/1206/armstrong-wohnheim-potsdam-5b.jpg

Auch im Innern überzeugt die optische Gestaltung: Die hellen Wandflächen werden fortgesetzt. Bodentiefe Fenster sorgen für viel Licht und eine freundliche Atmosphäre. »DLW Linoleum« von Armstrong setzt kräftige Farbakzente: Vom Erdgeschoss bis in den dritten Stock leuchten Flure und Gemeinschaftsräume je nach Etage in satten Rot-, Orange- und Gelbtönen. Passend zu den jungen Bewohnern und der Raumnutzung, wirkt die leicht strukturierte »Marmorette« hier auf 2500 Quadratmeter frisch und belebend.

Besonders in einem Studentenwohnheim muss der Bodenbelag größten Herausforderungen gewachsen sein. DLW Linoleum ist strapazierfähig, pflegeleicht und damit besonders wirtschaftlich. Foto: Armstrong / Daniel Wetzel

Ganz anders in den Appartements, dort zaubert die ruhige längsgerichtete Struktur »Lino Art Linea« von Armstrong ein dezentes Streifen-Design im Retro-Look. Der hellgraue Belag wirkt dezent verwaschen und bietet einen kontrastvollen Hingucker in den hellen Zimmern. Gleichzeitig verleiht er den Rückzugs- und Lernräumen der Studenten eine angemessene Ruhe. Die »Lino Art Kollektion« ist nach Unternehmensangaben inspiriert von der Vielfalt metallischer Oberflächen und umfasst drei Designserien. Rund 5500 Quadratmeter des mit mehreren Design Awards ausgezeichneten Bodenbelags wurden verlegt.

Gerade in einem Studentenwohnheim muss der Bodenbelag größten Herausforderungen gewachsen sein: Das »LPX Finish« macht ihn strapazierfähig sowie unempfindlich gegenüber Schmutz oder Verstrichungen und gewährleistet einfache Reinigung und Pflege über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Armstrong DLW GmbH, www.armstrong.de

Radikal und dramatisch: Restaurant Hueso von Architekt Ignacio Cadena

Radikal und dramatisch: Restaurant Hueso von Architekt Ignacio Cadena

Die subtile Schönheit einer unverstellten und puren Architektur will der mexikanische Architekt Ignacio Cadena im Restaurant Hueso zeigen. Hueso bedeutet »Knochen« und unverkennbar prägen die sterblichen Überreste der mexikanischen Fauna die Wände dieses einmaligen kulinarischen Ortes.

Corporate Design von Dittel Architekten für das Mannheimer Rathaus

Corporate Design von Dittel Architekten für das Mannheimer Rathaus

DIA – Dittel Architekten hat für das Rathaus E5 in Mannheim ein neues bauliches Corporate Design entwickelt und zeichnet für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes verantwortlich. Ziel der architektonischen und gestalterischen Maßnahmen war es, eine repräsentative Designsprache zu etablieren ...

Mikrohofhaus: Wohnen auf kleinstem Raum

Mikrohofhaus: Wohnen auf kleinstem Raum

Gewinner des Wettbewerb »Raumpioniere – Wohnen auf kleinstem Raum« sind die Architekten Florian Kaiser, Guobin Shen und Hans-Christian Bäcker des Stuttgarter Ateliers Kaiser Shen mit ihrem »Mikrohofhaus«.

Weitere Artikel:

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

In nur sieben Wochen wich grauer Beton einer abstrakt-naturalistischen Malerei mit blauem Himmel, weißen Wolken, täuschend echten Bäumen und einem illusionistischen Streichelzoo. Verantwortlich dafür zeichnet der auf exklusive Wandmalerei spezialisierte Künstler Ulrich Allgaier.

Wintergarten gut beheizt

Wintergarten gut beheizt

Im Wintergarten hat Wärme nicht nur einfach die Funktion »Heizen« zu erfüllen. Wärme weckt Emotionen und bringt Atmosphäre in den gläsernen Raum. Eine elektrische Strahlungsheizung ermöglicht ein bedarfsgerechtes Heizen, wenn der Wintergarten genutzt wird und die Kraft der Sonne nicht ausreicht.

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Das von den Rotterdamer Städtebauexperten OMA (Office for Metropolitan Architecture) erdachte Timmerhuis in Rotterdam gilt als das »grünste Gebäude der Niederlande«. Es vereint Stadtverwaltung, Wohnungen, Büros sowie das Rotterdamer Stadtmuseum und schlägt eine architektonische Brücke zum denkmalges...

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 GDC

AZ Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Der Newsletter der AZ/Architekturzeitung ist kostenlos und kann jederzeit unkompliziert abbestellt werden.

Fachwissen | Architekten + Planer

  • Problemzone Wärmebrücke
    Problemzone Wärmebrücke Mit den steigenden Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden gewinnen Details und damit auch kleine Problemzonen immer mehr an…

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

Fassadenkunst: Abstrakt bis naturalistisch

In nur sieben Wochen wich grauer Beton einer abstrakt-naturalistischen Malerei mit blauem Himmel, weißen Wolken, täuschend echten Bäumen und einem illusionistischen Strei...

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Timmerhuis in Rotterdam von OMA

Das von den Rotterdamer Städtebauexperten OMA (Office for Metropolitan Architecture) erdachte Timmerhuis in Rotterdam gilt als das »grünste Gebäude der Niederlande«. Es v...

Wintergarten gut beheizt

Wintergarten gut beheizt

Im Wintergarten hat Wärme nicht nur einfach die Funktion »Heizen« zu erfüllen. Wärme weckt Emotionen und bringt Atmosphäre in den gläsernen Raum. Eine elektrische Strahlu...

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Zargenlose und lichtdurchlässige Schiebetür

Die in der eigenen Betriebsstätte hergestellte, zargenlose Schiebetür bestehen aus dem lichtdurchlässigen, biegesteifen Wabenpaneel »ViewPan« mit Oberflächen aus Acrylgla...

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Corbusier-Farben im Hamburger Hotel Wedina

Das Hamburger Hotel Wedina hat ein umfassendes Facelift erhalten, bei dem Farbe eine zentrale Rolle spielt. Die Fassade macht in leuchtendem Rot auf sich aufmerksam und j...

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Kita in Weißenfeld von Grund Architekten

Über hundert Jahre wurde in der Schnapsbrennerei in Weißenfeld hochprozentiger Alkohol aus Kartoffeln für medizinische Zwecke hergestellt. Um das Gebäude zu erhalten und ...

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Aussichtsplattform Wolkenhain: Landmarke der IGA

Bis Oktober ist Berlins östlichster Stadtbezirk Standort für die Internationale Gartenausstellung (IGA), zu der rund zwei Millionen Gäste aus Europa erwartet werden. Die ...

Holz-Hybridbau mit Keramikfassade

Holz-Hybridbau mit Keramikfassade

H7, das Bürohaus von Andreas Heupel Architekten im alten Stadthafen von Münster, ist ein siebengeschossiger Holz-Hybridbau, der neue Maßstäbe im Hinblick auf Ökologie und...

Schiebefenster mit großer Öffnungsbreite und Insektenschutz

Schiebefenster mit großer Öffnungsbreite und Insektenschutz

Die Profile des Fensters »cero« messen trotz der möglichen 15 Quadratmeter großen Scheibenelemente gerade einmal 34 Millimeter. Für die jeweiligen Anforderungen an Wärmed...

Zaha Hadid: das Learning and Library Center in Wien

Zaha Hadid: das Learning and Library Center in Wien

Die neue Wirtschaftsuniversität in Wien ist die größte der Europäischen Union. Bisher befand sich die alte Wirtschaftsuniversität in einem Gebäude aus den 1970er-Jahren. ...

Weitere Artikel:


Anzeige AZ-D1-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.