17
Jul

Fassade für die unIQus in Bad Homburg von Pielok Marquardt Architekten

In Bad Homburg vor der Höhe entstand auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs ein modernes Bürogebäude in außergewöhnlichem Erscheinungsbild samt einer Fassade mit Wiedererkennungswert. Foto: Hopermann Fotografie/FREYLER

Fassade

Einst gehörten sie wie selbstverständlich zu einer jeden größeren Stadt – heute sind sie weitgehend aus dem Stadtbild verschwunden: Güterbahnhöfe. In den letzten beiden Jahrzehnten haben sich die Anforderungen an die Logistik auf Schienen grundlegend gewandelt, was den Güterbahnhof zum Auslaufmodell werden ließ. Doch mit der Schließung der entsprechenden Areale eröffneten sich völlig neue Perspektiven für die Innenstadtentwicklung. So wie in Bad Homburg vor der Höhe, wo auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs ein modernes Bürogebäude entstand – in außergewöhnlichem Erscheinungsbild samt einer Fassade mit Wiedererkennungswert. Die aus zwei Gebäudeblöcken bestehenden unIQus sind nicht nur ein markantes Zeichen des Neubeginns, sondern bieten zukünftigen Mietern ein repräsentatives Arbeitsumfeld. Dabei ist das Gebäudekonzept darauf ausgelegt, dass es sich auf intelligente Weise den individuellen Wünschen und Anforderungen der Mieter anpasst.

Die geschossweise versetzte Anordnung der vorgehängten Paneele erzeugt eine Spannung zwischen Hell und Dunkel und lässt insgesamt den Eindruck eines Barcodes entstehen. Foto: Hopermann Fotografie/FREYLER
Die geschossweise versetzte Anordnung der vorgehängten Paneele erzeugt eine Spannung zwischen Hell und Dunkel und lässt insgesamt den Eindruck eines Barcodes entstehen. Foto: Hopermann Fotografie/FREYLER

 

Das von Pielok Marquardt Architekten aus Offenbach am Main entworfene Gebäude besticht durch seine klaren Geometrien. Auf rund 3.400 m² Grundstücksfläche entstand im ersten und zweiten Bauabschnitt ein Bürokomplex mit einer Bruttogeschossfläche von 12.200 m². Er setzt sich zusammen aus einem U-förmigen Gebäudeteil, an den unmittelbar ein vertikal um 180° gedrehtes L angrenzt – zusammen bilden sie ein E. Beide weisen vier Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss auf. Die Innenhöfe und Dachterrassen sind begrünt, im Untergeschoss sind Parkmöglichkeiten für über 200 PKW vorhanden. Das Erdgeschoss ist zur Straße hin zurückgesetzt. Jeweils zwei Portale jedes Gebäudeteils markieren die Gebäudeentrées, durch die man zu den beiden getrennten Erschließungskernen gelangt. Der erste Bauabschnitt wurde Ende 2017 fertiggestellt, der zweite wird Ende 2019 fertig.

Die goldfarbenen Bleche, ca. 4 cm stark, sind räumlich nach vorne gesetzt und wurden vor die dunkle Aluminium-Unterkonstruktion gehängt. Foto: Hopermann Fotografie/FREYLER
Die goldfarbenen Bleche, ca. 4 cm stark, sind räumlich nach vorne gesetzt und wurden vor die dunkle Aluminium-Unterkonstruktion gehängt. Foto: Hopermann Fotografie/FREYLER

 

Die Architekten planten und realisierten ein nachhaltiges Gebäude, ausgestattet mit modernster Technik. Die Heizung erfolgt über Fernwärme, die Kühlung per Betonkernaktivierung mit Zonenregelung, wobei eine Zusatzkühlung über Fernkälte möglich ist. Fenster, die sich öffnen lassen, sorgen für eine natürliche Be- und Entlüftung, für die Konferenz- und Besprechungsbereiche wurde darüber hinaus eine mechanische Lüftungsanlage installiert. Sämtliche Stehleuchten sind mit Tageslichtsensoren und Präsenzmeldern ausgestattet und zudem dimmbar.

Die Fassadenplanung für beide Bauabschnitte hat Freyler Metallbau gemeinsam mit der Firma Ebener GmbH Fassaden - Profiltechnik abgestimmt. Realisiert wurde im ersten Bauabschnitt eine strukturierte Metallverkleidung mit einem reliefartigen und abwechslungsreichen Fassadenbild, basierend auf einer Pfosten-Riegelkonstruktion EI 0 mit 130 m² und einer Pfosten-Riegelkonstruktion EI 90 mit 110 m².

Die Herausforderung für Freyler Metallbau lag darin, die vorgehängte goldfarbene Blechfassade und die dunkle Unterkonstruktion aus Aluminium optisch und technisch einwandfrei miteinander zu verbinden. Foto: Hopermann Fotografie/FREYLER
Die Herausforderung für Freyler Metallbau lag darin, die vorgehängte goldfarbene Blechfassade und die dunkle Unterkonstruktion aus Aluminium optisch und technisch einwandfrei miteinander zu verbinden. Foto: Hopermann Fotografie/FREYLER

pielok marquardt architekten uniqus 04b

Die Herausforderung lag darin, eine vorgehängte goldfarbene Blechfassade und eine dunkle Unterkonstruktion aus Aluminium – insgesamt 1.435 m² – optisch und technisch einwandfrei miteinander zu verbinden. Die Fensterelemente wurden mit dem System FRAME+ 75 WB aus dem Systemhaus der Raico Bautechnik GmbH bei Freyler Metallbau in Kenzingen geplant und gefertigt.

Die Lösung bestand in der Reduktion auf nur zwei Fensterformate mit Breiten von 800 mm und 1.200 mm. Aufgenommen werden die normierten Fenstergrößen von der durchlaufenden Unterkonstruktion mit festen horizontalen und senkrechten Achsen. Zum Einsatz kamen auch Sonderprofile, die speziell für dieses Objekt entwickelt und gepresst wurden. Das erlaubte einerseits eine „industrielle“ Fensterlösung und machte andererseits eine eingelassene Sonnenschutz-Führungsschiene möglich. Die goldfarbenen Bleche, ca. 4 cm stark, sind räumlich nach vorne gesetzt und wurden vor die Unterkonstruktion gehängt. Die versetzten, aber doch fließenden Übergänge vom Blech zu den dunklen Fensterelementen ließen sich ohne besondere und aufwendige Anschlusstechnik lösen. Außerdem wurde eine großflächige EI 90 Brandschutzfassade mittels ZiEF an eine EI 0 Fassade angebunden.

Die geschossweise versetzte Anordnung der vorgehängten Paneele erzeugt eine Spannung zwischen Hell und Dunkel und lässt insgesamt den Eindruck eines Barcodes entstehen, der dem Gebäude einen unverwechselbaren Charakter verleiht. Im zweiten Bauabschnitt wird die gleiche Fassadenlösung realisiert, so dass die beiden Baukörper wie eine Einheit wirken.

 


Anzeige AZ-GC1-728x250 GAS

Fotos: Serge Ferrari/Fotograf Cédric Widmer

Projekte (d)

Albert Kahns Fabrikarchitektur wurde früh zum Wahrzeichen der industriellen Massenproduktion.Foto: FH Münster/Fachbereich Architektur

Fachliteratur

Blick von der Zufahrt auf die Südfassade von Schloss Kummerow.

Fassade

Robotergesteuerte Super Spacer Applikation bei XXL-Isolierglaseinheiten. Foto: Rene Müller

Fassade

Makroaufnahme des Prototypen des innovativen Sonnenschutzes: Durch Spannung entstehen Öffnungen, die Licht durchlassen. Fotografin: Sandra Junker / TU Darmstadt

Fassade

Der Gewinnerentwurf des neuen Technologie-Zentrums auf dem Gelände der Firmenzentrale von Giesecke+Devrient stammt vom Architektenbüro HENN. Quelle G+D

Projekte (d)

Der Klinkerpavillon ist das neue Wahrzeichen vor dem Ausstellungszentrum des Hagemeister Ziegelwerks. Mit einer Verbindung aus Ziegel, Carbontextil sowie Betonmörtel konnte eine tragfähige „Schale“ mit einer weiten Auskragung realisiert werden. Foto: Karl Banski

Hochbau

Berg- und Talstation sind mit Annexbauten ausgestattet, die dem Besucher einen Zusatz an Komfort bieten. Die Mittelstation hingegen ist sehr puristisch, was den Blick freigibt auf die schöne Glaskonstruktion. Foto: Glas Marte

Fassade

Das von der Bausparkasse Schwäbisch Hall ins Leben gerufene und durch Deutschland tourende Wohnglück-Smarthaus soll zeigen, wie komfortabel es sich auf 25 Quadratmetern lebt. Eines der ausgewählten Produkte ist das WASHLET RX von TOTO. Das zeitlos-elegante Design, wie es für das japanische Unternehmen TOTO charakteristisch ist, ist für kleine Grundrisse geradezu prädestiniert. Auf Komfort muss nicht verzichtet werden – im Gegenteil. Foto: Studioraum

Gebäudetechnik

Die neue Stadtvilla greift die Elemente einer klassischen Gründerzeitvilla bewusst auf und interpretiert sie neu. Foto: Udo Schönewald

Hochbau

Mit der Versiegelung StoCryl BF 750 ermöglicht StoCryl BF 700 eine rutschhemmende Oberfläche und somit sichere Begehbarkeit. Bild: StoCretec

Innenausbau

Anzeige AZ-C1a-300x250 R8

Anzeige AZ-C1b-300x600 R8
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen