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Apr

Fassadenkonzept mit Brandschutz

Foto: Anke Müllerklein, Hamburg

Fassade

 

Grundlage für das niu Airport Hotel in Bremen bildete eine städtebauliche Masterplanung für den neuen Airport-West. Die skulptural kraftvoll gestaltete Metallfassade aus dreidimensional und polygonal geformten Elementen sucht bewusst Distanz zum gestalterischen Bild der Umgebung und zeigt sich selbstbewusst in sieben Geschossen. Einen wesentlichen Beitrag auf dem Weg zu einer durchgängigen, nicht-brennbaren Fassadenkonstruktion leistete dabei die Fassadenmembran Stamisol Safe One, die den gestalterischen Entwurf unterstützte und für eine höchstmögliche Brandsicherheit an der Fassade sorgt.

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Foto: Anke Müllerklein, Hamburg


 

Expressiver Fassadenentwurf

In der Nachbarschaft des Baugeländes befinden sich überwiegend Bestandsbauten aus den 80er und 90er Jahren, die sich meist mit großflächigen Backsteinfassaden darstellen. Sowohl für die Bremer Bauherrenschaft Peper & Söhne, als auch dem Team von Westphal Architekten war schnell klar, dass mit diesem Gebäude ein Impulsgeber geschaffen werden sollte als Auftakt zur Neuausrichtung der Airportcity West. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der Baukörper eine städtebaulich signifikante Ecksituation im Kreuzungsbereich von zwei wichtigen Erschließungsstraßen bildet.

Der Fassadenentwurf des Projekts hebt sich deutlich von seiner Umgebung ab und ist eine vorgehängte, plastisch geformte Metallfassade in champagnerfarbenem Farbton, die zusätzlich perforiert ist. Mit dieser Materialität wird so ein bewusster Bezug zum angrenzenden Flugbetrieb hergestellt.

Die besondere Plastizität der Fassadengestaltung ergibt sich aus dreidimensional und polygonal geformten Elementen und ist ein gestalterischer Ausdruck, der sich aus dem Rasterbezug der Zimmergrößen ableitete. Hierzu wurden jeweils zwei Zimmerbreiten zu einer Fensteröffnung gebündelt, was das Fassadenbild großzügiger erscheinen lässt und die Maßstäblichkeit des Gebäudes positiv beeinflusst. Dazu Jost Westphal: „Mit der expressiven Fassade sollte bereits von außen ablesbar werden, dass es sich bei dem Baukörper um ein Hotel und nicht um ein Wohn- oder Bürogebäude handelt.“

Gestaltungskonzept über Beziehungsdreieck

Die Anmutung der Fassade ergibt sich aus folgendem Dreieck an Materialparametern, die miteinander in Beziehung stehen und je nach Lichteinfall eine unterschiedliche Sicht auslösen:
- Material Metall mit champagnerfarbener Eloxierung
- Polygonale Faltung mit analoger Eigenschattenwirkung
- Perforation mit dahinter liegender Fassadenmembran, die für eine zusätzliche Tiefenwirkung sorgt

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Foto: Anke Müllerklein, Hamburg


Die Annäherung an das später definierte Fassadenmaterial fand dabei über verschiedene Ausschluss-kriterien statt, wie Jost Westphal den Prozess beschreibt: „Bei einem derart metallischen Material besteht die Gefahr, dass eine industrielle Anmutung entsteht. Deshalb war klar, dass wir keinen Silber- oder Naturaluminiumton einsetzen wollten. Dann kam noch der Trend ins Spiel, dass sich derzeit mehr und mehr Hotels finden, die in dunkleren und wärmeren Tönen angelegt sind. Dies steht auch im Einklang zur Innenraumgestaltung des Hotelbetreibers, der Novum-Group in Hamburg. Darauf wollten wir Bezug nehmen und haben uns für diesen Champagnerton entschieden, der auch sehr gut mit einem warmen Sonnenlicht korrespondiert. Um Dynamik und unterschiedliche Anmutungen zu unterstützen, haben wir die Elemente gefaltet, was je nach Lichteinfall für unterschiedliche Sichtweisen und Eigenschattenbildungen sorgt und damit die Fassade sehr lebendig macht. Schließlich die Perforation, die in der Fernbetrachtung fast eine Stofflichkeit hat und umso intensiver wird, je näher man herankommt. So wird die Fassade je nach Lichtanfall oder Standort des Betrachters immer wieder ganz anders wahrgenommen und so zu einer lebendigen Geschichte.“

Übergreifende Ausrichtung der Grundform

Die Grundform der Fassadengestaltung ist geschoss- und achsübergreifend konzipiert. Diese besteht nicht einfach nur aus Brüstungs-, Band- und Sturzelementen, sondern aus Modulen, die sich über mehrere Ebenen erstrecken und an einer zusätzlichen Diagonalität ausgerichtet sind. Eine Grundform beginnt dabei jeweils von der Unterkante Brüstung und endet bei der Oberkante des zweiten darüber liegenden Fensters.

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Foto: Anke Müllerklein, Hamburg


 

Die einzelnen Elemente wurden in intensiver Zusammenarbeit mit dem Fassadenbauer Ebener entwickelt, um den Entwurf in eine serielle Fertigung zu übertragen, wobei folgende Kriterien zugrunde gelegt wurden:
- Bis zu welchem Format ist es möglich, das Stahlblech zu kanten?
- Mit welcher Perforation kommen wir noch klar, damit die Stabilität noch gegeben ist?
- Welche Dimensionierung ist nötig, um die erforderliche Wirtschaftlichkeit zu erzielen?
- Welchen industriellen Vorfertigungsgrad können wir erzielen?

Nicht-brennbare Fassadenbahn ermöglicht Gestaltungskonzept

Die vorgehängte, hinterlüftete Fassadenkonstruktion besteht in der Schnittbetrachtung aus einer Wärmedämmung, einer Stamisol Safe One Fassadenmembran, einer je nach Faltung des Fassadenelements unterschiedlich ausgelegten Zwischenzone zur Luftzirkulation und schließlich der dreidimensionalen Metallbekleidung. Diese bietet zwar einen hohen Wetterschutz und hält viel Wasser ab, ist jedoch mit einer Lochung perforiert, die im Durchmesser 5 mm bei einem Abstand von 8 mm beträgt. In diesem Kontext war für die Planer klar, dass die Dämmung eine Kaschierung benötigt und die Fassadenmembran als wasserführende Ebene vor der Dämmung fungieren muss.

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Zusätzlich kamen aufgrund der Gebäudetypologie und -höhe erhöhte Brandschutzauflagen ins Spiel, die erheblichen Einfluss auf die Fassadengestaltung bedeutet hätten. Hierzu Jost Westphal:
„Innerhalb der Brandschutzauflagen gab es zwei Alternativen: Entweder arbeiten wir mit zentralen Schottungen, um einen Brandüberschlag von Geschoss zu Geschoss zu verhindern oder stellen dies mit einer brandschutzfähigen Fassadenmembran her. Zunächst hatten wir geplant, die Vorgaben mit entsprechenden Brandschutzriegeln zu bewerkstelligen, dann wurde uns aber seitens Ebener der Vorschlag gemacht, eine vollkommen neue Fassadenbahn einzusetzen, die genau unsere Anforderungen nach Nicht-Brennbarkeit erfüllt, Stamisol Safe One mit der Brandschutzklassifizierung A2-s1,d0. Besser konnte es jetzt wirklich nicht gehen: Auf diese Weise war es möglich, unsere gestalterische Idee auch mit Blick auf die brandschutztechnischen Belange problemlos umsetzen – ohne Beeinflussung durch Brandschutzriegel – und wir haben auch noch eine ganz andere Qualität für die Feuersicherheit erhalten, was für das Gesamtprojekt auch eine deutliche Wertsteigerung darstellt.“

Wichtig war den Architekten auch ein hochwertiger Look, besonders in der Nahbetrachtung, was durch eine sorgfältige Detailierung und hohe Verlegequalität seitens des Fassadenunternehmens sichergestellt wurde. Die Membran hält sich immer dezent im Hintergrund, Details sind nicht sichtbar, man kann auch ganz nahe herangehen und hat immer noch einen makellosen Eindruck.

Entscheidungssicherheit durch positive Erfahrungen

Obwohl Stamisol Safe One zum Entscheidungszeitpunkt erst ganz neu auf dem Markt war, hatte Jost Westphal sehr viel Vertrauen in dieses Material: „In zurückliegenden Projekten haben wir bereits viele positive Erfahrungen mit Stamisol sammeln können, u.a. mit einer Membran hinter einer Glasfassade. Die Notwendigkeit der Kaschierung der Dämmung lag auch bei diesem Projekt wieder vor, allerdings in diesem Fall mit hohen Anforderungen an den Brandschutz. Das neue Produkt von Serge Ferrari erfüllte diese optimal, was auch vom Fassadenbauer Ebener zusätzlich so bestätigt wurde.“

Baudaten
Projekt: the niu Airport Hotel, Bremen
Bauherr: Peper & Söhne Projekt GmbH, Bremen

Architekten: WESTPHAL ARCHITEKTEN BDA, www.westphalarchitekten.de
Fassadenbau: EBENER GmbH Fassaden-Profiltechnik, Bad Marienberg
Fassadenbahn: Stamisol Safe One, Euroclass A2-s1,d0
Fassadenfläche: ca. 1.040 qm

Serge Ferrari AG, www.stamisol.com


Die Architektur von Ingrid Hentschel – Prof. Axel Oestreich basiert auf einem klaren, materialorientierten Gestaltungskonzept. Foto: Maximilian Meisse

Hochbau

Ein charakteristisches Element des Forschungsgebäudes ist sein Dach. Es verwandelt sich mit einem eleganten Schwung von einer Wand- in eine Dachfläche. Bildquelle: CGI Henn

Hochbau

Am Abend schmeicheln an der Dachkante montierte Linealuce Mini-Leuchten von iGuzzini der Aluminiumstruktur des freistehenden Erweiterungsbaus mit einem dezenten Glanz. Der Neubau wirkt dann wie in Sarment und Seide gewandet. Der Wallgrazing-Effekt der Leuchten hebt die Plastizität der Aluminiumstruktur ausdrucksstark hervor. Bildquelle: Roland Halbe

Beleuchtung

Kürzbar auf die gewünschte Stauhöhe: das SitaEasy Anstauelement.

Dach

Live-Talk Studio X von Xella startet am 21. April um 14 Uhr

Unternehmen

Von den Büros aus, die dem Atrium zugewandt sind, hat man einen guten Blick ins Foyer. Bildquelle: Hoba

Innenausbau

Fineo eignet sich für den Einsatz in historischen Gebäuden. Durch einen Glastausch können die originalen Profile und Rahmen erhalten bleiben, bei gleichzeitig optimierter Energiebilanz. Im Bild: Fineo in den historischen Fenstern des Klosters im niederländischen Beuningen. Foto: Fineoglass

Fassade

Digitale Planungsmethoden sind für Architekten und Planer bereits Standard. Foto: Geberit

Fachartikel

Laut Hersteller Cobiax die „Mondlandung für zeitgemäßes Bauen“: Mit dem CLS-Hohlkörpersystem soll die Errichtung nachhaltiger Bauwerke deutlich vereinfacht werden. Grafik: Cobiax, Wiesbaden

Hochbau

Lars Krückeberg von GRAFT

Menschen

Die funktionsgetrennte KS-Bauweise am Beispiel eines einschaligen Mauerwerks mit einem WDVS. Die grauen KS-Wärmedämmsteine am Wandfußpunkt sorgen für die dauerhafte Minimierung von Wärmebrücken. Bild: Thomas Popinger | KS-ORIGINAL

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