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Schweizer Architektur im Fokus der Fotografie

Fachliteratur

Herzog & de Meuron Parrish Art Museum, Water Mill, New York, USA, 2012. Photo: Richard Leslie Schulman

Wenn wir Bilder von Architektur im Kopf haben, basieren sie selten auf eigener Anschauung. Ohne jemals dort gewesen zu sein, meinen wir, die berühmten Bauten zu kennen – aus Medien und aufgrund von Fotografien. Gefiltert und interpretiert durch den fotografischen Blick nehmen wir Inszenierungen in uns auf – was wir für real halten, ist in Wirklichkeit Illusion. Sind wir komplett der Suggestion der Bilder verfallen? Dies ist einer der Aspekte, die die Publikation Bildbau. Schweizer Architektur im Fokus der Fotografie beleuchtet – gleichzeitig liefert sie ein Panorama der letzten 25 Jahre Schweizer Architekturgeschichte. Der Titel erscheint am 2. April beim Christoph Merian Verlag, im Kontext der aktuellen Ausstellung im Schweizerischen Architekturmuseum (S AM) in Basel.

Bildbau. Schweizer Architektur im Fokus der Fotografie präsentiert eine Auswahl von 40 wegweisenden Bauten, die zum weltweiten Erfolg helvetischen Bauens beigetragen haben. Zusammen mit Kommentaren, analytischen Texten und Interviews vermitteln die Fotografien ein stimmungsvolles, atmosphärisch dichtes Bild und ein breites Spektrum verschiedener Herangehensweisen von der zurückhaltenden Dokumentation bis zur autonomen künstlerischen Position.

Peter Zumthor Steilneset, Memorial for the Victims of the Witch Trials in the Finmark Vardø, Norway 2011. Photo: Bjarne Riesto

Fast alle kennen Peter Zumthors Therme in Vals, das Olympia-Stadion von Herzog & de Meuron in Beijing oder das Gelbe Haus von Valerio Olgiati in Flims - oder glauben es zumindest. Die Publikation, die mit 200 Seiten und im Zeitschriftenformat selbst wie ein Fotojournal wirkt, zeigt, wie das Bild dazu beigetragen hat, Schweizer Architekturbüros und ihre herausragende Leistung in der Welt bekannt zu machen. Die Autoren Hubertus Adam und Elena Kossovskaja zeichnen nach, wie seit etwa 1990 Architekten begannen, sich mit der fotografischen Inszenierung experimentell auseinanderzusetzen: es war der Beginn der Kooperation von Architekten und Fotografen. Heute sind es Renderings, 3D-Animationen und die massenhafte und schnelle Verbreitung durch digitale Medien, die Illusion und Realität noch mehr miteinander verschwimmen lassen. Die feinen Etappen dazwischen, Aspekte wie Bild und Bewegung, der Einfluss der Printmedien und die Auswirkungen des »Iconic Turn« (Gottfried Böhm) kommen ebenfalls zur Sprache.

Anette Gigon, Mike Guyer Kirchner Museum, Davos, 1992. Photo: Heinrich Helfenstein

Eine Chronologie der Architekturfotografie und analytische Texte gehen dem Bildteil im Zentrum der Publikation voran, ausführliche Interviews mit Architekten und Fotografen folgen ihm. Die Gespräche greifen die angesprochenen Themen der einleitenden Texte wieder auf; sie bilden so zusammen den Rahmen für die visuelle Bildsprache der Projektschau. Leser erfahren Aufschlussreiches über die Arbeitsweise von Architekten und Fotografen: Welche Rolle spielen Bilder beim Entwurf? Welche Architekten bevorzugen welche Fotografen und warum? Wie lässt sich die Dreidimensionalität auf zwei Dimensionen übertragen?

Morger & Degelo Überbauung Dreirosen- Klybeck, Basel, Schweiz, 1996. Photo: Ruedi Walti

Schweizer Architektur im Fokus der FotografieBildbau bietet einen visuellen Streifzug durch einen Ausschnitt der schweizerischen Architekturgeschichte und zugleich eine kleine Geschichte der Architekturfotografie. Auf einer zweiten Ebene bewegt sich die Publikation im Spannungsfeld zwischen Bild und Abbild, Dokumentation und Interpretation. Wann ist die Fotografie eine kongeniale Übertragung des Gebauten auf das Zweidimensionale, und wo beginnt die eigenständige künstlerische Position? Wann wird ein Gebäude bloss geschickt in Szene gesetzt und wo ist die Grenze zur Manipulation? Illusion und Realität verschwimmen.

Fotografien unter anderem von Iwan Baan, Hélène Binet, Hans Danuser, Thomas Flechtner, Heinrich Helfenstein, Walter Mair, Tomas Ruff, Margherita Spilutini, Jules Spinatsch und Annelies Strba.

Interviews unter anderem mit den Architekten Peter Zumthor, Jacques Herzog, Gigon/Guyer und Miroslav Šik sowie mit den Fotografen Georg Aerni, Hélène Binet, Hans Danuser und Thomas Ruff.

Schweizerisches Architekturmuseum (Hg.)
S AM 10 - Bildbau/Building Images: Schweizer Architektur im Fokus der Fotografie/ Photography Focusing on Swiss Architecture
Mit Texten von Hubertus Adam und Elena Kossovskaja
ca. 190 Seiten, 22,5 x 30 cm, ca. 95 großformatige Fotografien und ca. 60 Illustrationen, broschiert
Deutsch/Englisch. CHF 29,00 / € 24,00
ISBN 978-3-85616-582-6
© 2013 Christoph Merian Verlag, Basel

Daniele Marques, Bruno Zurkirchen Neubau Einfamilienhaus Emmenbrüke LU, 1993. Photo: Christian Kerez

Bearth & Deplazes Architekten Erweiterung Weingut Gantenbein Fläsch, 2008. Photo: Ralph Feiner 


Xiaopeng Zhou: swamping und Detail aus swamping. Urheber: 2024, Xiaopeng Zhou / Kunstverein Friedrichshafen. Fotograf: Dominik Dresel

Termine

Detailansicht: Jill Kiddon, Reconnect (A2468850525), 2024. Courtesy: Jill Kiddon. Bildquelle: Jill Kiddon & Galerie Stadt Sindelfingen

Termine

Ein Screen mit geschwungenen Balkonen prägt die Optik von Ode Lofts Konstanz. Der sichere Anschluss der fassadenbreiten Balkonanlagen erfolgte mit Schöck Isokorb T Typ K. Visualisierung: Sauerbruch Hutton / BPD Immobilienentwicklung

Hochbau

Je einfacher verständlich die definierten Prozesse sind, desto besser. Bildquelle:  bau-master.com.

Planung

Die Erschließung des Hauses erfolgt über eine Garage auf Straßenniveau, die weitgehend in den Hang eingegraben ist, und eine unterirdische Treppe, die den Eingang mit dem Wohnhaus verbindet. Foto: Velux/Jürg Zimmermann

Dach

Bildquelle: photo courtesy of Gordie Howe International Bridge Project

Projekte (d)

Bei der Idee, die eigene Materialausstellung um eine selbständige Leuchten-Präsentation zu ergänzen, favorisierte raumprobe | Material Bank die bereits als Ausbaupartner gelistete Premiummarke Delta Light. Bildquelle: raumprobe | Material Bank

Unternehmen

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