Für die Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim bauten die Stuttgarter Stuttgarter Architekten Auer+Weber+Assoziierte eine mit viel Glas erstellte neue Hauptstelle. Flexibel soll das Gebäude sein, offen und transparent wie die Geschäftspolitik des Hauses und, für einen schwäbischen Bauherrn unerlässlich, ökonomisch vertretbar. Die Gebäudeform sowie die flurseitig verglasten Bürotrennwände sollen die Kommunikation und neue Formen der Zusammenarbeit fördern, Architekt, Projektsteuerer als auch Vorstand der Sparkasse entschieden sich für das Trennwandsystem der feco Innenausbausysteme. Das 5-geschossige Bauwerk, als Anbau an ein bestehendes Gebäude der Sparkasse konzipiert, beinhaltet SB-Bereich, Kundenhalle, Berater- und Mitarbeiterplätze.
Der Haupteingang der Sparkasse mit Empfang und SB-Bereich liegt repräsentativ am St. Josef-Kirchplatz mit seiner Stadtpfarrkirche aus den 20er Jahren. Die zentrale Kundenhalle mit direktem Außenbezug in den Innenhof bildet den räumlichen Mittelpunkt des 3,80 Meter hohen Erdgeschosses. Der abtrennbare SB-Bereich mit einer im Farbwechsel leuchtenden Glaswandverkleidung, in die Geldautomaten integriert sind, geht in die Kundenhalle über. Nördlich der Halle sind offene Beraterplätze angeordnet, Beraterzimmer liegen an der der Südfassade. Die Halle selbst ist mit Kundenschaltern und mobilen Elementen ausgestattet. Sitzecke und Schrankwände, deren Holzoberflächen mit Folie belegt und lackiert wurden, spiegeln das Corporate Design durch Aufnahme der Farbe Rot wider und fungieren somit auch als gestalterisches Element.
Der Innenausbau des Gebäudes, das 190 Arbeitsplätze bietet, ist bis auf das Treppenhaus mit Technikkern, den Sanitäranlagen weitgehend flexibel gehalten. Viele Freiheiten bietet das Trennwandsystem, mit dem verschiedene Büroformen realisierbar sind. Das von der Münchener congena GmbH entwickelte Bürokonzept unterstützt die Organisation durch kurze Wege, zeichnet sich durch eine wettbewerbsfähige Flächenwirtschaftlichkeit aus und fördert die Team- und Projektarbeit. Daher steht in der Hauptstelle der Sparkasse viel Fläche für Gemeinschaftsfunktionen, Kommunikation und Begegnung zur Verfügung.
Innerhalb der Netto-Gebäudetiefe von 13,80 Meter sind die standardisierten Kombibüros als Einzel-, Doppel- und Dreierbüros an der tagesbelichteten Fassade entlang der Mittelzone angesiedelt. Die Büroflächen sind in den vier Obergeschossen über ein Grundmodul von 1,25 Meter umgesetzt. In den meisten Büros stehen die Schreibtische vor der wie ein Möbel genutzten bürotrennenden Wand. An der organisierbaren Trennwand können Unterlagen und Arbeitsutensilien auf Fachböden und Ablageschalen untergebracht werden. Ein in die Trennwand integriertes Pinnpaneel aus Filz ergänzt die Organisationsmöglichkeiten und bietet eine individuelle Gestaltung des persönlichen Arbeitsbereiches. Das auf das gestalterische Konzept der Sparkasse abgestimmte Pinnpaneel ist im Erdgeschoss in dezentem Grau und in den Obergeschossen in einem frischen Maigrün ausgeführt.
Die flurseitig verglasten Büros in den Obergeschossen fördern den Austausch und die Kommunikation. In der Mittelzone befinden sich die Gemeinschaftsfunktionen der Abteilungen wie Büroinfrastruktur, Ablage und informelle Besprechungsmöglichkeiten. Durch die Trennung von Arbeitsplätzen für konzentriertes Arbeiten und Kommunikationsflächen werden Störungen in den Büros vermieden. Die Mittelzonen sind als Begegnungszentrum zum Teil mit Sitzecken konzipiert. Die Wandverkleidungen des Gebäudekerns mit integrierten Schränken und Teeküchen sind wie im Erdgeschoss in rot lackiert. Auch wurden in den Wandverkleidungen Lüftungsauslässe für die Abluftanlagen integriert.
Im Erdgeschoss sind die Bürozwischenwände mit Eichen-Wandoberflächen beplankt. Um die erforderliche Diskretion zu gewährleisten sind die Glasscheiben der Beraterbüros beidseitig mit einer vertikal versetzten Streifenverklebung versehen. Je nach Betrachterwinkel sind die Flurwände mehr oder weniger dadurch blickdicht.
Entscheidungskriterium für den Einsatz der Systemtrennwände sind die hohe Wertigkeit und der Kostenunterschied, der zu einer auch ursprünglich in Betracht gezogenen Gipskartonwand bei dieser Objektgröße vernachlässigbar ist. Darüber hinaus sind die Trennwände bei Bedarf zerstörungsfrei versetzbar, ohne aufwändige Umbaumaßnahmen oder Eingriffe in den Innenausbau vornehmen zu müssen.
Das Trennwandsystem »fecofix« ist transparent und lichtdurchlässig, die flurseitig wandbündige Doppelverglasung ist innen völlig fugenlos. Dezente, 20 Millimeter schmale Aluminiumprofile geben den Büroräumen so den richtigen Rahmen. Der Anschluss der Bürozwischenwand zur Fassade erfolgt durch ein verjüngtes Glasschwert. Oberlichter sorgen in allen Geschossen für größtmögliche Lichtdurchlässigkeit.
Mit ihrem großen Scheibenabstand bietet die Doppelverglasung »fecofix« sehr guten Schallschutz. Extra ausgeführte Messungen der Schalldämmung am Bau bestätigen die Erfüllung der geforderten Schalldämmanforderungen. Die resultierenden Schalldämmwerte der Bürozwischenwände betragen vor Ort R`w=42 dB. In den Beraterräumen sind die »fecofix«-Aluminium-Rahmentüren in Schallschutzklasse 2 und in den internen Büros die Nurglastüren in der Schallschutzklasse 1 ausgeführt.
Entlang der Außenfassade befinden sich im Rastermaß von 2,50 Meter Zuluftöffnungen. Da die Abluft der Büroräume zentral abgesaugt wird, sind die Systemtrennwände mit schalldämpfenden Überströmelementen ausgestattet. Die vertikalen Luft-Überström-Elemente »fecoair«, eine auf die Integration in Systemtrennwände abgestimmte Eigenentwicklung der feco Innenausbausysteme, sind in die geschlossenen, nur 250 Millimeter breiten Türseitenteile, integriert. Bei einem Druckverlust von 15 Pascal beträgt der Luftvolumenstrom bis zu 90 Kubikmeter pro Stunde und pro Laufmeter Wirklänge bei einer Norm-Schallpegel-Differenz von Dn >= 42 dB. Die frontseitige Perforation der Aluminiumkassette stellt einen ausreichend großen Luftvolumenstrom sicher. Die Luftführung in den Überströmelementen erfolgt durch eine U-förmige mehrfache Umlenkung im mit Absorbermaterialien schallgedämmten Überströmkasten.
Architekt:
Auer+Weber+Assoziierte GmbH, Dipl. Ing. Architekten, www.auer-weber.de
Projektmanagement:
Drees & Sommer Stuttgart GmbH, www.dreso.com
Tragwerksplanung:
Fecher Rundel Partner Ingenieurbüro für Bauwesen GmbH, www.fecherrundelpartner.de
HLS-Planung:
Ingenieurbüro Lutzenberger GbR, www.lutzenberger.de
Elektroplanung:
Ingenieurbüro Mayer AG, www.ib-mayer.com
Bauphysik:
Horstmann+Berger, Altensteig
Bauleitung:
Auer+Weber+Assoziierte GmbH mit Architekturbüro Helmut Schedel, www.ab-schedel.de
Bürokonzept:
congena GmbH; www.congena.de
Systemtrennwände:
feco Innenausbausysteme GmbH, www.feco.de
Auftragnehmer für Planung, Lieferung und Montage der Trennwände sowie für die Schreinerleistung im Innenausbau:
Paul Feederle GmbH, www.feederle.de
Fotograf: Nikolay Kazakov, www.kazakov.de













