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Jan

Ein Miteinander – in jeder Hinsicht

Die von a+r Architekten geplante Neuapostolische Kirche Böblingen integriert sich mit ihrer charaktervollen Klinkerfassade harmonisch in das bauliche Umfeld und stellt Bezüge zu den umliegenden Gebäuden her. Foto: Marcus Ebener

Projekte (d)

 

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Die von a+r Architekten geplante Neuapostolische Kirche Böblingen integriert sich mit ihrer charaktervollen Klinkerfassade harmonisch in das bauliche Umfeld und stellt Bezüge zu den umliegenden Gebäuden her. Foto: Marcus Ebener


Am 29. November 2020 wurde der Neubau der Neuapostolischen Kirche in Böblingen mit einem Festakt eingeweiht. Für die Kirchengemeinden Böblingen und Holzgerlingen, die im Jahr 2018 zusammengelegt wurden, hatte dies eine starke Symbolkraft. Denn beide Kirchengemeinden sind mittlerweile ein Stück weit zusammengewachsen und froh darüber, nun über ein neues, gemeinsames Haus zu verfügen. Die Architektur integriert sich mit ihrer charaktervollen Klinkerfassade harmonisch in das bauliche Umfeld und stellt Bezüge zu den umliegenden Gebäuden her. In seiner Ansprache während des Festaktes ging Jürgen Loy, Leiter des Kirchenbezirks Stuttgart und Vertreter des Bauherrn, auch auf die Arbeitsweise von a+r Architekten ein. Er hob hervor, sie hätten „genau zugehört, was den an diesem Ort gelebten Glauben ausmacht und dies in der Architektur umgesetzt.“

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Im Inneren der Neuapostolischen Kirche Böblingen ist es a+r Architekten gelungen, mit weiß lasiertem Holz, weiß verputzten Wände sowie einem sandfarbenem Sichtestrich Helligkeit und Leichtigkeit in die Räume einziehen zu lassen. In dieser maßvollen Inszenierung bekommt auch der Umgang mit der Beleuchtung eine tragende Rolle. Foto: Marcus Ebener


Ob Energiestandard, Barrierefreiheit oder das Platzangebot für die Kirchenmitglieder – die Bestandskirche konnte den heutigen Anforderungen in vielerlei Hinsicht nicht mehr gerecht werden. So wurde an ihrer Stelle in der Zeppelinstraße 48 die neue Kirche errichtet. Das Gebäude bietet nun ausreichend Raum für den Gottesdienst und integriert das neue gemeinsame Gemeindezentrum der früheren Gemeinden Böblingen und Holzgerlingen.

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Der Bauherr – die Neuapostolische Kirche Süddeutschland – wünschte sich unter anderem einen hellen und würdevollen Sakralraum für die Gottesdienste. Besonders feinsinnig ist der Altar, den a+r Architekten entworfen haben: seine geschichteten Holzbalken nehmen Bezug zum Tragwerk auf. Foto: Marcus Ebener

Ein Ort der Ruhe und der Aktivität – vielfältige Anforderungen an den neuen Sakralbau

Der Bauherr – die Neuapostolische Kirche Süddeutschland – wünschte sich unter anderem ein Kirchengebäude, das als Sakralbau erkennbar ist. Einen Ort der Sammlung und Ruhe sowie einen hellen und würdevollen Sakralraum für die Gottesdienste. Darüber hinaus sollten Mehrzweckräume geplant und multifunktional für verschiedenen Aktivitäten ausgelegt werden: vom kirchlichen Unterricht bis hin zu Kinder-, Jugend- und Seniorenaktivitäten. Eine wichtige Anforderung war zudem die Kombinierbarkeit und flexible Nutzung der Multifunktionsräume, auch unter Einbeziehung des Foyers für die vielfältigen Aktivitäten des Gemeindelebens. Von entscheidender Bedeutung waren für den Bauherren auch die Aspekte Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. a+r Architekten haben für diese unterschiedlichen Anforderungen das passende Konzept entwickelt und im Jahr 2017 den Wettbewerb mit Platz 1 für sich entschieden.

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Die eingeschossigen Gebäudeteile der Neuapostolischen Kirche Böblingen nehmen die Mehrzweckräume und das Foyer in sich auf. a+r Architekten ist gelungen, im gesamten Gebäude einen fließenden Übergang vom sakralen in den öffentlichen Raum zu schaffen. Foto: Marcus Ebener

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Besonders feinsinnig sind verschiedene, von a+r Architekten entwickelte Detaillösungen für die Neuapostolische Kirche Böblingen, die in nachhaltiger Bauweise errichtet wurde. Das Gestaltungskonzept des Altars nimmt durch seine geschichteten Holzbalken Bezug zum Tragwerk auf. Foto: Marcus Ebener


Das Grundstück der Neuapostolischen Kirche befindet sich in exponierter Lage am Übergang von der Innenstadt in ein angrenzendes Wohngebiet und in unmittelbarer Nachbarschaft zu einem Gymnasium. Dies inspirierte die Architekten dazu, einen abgestuften Baukörper zu entwerfen. Den Hochpunkt – und Auftakt zum angrenzenden Wohngebiet – bildet der zweigeschossige Kirchensaal, während die eingeschossigen Gebäudeteile die Mehrzweckräume und das Foyer in sich aufnehmen.

Differenzierter Übergang vom öffentlichen zum sakralen Raum

a+r Architekten folgen prinzipiell dem Ansatz, dass sich ein Gebäude mit dem umgebenden Raum „verwebt und vernetzt“. Dies geschieht auf unterschiedlichen Ebenen: vom einzelnen Gebäude in den urbanen Raum hinein, vom Innen- in den Außenraum und umgekehrt. Das Konzept speziell dieses Sakralbaus thematisiert das Wechselspiel zwischen Haus und Garten. Der abgestufte Baukörper nimmt räumliche Bezüge zur Umgebung auf und bildet mit dem Hochpunkt – dem Kirchensaal – den Auftakt zum angrenzenden Wohngebiet. Die in die eingeschossigen Gebäudeteile integrierten Mehrzweckräume werden mit Pergola, Mauerscheiben und Hecken so erweitert, dass der gesamte Garten Teil des Hauses wird. „Es ist eine Raumstruktur entstanden, die einen differenzierten Übergang zwischen öffentlichem und sakralem Raum entwickelt“, erläutert Johannes Weiß, Projektleiter und leitender Architekt bei a+r Architekten, diese für das in Stuttgart und Tübingen ansässige Büro so charakteristische Herangehensweise.

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In der maßvollen Inszenierung der Inenräume der Neuapostolischen Kirche Böblingen bekommt auch der Umgang mit der Beleuchtung eine tragende Rolle. So fasziniert das gekonnte Spiel des natürlichen Lichts mit dem wirkungsvoll inszenierten Kunstlicht. Unter anderem setzten a+r Architekten im Sakralraum Lichtbänder ein, die Teile des Innenraums akzentuieren. Foto: Marcus Ebener



 
Das Entrée wurde als ein großzügiger, überdachter Vorraum konzipiert, der zwischen Innen und Außen vermittelt. Den Besuchern, die sich hier vor oder nach den Veranstaltungen treffen, bietet er einen wettergeschützten Aufenthaltsbereich.

Ein nachhaltiges und maßvolles Gebäude 

Dem Wunsch des Bauherren, ein nachhaltiges Gebäude zu planen, sind a+r Architekten nachgekommen: Sie entschieden sich für eine langlebige, wartungsarme Klinkerfassade und setzten für das Tragwerk, die Decke und den Innenausbau Holz als ressourcenschonenden Baustoff ein. Außerdem war es ihnen wichtig, die versiegelten Flächen zu verringern. So wurden ein versickerungsfähiges Pflaster, große Rasenflächen und begrünte Beete zwischen den Parkplätzen geplant.

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Im Inneren ist es den Architekten gelungen, mit weiß lasiertem Holz, weiß verputzten Wände sowie einem sandfarbenem Sichtestrich Helligkeit und Leichtigkeit in die Räume einziehen zu lassen. In dieser maßvollen Inszenierung bekommt auch der Umgang mit der Beleuchtung eine tragende Rolle. So fasziniert das gekonnte Spiel des natürlichen Lichts mit dem wirkungsvoll inszenierten Kunstlicht. Unter anderem setzten a+r Architekten im Sakralraum Lichtbänder ein, die Teile des Innenraums akzentuieren. 

Das „Miteinander“ ist in jeder Hinsicht spürbar

Besonders feinsinnig sind weitere, von a+r Architekten entwickelte Detaillösungen:  das Gestaltungskonzept des Altars nimmt durch seine geschichteten Holzbalken Bezug zum Tragwerk auf. Das Tragwerk selbst steht mit sich gegenseitig haltenden Holzträgern symbolisch für den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde.

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Eine verbindende Idee von a+r Architekten: Das Tragwerk der Neuapostolischen Kirche Böblingen steht mit sich gegenseitig haltenden Holzträgern symbolisch für den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde. Foto: Andreas Alger


Dieses „Miteinander“ ist in jeder Hinsicht spürbar. So ist im baulichen Konzept die Raumsituation auf eine flexible, gemeinsame Nutzung angelegt: Foyer, Mehrzweckräume und sakraler Kirchenraum können einzeln oder gemeinsam genutzt werden. Die Architekten achteten auf Flexibilität, um schnell auf neue räumliche Anforderungen eingehen zu können. „Flexible Nutzungsmöglichkeiten ergeben sich durch die Zuschaltbarkeit der Mehrzweckräume untereinander, zum Foyer und zum Kirchensaal. Außerdem haben wir die Sakristei mit Sichtverbindung zum Kirchensaal geplant, so dass diese während der Gottesdienste ebenfalls genutzt werden kann“, erläutert Johannes Weiß.

Auch in wirtschaftlicher Hinsicht entsprach die umsichtige Planung von a+r Architekten den Vorstellungen des Bauherren. Das Budget wurde im Bauablauf nach Aussage des Büros eingehalten beziehungsweise sogar unterschritten.

Daten + Fakten
Wettbewerb 1. Preis 2017
Ausführung 2018 - 2020
Standort: Böblingen
Bauherr: Neuapostolische Kirche Süddeutschland


Visualisierung des Neubaus des Bayerischen Rundfunks in München-Freimann. Foto: Fritsch + Tschaidse Architekten

Dach

Luftbild des Bettenhauses der Waldkliniken Eisenberg. Bildquelle: HG Esch

Gebäudetechnik

Bildquelle: Zehnder Group Deutschland GmbH, Lahr

Gebäudetechnik

Auf dem Handtuch-Grundstück positionierte Architektin Anja Engelshove das Gebäude an der hinteren Grundstücksgrenze im dicht bebauten Norden. So haben die Nutzer freien Blick in ihren Garten, in dem Logic Moon-Leuchten von Delta Light dezente Akzente setzen. Bildquelle: Arnd Haug für Delta Light

Beleuchtung

Das schwäbische Unternehmen LUX GLENDER hat ein „Licht-im-Handlauf-System“ entwickelt, dass die Brücke über den Walkegraben in Frankenberg (Eder) eindrucksvoll in Szene setzt. Bildquelle: lux-glender.com

Außenraum

Die von a+r Architekten geplante Neuapostolische Kirche Böblingen integriert sich mit ihrer charaktervollen Klinkerfassade harmonisch in das bauliche Umfeld und stellt Bezüge zu den umliegenden Gebäuden her. Foto: Marcus Ebener

Projekte (d)

Einladend und weitläufig ist das neue Arbeitsloft „M-Lab“ der Agentur Monsun Media in Bremen. Ein gutes akustisches Raumklima schaffen die dezent von der Decke abgehängten Rossoacoustic Pads der Nimbus Group. Foto: POPO Sitzmöbel und Stehschränke GmbH, Patrick Drescher

Innenausbau

Im Sinne der schützenswerten Architektur von Werner Kallmorgen übernahm Licht01 die vorhandenen Deckeneinbauringe soweit wie möglich. Die QR-CBCLampen wurden durch deckenbündig versenkbare LED-Multifunktionsstrahler mit Wechseloptiken und Wallwasher ersetzt. Bildquelle: Andreas Weiss

Projekte (d)

Das neu ausgebaute Dachgeschoss wird im Giebelbereich von geschickt unsichtbar montierten Underscore-Leuchten erhellt. Die Linearleuchten von iGuzzini betonen die Flächen und das Volumen des Giebels völlig schattenfrei und weiten den Raum nach oben auf. Bildquelle: David Franck, Stuttgart

Beleuchtung

Bildquelle: Mehmet & Kazim Akal und Kunstverein Friedrichshafen, Fotograf: Frank Kleinbach

Design Kunst

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