30
Jun

Architekten: Beratungspflicht für sich aus Verwendung bestimmter Materialien ergebender Folgekosten

Baurecht
Den Architekten trifft nach Auffassung des OLG Koblenz (5 U 297/11) auch eine Beratungspflicht hinsichtlich der Materialauswahl. Der Architekt empfahl dem Bauherrn im zugrundeliegenden Fall den Einbau von Fenstern mit Rahmen aus Kiefernholz, statt des ursprünglich geplanten Meranti- bzw. Teakholzes; und zwar auch an einer stark bewitterten Fassadenseite. Jahre später stellte der Bauherr Fäulnis an den Fensterrahmen fest und nahm den Architekten auf Mängelbeseitigungskosten in Höhe von über 14.000,00 EUR in Anspruch. Erfolgreich. Denn der Architekt hatte es vorliegend unterlassen, den Bauherren darauf hinzuweisen, dass bei Verwendung von Kiefernholz in kurzen zeitlichen Abständen Schutzanstriche hätten vorgenommen werden müssen.

Rechtstipp:
Bereits im Rahmen der Vorplanung sind die, für die jeweilige Aufgabenstellung relevanten Zusammenhänge zu klären. Hiervon sind auch Materialauswahl und etwaige Folgekosten umfasst. Fazit: Was für den Bauherrn (scheinbar) günstiger ist, kann für den Architekten teuer werden!


 

Autor: Erik Becker, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht , Studium der Rechtswissenschaften in Berlin, Staatsexamina in Berlin und Düsseldorf. Erik Becker ist Ansprechpartner diverser Medien, wie ZDF, WDR, 3-sat und wirtschaftswoche, zudem ständiger Kolumnist bei www.wiwo.de für das Bau- und Immobilienrecht und Mitautor des Jahrbuch Baurechts 2010. Mehr unter www.baurechtsreporter.de.


Die App lässt sich auf dem Smartphone ebenso komfortabel nutzen wie auf Tablets. Foto: KS-Original

Premium-Advertorial

Wie sich die Ideen des Megatrends „Simplicity“ auf die komplexe Situation der Baubranche übertragen lassen und welche Rolle der Kalksandstein dabei spielt, beleuchtet KS-Original mit der dritten Auflage von massiv weiß. Bild: KS-ORIGINAL

Fachliteratur

Courtesy: Jan Zöller und Kunstverein Friedrichshafen. Fotograf: Kilian Blees

Design Kunst

70 speziell auf die Wolfsburger Brücke zugeschnittene Leuchten wurden in den Edelstahlhandläufen verbaut, um die Brücke zu jeder Tages- und Nachtzeit sicher nutzbar zu machen. Foto: Stadt Wolfsburg

Außenraum

Ran an die Materialien und losgebaut: Am 26. Juni können sich Kinder und Eltern als Architekten versuchen. Foto: Sven Helle

Menschen

Um den Baukörper zu gliedern, entschieden sich die Architekten für eine versetzte Anordnung der beiden Hallen. Diese erheben sich oberhalb eines Sockelbandes aus Beton und lassen aufgrund ihrer versetzten Anordnung zwei geschützte Freibereiche entstehen: den Eingangshof und den Vereinshof mit integrierter Sportgaststätte. Foto: Marcus Ebener

Projekte (d)

Anzeige AZ-GC1-728x250 GAS

Anzeige AZ-C1a-300x250 R8

Anzeige AZ-C1b-300x600 R8