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Apr

Ein Miteinander – in jeder Hinsicht

Die von a+r Architekten geplante Neuapostolische Kirche Böblingen integriert sich mit ihrer charaktervollen Klinkerfassade harmonisch in das bauliche Umfeld und stellt Bezüge zu den umliegenden Gebäuden her. Foto: Marcus Ebener

Projekte (d)

 

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Die von a+r Architekten geplante Neuapostolische Kirche Böblingen integriert sich mit ihrer charaktervollen Klinkerfassade harmonisch in das bauliche Umfeld und stellt Bezüge zu den umliegenden Gebäuden her. Foto: Marcus Ebener


Am 29. November 2020 wurde der Neubau der Neuapostolischen Kirche in Böblingen mit einem Festakt eingeweiht. Für die Kirchengemeinden Böblingen und Holzgerlingen, die im Jahr 2018 zusammengelegt wurden, hatte dies eine starke Symbolkraft. Denn beide Kirchengemeinden sind mittlerweile ein Stück weit zusammengewachsen und froh darüber, nun über ein neues, gemeinsames Haus zu verfügen. Die Architektur integriert sich mit ihrer charaktervollen Klinkerfassade harmonisch in das bauliche Umfeld und stellt Bezüge zu den umliegenden Gebäuden her. In seiner Ansprache während des Festaktes ging Jürgen Loy, Leiter des Kirchenbezirks Stuttgart und Vertreter des Bauherrn, auch auf die Arbeitsweise von a+r Architekten ein. Er hob hervor, sie hätten „genau zugehört, was den an diesem Ort gelebten Glauben ausmacht und dies in der Architektur umgesetzt.“

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Im Inneren der Neuapostolischen Kirche Böblingen ist es a+r Architekten gelungen, mit weiß lasiertem Holz, weiß verputzten Wände sowie einem sandfarbenem Sichtestrich Helligkeit und Leichtigkeit in die Räume einziehen zu lassen. In dieser maßvollen Inszenierung bekommt auch der Umgang mit der Beleuchtung eine tragende Rolle. Foto: Marcus Ebener


Ob Energiestandard, Barrierefreiheit oder das Platzangebot für die Kirchenmitglieder – die Bestandskirche konnte den heutigen Anforderungen in vielerlei Hinsicht nicht mehr gerecht werden. So wurde an ihrer Stelle in der Zeppelinstraße 48 die neue Kirche errichtet. Das Gebäude bietet nun ausreichend Raum für den Gottesdienst und integriert das neue gemeinsame Gemeindezentrum der früheren Gemeinden Böblingen und Holzgerlingen.

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Der Bauherr – die Neuapostolische Kirche Süddeutschland – wünschte sich unter anderem einen hellen und würdevollen Sakralraum für die Gottesdienste. Besonders feinsinnig ist der Altar, den a+r Architekten entworfen haben: seine geschichteten Holzbalken nehmen Bezug zum Tragwerk auf. Foto: Marcus Ebener

Ein Ort der Ruhe und der Aktivität – vielfältige Anforderungen an den neuen Sakralbau

Der Bauherr – die Neuapostolische Kirche Süddeutschland – wünschte sich unter anderem ein Kirchengebäude, das als Sakralbau erkennbar ist. Einen Ort der Sammlung und Ruhe sowie einen hellen und würdevollen Sakralraum für die Gottesdienste. Darüber hinaus sollten Mehrzweckräume geplant und multifunktional für verschiedenen Aktivitäten ausgelegt werden: vom kirchlichen Unterricht bis hin zu Kinder-, Jugend- und Seniorenaktivitäten. Eine wichtige Anforderung war zudem die Kombinierbarkeit und flexible Nutzung der Multifunktionsräume, auch unter Einbeziehung des Foyers für die vielfältigen Aktivitäten des Gemeindelebens. Von entscheidender Bedeutung waren für den Bauherren auch die Aspekte Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. a+r Architekten haben für diese unterschiedlichen Anforderungen das passende Konzept entwickelt und im Jahr 2017 den Wettbewerb mit Platz 1 für sich entschieden.

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Die eingeschossigen Gebäudeteile der Neuapostolischen Kirche Böblingen nehmen die Mehrzweckräume und das Foyer in sich auf. a+r Architekten ist gelungen, im gesamten Gebäude einen fließenden Übergang vom sakralen in den öffentlichen Raum zu schaffen. Foto: Marcus Ebener

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Besonders feinsinnig sind verschiedene, von a+r Architekten entwickelte Detaillösungen für die Neuapostolische Kirche Böblingen, die in nachhaltiger Bauweise errichtet wurde. Das Gestaltungskonzept des Altars nimmt durch seine geschichteten Holzbalken Bezug zum Tragwerk auf. Foto: Marcus Ebener


Das Grundstück der Neuapostolischen Kirche befindet sich in exponierter Lage am Übergang von der Innenstadt in ein angrenzendes Wohngebiet und in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Gymnasium. Dies inspirierte die Architekten dazu, einen abgestuften Baukörper zu entwerfen. Den Hochpunkt – und Auftakt zum angrenzenden Wohngebiet – bildet der zweigeschossige Kirchensaal, während die eingeschossigen Gebäudeteile die Mehrzweckräume und das Foyer in sich aufnehmen.

Differenzierter Übergang vom öffentlichen zum sakralen Raum

a+r Architekten folgen prinzipiell dem Ansatz, dass sich ein Gebäude mit dem umgebenden Raum „verwebt und vernetzt“. Dies geschieht auf unterschiedlichen Ebenen: vom einzelnen Gebäude in den urbanen Raum hinein, vom Innen- in den Außenraum und umgekehrt. Das Konzept speziell dieses Sakralbaus thematisiert das Wechselspiel zwischen Haus und Garten. Der abgestufte Baukörper nimmt räumliche Bezüge zur Umgebung auf und bildet mit dem Hochpunkt – dem Kirchensaal – den Auftakt zum angrenzenden Wohngebiet. Die in die eingeschossigen Gebäudeteile integrierten Mehrzweckräume werden mit Pergola, Mauerscheiben und Hecken so erweitert, dass der gesamte Garten Teil des Hauses wird. „Es ist eine Raumstruktur entstanden, die einen differenzierten Übergang zwischen öffentlichem und sakralem Raum entwickelt“, erläutert Johannes Weiß, Projektleiter und leitender Architekt bei a+r Architekten, diese für das in Stuttgart und Tübingen ansässige Büro so charakteristische Herangehensweise.

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In der maßvollen Inszenierung der Inenräume der Neuapostolischen Kirche Böblingen bekommt auch der Umgang mit der Beleuchtung eine tragende Rolle. So fasziniert das gekonnte Spiel des natürlichen Lichts mit dem wirkungsvoll inszenierten Kunstlicht. Unter anderem setzten a+r Architekten im Sakralraum Lichtbänder ein, die Teile des Innenraums akzentuieren. Foto: Marcus Ebener



 
Das Entrée wurde als ein großzügiger, überdachter Vorraum konzipiert, der zwischen Innen und Außen vermittelt. Den Besuchern, die sich hier vor oder nach den Veranstaltungen treffen, bietet er einen wettergeschützten Aufenthaltsbereich.

Ein nachhaltiges und maßvolles Gebäude 

Dem Wunsch des Bauherren, ein nachhaltiges Gebäude zu planen, sind a+r Architekten nachgekommen: Sie entschieden sich für eine langlebige, wartungsarme Klinkerfassade und setzten für das Tragwerk, die Decke und den Innenausbau Holz als ressourcenschonenden Baustoff ein. Außerdem war es ihnen wichtig, die versiegelten Flächen zu verringern. So wurden ein versickerungsfähiges Pflaster, große Rasenflächen und begrünte Beete zwischen den Parkplätzen geplant.

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Im Inneren ist es den Architekten gelungen, mit weiß lasiertem Holz, weiß verputzten Wände sowie einem sandfarbenem Sichtestrich Helligkeit und Leichtigkeit in die Räume einziehen zu lassen. In dieser maßvollen Inszenierung bekommt auch der Umgang mit der Beleuchtung eine tragende Rolle. So fasziniert das gekonnte Spiel des natürlichen Lichts mit dem wirkungsvoll inszenierten Kunstlicht. Unter anderem setzten a+r Architekten im Sakralraum Lichtbänder ein, die Teile des Innenraums akzentuieren. 

Das „Miteinander“ ist in jeder Hinsicht spürbar

Besonders feinsinnig sind weitere, von a+r Architekten entwickelte Detaillösungen:  das Gestaltungskonzept des Altars nimmt durch seine geschichteten Holzbalken Bezug zum Tragwerk auf. Das Tragwerk selbst steht mit sich gegenseitig haltenden Holzträgern symbolisch für den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde.

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Eine verbindende Idee von a+r Architekten: Das Tragwerk der Neuapostolischen Kirche Böblingen steht mit sich gegenseitig haltenden Holzträgern symbolisch für den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde. Foto: Andreas Alger


Dieses „Miteinander“ ist in jeder Hinsicht spürbar. So ist im baulichen Konzept die Raumsituation auf eine flexible, gemeinsame Nutzung angelegt: Foyer, Mehrzweckräume und sakraler Kirchenraum können einzeln oder gemeinsam genutzt werden. Die Architekten achteten auf Flexibilität, um schnell auf neue räumliche Anforderungen eingehen zu können. „Flexible Nutzungsmöglichkeiten ergeben sich durch die Zuschaltbarkeit der Mehrzweckräume untereinander, zum Foyer und zum Kirchensaal. Außerdem haben wir die Sakristei mit Sichtverbindung zum Kirchensaal geplant, so dass diese während der Gottesdienste ebenfalls genutzt werden kann“, erläutert Johannes Weiß.

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht entsprach die umsichtige Planung von a+r Architekten den Vorstellungen des Bauherren. Das Budget wurde im Bauablauf nach Aussage des Büros eingehalten beziehungsweise sogar unterschritten.

Daten + Fakten
Wettbewerb 1. Preis 2017
Ausführung 2018 - 2020
Standort: Böblingen
Bauherr: Neuapostolische Kirche Süddeutschland


Ein charakteristisches Element des Forschungsgebäudes ist sein Dach. Es verwandelt sich mit einem eleganten Schwung von einer Wand- in eine Dachfläche. Bildquelle: CGI Henn

Hochbau

Am Abend schmeicheln an der Dachkante montierte Linealuce Mini-Leuchten von iGuzzini der Aluminiumstruktur des freistehenden Erweiterungsbaus mit einem dezenten Glanz. Der Neubau wirkt dann wie in Sarment und Seide gewandet. Der Wallgrazing-Effekt der Leuchten hebt die Plastizität der Aluminiumstruktur ausdrucksstark hervor. Bildquelle: Roland Halbe

Beleuchtung

Kürzbar auf die gewünschte Stauhöhe: das SitaEasy Anstauelement.

Dach

Live-Talk Studio X von Xella startet am 21. April um 14 Uhr

Unternehmen

Von den Büros aus, die dem Atrium zugewandt sind, hat man einen guten Blick ins Foyer. Bildquelle: Hoba

Innenausbau

Fineo eignet sich für den Einsatz in historischen Gebäuden. Durch einen Glastausch können die originalen Profile und Rahmen erhalten bleiben, bei gleichzeitig optimierter Energiebilanz. Im Bild: Fineo in den historischen Fenstern des Klosters im niederländischen Beuningen. Foto: Fineoglass

Fassade

Digitale Planungsmethoden sind für Architekten und Planer bereits Standard. Foto: Geberit

Fachartikel

Laut Hersteller Cobiax die „Mondlandung für zeitgemäßes Bauen“: Mit dem CLS-Hohlkörpersystem soll die Errichtung nachhaltiger Bauwerke deutlich vereinfacht werden. Grafik: Cobiax, Wiesbaden

Hochbau

Lars Krückeberg von GRAFT

Menschen

Die funktionsgetrennte KS-Bauweise am Beispiel eines einschaligen Mauerwerks mit einem WDVS. Die grauen KS-Wärmedämmsteine am Wandfußpunkt sorgen für die dauerhafte Minimierung von Wärmebrücken. Bild: Thomas Popinger | KS-ORIGINAL

Premium-Advertorial

Deutsche Großstädte kommen mit dem Wohnungsbau kaum hinterher. Bauen mit vorgefertigten Elementen kann, wie hier in Berlin, Abhilfe schaffen. Foto: eyetronic – stock.adobe.com

Fachzeitschriften

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